Habt ihr im Laufe der letzten Monate auch immer mal wieder diese Plakate für Veranstaltungen in einer ominösen Location mit dem Namen Onetwothree gesehen und euch gefragt, was es damit auf sich hat? Bekommt auch ihr Einladungen zu Facebookveranstaltungen über skurrile queere Bilder und Zombies und fragt euch, wer euch diese schickt? Eine der Personen, die Onetwothree hier an der Uni promoten, ist der KuWi-Student Marvin. Wir haben ihn interviewt.

EULe: Was ist OneTwoThree für ein Projekt? Ihr lasst dort reglmäßig Künstler ausstellen, macht dort Veranstaltungen… Gibt es dort auch Kunst zu kaufen? Kann man also von einer Galerie sprechen?

Marvin: Das Onetwothree (OTT) ist ein experimenteller Projektraum, geleitet von Aaron Holloway, einem australischen Fotografen der in Bremen in der International School of Bremen arbeitet. Angelehnt ist das OTT speziell an Berliner Projekträumen in denen Künstler*innen einen Raum für einen Monat mieten und dort alles machen können, was sie wollen, es als Atelier benutzen, ausstellen, für Performances nutzen etc. Wir haben im Moment das Konzept, dass wir jeden Freitag einen Künstler featuren und er ausstellen kann und vor Ort etwas über seine Kunst sagen kann. Kunst kann dort natürlich auch kaufen, ist aber nicht die primäre Funktion des OTT, meistens kann man dann die Künstler vor Ort ansprechen, wenn ein Kunstwerk gekauft werden möchte. Wir sehen uns in der Aufgabe, eine Diskussion zwischen Künstler*in und Kunstinteressierten zu ermöglichen. Eine Galerie ist das OTT unter anderem auch, aber auch mehr, da dort getrunken, Filme geschaut und auch Vorträge gehalten werden.

EULe: Unterscheidet sich das OTT von Berliner Projekträumen nicht dadurch, dass es nicht von Monat zu Monat den Mieter/ die Mieterin wechselt, sondern permanent von einem Fotographen betireben wird?

Marvin: Im Grunde ja, in Berlin sind die Netzwerke der Künstler so groß, dass es immer verschiedene Menschen sind, die das Monatsprogramm füllen. Wir sind bisher noch nicht so weit, arbeiten durch ein Plenum von ca. 4-5 Leuten, die Künstler*innen finden und ausstellen.

EULe: Und teilt ihr euch zu viert oder fünft auch die Miete oder trägt Aaron die nach wie vor alleine? Habt ihr auch Einnahmen?

Marvin: Aaron trägt sie alleine, da alles unter seinem Namen läuft. Einnahmen haben wir durch Spenden, da man bei uns auch gerne ein, zwei Bier trinkt während man die Kunst bestaunt.

EULe: Ist es denn absehbar, dass sich so etwas selbst tragen kann, oder wird es weiterhin von finanziellen Aufwändungen des Initiators abhängen? Und wie sind du und die anderen Studis eigentlich ins Team gekommen?

Marvin: Wir hoffen, dass es sich bald selbst trägt, im Moment ist Sommer und da merken wir, dass nicht jeder Lust hat, in eine Galerie zu gehen. Deswegen haben wir auch anlässlich des Pride Months queere Kunst, mit mehr Vorträgen und Filmvorstellungen, die mit einer thematischen Diskussion enden. Ich kenne Aaron schon länger und er hatte mich gefragt, ob ich mithelfen möchte und durch mich dann andere Studis, die interesse haben, etwas zur Kunst und Kulturszene in Bremen beizusteuern. Im Moment sind auch mehr Künstler im Team, die Veranstaltungen begleiten und auch selbst ausstellen.

EULe: Ende Juni hattet ihr auch anlässlich des Pride Months eine mexikanische queere Künstlerin zu Gast, die mit ihren Bildern heterosexuelle (Körper)Normen hinterfragt und queere Lust und Begehren verbildlicht. Wie kommt man an so internationale Künstler*innen ran?

Marvin: Die Ausstellung mit Rurru Mipanochia kam mit der Kooperation mit Kulturnetz e.V.. Über die OTT-Seite schreiben uns auch Einzelpersonen an, die etwas ausstellen wollen. Uns kann man auch über die Facebook-Seite kontaktieren, wenn man mal selbst mithelfen möchte und Einblick in ein solches Projekt kriegen will.

EULe: Was stehen denn in naher Zukunft für Events an?

Marvin: Ganz interessant wird der 8. Juli. Dort zeigen wir „Otto or Up with Dead People“ vom legendären Bruce Labruce. Danach wird es auch einen ethnographischen Vortrag von Julia Schlecht über Zombies geben.

EULe: Und Bruce Labruce ist weshalb so legendär?

Marvin: Also Bruce Labruce gehört auch zur Gayculture History. Brillianter Filmmacher, beziehungsweise eigentlich ein ziemlich verrückter Filmmacher…

EULe: Dann wünsche ich euch weiterhin viel Erfolg! Und teilt uns gerne weitere Veranstaltungen mit, damit wir diese in unseren EULe-Veranstaltungskalender aufnehmen können.

Das Onetwothree findet ihr im Steffensweg 123 in Walle. Schaut doch mal vorbei. Es werden immer wieder Künstler*innen gesucht, die dort gerne ihre Arbeit ausstellen oder präsentieren würden. Kennt ihr jemanden oder habt selbst Interesse? Dann wendet euch an Marvin und den Rest des Teams, indem ihr zum Beipsiel eine Facebooknachricht an Onetwothree sendet. (Link im Artikel)

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.