Vorgestellt: Anna und Inga vom StugA Kunst

Die Universität hat ja nun aber die Exzellenz errungen und prahlt nun mit großen roten Bannern und Werbung damit. Wie kann es sein dass nun solche Kürzungen dennoch erfolgen? Müsste die Uni nicht nun mehr Geld zur Verfügung haben?

Inga: Die Exzellenzinitiative ist ja nicht für die Lehre, sondern das Geld fließt nur in bestimmte Studiengänge welche wirtschaftlich rentabel sind oder die ein besonders hohes wissenschaftliches Niveau haben, das heißt bei den anderen Studiengänge wie zum Beispiel Erziehungswissenschaften kommt es nicht an.

Anna: Generell bei den Geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Außerdem fließt das Geld hauptsächlich in die Forschung.

Und was macht ihr jetzt nun als Reaktion auf eben diese Problematik?

Inga: Wir haben uns erstmals im Kunst StugA intern getroffen, da es ja nun bei uns speziell diese Kürzungen gab. Daraus resultierte unsere erste Aktion bei der Informationsveranstaltung zur Uniexzellenz.

Anna: Wir sind dann mit einem roten Teppich auf die Bühne gegangen, auf welchem Exkrement stand und ebenso mit Luftballons die wir haben platzen lassen und haben dann über eine Box einen Text , der von den Kürzungen und den Zuständen vom Kunstinstitut abgespielt und somit die Veranstaltung unterbrochen und die Menschen dort dazu aufgefordert den Raum mit uns zu verlassen, was wunderbar geklappt hat! Es sind unglaublich viele Studierende mit raus gekommen, es war der Wahnsinn.

Inga: Es gab jetzt den ganzen November über Performances in der Glashalle und dann haben wir jetzt eben seit Montag letzter Woche einen Raum genommen, um darauf aufmerksam zu machen, dass eben zu wenig Räumlichkeiten für alle da sind. Wir haben zwar noch ein kleines Atelier, das ist der einzige Raum, der noch frei verfügbar ist für uns.

Anna: Beziehungsweise war.

Action ProgrammInga: … war, der wird nämlich nun auch für Seminare genutzt, das heißt wir haben gar keinen Raum mehr wo wir arbeiten können, treffen oder kommunizieren können und deswegen haben wir uns nun diesen Raum genommen der eben auch als offener Kommunikationsraum gedacht ist, wo verschiedene Studiengänge und Fachbereiche zusammen kommen können, denn es geht hier ja nicht nur um Kunst und hier laufen jetzt nun ständig Workshops und Konzerte.

Anna: Also grundsätzlich kann man sagen haben wir angefangen mit der Vollversammlung wo es erstmals darum ging, die Studierenden überhaupt intern zu informieren über das Kunstinstitut und dann darüber hinaus eben größere Aktionen auf den Campus und dann die Vernetzung mit anderen Stugen und zum Beispiel LiSA, Avanti und AstA. Speziell der AstA unterstützt uns da auch finanziell und jetzt geht weiter mit der Vernetzung mit den anderen Hochschulen und wir waren ja zum Beispiel auch aktiv dabei als über die Hilfsgelder für die Jacobs-Universität debattiert wurde. Und jetzt geht es eigentlich darum, über diese Vernetzung mit den Hochschulen das Ganze nach außen zu tragen, weg von der Uni.

Mit den Aktionen scheint ihr ja nun Studierende zu erreichen und sie vielleicht sogar zu bewegen. Aber wie ist es mit der Unileitung, erreicht ihr diese, was für Reaktionen kommen da und gibt es überhaupt eine Gesprächsoffenheit?

Anna: Also Gesprächsoffenheit auf jeden Fall. Hier hat auch neulich der akademische Senat getagt, welche wir dann auch gestört haben und man wollte uns einladen um uns anzuhören und mit uns in den Dialog treten. Aber um ganz ehrlich zu sein, die Gesprächsoffenheit ist seitens der Unileitung vorhanden, wir fühlen uns jedoch nicht unterstützt. Überhaupt nicht.

Inga: Es wird zwar gesagt „Ja, macht es ruhig. Wir wollen ja auch mehr Gelder haben“. Aber man hat jetzt nicht wirklich das Gefühl, dass etwas gemacht wird dafür.

Anna: Außerdem fühlt sich niemand verantwortlich!

Inga: Genau, das ist natürlich auch ne Sache. Sie versuchen immer zu beschwichtigen und so was, sagen dann aber „Wir können natürlich nichts dafür dass es jetzt so ist. Wir hätten auch gerne mehr Geld“ Aber ob man es jetzt nicht besser umverteilen möchte ist ne andere Frage. Der Boulevard wird ja auch gerade renoviert.

4 Kommentare
  1. Dennis
    Dennis sagte:

    Erstmal etwas zu dem Artikel an sich (und auch zu vielen anderen Artikeln auf dieser Seite): Achtet doch mal auf Rechtschreibung und Kommasetzung, das ist ja furchtbar! Bei dieser Fehlerrate macht das Lesen dieser Seite nicht gerade sehr viel Spaß. Und professionell wirkt das auch nicht gerade.

    —Dann zu dem Inhalt des Artikels bzw. zu der Protestaktion: Da werden also jetzt wochenlang sogenannte Protestaktionen veranstaltet, die für mich eher wie kindische Trotzhandlungen wirken (nach dem Motto: „Wenn ihr nichts tut, dann werdet ihr schon sehen…“) und was sind die Ergebnisse? Erstens, dass der Universitätsbetrieb im GW2 noch viel eingeschränkter abläuft und ablaufen kann und zweitens, dass wieder herauskommt, dass Gelder fehlen, was aber irgendwie überhaupt nichts Neues ist. Und wie stellen sich das die Protestierenden denn vor? Meinen sie, es wird geklagt und dann hat irgendeine verantwortliche Person einen Geldkoffer bereitstehen und erklärt sich bereit, ein paar Scheine mehr herauszurücken? Für meinen Geschmack ist das ein bisschen naiv. Auf solche Einwände bekommt man dann meist entgegengehalten, dass ja irgendwie und irgendwo und irgendwann jemand etwas gegen die Zustände tun muss (sehr konkret wirkt das alles nicht…) und dass es eben nicht Normalität werden darf, dass man die herrschenden Zustände hinnimmt. Das stimmt auch sicher, aber wenn man aktiv werden will, muss man auch genau erforschen, wo die entscheidenden Stellschrauben und aussichtsreichen Ansatzpunkte sind. Diese findet man sicher nicht in irgendeinem Raum im GW2, den man „für sich“ in Besitz nimmt und auch nicht in irgendwelchen abstrusen „Kunstaktionen“. Ich verstehe auch nicht, was dadurch überhaupt erreicht werden soll, in dem Artikel wird ja selbst ernüchtert festgestellt, dass die Reaktionen derjenigen, die man durch die Aktionen auf dem Campus überhaupt erreichen kann, zurückhaltend und sehr beschränkt sind – weswegen also an Ort und Stelle stumpf weitermachen, statt den Ort der Proteste von der Uni in eine weitere Öffentlichkeit zu verlegen bzw. andere Verantwortlichkeiten ausfindig zu machen? Was nützt es an diesen Aktionen in immer der gleichen Art und Weise festzuhalten, wenn sie den erwünschten Erfolg eben nicht bringen? Eure Aufmerksamkeit habt ihr jetzt bekommen, mehr kann eine solche Demonstration sowieso nicht verlangen können. Demonstranten machen auf Missstände aufmerksam, okay. Aber sie ziehen auch wieder ab, wenn sie dies erreicht haben; es ist nicht ihre primäre Aufgabe, eine sofortige Änderungen umzusetzen, was in diesem Fall ja ohnehin nicht möglich ist. Ich habe über Eure Aktionen z.B. im Weserkurier gelesen und solche Publicity geht doch in die richtige Richtung, also verlasst doch den Campus und sucht woanders die Öffentlichkeit, dann stört ihr wenigstens nicht den Betrieb, dessen Nichtfunktionieren Ihr ja gerade beklagt. Ihr steuert doch Euren eigenen Zielen entgegen. Ist Euch das eigentlich klar?
    Ich kann Euch schon deswegen nicht ernst nehmen, weil ihr die Exzellenzinitiative und deren Folgen und Wirkungen viel zu populistisch und vereinfacht darstellt. Mir kommt es fast so vor, dass Ihr die Exzellenzinitiative so verstehen wollt, dass sie zu einer willkommenen Erklärung für Eure Lage wird. Es ist nun wirklich nicht so, dass ausschließlich bestimmte Fachbereiche gefördert würden (wie wäre es etwas mit diesem Link: http://www.uni-bremen.de/exzellent/neue-ideen-unterstuetzen/m5-creative-units.html ?) und andere gänzlich und per se ausgeschlossen würden. Es ist auch naiv und etwas zu linear gedacht, wenn man sagt, dass das Geld doch nur für die Forschung ausgegeben werden soll. Ist es nicht zum Beispiel auch so, dass diese Förderung der Forschung (aller Fachbereiche) den Standort attraktiver macht, sich beispielsweise auch im Kunstbereich neue Interessensschwerpunkte bilden können und auch und gerade deswegen wieder mehr Gelder in Ausstattung, Räumlichkeiten und Praxis investiert werden könnten? Zumindest ist das doch sehr gut denkbar und sollte in Betracht gezogen werden. Euer Denken ist kurzfristig und deswegen egoistisch (auf mich zumindest wirkt es so), wie sehr Ihr auch betont, dass es Euch nicht nur um Euch geht. Langfristig stehen die Chancen, dass sich die Situation verbessert, m.E. gar nicht so schlecht, wie Ihr sie beschreibt, aber dafür muss man eben ein bisschen langfristiger denken.
    Ich finde es einfach nur frech (und nicht künstlerisch oder provozierend), in diesem ganzen Zusammenhang von „Exkrement“ zu reden und damit gerade eine der größten Zukunftsaussichten der Universität abzuurteilen. Gegen das faktisch zu wenig vorhandene Geld kann man kaum etwas tun. Aber dann darf man doch nicht die Bemühungen auf Chancen auf Verbesserung aburteilen, denn gerade diese Bemühungen sind eine viel realistischere Aussicht auf Besserung als irgendwelche unfundierten und unmöglichen Forderungen nach „mehr Geld“. Gerade die Exzellenzinitiative ist eine Chance auf mehr Geld, aber eben nicht nur, weil Gelder versprochen sind, sondern weil die Wirkungen der Exzellenzinitiative neue Gelder generieren können.

    Ich könnte mich noch viel länger darüber auslassen, wie kontraproduktiv, naiv, einseitig und kurzgedacht ich Eure „Demonstration“ finde, aber ich höre an dieser Stelle auf. Es ist mir klar, dass mein Ton nicht gerade freundlich ist und dass die Reaktionen darauf vielleicht nicht gut ausfallen werden, aber erstens müssen das „Demonstranten“ aushalten können (und das wollt Ihr sicherlich auch, sonst hätten Ihr ja nicht die Aufmerksamkeit gesucht) und zweitens kann ich damit leben, wenn ich jetzt als Buhmann dastehe.

    Das alles ist natürlich nur meine Meinung und ich behaupte nicht, dass ich Recht habe, zumal ich mit dem GW2 selbst studientechnisch nichts zu tun habe. Ich wollte einfach nur eine andere Sichtweise darstellen und zu bedenken geben, ob Eure Aktionen so sinnvoll sind. Zudem möchte ich noch anmerken, dass ich selbst mit dem GW2 und Geisteswissenschaften gar nichts zu tun habe und deswegen gut irren kann. Aber wenn schon jemand wie ich, der damit konkret gar nichts zu tun hat, solche Gegenargumente finde gegen Eure Versuche, wie dann erst viele wirklich Betroffene?

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