{"id":8,"date":"2024-04-26T17:27:55","date_gmt":"2024-04-26T15:27:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/elcin\/?p=8"},"modified":"2024-04-26T17:27:55","modified_gmt":"2024-04-26T15:27:55","slug":"8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/elcin\/2024\/04\/26\/8\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"<p><b>Darf ich als Lehrkraft meine Meinung sagen?<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/b><\/p>\n<p><b>Gessner et al. (2016) weisen auf die Gefahr hin, den Beutelsbacher Konsens f\u00e4lschlicherweise als \u201aNeutralit\u00e4tsgebot\u2018 zu verstehen (Stichwort \u201eNeutralit\u00e4t und politische Lethargie als Gefahr f\u00fcr politisches Leben\u201c auf Folie 13). Erl\u00e4utern Sie, weshalb es sich hierbei um eine Fehlinterpretation handelt.<\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Das Neutralit\u00e4tsgebot und der Beutelsbacher Konsens weisen zwar \u00e4hnliche Aspekte auf, wie die F\u00f6rderung der Demokratie, unterscheiden sich jedoch in der Umsetzung. Der Beutelsbacher Konsens zielt insbesondere darauf ab, die Thematisierung kritischer bzw. politischer Themen im Unterricht zu f\u00f6rdern, um mehrere Meinungen offenzulegen. Auf diese Weise erhalten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler die M\u00f6glichkeit, ihre Meinungen und Ansichten zu vertreten, sie zu st\u00fctzen und gegebenenfalls neue Aspekte zu lernen (Wehling 1977, S. 180). Dies ist insbesondere f\u00fcr die demokratische Bildung von Relevanz (Wehling 1977, S. 179f.). Da dennoch eine gewisse Neutralit\u00e4t gewahrt werden muss, zielt das Neutralit\u00e4tsgebot darauf ab, den neutralen Staat von religi\u00f6sen Institutionen zu trennen.Im Rahmen des Beutelsbacher Konsenses ist es von entscheidender Bedeutung, dass Lehrkr\u00e4fte keine Neutralit\u00e4t vort\u00e4uschen. Die F\u00f6rderung des kritischen Denkens der Sch\u00fcler:innen sowie die Schaffung eines Raumes, in dem die Denkweisen aller Beteiligten respektiert werden, sind wesentliche Ziele des Neutralit\u00e4tsgebots. Dieses ist zwar grunds\u00e4tzlich geeignet, um eine faire Behandlung unterschiedlicher Perspektiven zu gew\u00e4hrleisten, stellt jedoch nicht das \u00fcbergeordnete Ziel von Bildungsprozessen dar.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Arbeiten Sie die Bedeutung des Beutelsbacher Konsens f\u00fcr ein Thema heraus, das in einem von Ihnen studierten Unterrichtsfach verortet ist. Was gibt es bei der Durchf\u00fchrung einer Unterrichtseinheit zu diesem Thema unter Ber\u00fccksichtigung des Beutelsbacher Konsens zu beachten?<\/b><\/p>\n<p>Im Rahmen meines Studiums der F\u00e4cher Germanistik und Religion m\u00f6chte ich mich in diesem Abschnitt dem Religionsunterricht widmen. Der Beutelsbacher Konsens, der zwar keinen direkten Bezug zum Religionsunterricht aufweist, jedoch dennoch f\u00fcr einige Themen Relevanz besitzt, kann auch hier als Orientierung dienen. Auch im Religionsunterricht werden kontroverse Themen behandelt, wie beispielsweise religi\u00f6se Konflikte, Ethik oder Weltanschauungen. In Bezug auf diese Themen manifestieren sich divergierende Standpunkte, die Anlass zu Diskursen bieten. Dabei werden divergierende Perspektiven reflektiert und offene Diskussionen erm\u00f6glicht. Als Lehrkraft ist es jedoch wichtig, die Ziele des Neutralit\u00e4tsgebots zu ber\u00fccksichtigen bzw. aus der Perspektive der religi\u00f6sen Gemeinschaften zu lehren.<\/p>\n<p><b>Lesen Sie sich den taz-Artikel \u201eUnterricht im Sch\u00fctzengraben\u201c durch. Erl\u00e4utern Sie, warum es f\u00fcr den Unterricht wichtig ist, sich kritisch mit den verschiedenen Parteiprogrammen auseinanderzusetzen.<\/b><\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung mit den Parteiprogrammen ist von besonderer Relevanz f\u00fcr den Unterricht, da dieser f\u00fcr eine ausgewogene und demokratische politische Bildung steht. Die Sch\u00fcler:innen besch\u00e4ftigen sich nicht nur mit den Unterschieden der vorhandenen Parteien, sondern verstehen auch den Prozess unterschiedlicher Entscheidungen. Daf\u00fcr ist die Vermittlung grundlegender Kenntnisse \u00fcber politische Bildung unerl\u00e4sslich. Das \u201eWahlprogramm\u201d wird einer kritischen Analyse unterzogen, um die Verbreitung von \u201eFake News\u201d zu verhindern. Diesbez\u00fcglich wird im Unterricht eine intensive Auseinandersetzung mit den Themen \u201eSocial Media\u201d und \u201eFake News\u201d vorgenommen. Dazu geh\u00f6rt auch die Arbeit mit seri\u00f6sen Quellen (Lanius 2021, S. 196-201).<\/p>\n<p>.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Die Bedeutung des Beutelsbacher Konsens, Wehling, Hans-Georg (1977): Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Siegfried Schiele und Herbert Schneider (Hg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 173-184.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Verschw\u00f6rungstheorien im Unterricht, Lanius, David (2021): Wie sollten Lehrende mit Fake News und Verschw\u00f6rungstheorien im Unterricht umgehen? In: Johannes Drerup, Miguel Zulaica y Mugica und Douglas Yacek (Hg.): D\u00fcrfen Lehrer ihre Meinung sagen? Demokratische Bildung und die Kontroverse \u00fcber Kontroversit\u00e4tsgebote. Stuttgart: Kohlhammer, S. 188-208.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darf ich als Lehrkraft meine Meinung sagen?\u00a0 Gessner et al. (2016) weisen auf die Gefahr hin, den Beutelsbacher Konsens f\u00e4lschlicherweise als \u201aNeutralit\u00e4tsgebot\u2018 zu verstehen (Stichwort \u201eNeutralit\u00e4t und politische Lethargie als Gefahr f\u00fcr politisches Leben\u201c auf Folie 13). Erl\u00e4utern Sie, weshalb es sich hierbei um eine Fehlinterpretation handelt. 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