{"id":57,"date":"2014-07-16T03:39:55","date_gmt":"2014-07-16T01:39:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/digithaler\/?p=57"},"modified":"2014-08-10T04:22:02","modified_gmt":"2014-08-10T02:22:02","slug":"das-real-life-kommt-spaeter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/digithaler\/2014\/07\/16\/das-real-life-kommt-spaeter\/","title":{"rendered":"Das Real Life kommt sp\u00e4ter"},"content":{"rendered":"<p>Die Vorlesung f\u00e4ngt an &#8211; die Handys werden gez\u00fcckt, die Laptops aufgeklappt.<\/p>\n<p>Die wenigsten von uns werden wohl ihr Handy die ganze Vorlesung \u00fcber in der Tasche lassen. Das Mittagessen muss geplant, die neuesten News gechecked und der Sitznachbar bei Facebook gestalked werden. Wenn die Pr\u00e4sentation der Vorlesung ohnehin hochgeladen wird, ist das war der Dozent zu erz\u00e4hlen versucht ohnehin nicht soooo spannend. Lieber schnell gucken, ob schon wer bei whatsapp geantwortet hat wegen Mensa &#8211; ah, Anna findet die Vorlesung auch langweilig und schickt ein Video einer fies dreinblickenden Katze, von den anderen noch keine Reaktion, obwohl sie offensichtlich in der Zwischenzeit online gewesen sind.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit, in der man Geld daf\u00fcr bezahlen soll, dass man eine App installieren kann, die den Zeitstempel bei Whatsapp unterdr\u00fcckt, damit man nicht mehr dem st\u00e4ndigen Zwang ausgesetzt ist, sobald man sein Handy in die Hand nimmt, auch alle neuen Whatsapp-Nachrichten zu beantworten &#8211; bei manchen kommt das n\u00e4mlich nicht gut an, wenn man zwar &#8222;online&#8220; war, aber nicht reagiert hat.<\/p>\n<p><em><strong>Das dauernd online sein ist nahezu zwanghaft geworden.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Gut, wenn ich dringend irgendwas von jemandem wissen will, dann sprech ich mich gar nicht davorn frei, dass ich auch auf mein Handy starre und bei Zeiten auch wichtige oder auch unwichtige News checke, z.B. das Robbie Williams angeblich im Schlo\u00df am W\u00f6rthersee weilen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich neige aber dazu, wenn es mir wichtig ist, zumindest anzurufen.<\/p>\n<p>Schaut man sich in der Stra\u00dfenbahn auf dem Weg zur Uni mal um, dann stellt man fest, dass sich die wenigsten unterhalten. Die meisten h\u00f6ren Musik und\/oder starren auf ihr Handy. Letztens habe ich mitbekommen wie sich zwei j\u00fcngere M\u00e4dels via Whatsapp unterhielten, obwohl sie direkt nebeneinander standen.<\/p>\n<p>Wenn ich mir meinen 9 Jahre j\u00fcngerne Bruder so anschaue, wie er gleichzeitig mit Handy und Tablet hantiert, nebenbei den Fernseher am laufen und die Ohrst\u00f6psel in den Ohren &#8211; in seiner eigene Welt. Dabei ist er nicht unkommunikativ, aber ich erreiche in besser \u00fcber Whatsapp, als direkt mit ihm zu sprechen &#8211; obwohl ich mich im selben Raum aufhalte.<\/p>\n<p>Ein Vorteil dieser schriftlichen Form von Kommunikation ist vielleicht, dass man eben das &#8222;Gesagte&#8220; schriftlich hat und den jeweils anderen damit quasi auf seine Aussagen festnageln kann. Unter dem Aspekt, dass es in der schriftlichen Kommunikation aber zu mehr Missverst\u00e4ndnissen kommen kann, als wenn man direkt mit jemandem spricht, kann einem aber gerade dies auch zum Verh\u00e4ngnis werden.<\/p>\n<p>Nicht zu vergessen, dass man bei jeder verschickten Nachricht, die Rechte an dieser an Whatsapp abtritt. Aber man ist zu bequem um sich Alternativen zu suchen, schlie\u00dflich werden diese sobald sie eine so gro\u00dfe Community haben \u00e4hnliches tun.<\/p>\n<p>Die Online-Kommunikation ist nicht neu..erst war es ICQ, dann wurde das abgel\u00f6st von Skype&#8230; dann kam Facebook.. nebenbei beides als Appvarianten.. Facebook fusioniert mit Skype..dann kam Whatsapp, als alleinige App-Variante eines nahezu kostenlosen Messengers und wurde schlie\u00dflich auch von Facebook gekauft.<\/p>\n<p>Das was sich ge\u00e4ndert hat ist weniger, dass es Online-Kommunikation gibt, sondern dass wir <em><strong>st\u00e4ndig und \u00fcberall online<\/strong><\/em> sind.<\/p>\n<p>Und noch viel schwieriger ist: Das wir st\u00e4ndig und \u00fcberall online sein m\u00fcssen- <em><strong>Onlinezwang<\/strong><\/em>.<\/p>\n<p>Als letztens am Timmendorferstrand das Internetnetz ausfiel, war die Emp\u00f6rung gro\u00df &#8211; wozu braucht man Internet am Strand, wenn man die Sonne und das Meer hat? o.o<\/p>\n<p>Ein schneller Schnappschuss auf Facebook &#8211; Real Life kommt sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>Statt Miteinander ein Vernetztes Nebeneinander &#8211; eine Onlinegesellschaft.<\/p>\n<p>Es gilt weiterhin (bei Zeiten) gezielt aus der Onlinegesellschaft auszubrechen und mehr miteinander zu agieren. \ud83d\ude09<\/p>\n<h3><em><strong>In diesem Sinne,<\/strong><\/em><\/h3>\n<h3><em><strong>bis demn\u00e4chst,<\/strong><\/em><\/h3>\n<h3><em><strong>eure Mira<\/strong><\/em><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorlesung f\u00e4ngt an &#8211; die Handys werden gez\u00fcckt, die Laptops aufgeklappt. 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