ExkrementDie Proteste sind mittlerweile nicht mehr zu übersehen. Studienaktive machen jeden Tag und überall aufmerksam auf die Kürzungen, welche zurzeit der Studiengang Kunst erleiden muss. Im dritten Stock des GW2 wurde mittlerweile einer der Veranstaltungsräume übernommen und in ein Gemeinschaftsraum umgewandelt. Und in eben diesen „Raum für kUNSt“ habe ich mich mit dem StugA Kunst, oder genauer Anna und Inga, getroffen um nochmal genauer nach zu fragen, wie die Welt bei ihnen gerade so aussieht.

 

Könnt ihr euch mal vorstellen, wie lange seit ihr schon an der Uni und was macht ihr hier?

Anna: Ich bin ganz neu hier, erstes Semester, Frischling und studiere zum ersten Semester Kunst medienästhetische Bildung und im Nebenfach Kulturmedienwissenschaften.

Inga: Ich studiere auch im ersten Semester hier und studiere Kunst medienästhetische Bildung und Germanistik auf Lehramt.

Wie kommt es dass ihr jetzt im StugA Kunst seid?

Anna: Weil es gerade unzählige Anlässe gibt zu protestieren und es ist uns klar dass es nicht nur den Studiengang Kunst betrifft. Aber wir wollen den StugA nicht in den Vordergrund stellen, sonder einfach um das kämpfen was uns zusteht, wir wissen einfach dass Raumnot, Materialmangel und Lehrkraftmangel hier überall in der Universität ein Problem ist.

GrabsteineInga: Es war bei uns so dass wir gerade mal ankamen aber gleich konfrontiert worden sind dass es so ist. Es ging auch gleich mit einer Vollversammlung los, welche auch ziemlich gut besucht war. Wir sind also so recht schnell daran geraten und uns damit zu beschäftigen.

Anna: Man darf ja nicht vergessen dass wenn man sich gerade für die Universität angemeldet hat, dass die Uni auch bewirbt dass es neben den theoretischen Anteil einen Praxisanteil hat. Aber wenn man dann an die Uni kommt mit dem teilweise schon utopischen Gedanken dass es eine Verknüpfung von Theorie und Praxis ist und dann die Praxis gekürzt und gekürzt wird und in den Seminaren dann 22 Leute sitzen sollen und wir sitzen dann da mit über 50 Leuten in einem Raum, dann fängt man natürlich gerade im ersten Semester an zu Zweifeln.

Was konkret sind denn nun die Probleme, die ihr eben angesprochen habt? Wie sieht es im Studiengang Kunst nun aus?

Anna: Zum Einen liegt die Studierendenanzahl bei 170, wobei da die Einklageleute noch nicht mit inbegriffen sind und jedes Jahr werden quasi nochmal zusätzliche Gelder vom Kunstinstitut beantragt. Und das ist eine Summe von 40.000 Euro und die wurde zu diesem Semester nicht gewährt. Es wurden nur 20.000 zugesprochen und dies trotz steigender Studierendenzahl. Und dies ist nun in sofern bemerkbar, dass Stellen gekürzt werden, Lehrkräfte fehlen, dass die Praxis eingeschränkt ist von 4 Stunden auf 2 Stunden wöchentlich. Und dann fragt man sich doch eben, wenn man die Kunst vermitteln möchte egal ob nun Lehramt oder außerschulische Vermittlung, wie wir dies tun sollen wenn wir die Kunst selbst nicht begreifen können.

4 Kommentare
  1. Dennis
    Dennis sagte:

    Erstmal etwas zu dem Artikel an sich (und auch zu vielen anderen Artikeln auf dieser Seite): Achtet doch mal auf Rechtschreibung und Kommasetzung, das ist ja furchtbar! Bei dieser Fehlerrate macht das Lesen dieser Seite nicht gerade sehr viel Spaß. Und professionell wirkt das auch nicht gerade.

    —Dann zu dem Inhalt des Artikels bzw. zu der Protestaktion: Da werden also jetzt wochenlang sogenannte Protestaktionen veranstaltet, die für mich eher wie kindische Trotzhandlungen wirken (nach dem Motto: „Wenn ihr nichts tut, dann werdet ihr schon sehen…“) und was sind die Ergebnisse? Erstens, dass der Universitätsbetrieb im GW2 noch viel eingeschränkter abläuft und ablaufen kann und zweitens, dass wieder herauskommt, dass Gelder fehlen, was aber irgendwie überhaupt nichts Neues ist. Und wie stellen sich das die Protestierenden denn vor? Meinen sie, es wird geklagt und dann hat irgendeine verantwortliche Person einen Geldkoffer bereitstehen und erklärt sich bereit, ein paar Scheine mehr herauszurücken? Für meinen Geschmack ist das ein bisschen naiv. Auf solche Einwände bekommt man dann meist entgegengehalten, dass ja irgendwie und irgendwo und irgendwann jemand etwas gegen die Zustände tun muss (sehr konkret wirkt das alles nicht…) und dass es eben nicht Normalität werden darf, dass man die herrschenden Zustände hinnimmt. Das stimmt auch sicher, aber wenn man aktiv werden will, muss man auch genau erforschen, wo die entscheidenden Stellschrauben und aussichtsreichen Ansatzpunkte sind. Diese findet man sicher nicht in irgendeinem Raum im GW2, den man „für sich“ in Besitz nimmt und auch nicht in irgendwelchen abstrusen „Kunstaktionen“. Ich verstehe auch nicht, was dadurch überhaupt erreicht werden soll, in dem Artikel wird ja selbst ernüchtert festgestellt, dass die Reaktionen derjenigen, die man durch die Aktionen auf dem Campus überhaupt erreichen kann, zurückhaltend und sehr beschränkt sind – weswegen also an Ort und Stelle stumpf weitermachen, statt den Ort der Proteste von der Uni in eine weitere Öffentlichkeit zu verlegen bzw. andere Verantwortlichkeiten ausfindig zu machen? Was nützt es an diesen Aktionen in immer der gleichen Art und Weise festzuhalten, wenn sie den erwünschten Erfolg eben nicht bringen? Eure Aufmerksamkeit habt ihr jetzt bekommen, mehr kann eine solche Demonstration sowieso nicht verlangen können. Demonstranten machen auf Missstände aufmerksam, okay. Aber sie ziehen auch wieder ab, wenn sie dies erreicht haben; es ist nicht ihre primäre Aufgabe, eine sofortige Änderungen umzusetzen, was in diesem Fall ja ohnehin nicht möglich ist. Ich habe über Eure Aktionen z.B. im Weserkurier gelesen und solche Publicity geht doch in die richtige Richtung, also verlasst doch den Campus und sucht woanders die Öffentlichkeit, dann stört ihr wenigstens nicht den Betrieb, dessen Nichtfunktionieren Ihr ja gerade beklagt. Ihr steuert doch Euren eigenen Zielen entgegen. Ist Euch das eigentlich klar?
    Ich kann Euch schon deswegen nicht ernst nehmen, weil ihr die Exzellenzinitiative und deren Folgen und Wirkungen viel zu populistisch und vereinfacht darstellt. Mir kommt es fast so vor, dass Ihr die Exzellenzinitiative so verstehen wollt, dass sie zu einer willkommenen Erklärung für Eure Lage wird. Es ist nun wirklich nicht so, dass ausschließlich bestimmte Fachbereiche gefördert würden (wie wäre es etwas mit diesem Link: http://www.uni-bremen.de/exzellent/neue-ideen-unterstuetzen/m5-creative-units.html ?) und andere gänzlich und per se ausgeschlossen würden. Es ist auch naiv und etwas zu linear gedacht, wenn man sagt, dass das Geld doch nur für die Forschung ausgegeben werden soll. Ist es nicht zum Beispiel auch so, dass diese Förderung der Forschung (aller Fachbereiche) den Standort attraktiver macht, sich beispielsweise auch im Kunstbereich neue Interessensschwerpunkte bilden können und auch und gerade deswegen wieder mehr Gelder in Ausstattung, Räumlichkeiten und Praxis investiert werden könnten? Zumindest ist das doch sehr gut denkbar und sollte in Betracht gezogen werden. Euer Denken ist kurzfristig und deswegen egoistisch (auf mich zumindest wirkt es so), wie sehr Ihr auch betont, dass es Euch nicht nur um Euch geht. Langfristig stehen die Chancen, dass sich die Situation verbessert, m.E. gar nicht so schlecht, wie Ihr sie beschreibt, aber dafür muss man eben ein bisschen langfristiger denken.
    Ich finde es einfach nur frech (und nicht künstlerisch oder provozierend), in diesem ganzen Zusammenhang von „Exkrement“ zu reden und damit gerade eine der größten Zukunftsaussichten der Universität abzuurteilen. Gegen das faktisch zu wenig vorhandene Geld kann man kaum etwas tun. Aber dann darf man doch nicht die Bemühungen auf Chancen auf Verbesserung aburteilen, denn gerade diese Bemühungen sind eine viel realistischere Aussicht auf Besserung als irgendwelche unfundierten und unmöglichen Forderungen nach „mehr Geld“. Gerade die Exzellenzinitiative ist eine Chance auf mehr Geld, aber eben nicht nur, weil Gelder versprochen sind, sondern weil die Wirkungen der Exzellenzinitiative neue Gelder generieren können.

    Ich könnte mich noch viel länger darüber auslassen, wie kontraproduktiv, naiv, einseitig und kurzgedacht ich Eure „Demonstration“ finde, aber ich höre an dieser Stelle auf. Es ist mir klar, dass mein Ton nicht gerade freundlich ist und dass die Reaktionen darauf vielleicht nicht gut ausfallen werden, aber erstens müssen das „Demonstranten“ aushalten können (und das wollt Ihr sicherlich auch, sonst hätten Ihr ja nicht die Aufmerksamkeit gesucht) und zweitens kann ich damit leben, wenn ich jetzt als Buhmann dastehe.

    Das alles ist natürlich nur meine Meinung und ich behaupte nicht, dass ich Recht habe, zumal ich mit dem GW2 selbst studientechnisch nichts zu tun habe. Ich wollte einfach nur eine andere Sichtweise darstellen und zu bedenken geben, ob Eure Aktionen so sinnvoll sind. Zudem möchte ich noch anmerken, dass ich selbst mit dem GW2 und Geisteswissenschaften gar nichts zu tun habe und deswegen gut irren kann. Aber wenn schon jemand wie ich, der damit konkret gar nichts zu tun hat, solche Gegenargumente finde gegen Eure Versuche, wie dann erst viele wirklich Betroffene?

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