Der Arbeitskreis Kritische Geographie

So wie Landmassen Gebirge aufwerfen, häufen sich auch die spannenden Fragen in der Geographie. Ist die Erde wirklich rund, wie eine Kugel? Hat der Mensch beim Klimawandel seine Finger im Spiel und warum sieht Italien aus, wie ein Stiefel?

Zugegeben: Ich war schon etwas erleichtert, als ich bei meinem Besuch beim Arbeitskreis Kritische Geographie gemerkt habe, dass ich nicht auf einem dubiosen Zirkel von Postfaktiker*innen gestoßen bin. Denn der Gedanke an eine Gruppe Verschwörungstheoretikern zu geraten, die sich gegenseitig in ihrem Unsinn bestärken, amüsierte und beängstigte mich zugleich. Stattdessen aber traf ich auf die angenehm geistig aufgeräumten Daniel, Mara und Felix, die mir von ihrem Arbeitskreis berichtet haben.

Geographie jenseits des nationalstaatlichen Herrschaftsapparates und kapitalistischer Verwertungslogik

Die Inhalte der „Erdkunde“ an den Universitäten können nicht jeden Wissensdurst stillen. Viele Themen kommen nach der Meinung einiger engagierter Jungwissenschaftler*innen zu kurz. Daher gründeten sie 2014 den Arbeitskreis Kritische Geographie an der Universität Bremen. Ihnen geht es darum die Lehre hinsichtlich Rassismus, Sexismus und Kapitalismus kritisch zu beleuchten, ungleiche Machtverhältnisse aufzuzeigen und vor allem im stetigen Austausch über ihre eigenen Standpunkte zu bleiben.

Der Arbeitskreis soll nicht nur eine Ergänzung zur geographischen Lehre in der Uni sein. Wir haben einen emanzipatorischen Anspruch: Wir wollen sowohl in die Uni hineinwirken und hier Themen platzieren, als auch außerhalb der Uni wirken. – Felix, Doktorand der Geographie

Worksshops auf Augenhöhe, kritische Seminare und Kaffefahrten

So möchte die Gruppe die kritischen geographischen Themen aus dem Elfenbeinturm Universität hinaustragen. Dazu haben sie auch in diesem Jahr eine dreitägige Studierwerkstatt organisiert. An verschiedenen Orten in der Stadt konnten auch fachfremde Interessierte den Anlass nutzen, an Workshops teilzunehmen und sogar selbst welche geben.

Zurzeit bemüht sich die Gruppe um Veranstaltungen in den kommenden Semestern. Der AKG hat nämlich die Möglichkeit, Lehraufträge zu vergeben und nutzt die auch: Für das Sommersemester 2018 hat der AKG ein feministisches Seminar ermöglicht. Im Wintersemester 2018/19 soll es dann ein Blockseminar zum Thema kritische Kartographie geben. Außerdem sind Vorträge zu den Themen Geographie und Rechtsextremismus und Postwachstum geplant. Ach ja, natürlich muss man auch mal gemeinsam zur Klausurtagung. Die Nächste findet noch in dieser Woche im Wiener Hofcafe im Viertel statt.

Die Sitzungen des AKG (Montags 16.00 Uhr im GW2, Raum B1140) sind übrigens offen für alle interessierten!

Bild: Forschungswerkstatt in Bremen – AKG

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