Teilaufgabe 2

Teilaufgabe 02: Lesen sie den Artikel von Seifried et al. Beantworten sie die folgende Frage: „Was hat sie überrascht bzw. war anders, als sie es erwartet haben?“ sowie „Warum ist das aber so?“

Wider meiner Erwartung ist das Thema, das in dem Text von Seifried et al. behandelt wird. Ich hatte vermutet, dass verschiedenen Unterrichtsmethoden in dem Text vorgestellt werden. Da es sich hier um eine mediendidaktische Veranstaltung handelt, vermutete ich, dass sich der Text mit mediendidaktischen Methoden beschäftigt.

Auch wenn der Textinhalt sich als andersartig erweist, haben mich die meisten Ergebnisse der durchgeführten Studien nicht überrascht. Ganz im Gegenteil haben die Studien die meisten meiner Unterrichtsbeobachtungen bestätigt, dass sehr viele LehrerInnnen immer noch sehr stark am fragend-entwickelnden Unterricht, dabei oft in Form von Frontalunterricht, festhalten.

Erstaunt war ich allerdings über das Ergebnis, dass das Alter der LehrerInnen für die Erklärung des Einsatzes von Unterrichtsmethoden keine wesentliche Rolle spielt. Ich habe geglaubt, dass LehrerInnen, die noch nicht so lange in ihrem Beruf tätig sind, und dementsprechend ihre Studienzeit kürzer zurückliegt, mehr handlungs- und problemorientierte Methoden in ihren Unterricht einbringen, als die LehrerInnen, die schon 15 Jahre und mehr im Berufsleben sind. Schließlich haben die „frisch gebackenen“ LehrerInnen ein großes Repertoire an Methoden für den handlungs- und problemorientierten Unterricht in ihrem Studium mitbekommen. Schade, dass viele sich dagegen entscheiden, ihr Gelerntes dann auch wirklich in der Schule anzuwenden.

Tja, warum ist es so wie es ist?

In den Studien begründen die LehrerInnen ihren Nicht-Einsatz von handlungsorientierten Unterrichtsmethoden im Unterrichtsalltag durch den übervollen Lehrplan. Weiterhin sind sie der Meinung, dass die Planung handlungsorientierten Unterrichts sowie die Umsetzung handlungsorientierter Methoden zeitaufwändig sind.

Mich überzeugen die oben genannten Argumente nicht, eher sehe ich sie als Ausreden, um mit dem gewohnten Trott weitermachen zu können. Ich denke, dass die LehrerInnen einerseits Angst haben etwas Neues auszuprobieren, andererseits nicht die Zeit und/oder Motivation haben, die Unterrichtsthemen didaktisch neu aufzubereiten. Wie die LehrerInnen schon sagten, Unterrichtskonzepte neu aufzurollen ist sehr zeitaufwändig. Diese Zeit muss man sich nehmen. Doch wenn das neue Konzept erst einmal steht, kann es die folgenden Schuljahre wiederverwendet werden.

Das Argument, dass die Umsetzung handlungsorientierter Methoden zeitaufwändig ist, ich nehme an, dass die LehrerInnen hier mit dem fragend-entwickelnden Unterricht verglichen haben, würde ich verneinen. Diese beiden Unterrichtsmodelle sind eigentlich nicht miteinander zu vergleichen. Es mag den Anschein habe, das die Lehrkraft im Frontalunterricht mehr Unterrichtsstoff in einer Doppelstunde lehren kann, als es im handlungsorientiertem Unterricht der Fall ist. Die Frage ist bloß, wie viel Unterrichtsstoff von den SchülerInnen überhaupt aufgenommen bzw. verstanden werden kann? Als LehrerIn sollte es mein Ziel sein möglichst viele SchülerInnen mit meinem Unterrichtsstoff zu erreichen und genau das geschieht wesentlich effizienter beim handlungsorientiertem als beim fragend-entwickelndem Unterricht. Das Zauberwort heißt hierbei „Motivation“, handlungsorientierter Unterricht macht den SchülerInnen durchschnittlich viel mehr Spaß.

Abschließend möchte ich gerne zu dem Punkt der 45-Minuten-Taktung einer Unterrichtsstunde kommen: Um den handlungs- und problemorientierten Unterricht viel mehr in den Unterrichtsalltag zu integrieren, sollten die Einzelstunden generell abgeschafft werden. In diesem Punkt stimme ich den befragten LehrerInnen zu, dass es für diese Unterrichtsform notwendig ist mindestens eine Doppelstunde zur Verfügung zu haben. Für größere Projekte und/oder Rollenspiele ist bestenfalls eine noch längere Unterrichtszeit anzusetzen.

In diesem Sinne sollte die Zeit-Taktung einer Unterrichtsstunde in unserem Schulsystem überdacht und in Zukunft an moderne Unterrichtsformen angepasst werden.

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