Aufgabe 1: Auf welchem Kompetenzniveau bzgl. der sechs Bereiche erleben sie die SuS in der von ihnen besuchten Unterrichtspraxis? Wo sehen sie deutliche Lücken? Wo besondere Stärken? Gerne können sie die Aufgabe nutzen, um mit SuS über das Modell zu diskutieren. Welche Aspekte fehlen den SuS? Welche finden sie überflüssig? Was meinen Sie selbst dazu?
Während meines Praxissemesters ist die Nutzung von digitalen Medien sehr selten gewesen. Diese Tatsache kann jedoch nicht den LuL angelastet werden, sondern der Ausstattung der Schule.
Ich kann dieses Kompetenzniveau ausschließlich anhand einer Stunde in der 5. Klasse im NaWi Unterricht beantworten, weil es die einzige Stunde war, die ich die SuS selbstständig mit digitalen Medien habe arbeiten sehen.
Die SuS verfügten über gute Kompetenzen im Bereich der Suche. Google als Suchmaschine und auch die Bildersuche über Google war Ihnen bekannt und sie nutzten sie routiniert. Sie suchten jedoch ohne jegliche Strategien, vergaßen ihre Quellen zu nennen und nahmen jegliche Informationen „für bare Münze“.
Im Bereich Kommunizieren und Kooperieren konnte ich leider keine Kompetenzen im Unterricht sehen. Aus außerunterrichtlichen Situationen weiß ich jedoch, dass das Teilen von Inhalten und Adressen von den SuS beherrscht wird. Eine Referenzierungspraxis ist zumindest, in der von mir begleiteten 5. Klasse, nichts weiter als ein Fremdwort. Quellenangaben kennen und nutzen sie nicht. Umgangsregeln im Internet oder in digitalen Medien für die Kommunikation ist für die SuS dieser Klasse ebenfalls schwierig. Viele Konflikte in der Schule lassen sich auf falsche Umgangsformen in digitalen Medien zurückführen. Es ist nicht selten, dass Konflikte, die in der digitalen Welt entstanden sind, anschließend in der Schule ausgetragen werden und dadurch das Klassenklima verschlechtern und Unterricht unmöglich machen.
Da ich ausschließlich die 5. Klasse in einer Doppelstunde an digitalen Medien beobachten konnte, kann ich im Bereich „Produzieren“ nur angeben, dass sie selbstständig eine Powerpointpräsentation in ihren Grundzügen herstellen können. Dabei spielten jedoch eine große Planung, passende Werkzeuge etc. eher keine Rolle für die SuS. Es ging mehr um das Spielen mit Farben und Schriften und dem Ausprobieren was alles so geht.
Leider konnte ich zum kompletten Bereich „Schützen“ nichts Konkretes beobachten. Es lässt sich jedoch sagen, dass die SuS auf ihren eigenen Smartphones anscheinend nicht auf die Privatsphäre ihrer selbst und anderer achten.
Zum Problemlösen lässt sich noch mal auf die Kompetenzen im Bereich der Suchmaschinen zurückzukommen. SuS können sich dort Informationen suchen, wenn sie etwas wissen wollen. Alles Weitere kann ich jedoch nicht bewerten.
Beim Analysieren und reflektieren sind meine Beobachtungen auch eher gering. Die SuS verfolgen beispielsweise ihre Idole im Internet, aber sie reflektieren die Wirkung, dessen was sie dort sehen, nicht im Geringsten. Sie haben außerdem keine großen Kenntnisse in der Medienlandschaft. Wichtig scheinen Computerspiele, aber alles Weitere ist für sie noch fern.
Aufgabe 2: Die KMK stellt sich das wie folgt vor: pro Fach werden medienbezogene Weiterentwicklungsperspektiven entwickelt. Genau das machen Sie jetzt bitte. Konkret: sie nehmen sich eines ihrer Fächer (als Differenzierungsaufgabe gerne auch beide Fächer) und formulieren, wie sie aus fachdidaktischer Sicht besonders sinnvoll Medien einsetzen können, um die sechs oben genannten Kompetenzbereiche zu fördern
Im Biologieunterricht kann man durchaus digitale Medien sinnvoll nutzen. Vielen Themengebiete bieten eine Grundlage für eine gute Recherche und Präsentationsarbeit. So kann man beispielsweise im Bereich der Genetik verschiedene Erberkrankungen von den SuS recherchieren lassen und zu einer Powerpointpräsentation verarbeiten. Die SuS könnten sich dann gegenseitig die verschiedenen Erbkrankheiten vorstellen. Wichtig ist dabei, dass die Lehrperson die SuS zuvor ausgiebig darin schult, wie man die richtigen Informationen sucht und wie man daraus mit dem Programm Powerpoint/Pretzi und co eine gute wissenschaftliche Präsentation herstellt.
Bei einer solchen Aufgabe würden die SuS in Gruppen arbeiten und sich gegenseitig abstimmen müssen. Die Kommunikation könnte man ebenfalls über digitale Medien laufen lassen, bzw. die SuS dazu anregen. Des Weiteren wäre eine problemorientierte Aufgabe anregend. Gewisse Vorgaben für die Präsentationen, wie z.B. die Vorgabe vielleicht mindestens einen kurzen Film zeigen zu müssen, würden die SuS ebenfalls vor weitere kleine Hürden stellen, die sie in der Arbeit mit den digitalen Medien bewältigen müssen. Um konkrete Aufgaben stellen zu können, ist jedoch immer das Wissen um die Medienkompetenzen der SuS unumgänglich.
