{"id":4,"date":"2024-04-22T17:32:41","date_gmt":"2024-04-22T15:32:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/elcin\/?p=4"},"modified":"2024-04-22T17:32:41","modified_gmt":"2024-04-22T15:32:41","slug":"rassismus-in-der-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/elcin\/2024\/04\/22\/rassismus-in-der-schule\/","title":{"rendered":"Rassismus in der Schule"},"content":{"rendered":"<p>Gleiche Chancen f\u00fcr alle? Rassismus in der Schule:<\/p>\n<p>1) Rassismus und Diskriminierung sind beides gesellschaftliche Probleme, welche auch heutzutage noch thematisiert werden sollten bzw. thematisiert werden m\u00fcssen, aber was genau ist der Unterschied zwischen den beiden Definitionen ,,Rassismus und Diskriminierung\u2019\u2019?<br \/>\nWenn es um eine Diskriminierung geht, sprechen wir oft von von einer Herabsetzung und Ausgrenzung, welche sich gegen bestimmte Gruppen richtet. Eine Diskriminierung kann auf verschiedenen Ebenen stattfinden, wie die soziale Herkunft, Gender, Weltanschauung, Alter, Sprache, Migration und der sexuellen Identit\u00e4t (vgl. Gomolla 2016). Zudem wird der Begriff ,,Diskriminierung\u2019\u2019 in die Institutionelle Diskriminierung, genauer gesagt in die direkte \u2013 institutionelle Diskriminierung und die indirekte \u2013 institutionelle Diskriminierung, geteilt. Das hei\u00dft, dass die Privilegien einer gesellschaftlichen Gruppen geschaffen und verst\u00e4rkt werden, w\u00e4hrend auf der Gegenseite die Ausgrenzung anderer Gruppen verst\u00e4rkt wird. Die ,,direkte institutionelle Diskriminierung\u2019\u2019 \u00e4u\u00dfert sich durch das offensichtliche diskriminieren, w\u00e4hrend die ,,indirekte institutionelle Diskriminierung\u2019\u2019 sich durch Seiteneffekte \u00e4u\u00dfert, wie die past-in-present discrimination, bei der vor allem durch Diskriminierung in der Vergangenheit profitiert werden kann oder die Unterdr\u00fcckung einer Gruppe verst\u00e4rkt wird (vgl. Gomolla &amp; Radtke 2009, S. 48ff.)<br \/>\nBei dem Begriff Rassismus steht der Fokus vor allem auf dem Begriff ,,Rassen\u2019\u2019 und der damit verbunden Vorstellung von einer Hierarchie, bei der eine Gruppe \u00fcber einer anderen steht. Selbstverst\u00e4ndlich ist diese Vorstellung mit vielen Vorurteilen verbunden, welche benutzt werden, um Dominanzverh\u00e4ltnisse zu begr\u00fcnden. Die Gruppe, welche in dieser Situation privilegiert ist, hat Vorteile in der Arbeits, Wohnungs, Bildungs- und dem Heiratsmarkt. (Vgl. Hall 2004; Leiprecht 2016, S. 226; Rommelspacher 2009, S. 25; Wei\u00df 2013, S. 44).<\/p>\n<p>Zusammengefasst hei\u00dft das, dass der Rassismus eine Form der Diskriminierung ist. W\u00e4hrend sich der Rassismus auf Vorurteile bezogen auf ,,die Rasse\u2019\u2019 oder der ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit bezieht, handelt die Diskriminierung auf die allgemeine ungerechte Behandlung aufgrund der unterschiedlichsten Merkmale.<\/p>\n<p>2) F\u00fcr viele scheint die Frage ,,Woher kommst du eigentlich?\u2019\u2019 wie eine harmlose Frage ohne jegliche Hintergedanken, doch inwiefern ist diese Frage angemessen und wie stehe ich pers\u00f6nlich zu dieser Frage?<br \/>\nIch pers\u00f6nlich habe diese Fragestellung nie als eine problematische angesehen, da ich nur Erfahrungen hatte, in der meine Mitmenschen an meinem kulturellen Hintergrund interessiert waren. Sie haben sich f\u00fcr das Leben meiner Eltern interessiert, f\u00fcr meine Sprache, f\u00fcr meine t\u00fcrkische Kultur und unsere Feiertage und Feste. Gerne habe ich Ihnen hiervon berichtet, da es mich meiner Kultur immer ein St\u00fcck n\u00e4her gebracht hat. Auf die Frage ,,woher kommst du\u2019\u2019 antworte ich meistens mit ,, aus der T\u00fcrkei\u2019\u2019, obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin und dies mein Zuhause ist. Diese Situation bringt mich des \u00f6fteren zum Nachdenken, da sich in mir eine Zwickm\u00fchle bildet, in der ich nicht ganz sicher beantworten kann, wer und woher ich eigentlich bin. Ich finde es sch\u00f6n, dass ich ein St\u00fcck Kultur in mir Trage und das Leben meiner Familie fortf\u00fchren kann, dennoch ist es nicht umstritten, dass ich mich als deutsch ansehe und Deutschland als meine Heimat ansehe. Vor allem bei diesem Gedankengang kann ich gut nachvollziehen, warum diese Frage als problematisch angesehen wird, denn oft wird die Bem\u00fchung, sich so gut wie m\u00f6glich zu integrieren, einfach in den Hintergrund gedr\u00e4ngt. Die Bem\u00fchung in der Menschenmenge zu verschwinden ist nicht m\u00f6glich, da viele Mitmenschen einen Aufgrund der Hautfarbe, der Aussprache, des Nachnamen usw. nie als einen Teil von Ihnen ansehen werden (vgl.<br \/>\nBarasi 2024, S, 226).<br \/>\nIch denke es ist sehr relevant, in was f\u00fcr einer Situation solche Fragen gestellt werden und von wem. Ist es in einem selbst bekannten Kreis mit Personen, mit denen man gerne diese Gedanken teilt oder kommt es von eher fremden Personen, in eventuell unangebrachten Situationen? Im allgemeinen sollte man seine Mitmenschen nicht in eine Situation packen, in der man selbst nicht gerne stecken w\u00fcrde.<\/p>\n<p>3) Inwiefern ist die Aussage des Lehrers in dem Fall ,,Hakan Yilmaz\u2019\u2019 rassistisch und wie h\u00e4tte ich in dieser Situation reagiert?<br \/>\nDie Situation in dem Fallbeispiel ,,Hakan Yilmaz\u2019\u2019 scheint auf mich einen stark rassistisch gepr\u00e4gten Hintergrund zu haben. Es ist m\u00f6glich, dass der Lehrer eventuell keine negativen Absichten hatte und un\u00fcberlegt geredet hat, aber meiner Meinung nach ist dies ein starkes Fehlverhalten. Wir, unabh\u00e4ngig davon ob wir Lehrer sind oder nicht, sind daf\u00fcr verantwortlich, was f\u00fcr Aussagen wir von uns geben. Doch besonders als Lehrer sollten wir den Sch\u00fclern das Gef\u00fchl vermitteln, dass sie unabh\u00e4ngig von Ihren Lebensumst\u00e4nden fair behandelt werden und ihr K\u00f6nnen beweisen k\u00f6nnen.<br \/>\nWichtig ist es hier, den Lehrer auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Wird so etwas nicht zum Thema gemacht, kommt es nur zu Wiederholungen, welche vermieden werden sollten. Zudem w\u00fcrde ich auch Kontakt zu dem\/der Sch\u00fcler;in aufnehmen, um sich ihre Perspektive zu diesem Fall anzuh\u00f6ren. Im Endeffekt kann dies eine Unangenehme Situation f\u00fcr die beteiligten sein und im schlimmsten Fall kann es sogar zu starker Selbstkritik und zu Selbstzweifel kommen.<\/p>\n<p>Quellenverzeichnis:<\/p>\n<p>,,Diskriminierung in der Schule\u2019\u2019: Gomolla, Mechtild; Radtke, Frank-Olaf (2009): Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule. Wiesbaden: VS-Verlag.<br \/>\n,,Rassismus und Migrationspolitik\u2019\u2019: Leiprecht, Rudolf (2016): Rassismus. In: Paul Mecheril (Hg.): Handbuch Migrationsp\u00e4dagogik. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S. 73-89.<br \/>\n\u201a,Rassistisch gepr\u00e4gte Perspektive im Lehramtstudium\u2018\u2019: Barasi, Dennis (2024): Studieren unter Bedingungen des \u00f6konomisierten Lehramtsstudiums. Eine rassismuskritische Perspektive auf Professionalisierungsprozesse angehender Lehrer*innen. Wiesbaden: Springer VS.<br \/>\n,,Repr\u00e4sentation der Identit\u00e4t\u2019\u2019: Hall, Stuart (2004): Ideologie Identit\u00e4t Repr\u00e4sentation. Ausgew\u00e4hlte Schriften IV. Hamburg: Argument Verlag.<br \/>\n,,Migrationsp\u00e4dagogik\u2019\u2019: Gomolla, Mechtild (2016): Diskriminierung. In: Paul Mecheril (Hg.): Handbuch Migrationsp\u00e4dagogik. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S. 73-89.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gleiche Chancen f\u00fcr alle? 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