Der Kampf um die Kürzungen geht in die Verlängerung. Grund dafür ist die erfolgreiche Sabotage der Sitzung des Akademischen Senates durch eine große Zahl Studierender. Sie trafen sich am frühen Morgen auf der Etage des AstAs, um mit Trillerpfeiffen, Kochtöpfen und mächtigem Lärm in den Sitzungssaal zu ziehen.

Der Wissenschaftsplan 2020 ist beschlossene Sache. Doch nach den Protesten der letzten anderthalb Jahre, Demonstrationen und Aktionen in der Bremer Bürgerschaft, wurde nun die letzte Instanz im Kürzungsprozess vorerst „gefechtsunfähig“ gemacht. D.h. der Kampf um die Kürzungen wurde heute noch nicht entschieden!

Die 22 Mitglieder des Akademischen Senats und der Sitzungsleiter Rektor Bernd Scholz-Reiter blieben vor den Türen des Raumes, in dem der protestierende Pulk verharrte, bis die Sitzung um etwa 10:30Uhr abgesagt worden war. Sie sollten über die Verteilung der aus dem Wissenschaftsplan resultierenden Einsparungen abstimmen. Die Pläne der Haushaltskommission sahen unter anderem die Schließung der Psychologie und die Erhöhung der Verwaltungsgebühren von 50 auf 90€ pro Semester vor.

Doch die nächste Tagesordnung des Akademischen Senats wird wieder die heute übertönten Punkte beinhalten. Grund zur Hoffnung bietet der Aufschub dennoch. Durch die Übernahme weiterer Anteile an den Kosten für das BaföG soll der Bund die Länder künftig entlasten. Die zukünftige Verwendung freiwerdender Mittel ist noch offen.

Scholz-Reiter macht sich jedoch Sorgen um die Handlungsfähigkeit der Uni, sollten weitere Aufschübe folgen. Überrascht wurde er jedoch nicht von der Aktion. Der AStA hatte vorher fleißig die Werbetrommel für den Protest gerührt. Was jedoch an der großen Protestbereitschaft hätte zweifeln lassen können, war die frühe Stunde, zu der der AStA einlud. Doch das Ausmaß der Bildungsbudgetmisere trieb etwa 150 Studierende sogar um 7:30 aus den Betten.

 

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