Vom Boulevard zur Berlinale? Bengt Meyer über den Dreh am Bremer Campus

Behind the Scenes, oder vor doch lieber vor die Kamera? Die EULe nimmt beide Positionen für euch ein. Ein paar mal stand Redaktionsmitglied Jan-Niklas schon vor der Linse und ist bewaffnet mit einem Mikrofon auf Studis, Profs und den AStA losgegangen. Gespielt hat er dabei aber höchstens, dass er Ahnung hat. ;) Nun wird er das Stalking-Opfer Jonathan in einem Kurzfilm spielen, der von Bremer Studierenden geschrieben wurde und ab morgen gedreht wird.

Sein filmisches Schauspieldebut wird er aber auch nutzen, um euch einen „Blick hinter die Kulissen“ zu gewähren. In den kommenden Tagen wird die EULe auf ihrer Facebookpräsenz fleißig Eindrücke von den Sets teilen, die zum Großteil um den Campus gestreut sind. Heute hat Jan-Niklas noch Antworten bekommen von dem Mann, der ihm ab morgen nur noch Anweisungen gibt: Bengt Meyer.

 

Jan-Niklas: Ich bin im Dezember durch einen Aushang auf dem Campus, der für euer Casting warb, auf euch aufmerksam geworden. War das Plakatieren sehr effektiv oder habt ihr auch viele Leute persönlich für das Casting angeworben?

Bengt: Die Resonanz war ganz gut, den Großteil machte aber Facebook und persönliche Akquise aus. Außerdem sind auch mehrere unserer Plakate in kurzer Zeit schon wieder verschwunden. Geschadet hat es definitiv nicht.

JN: Du übernimmst bei diesem Filmprojekt ja die Regie. Wie ist die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe entstanden? Gab es Kursteilnehmer*innen, die auf ihrem jeweiligen Aufgabengebiet schon Erfahrungen gesammelt haben?

B: Eigentlich ist John der Regisseur. Ich habe aber eine ähnliche Aufgabe und soll mit den Schauspielern an ihrer Charakterdarstellung arbeiten. Man wusste ja ungefähr, welche Aufgaben auf einen zukamen, sodass manche Leute sich bei bestimmten Positionen bereitgehalten haben und sich schnell dafür gemeldet haben. Bei den schönen Aufgaben ging es also nach dem Windhundprinzip, bei den doofen nach dem „ok, ich machs“-Prinzip. Erfahrung unter uns ist insgesamt rar gesät, aber doch in verschiedenen Bereichen vorhanden.

JN: Wie groß ist euer Team und aus welchen Studiengängen stammen die Kursteilnehmer*innen?

B: Die genaue Teamgröße weiß ich gar nicht, weil fast nie alle gleichzeitig da sind. Ich schätze mal 12. Die Studiengänge sind hauptsächlich KuWi [Kulturwissenschaften] oder KMW [Kommunikations- und Medienwissenschaften]. Wir haben aber auch 1 oder 2 Politiker dabei. [Anm. der Redaktion: Gemeint sind Studis der Politikwissenschaften.]

JN: Wer ist die Drehbuchautorin? Wie fiel die Wahl auf dieses Drehbuch oder, falls es erst in eurem Auftrag entstanden sein sollte, auf das Genre und die Thematik?

B: Die eigentliche Autorin war eine Studentin eines Drehbuchseminars an der Uni. Unser Dozent Herr Bullwinkel hatte uns ein paar von deren Skripten besorgt und wir haben geschaut mit welchem wir am liebsten arbeiten wollten. Die Umsetzbarkeit spielte dabei eine große Rolle. Wir haben die Vorlage dann letztendlich aber noch sehr stark vom Original abgeändert und insbesondere das Ende komplett neu hinzugefügt. Eigentlich endete die Geschichte schon in unserem vorletzten Akt, das war uns aber zu schnulzig und wir entschieden uns, eine Art dunkle Rom-Com draus zu machen.

JN: Warum ein englisches Drehbuch?

B: Das Ist einfach dem Kurs geschuldet. Sowohl der „Script Writing“- als auch „Film Making“-Kurs sind auf englisch, was die Teilnahme natürlich auch für internationale Studenten ermöglichte. Der Schreibkurs wird auch von einem Amerikaner geleitet.

JN: Wie plant ihr den Film zu verbreiten, oder wem wollt ihr den Film zeigen? Schonmal darüber nachgedacht, ihn z.B. im City46 als Vorfilm vor einem Langspielfilm (im Rahmen der 46mm-Reihe) oder im Rahmen eines Kurzfilmabends zu präsentieren?

B: Darüber haben wir uns glaube ich noch gar keine Gedanken gemacht. Wir wollen zunächst erstmal alles bestmöglich über die Bühne bringen. Wenn wir hinterher mit dem Ergebnis zufrieden sind, zeigen wir ihn auch gern auf der Berlinale. ;)

JN: Was ist euer Anspruch, was ist deine Motivation, beziehungsweise was findest du an dem Projekt besonders spannend?

B: Ich persönlich besuche diesen Kurs aus rein intrinsischer Motivation. Ich brauche die Credits eigentlich gar nicht, habe dieses Semester aber nur einen Kurs und hatte daher Zeit, noch etwas Interessantes zu machen. Im letzten Semester hatte ich schon die Gelegenheit einen Kurzfilm in einer kleinen Gruppe zu produzieren und wollte diese Erfahrung nun gerne noch vertiefen, vielleicht sogar mit Hinblick auf mögliche berufliche Perspektiven. Unser Anspruch ist, das mit unseren Voraussetzungen bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

JN: Dann wünsche ich euch, dass ihr dieses Ziel erreicht und versuche ab morgen, meinen Teil dazu beizutragen. ;) Danke für das Interview und bis morgen!

 

Zum Film:

Der Arbeitstitel des Films ist „A Dough for Good“. Der Film handelt von einem jungen Mann, der sich an seinem neuen Arbeitsplatz mit seiner alten Highschool-Liebe konfrontiert sieht und unwissentlich das Opfer von Stalking durch deren Nebenbuhlerin wird. Die voraussichtliche Spielzeit wird circa 15 Minuten betragen. Die Drehbuchvorlage stammt von Kristina Müller.

2 Kommentare
    • Jan-Niklas
      Jan-Niklas sagte:

      Rechtzeitig bevor dieser Artikel unter dem hoffentlich bald fertigen Film verlinkt wird, haben wir deine Korrektur nun endlich eingearbeitet. :) Danke für den Hinweis.

      Antworten

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