Neues vom ZARM: Experiment mit Brand in Raumkapsel geglückt

Während wir winzigen Erdlinge unsere eintönigen oder aufwühlenden Lebenszyklen frönen, wagten sich die Wissenschaftler des ZARM (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation) der Uni Bremen an eine Weltraummission zur Erforschung von Bränden in der Schwerelosigkeit.

Jenen Normalsterblichen unter uns, die keine Studierenden im Fachbereich für Produktionstechnik, Physik oder Informationstechnologie sind, bleibt im Regelfall meist verborgen, was unsere werten Kollegen am heimlichen Wahrzeichen der Uni Bremen, dem riesigen, weißen Bleistift, den sie Fallturm nennen, so treiben. Bei den riesigen Erwartungen an die von Bremer Forschern und ihren Kolleginnen und Kollegen momentan durchgeführten Experimenten ist das aber etwas anderes: Mit SAFFIRE II legen sie den ersten echten Brand im Weltraum.

Das SAFFIRE II Experiment, das von der NASA geleitet und finanziert wird, vereint internationale Wissenschaftsteams aus den USA, Russland, Japan und Europa. Ziel ist es, die Feuersicherheit auf bemannten Raumfahrzeugen zu verbessern. Zwar gibt es Prüfmethoden, nach denen bereits Materialien zum Bau von Raumfahrzeugen in Laboren auf der Erde getestet werden, doch lassen sich diese nicht immer auf die Gegebenheiten im Weltall übertragen. So kann es sein, dass ein Material,  im Erdlabor von selbst wieder verlischt in einer Raumstation im All aber weiterbrennen würde.

Am Versuchsaufbau SAFIRE II ist das ZARM mit einer großen Materialprobe beteiligt, genauer eine Plexiglasprobe, die an Bord des CYGNUS-Raumtransporters gezündet wurde. Das Experiment sah wie folgt aus: Der CYGNUS-Transporter koppelte am 16. Oktober an die internationale Raumstation ISS an. Hier wurde er von den Astronauten der ISS entladen und mit Abfällen sowie nicht mehr benötigtem Equipment befrachtet. Vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre wurde die Probe auf dem Transporter in der Nacht vom 21. November mit einem Heizdraht entzündet und entwickelte sich zu einem Feuer, dessen Daten zur Erde übertragen wurden.

Große Freude beim ZARM-Team: Das Experiment ist geglückt und schon nach wenigen Stunden ist eine erste Bewertung der Ergebnisse möglich. Sie zeigt bereits große Unterscheide zu den Resultaten terrestrischer Labore.

Daher soll es nicht bei einem Versuch alleine bleiben: SAFFIRE soll als Experimentserie auf sechs Flügen von CYGNUS-Raumtransportern im Zeitraum zwischen 2016 und 2019 durchgeführt werden. „That’s one small fire for mankind, one giant leap for Uni Bremen“ – oder wie das hieß.

-> Weitere Infos gibt’s auf der Seiten der Uni Bremen und des ZARM.

Header: Der CYGNUS-Raumtransporter Orb 6 mit dem Vorgänger-Experiment SAFFIRE I kurz vor dem Ankoppeln an die ISS (März 2016) © NASA

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.