Episode 02 – Methoden- und Medieneinsatz im Unterricht beobachten

Teilaufgabe 01: 

Vermutlich wird es eine Tendenz zu immer noch vorrangig lehrerzentriertem Unterricht geben. Ich erwarte, dass die Sprechanteile der Lehrkräfte noch immer hoch sind. Für die Schülerinnen und Schüler ständig neuen und besonderen Unterricht zu konzipieren, Methodenvielfalt zu garantieren und dann noch Raum für die Interessen der Schülerinnen und Schüler zu lassen, könnte für viele Lehrkräfte eine zu zeitintensive Aufgabe sein. Daher liegt die Vermutung nahe, dass das Unterrichtsgeschehen eher traditionell und eingängig bleibt, was möglicherweise auch der Routine geschuldet ist, die eine Lehrerin oder ein Lehrer im Laufe der Schuljahre erhält. Bewährtes wird wieder übernommen und sich vielleicht nicht um Innovationen bemüht, die Abwechslung bringen könnten.

Unterricht auf die Schülerschaft abzustimmen verlangt viel Vorbereitung und Austausch. Auch der Blick auf die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ist da nicht zu missachten. Dazu sind einige Lehrkräfte möglicherweise nicht motiviert.

 

Teilaufgabe 02:

Überrascht hat mich die seltene Nutzung von Gruppenarbeiten. Auch dass kaum Diskussionen stattfinden, erstaunt mich. Vorrangig werden Fragen gestellt, auf die die SuS einzeln antworten. Dass dies nicht allzu motivierend für die SuS zu sein scheint, ist leicht zu verstehen. Sie fühlen sich so nicht selbständig genug. In der Untersuchung der unterschiedlichen Schulen wurde deutlich, weshalb der Frontalunterricht höhere Anteile im Schulalltag hat. Es sei vor allem ein Zeitproblem und die Unvereinbarkeit der Lehrpläne mit ihren vielen Inhalten und der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit. Ich hätte nicht erwartet, dass dies tatsächlich als Anlass gibt, sich hauptsächlich und bewusst mit Frontalunterricht zu behelfen. Handlungsorientierter Unterricht sei dagegen zu zeitaufwendig.

Besonders spannend finde ich den Umstand, dass weibliche Kolleginnen weniger Frontalunterricht anwenden als ihre männlichen Kollegen. Ich könnte mir vorstellen, dass dies noch ein sehr tief greifendes Rollenverständnis beinhaltet, männliche Lehrkörper sich vornehmlicher als Autorität vor der Klasse empfinden.

Überraschend und doch selbsterklärend empfinde ich die unterschiedlich eingesetzten Medien der verschiedenen Schulen. Ganz pragmatisch wird im Rechnungswesen mehr auf die Arbeit mit Computern gesetzt, was ja aber die Nutzung anderer Medien nicht gänzlich ausschließen müsste. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Die kaufmännische Schule könnte sicherlich verstärkt mit Computern arbeiten, es wird aber vermutlich meistens nicht als notwendig oder sinnvoll erachtet.

 

Teilaufgabe 03:

Meine Studie stammt aus dem Werk „Digitale Medien in der politischen Bildung Anforderungen und Zugänge an das Politik-Verstehen im 21. Jahrhundert‟ von Dennis Hauk, erschienen im Jahre 2015 im Springer Verlag. Beruhend auf dem Medienwandel der heutigen Zeit, wird überlegt, welche Einflüsse diese Entwicklung auf das Unterrichtsgeschehen im Politikunterricht hat. Es stellt sich dabei die Frage, wie journalistische Nachrichtenportale im Unterricht eingesetzt werden können, beziehungsweise, wie dies getan wird.

Ich finde es sehr spannend und sinnvoll, solche Überlegungen anzustellen. Besonders die digitalen Medien sind für die jüngeren Generationen von immenser Bedeutung. Es wäre fatal, diese Entwicklung nicht zu berücksichtigen und nicht für die eigenen Konzepte zu nutzen. Für eine schülerorientierte Arbeit ist es unumgänglich, sich mit der digitalen Welt auseinanderzusetzen und die vielseitigen Möglichkeiten gezielt zu nutzen. Der Zugang zu einer riesigen Informationsquelle sollte nicht unberücksichtigt bleiben.

 

Link:

http://download.springer.com/static/pdf/694/bfm%253A978-3-658-13043-5%252F1.pdf?originUrl=http%3A%2F%2Flink.springer.com%2Fbook%2Fbfm%3A978-3-658-13043-5%2F1&token2=exp=1462116439~acl=%2Fstatic%2Fpdf%2F694%2Fbfm%25253A978-3-658-13043-5%25252F1.pdf%3ForiginUrl%3Dhttp%253A%252F%252Flink.springer.com%252Fbook%252Fbfm%253A978-3-658-13043-5%252F1*~hmac=f48a2991bb5235c1b55030e307b176b3ebf0f436b731476aae5a987d3b85cee4

 

Teilaufgabe 04/ Teilaufgabe 05:

Unterrichtsbeobachtung Fach Französisch. Klasse 6, Oberschule. In dieser Stunde ging es um die Einführung von französischen Geschäften und simulierten Einkaufssituationen. Die SuS sollten das Vokabular erarbeiten und sich dann in Dialogen in einem Einkaufsgespräch ausprobieren. Die Stunde wurde gemeinsam vorn an der Tafel begonnen. Mit laminierten Bild- und Wortkarten an der Tafel, wurden die Geschäfte benannt. Die SuS konnten so aktiv an der Wortschatzarbeit mitwirken, indem sie die Bilder und Wörter selber identifizierten.

Darauf folgte die Einzelarbeit an Arbeitsblättern. Es mussten wiederum Bilder und Wörter zusammengefunden werden. Da sie sehr frei in der Bearbeitung waren, haben alle die Aufgabe erfüllt. Dieses Arbeitsblatt wurde daraufhin gemeinsam besprochen. Die Lehrkraft stand dabei am Overheadprojektor und schrieb die Ergebnisse zeitgleich mit der Nennung durch die SuS mit. Die Meldungen waren zahlreich.

Im nächsten Schritt wurde mit Hilfe eines CD-Players und dem Schulbuch eine authentische Einkaufssituation angehört und mit gelesen. Die SuS konnten so einen ersten Eindruck gewinnen und sich an das neue Vokabular gewöhnen. Sie sprachen einige Sequenzen mit und konnten direkt Verständnisfragen stellen.

Im Anschluss daran wurden die SuS mit ihren Büchern in Partnerarbeiten entlassen, um eigene Dialoge zu üben. Sie führten diese am Ende der Stunde, der Lehrkraft, ihren Mitschülerinnen und Mitschülern vor. Diese Aufgabe verlief gut, wobei den SuS noch einige Aussprachefehler oder Grammatikfehler unterliefen. Die Motivation war jedoch sehr hoch.

 

Unterrichtsbeobachtung Politik. Klasse 9, Oberschule.

In dieser Stunde ging es um die Globalisierung und die inflationäre Nutzung von Handys und Elektrogeräten allgemein. Mit Hilfe einer Umfrage wurden die SuS gebeten, sich Gedanken darüber zu machen, wie viele Handys sie beispielsweise schon hatten, und wie sie alte Handys entsorgen. Die Ergebnisse wurden an der Tafel fest gehalten. Die Beteiligung der SuS war rege.

Daraufhin wurde gemeinsam ein kurzer Film per Beamer angesehen, in dem das zuvor Angesprochene thematisch aufgegriffen wurde.

Die dann folgenden Aufgaben wurden durch Arbeitsblätter vermittelt. Die SuS mussten Überlegungen zu dem gerade Gesehenen anstellen. Das fiel einigen sichtlich schwer, weil während des Film keine Notizen gemacht wurden.

 

Teilaufgabe 06:

Meiner Meinung nach wurde in der Französischstunde sehr abwechslungsreich mit Medien gearbeitet. Es kamen unterschiedliche Ideen zu tragen, die wahrscheinlich auch für die SuS unterschiedlich gut geeignet waren. So haben vielleicht nicht alle die Motivation, einen Dialog selber zu entwickeln, aber können sich gut mit Arbeitsblättern oder Bildern auseinandersetzen. Kritik üben würde ich bei der Einsetzung des Overheadprojektors. Die Ergebnissicherung wurde dadurch eher langwierig und chaotisch, ein Zwischenschritt, den man sich aus Zeit- und Organisationsgründen hätte sparen können.

Anstatt einer Dialogsituation aus dem Lehrbuch wäre es sicher auch interessant gewesen, mit eigenen Augen ein Geschäft aus Frankreich zu sehen. Dafür gibt es sicherlich Videos im Internet, die man hätte zeigen können. So wäre der landeskundliche Aspekt, der gerade im Fremdsprachenunterricht besonders wichtig ist, abgedeckt gewesen und hätte noch optische Reize geboten, dieses Wissen selber erlangen zu wollen. Damit wäre die intrinsische Motivation bei den SuS leichter geweckt gewesen.

An sich halte ich diese Stunde aber für gelungen, denn das zuvor gesteckte Lernziel, die Einübung eines Einkaufsdialogs wurde erreicht. Dies konnte mit unterschiedlichen Medien erreicht werden.

 

In der Politikstunde wurden die Möglichkeiten unterschiedlicher Medien weniger genutzt. Die Tafel wurde nur kurz genutzt, die Arbeitsblätter am Ende kamen für das Verständnis der Thematik zu spät. Der Film war sehr gelungen und gut eingepasst, doch leider sind viele Informationen verloren gegangen, weil die SuS keine gezielten Beobachtungsaufgaben bekommen hatten. So erinnerten sie sich nicht mehr an die später erfragten Inhalte. Es wäre demnach besser gewesen, vorher Arbeitsblätter zu verteilen, oder aber zum Beispiel in Gruppenarbeiten den Film aufbereiten zu lassen. Man hätte den Film in Sequenzen aufteilen können, so dass sich die SuS gegenseitig informieren können. Die Folge daraus wäre ein intensiverer Austausch gewesen, was in dieser Stunde zu kurz kam.

 

Insgesamt möchte ich festhalten, dass sich die beiden Lehrkräfte Mühe gegeben haben, schülerorientiert zu arbeiten, doch es gibt noch Aspekte, die optimiert werden können und auch sollten.

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