In wenigen Tagen können wir Studierenden an den Gremienwahlen teilnehmen (genaue Infos hier). Wurde die Wahl nicht verschoben? Nein, zumindest die Wahlen für den Akademischen Senat und für die Fachbereichsräte finden statt. Vielleicht habt Ihr davon schon in Euren E-Mails gelesen. Laut Uni werden wir zu Beginn der nächsten Woche Briefwahlunterlagen per Post zugesendet bekommen. Denn immerhin ist der Zugang zum Campus wegen der Corona-Sicherheitsmaßnahmen eingeschränkt.

Ernüchternder Blick auf die Wahlbeteiligung

Im letzten Jahr betrug die Wahlbeteiligung bei der Wahl zum Akademischen Senat bei uns Studierenden nur 10,2 %. In den Fachbereichen beteiligten sich in keinem Fachbereich mehr als 15 % der Wahlberechtigten. In einigen Fachbereichen hat nicht einmal jeder zehnte von uns teilgenommen. Das ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Studierende immer noch als eher politisierte gesellschaftliche Gruppe gelten. Wer 2019 in der Woche der Wahl den Campus betrat, musste sich schon sehr anstrengen, um nicht zumindest eine der möglichen Wahlstellen zu bemerken.

Warum das Desinteresse?

Für das Verhalten der Studierenden mag es unterschiedliche Gründe geben. Auch ich habe sowohl in einigen Jahren gewählt, als auch in einem Jahr nicht von meinem Recht Gebrauch gemacht. In diesem einen Jahr wusste ich schlicht und einfach nicht, wen ich hätte wählen sollen. In den anderen Jahren stand auf mindestens einer der vielen Listen ein Name, den ich unterstützen wollte. Ohne konkretes Ziel etwas zu tun, erfordert gute Gründe.

Warum doch wählen?

Ich will ehrlich sein: Wenn ich zur Wahl gegangen bin, dann habe ich auch Gruppen deshalb gewählt, weil ich die Gruppennamen sympathisch fand. Und weil ich meinte, dass die Studierenden in den Gremien, wer sie auch sein mögen, für ihre Arbeit Unterstützung verdienen. Es ist möglich, dass ich nicht immer die beste Wahl getroffen habe, aber immerhin konnte ich das Engagement würdigen. Gremienarbeit ist eher nicht vergnügungssteuerpflichtig.

Bringt das alles überhaupt etwas?

Wahrscheinlich zeigt sich die allgemeine Verdrossenheit über das, was politisch alles nicht möglich ist, auch in der niedrigen Wahlbeteiligung. Was können der breiten Öffentlichkeit meist unbekannte Studierende schon gegen die festgefahrene Wissenschafts- und Bildungspolitik, die Dominanz der Profs an der Uni und all die Zwänge des undurchsichtigen, unterfinanzierten Systems Uni ausrichten? Nicht viel, will man meinen.

Kleiner Unterschied

Ich kann dem nicht gänzlich widersprechen, aber ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass es eben doch einen Unterschied macht, ob ein/-e Studierende/-r in Planung einbezogen wird, weil Professorinnen und Professoren oft schlicht und einfach auf bestimmte Dinge nicht achten, die jedoch für Studierende wichtig sind. Nicht aus Eigeninteresse, sondern einfach, weil Dozierende nicht daran denken, können für uns Nachteile entstehen, die man leicht aus der Welt schaffen kann, wenn man bloß darauf aufmerksam macht. Deshalb ist es von Vorteil, wenn Studierende in den Gremien sitzen.

Und sowieso: Die Gremien eignen sich auch, um überhaupt erst an Informationen zu gelangen und um zu lernen, wie die Universität überhaupt funktioniert. Man kann nichtsdestotrotz darüber diskutieren, wie entscheidend der Unterschied ist, den Studierende in Gremien erwirken können (gerne in den Kommentaren).

In der nächsten Woche werden wir die Gremien der Uni noch genauer unter die Lupe nehmen.

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