Eigene Unterrichtsbeobachtung

KW 17 + 18

Teilaufgabe 1)

„Unterrichtsmethoden in der kaufmännischen Unterrichtspraxis“

Beim Lesen des Aufsatztitels stellt sich mir die Frage, was mit kaufmännischer Praxis gemeint sei. Ich gehe davon aus, dass die Untersuchungen in einer berufsbildenden Schule durchgeführt worden ist. Da ich selber eine kaufmännische Ausbildung absolviert habe und ein Jahr ein Wirtschaftsgymnasium besucht habe, kann ich diese Frage nur auf Grundlage meiner selbstgemachten Erfahrung beantworten.

Ich erinnere mich daran, dass sich der Unterricht in der BBS, wenn man nur die Methodenauswahl betrachtet, nicht sonderlich von dem an den allgemeinbildenden Schulen unterscheidet. Lediglich ein junger Lehrer hat regemäßig mit Power Point Präsentationen gearbeitet. Diese wurden allerdings nur zu Präsentationszwecken genutzt und den SchülerInnen nicht zur Verfügung gestellt. In allen anderen Lernfeldern wurden die traditionellen Medien, Tafel, OVP, Schulbuch, genutzt. Einmal fand ein Politikprojekt statt, bei dem wir Computer und Internet nutzen durften. Es sollte ein Projekt sein, bei dem ein Austausch mit einer französischen Schule geplant war. Dieser Austausch hat leider niemals stattgefunden.

Ich denke nicht, dass sich die Berufsschulen in den letzten Jahren sehr verändert haben. Es gäbe jedoch viele Möglichkeiten verschiedenen Methoden in diesem Bereich zu etablieren. Ich denke dabei an Lernbüros, unterstützende Computerprogramme und ähnliches.

Teilaufgabe 2)

Mich hat überrascht, dass der Unterricht in Deutschland noch immer zu 75% in frontaler Form gestaltet wird. Auch wenn ich mit einem ähnlichen Ergebnis für die berufsbildenden Schulen gerechnet habe, dachte ich, dass zumindest Grundschulen und auch allgemeinbildende Sek I Schulen einen Umdenkungsprozess gemacht hätten.

Zwar war mir bewusst, dass der Unterricht an berufsbildenden Schulen weder die Selbstständigkeit, noch die soziale Kompetenz der SchülerInnen fördert, jedoch empfinde ich es trotzdem noch als schockierend, dass die LehrerInnen sich diesem Problem bewusst sind und trotzdem nicht ändern. Gerade die Frage der Selbstständigkeit sollte bei den jungen Menschen, die so kurz vor dem Erwachsenenleben stehen, große Beachtung erfahren.

Die weiteren Ergebnisse überraschen mich kaum.

Als Begründung für die bestehende Praxis wurde der volle Lehrplan und die Prüfungspraxis angeführt. Diese Begründung kann ich nicht nachvollziehen. Besonders in Rechnungswesen hätten mir einige anschauliche Beispiele sehr geholfen, die Buchungsvorgänge nachzuvollziehen. Ich könnte mir etwa ein erklärendes Video vorstellen, das anhand des Handelsweges den Buchungsvorgang erklärt. Ein lerngeldübergreifendes Spielprojekt wie z.B. eine Lernbüro, wäre ebenfalls vorstellbar. Ich denke dies würde das Verständnis bei den SchülerInnen so weit fördern, dass sie das erlernte Wissen auch auf theoretische Fälle, wie sie in den Prüfungen drankommen, übertragen können.

Ich glaube, dass die LehrerInnen in der Berufsschule unter einem besonderen Druck stehen. SchülerInnen können viel schlechter eine Klasse wiederholen. Da der Betrieb die Auszubildenden für eine bestimmte Zeit plant und die Bewertung der Auszubildenden für ihren zukünftigen Lebensweg sehr wichtig ist, stehen die LehrerInnen unter dem Druck, die SchülerInnen zwingend erfolgreich durch die Schulzeit zu bringen. Ich kann mir vorstellen, dass dies der Grund dafür ist, dass die LehrerInnen auf die vermutlich sichere Methode des Frontalunterrichts zurückgreifen.

Teilaufgabe 04 – Deutsch

In dieser Deutschstunde ging es darum an einem bereits gelesenen Roman zu arbeiten. Den SchülerInnen sind die 5 Leitbegriffe, die durch das Buch und die gesamte Unterrichtseinheit leiten sollen (Autorität, Arbeit, Individuum, Großstadt, Verwaltung).

Zum Einstieg hielten drei Schülerinnen einen kurzen Vortrag über die Situation Deutschlands zu Zeit des Romangeschehens.

Die Hausaufgabe zu dieser Stunde war es fünf Situationen aus dem Buch zu notieren, in denen sich Menschen in eine Ohnmachtssituation befinden. Diese Situationen sollten nun den fünf Begriffen zugeordnet werden. Dafür haben sich die SchülerInnen in Gruppen zusammengeschlossen und zunächst über ihre ausgewählten Szenen gesprochen (anhand des Buches). Anschließend haben sie diskutiert, zu welchem Begriff die Situation passen könnte und ob es sich um eine innere oder eine äußere Ohnmacht handele. Die Situationen wurden von den SchülerInnen Metakarten notiert und an der Tafel den fünf Stichpunkten zugeordnet. Zum Abschluss wurde in der Gesamtgruppe diskutiert warum welche Karten an welcher Stelle hingen und einige Karten wurden umsortiert.

Ich habe die Stunde als gelungen empfunden. Die SchülerInnen haben aktiv mit der Lektüre gearbeitet und sich konkret mit dieser auseinander gesetzt. Durch die Metakarten an der Tafel ist ein übersichtliches Tafelbild entstanden. Fünf Schüler haben die Karten zu je einem Thema mit nach Hause genommen und abgetippt, so dass die Textstellen den SchülerInnen in der nächsten Stunde wieder zur Verfügung stehen werden. Dies erscheint mir als eine gute Sicherung. Es wäre natürlich auch möglich gewesen das Tafelbild zu fotografieren und per Mail zu verteilen. Ich finde die getippte Variante jedoch anschaulicher.

Ich denke nicht, dass in dieser Stunde ein weiterer Medieneinsatz sinnvoll gewesen wäre.

 Teilaufgabe 05 – Deutsch

Ich denke, dass es sich durchaus um eine typische Unterrichtsstunde gehandelt hat. Wenn es in einer Deutschstunde um konkrete Lektürearbeit handelt, dann ist die Arbeit an einem Buch nicht vermeidbar. Das ändert sich natürlich sobald es um Spracharbeit oder Filme geht. In dieser Schule gibt es keine Smartboarts, so dass selbstverständlich auf die Tafel und den OVP zurückgegriffen wird.

Es gab keine Probleme mit den verwendeten Medien. Ich denke auch nicht, dass hier ein weiterer Medieneinsatz sinnvoll gewesen wäre. Mit einem Smartboart wäre evtl. ein schöneres Tafelbild entstanden, jedoch wäre dies auch aufwendiger gewesen. Die SchülerInnen konnten ihre Karten direkt an die Tafel kleben. Bei einem Smartboart bzw. einem PC mit Beamer hätten die Gruppenergebnisse zunächst auf das digitale Medium übertragen werden müssen. Der Vorteil wäre gewesen, dass den SchülerInnen das Ergebnis direkt zur Verfügung gestanden hätte.

 Teilaufgabe 4 – GUP

In dieser Unterrichtsstunde sollte ein zuvor gesehener Film nachgearbeitet werden. In dem Film ging es um die Französische Revolution. Die Lehrkraft teilte zunächst einen Text aus, der den Verlauf der Revolution chronologisch beschrieb. Dieser Text wurde laut von verschiedenen SchülerInnen vorgelesen. Zwischendurch wurden unbekannte Wörter erklärt. Anschließend schrieb die Lehrkraft fünf Fragen an die Tafel, die von den SchülerInnen abgeschrieben wurden. Die SchülerInnen beantworteten die Fragen schriftlich und in Partnerarbeit. Der Vergleich der Antworten soll in der nächsten Stunde erfolgen.

Der Text wurde von den SchülerInnen aufmerksam verfolgt und sie hatten Spaß am Vorlesen. Das Abschreiben der Aufgaben von der Tafel stieß eher auf Unmut. Die Arbeit an den Aufgaben erfolgte größtenteils ohne Probleme.

Teilaufgabe 4  – GUP         

Diese Unterrichtsstunde erschien mir als typisch für eine Geschichtsstunde. Insbesondere bei fachfremden Unterricht, dieser kommt in GUP leider häufig vor, wird oft auf Darstellungstexte zurückgegriffen. Der Ansatz das Thema zunächst mit einem Film einzuführen erschien mir zwar nicht schlecht, jedoch war dieser Film leider nicht geeignet für die Klassenstufe und wurde nicht zu Ende geschaut. Der anschließende Darstellungstext war sehr lang, so dass das laute Lesen des Texte sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Ich denke schon, dass dies ein Problem war. Da GUP ein Fach ist, das den Inhalt von drei Fächern erarbeiten muss und dabei nur zwei Stunden zur Verfügung hat, sollte eine effektivere Methode gewählt werden.

Ich glaube, dass es deutlich sinnvoller gewesen wäre, das Thema mit Hilfe von einschlägigen Quellen zu erarbeiten. Hierfür gibt es sehr schöne Bildfolien oder auch schriftliche Quellen.

 

cropped-die_fantastische_welt_von_oz_081.jpg Beobachtungsbogen Deutsch (1) Beobachtungsbogen Deutsch (2) Beobachtungsbogen GUP (2) Beobachtungsbogen GUP (1)

 

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