Viele von uns Studierenden finanzieren sich Leben und Freizeit durch einen Nebenjob. Doch wie verändert sich diese Herausforderung in Zeiten einer Pandemie, wo die Arbeit vor Ort eingeschränkt ist? Um Einblicke in mögliche studentische Jobs zu geben, die auch während Corona weiterhin laufen, möchte ich euch heute von Mareikes, Lisas und meiner Stelle berichten.

Mareike (Name anonymisiert) arbeitet in einer Jugendhilfseinrichtung für Mädchen. Für sie geht die Arbeit trotz Corona weiter. „Als BetreuerIn zählt man ja auch zu den systemrelevanten Personen. Das bedeutet, dass der Betrieb die ganze Zeit aufrecht erhalten werden muss, weil wir ’ne Aufsichtspflicht gegenüber den Mädchen haben. Und deswegen halt immer arbeiten kommen müssen.“ Systemrelevant bedeutet unter anderem, dass der Arbeitgeber auch im Krankheitsfall von den Angestellten eine Anwesenheitspflicht verlangen kann. In Mareikes Fall trifft dies jedoch nicht zu. Stattdessen wird darauf geachtet, dass niemand einem erhöhten Risiko ausgesetzt wird. Bei Verdacht auf Corona oder einer Erkältung bleiben die MitarbeiterInnen zu Hause. Das führt auch dazu, dass extra Schichten anfallen. „Die Aufgaben haben natürlich zugenommen!“, erklärt Mareike. So müssen sie mehrmals am Tag putzen, für Hygiene sorgen und auch darüber aufklären. Zusätzlich verschärfen sich auch die Arbeitsumstände. „Team-Meetings und so müssen jetzt ganz anders aufgezogen werden. Für so was werden nur noch die nötigsten Leute zusammengetrommelt und nicht mehr alle versammelt, wie sonst.“, erläutert Mareike weiter. „Ähnlich wie wir das aus unserem Studium kennen, findet hier nun vieles über Protokolle oder Online Meetings statt“, fügt sie hinzu. Unter den KollegInnen wird die Arbeit während dieser zusätzlichen Herausforderung solidarisch aufgeteilt. „Das bringt der Grundgedanke, warum man einen sozialen Job ausübt auch mit sich. (…) Gerade in den sozialen Berufen versucht man sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen!“, schildert Mareike.  Für ihr persönliches Leben gebe die Arbeit ihr auch etwas Gutes, berichtet sie. So biete der Job ihr trotz Covid-19 Stabilität durch Alltagsstruktur und bewahre sie davor, in ein Tief zu verfallen.

Lisa (Name anonymisiert) wiederum hat ihren Job erst zu Beginn der Corona-Krise begonnen. „Ende März, Anfang April habe ich den bekommen.“, erinnert sie sich zurück. Als studentische Hilfskraft unterstützt sie eine Forscherin, welche an ihrer Doktorarbeit schreibt. „Die macht im Lauf ihrer Recherche ganz viele Interviews (…). Genau und dann bekomme ich einfach die Audiodateien zugeschickt und die muss ich dann transkribieren.“, erklärt Lisa. Ihren Job beschreibt sie als relativ zeitintensiv und anstrengend, da sie die meiste Zeit vor dem Computer sitze. Dennoch schätze sie sich glücklich, überhaupt einen Job zu haben. Zusätzlich biete die Arbeit ihr eine gewisse Flexibilität, welche sie besonders in Corona-Zeiten zu schätzen wisse, fügt Lisa hinzu. So habe sie schon von ihrer Heimat aus bei ihren Eltern gearbeitet, könne dies aber auch weiterhin in Bremen tun, ohne an einen Ort gebunden zu sein. Ebenfalls flexibel sind ihre Arbeitszeiten. Zwar hat sie feste Abgabedaten, dennoch kann sie sich das Transkribieren in der Zwischenzeit selbstständig einteilen.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch einen Einblick in unsere bzw. meine Arbeit bei der Campus Eule geben. Als Redakteurin für einen Online-Blog habe ich zum Glück das Privileg, weiterhin von zu Hause aus arbeiten zu können. Nichtsdestotrotz hat sich auch für unser Eule-Team die Arbeit verändert. Normalerweise besteht unsere Arbeit nämlich darin, über die Uni Bremen und alles rund um das Leben der Studis zu berichten. Mit einer geschlossenen Uni und all den ausfallenden Veranstaltungen wird dies nun ganz schön schwierig. So fehlt uns auch einiges an Input für unsere Artikel und wir haben unseren Schwerpunkt Uni nun deutlich erweitert. Außerdem können wir uns auch nicht mehr persönlich mit Interview-PartnerInnen verabreden, was auf Dauer sehr schade ist. Des Weiteren leidet auch unser Veranstaltungskalender unter der Corona-Krise, in dem wir normalerweise versuchen euch mit Event-Tipps rund um Bremen auf dem aktuellen Stand zu halten. Ab und zu könnt ihr dort unsere Empfehlungen zu Online-Events finden, ansonsten wurde dieser aber nun vorerst auf Eis gelegt. Nichtsdestotrotz bin ich sehr dankbar weiterhin einen Job zu haben, der mir Spaß macht. In unserer wöchentlichen Online-Redax unterstützen wir Eulen uns gegenseitig mit Ideen zu Artikeln und sind so weiterhin im persönlichen Kontakt! Außerdem bietet der gewonnene Freiraum zur Gestaltung unserer Artikel auch Möglichkeiten, mal über Themen außerhalb der Uni zu berichten.

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