In Zeiten von Corona stellt so ziemlich jede Veränderung im Leben eine Herausforderung dar. So auch das Auslandssemester und die Förderung durch das Erasmus Programm. Wie bereits in einem vorherigen Artikel erwähnt gibt es derzeit mehrere Optionen: das Aufschieben des Auslandsaufenthaltes, der Besuch von Online-Veranstaltungen einer Partneruniversität von Deutschland aus und die tatsächliche Ausreise in das Land der Partneruniversität, von wo aus in manchen Fällen online und in anderen hybrid, also mit teilweise präsenten und online Kursen unterrichtet wird. Natürlich unterscheiden sich die Regelungen der Semester-Formen in den jeweiligen Reisezielen und so lassen sich kaum einheitliche Aussagen treffen, was den geplanten Aufenthalt angeht. Dies macht es für uns Studierende nicht einfach.

Auch ich hatte eigentlich bereits für September ein Auslandssemester in Dublin geplant. In der Hoffnung, zum Sommersemester einige mehr Informationen zum Ablauf unter Coronabedingungen zu erhalten, habe ich dieses bereits einmal auf das kommende Sommersemester verschoben. Nun stellt sich mir erneut die Frage, ob ich dieses antreten möchte oder nicht. Um sowohl meine eigenen Gedanken zu sammeln, als eventuell auch Anregungen an andere Betroffene weiterzuleiten, möchte ich im Folgenden die pro und kontra Argumente für ein potentielles Auslandssemester sammeln.

Eine Herausforderung im kommenden Auslandsaufenthalt wird vor allem das Knüpfen von Kontakten sein. Viele Einführungsveranstaltungen müssen ausfallen und wie auch die Erstis wird es so auch uns Erasmus-Studierenden schwerer fallen, erste Freundschaften vor Ort zu knüpfen. Zusätzlich finden viele weiter Aktivitäten nicht statt, welche eine Reise sonst reizvoll machen. Pubs und Restaurants sind in den meisten Ländern geschlossen und auch von Inlandsreisen wird beispielsweise in Irland momentan abgeraten. Bei einem fehlenden Austausch vor Ort und des Unterrichts im Online-Format könnte es außerdem schwierig werden, die Hemmungen in der Sprachpraxis zu verlieren.

Andererseits bietet das Online Studium aber auch neue vorteilhafte Voraussetzungen für ein Auslandssemester. So ist es uns erstmals möglich die Online-Seminare der Universität Bremen bequem vom Ausland aus fertig zu absolvieren, auch wenn sich die Semester-Zeiten überschneiden. Und so ein Tapetenwechsel käme jetzt ganz schön gelegen. Wo wir doch sowieso die meiste Zeit in unseren Zimmern verbringen, wieso dann nicht in einem anderen Land? Dabei werden wir immerhin finanziell vom Erasmus Programm unterstützt. Und wer weiß, vielleicht erwischt der Eine oder die Andere ja auch eine coole WG! Außerdem ist das kommende Semester leider nun einmal für viele die beste Zeit im Studium, um ein Auslandssemester anzutreten. Oft für das fünfte Semester vorhergesehen nähern sich sicher einige der Studierenden dem Ende des Studiums und werden sich schon bald um die Bachelor- oder Masterarbeit kümmern müssen. Zusätzlich würden die meisten Plätze an den Partneruniversitäten bei einem (erneuten) Verschieben auf das Wintersemester leider verfallen. Und wer weiß, vielleicht ist der Wunschplatz im nächsten Jahr dann leider schon vergeben. Wieso sollten wir diese Chance dann nicht nutzen? Zumindest einen Versuch wäre das Auslandssemester vielleicht wert?

Für alle Studierenden, die von ähnlichen Zweifeln geplagt werden, gibt es immerhin eine gute Nachricht. In der Informationsveranstaltung des Internationalen Office der Universität Bremen am 17.11.20 hat das Erasmus-Team angekündigt, sehr flexibel auf die Ausnahmesituation durch Corona einzugehen. So ist es möglich, den Auslandsaufenthalt auch kurzfristig noch abzusagen und es kann jederzeit vom Erasmusprogramm zurückgetreten werden. Auch individuelle Pläne, wie beispielsweise die Nachfrage, ob das Auslandsstudium in Deutschland online begonnen werden und dann später im Ausland fortgesetzt werden kann, können nach Absprache mit dem Team möglicherweise umgesetzt werden. Im Falle von Unsicherheit könne auch das Grant Agreement nach Rücksprache noch nach der Abgabefrist (30.11.20) eingereicht werden. Allerdings sei bei allen Planänderungen wichtig, diese mit den AnsprechpartnerInnen zu klären und sie nicht einfach eigenhändig zu beschließen. So wird auf Nummer sicher gegangen, dass keine Rückzahlungen der Erasmus-Förderung fällig werden und auch sonst keine Komplikationen entstehen.

Kontaktperson des Erasmus Programms sind unter anderem Barbara Hasenmüller (euprog@uni-bremen.de) oder aber die jeweiligen Zuständigen eures Fachbereiches. Weitere Informationen sowie nötige Formulare zu Erasmus findet ihr unter https://www.uni-bremen.de/studium/starten-studieren/studium-international/studieren-im-ausland/erasmus-studienaufenthalt.html.

Welche Gedanken habt ihr zu eurem bevorstehenden Auslandssemester? Oder seid ihr vielleicht mittendrin und möchtet eure Erfahrungen teilen? Schreibt uns eure Hoffnungen und Bedenken gerne in die Kommentare!

2 Kommentare
  1. F.
    F. sagte:

    Hey, mich würde interessieren, wie du dich entschieden hast, da ich gerade vor einer sehr ähnlichen Situation stehe und ebenfalls ein Auslandssemester in Irland geplant hatte. Liebe Grüße

    Antworten
    • Leah
      Leah sagte:

      Hi Felicitas,
      tut mir leid, dass ich dir jetzt erst antworte, hab deinen Kommentar gerade erst entdeckt! Ich bin leider immer noch in Deutschland und mein Auslandsaufenthalt musste abgesagt werden… Wie hast du dich entschieden?
      Liebe Grüße und alles Gute an dich,
      Leah von der Campus Eule

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