Das Rektorat informierte in der Uni-Mensa.

Die Kapazitäten-Debatte: „Das Rektorat informiert“ Teil 1

Einer der Running-Gags an unserer Uni: der Mangel an  „Kapazitäten“, sei es für Lehrräume, Studienplätze, Lehrkräfte oder – mit schiefem Blick auf das GW2 – für anständige Architektur.

Dass diese humoristische These nicht aus der Luft gegriffen ist, durfte ich letzten Mittwoch in der Mensa erfahren. Auch dieses Jahr lud das Rektorat dazu ein, ihnen bei Selbstlob und Selbstkritik zuzuhören und brennende Fragen zu stellen.


Ich bin 15 Minuten zu früh, überhöre Gespräche von Mitarbeitern über ihre Bezahlung und bin gespannt, was uns an Themen erwartet. Menschen, die ich heute zum ersten Mal sehe, stellen sich vor: der Rektor Bernd Scholz-Reiter, Kanzler Martin Mehrens sowie die Konrektoren Thomas Hoffmeister (Lehre und Studium) und Andreas Breiter (Forschung, wissenschaftlicher Nachwuchs und Transfer).

Zunächst geben die Herren Input aus ihren Zuständigkeitsbereichen. Rektor Scholz-Reiter macht den Anfang. Nach einem Hinweis auf das Strategiepapier 2018-2028 geht er auf eine neue Statistik des statistischen Bundesamtes ein, die die Hochschulsystem der 16 Bundesländer vergleicht:

Broschüre des Destatis

Bremer Hochschulen seien auf den ersten Plätzen des Rankings vertreten. Mit einer Erstabsolventenquote von 46% stehe die Uni Bremen an der Spitze des Bundesdurchschnitts und sei ein hervorragender Forschungsstandort. So weit, so gut.

Der Eigenlob weicht der typisch-norddeutschen Selbstkritik: „Der Input sieht nicht so großartig aus“, so Scholz-Reiter. Zwar würde die Uni durch viele Drittmittel bzw. Forschungsgelder finanziert, die Finanzierung vom Land Bremen sei jedoch so niedrig, dass wir in der Statistik auf Platz 16 von 16 landen. Er wirft mit Zahlen:

Pro Studi bekommt die Uni 6490€. Der Bundesdurchschnitt liege jedoch bei 8400€. Und die Niedersachsen erhalten angeblich satte 10.000€.

Auch für die Finanzierung voll-ausgestatteter Professuren liege der Betrag knapp 300.000€ unter dem Bundesdurchschnitt. Ab 2020 besteht Hoffnung auf mehr.

Auch die anderen Rektorats-Mitglieder haben einiges zu sagen. Konrektor Thomas Hoffmeister hält stolz den Preis für den Wettbewerb „Eine Uni, ein Buch“ im in die Höhe. „King Cotton“ und das neue Themensemester des FB 9 sollen verschiedene Fachbereiche über das Thema des globalen Kapitalismus verknüpfen.

Konrektor Breiter freut sich über die zunehmende Vernetzung der Uni durch eine weitere Aufnahme eines unserer Institute in die Leibniz-Gemeinschaft. Und wie der Uni-Campus wohl in den nächsten Jahren aussehen wird, lassen indessen die unzähligen Bauprojekte erhahnen, die Kanzler Mehrens aufzählt.

Hier sind weitere Punkte des Rektorats in einem „Newsticker“ zusammengefasst:

Die Fragen ließen nach diesem großen Input dennoch nicht lange auf sich warten. Die Finanzierung der Bauprojekte wurde angezweifelt und Hoffnung auf neue Studiengänge geäußert. Die Zukunft des Psychologie-Studienganges war jedoch eindeutig das Hauptthema der Fragerunde. Welche Kritiken, Bedenken und Ängste dazu geäußert wurden und welche Antworten das Rektorat parat hatte, erfahrt ihr im 2. Teil dieses Artikels in der nächsten Woche.

Hier zunächst wieder einige Fragen und Antworten des Tages zusammengefasst:

Im Wintersemester wird es erneut ein „Das Rektorat informiert“ geben.

Was sagt ihr zu dem Ist-Zustand und den Planungen der Uni? Was hätte das Rektorat noch ansprechen müssen?

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