Letzte Woche konntet ihr bereits über einige Neuigkeiten des Rektorats lesen. Was bisher jedoch unerwähnt blieb: der ominöse Zustand des Psychologie-Studienganges. Einige Studenten meldeten sich in der Fragerunde zu Wort und äußerten Kritik.

 

2014

Im Jahr 2014 stand der FB 11 – Achtung, Wortspiel – kurz vor dem Nerven-zusammenbruch. Das Geld war knapp, die Einstampfung eine willkommene Möglichkeit zum Sparen. Der Großteil der Profs war zu alt und kein frischer Nachwuchs in Sicht. Zwei von ihnen wurden sogar namentlich in den Panama-Papers erwähnt und lösten so einen Skandal aus.

 

 

2018

Vier Jahre später: Der Fachbereich wurde nach Protesten von Studenten und Lehrenden rehabilitiert und steht wieder, wenn auch wackelig. Die Neuaufstellung mag für viele eine positive Nachricht gewesen sein, für die Studierenden momentan eher ein organisatorischer Graus. So erscheint es mir zumindest, während ich den Fragen und Einwänden der Studis zuhöre.

 

Rektor Scholz-Reiter erwähnt zunächst, dass zur Zeit sieben offene Stellen für Professuren besetzt werden. Von diesen wurde eine bereits angetreten; eine weitere wird ab August besetzt. Für die restlichen sechs warte man noch auf Rückmeldung der Kandidaten. Eine Studentin meldet sich und fragt, warum sich Vertretungsprofessor*innen nicht auf offene Stellen bewerben dürften. Oder dass die, die es tun, nie Erfolg hätten.

Der Rektor ist verwundert und entgegnet, dass dies falsch sei. „Bewerben dürfen sie sich doch“, sagt er, „sie müssen es eben im regulären Verfahren tun, gemeinsam mit allen anderen Bewerbern“. Da könne man niemanden bevorzugen, und die Vertretungskräfte wüssten, worauf sie sich einlassen.

 

Die Student*innen des Psychologie-Bachelors konnten jedoch nicht kommen sehen, dass sie momentan nur aus drei von ehemals fünf Wahlpflichtmodulen wählen können. Oder dass der Master in Wirtschaftspsychologie (noch) nicht angeboten werden kann, da die Professur einfach noch nicht besetzt ist. Einige Studis bewältigen ihr gesamtes Studium an der Uni innerhalb dieser Phase der Neuaufstellung, und es scheint ihnen auf die Nerven zu gehen. Ich fühle mit ihnen. Was antwortet der Rektor auf diese Emotionen?

 

Sie können beruhigt sein, wir machen das eigentlich ganz gut“.

 

Er gesteht zwar ein, dass es zwar weniger inhaltliche Wahlmöglichkeiten gäbe, das Studium aber gut beendet werden könne. Was auch auch immer „gut“ bedeuten mag. Aber mit einem hat er Recht: Dafür, dass der gesamte Fachbereich bereits vom Erdboden verschluckt sein könnte, ist deren Neuaufstellung sehr wohl eine große Leistung. Dennoch wirkt das Auftreten der Studis bei der „Das Rektorat informiert“ Veranstaltung wie die einzige Chance auf einen persönlichen Appell an den Rektor. Dieser bringt ihnen jedoch nur ein knappes „das ist so“ zurück.

 

Die Studis sind enttäuscht, das Rektorat zu stolz. Muss das sein? Muss es nicht Wege geben, gemeinsam zu diskutieren und zumindest kleine Hilfestellungen zu erschaffen? In den intensiven organisatorischen Anstrengungen der Umstellung darf das Menschliche nicht verloren gehen.

 

Was sagt ihr zum Zustand des FB 11? Worüber sollten wir unbedingt berichten?

 

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