Ich liebe Filme! Und ich liebe es, sie mit anderen Menschen, idealerweise Freund*innen zu erleben. Gemeinsam staunen, lachen, weinen – das macht aus Filmen kulturelle Erlebnisse, vor allem natürlich auf der großen Leinwand, für die sie gemacht worden sind. Natürlich ist auch ein Abend mit dem Freund oder der Freundin im Bett und einem Film, der über den Laptopbildschirm flimmert, immer wieder schön – vor allem bei Filmen mit Kuschelfaktor! Wenn ihr aber doch mal das Filmschauen zur gemeinsamen Unternehmung machen möchtet, im Anschluss gemeinsam ein paar gute Biere verkosten oder direkt feiern gehen wollt… Wenn ihr euch mal keine halbe Stunde über den zu schauenden Film streiten wollt, um dann festzustellen, dass es für diesen keinen funktionierenden Stream gibt oder der Partner*die Partnerin auf der Suche nach diesem bereits eingeschlafen ist… Wenn ihr euch einfach mal zurücklehnen und euch eine gute Auswahl guter Unterhaltung servieren lassen wollt, dann geht doch mal wieder in einen der hiesigen Kinosäle!

Bremen hat für seine Größe ein erstaunliches Maß an Filmkunst zu bieten. Neben den großen Kinoketten wie CinemaxX, Cinestar und dem ebenfalls riesigen Cinespace haben sich hier zu Lande schließlich auch die kleinen Filmkunsttheater Atlantis (in der Böttcherstraße), Schauburg (Vor dem Steintor), Gondel (in der Schwachhauser Heerstraße) und das Cinema im Ostertor mit der angeschlossenen Craftbeerschänke „Heldenbar“ niedergelassen.

Darüber hinaus gibt es ein Kommunalkino, welches durch einen Förderverein getragen und von verschiedensten Bremer Kulturvereinen und unabhängigen Filmreihen als Austragungsort genutzt wird. Die Rede ist vom City46 neben der Haltestelle Herdentor. Im Gegensatz zu den auch sehr bereichernden privaten Filmkunsttheatern, werden hier nicht nur Spielfilme jenseits des Mainstreamkinos gezeigt, sondern auch Dokumentarfilme, Stummfilme, ausländische Produktionen, die in Deutschland nichtmal in den Independentkinos auf die Leinwand kommen, sowie besonders ausgefallene bis hin zu geradezu experimentellen Spielfilmen. Besonders beliebt bei Studis ist die 46mm-Filmreihe, die einmal monatlich am Samstagabend um 22.30 Uhr das Publikum mit erlesenen Filmrollen überrascht. Was das Publikum zu sehen bekommt, ist bis kurz vor der Vorführung unklar, dafür kostet der Eintritt nur 3 Euro und beinhaltet selbstgemixte Liköre der Veranstalter*innen.

Neben all diesen festen Instanzen der Bremer Kinoszene gibt es auch kleine Filmfestivals, die in den bereits erwähnten Sälen und außerhalb thematisch ganz unterschiedliches Programm auf die Wände und Leinwände der Stadt bringen. So wurden kürzlich wieder diverse Filme jenseits von Heteronormativität im Rahmen des Bremer Queerfilmfestivals gezeigt, welches wir euch im vergangenen Jahr vorgestellt haben. Dieses Jahr hingegen prangert auf der Startseite der EULe nun schon seit einiger Zeit „Werbung“ für die zweite Ausgabe des privaten Filmfestivals „Utopia“ sowie für die ethnografischen Filmtage der Studierendenvertretung der Kulturwissenschaftler*innen und ihres Instituts.  Das erste Festival wird vom linken Café Kokoon in der Neustadt organisiert und finanziert sich mit dem Modell „Eintritt gegen Spende“. Für die bunte Auswahl an Filmen gibt es nur einen groben Leitfaden: SIe müssen sich mit großen oder kleinen Ideen beschäftigen, mit denen Menschen vom Schäfer zum Präsidenten die Welt ein kleines Stück besser machen wollen.

Die ethnografischen Filmtage hingegen zeigen, wie der Titel vermuten lässt, Filme, die sich dem Genre des ethnografischen Films zuordnen lassen, also aus kulturwissenschaftlicher Sicht interessante, thematisch oftmals anthropoligische Dokumente darstellen. (Filmprogramm unter dem Artikel.) Wie gestaltet sich hier oder dort das Leben? Welchem gesellschaftlichen Wandel unterzieht sich diese oder jene Gruppe oder deren Kunstformen, Rituale, et cetera? Das sind die Fragen, denen ethnografische Filme auf den Grund gehen, indem sie die Kameras einfach auf Menschen, ihren Schaffensprozess und ihr Leben richten. Mit im Programm der ethnografischen Filmtage sind auch thematisch passende Kurzfilme von Studierenden der Uni Bremen.

Wer Kurzfilmabende schätzt, wird generell auch bei der Veranstaltungsreihe „Short-O-Rama“ auf seine*ihre Kosten kommen. Im „westend“ in der Waller Heerstraße wird regelmäßig zu themenorientierten Kurzfilmvorfürhungen mit DVD-Tauschbörse eingeladen.

Es gibt in Bremen also immer Neues und Spannendes zu sehen. Vor allem auf den Leinwänden der Stadt! Heute Abend startete mit dem Dokumentarfilm „Projekt A“ das noch recht junge Neustädter Filmfestival „Utopia“. Wenn auch ihr euch über die wachsende Filmauswahl an der Weser freut, unterstützt das Festival doch mit eurem Besuch und einer Spende. Es werden noch bis Sonntag viele weitere interessante Filme für lau zu sehen sein!

 

Dem Plakat für die ethnografischen Filmtage könnt ihr weitere Informationen über das diesjährige Programm entnehmen:

ethnofilm2016-hochkant

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