{"id":66,"date":"2022-01-14T21:06:18","date_gmt":"2022-01-14T20:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/?p=66"},"modified":"2022-01-14T21:06:18","modified_gmt":"2022-01-14T20:06:18","slug":"exzerpt-zum-text-gegen-kultur-schreiben-von-lila-abu-lughod-1996-studienleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/2022\/01\/14\/exzerpt-zum-text-gegen-kultur-schreiben-von-lila-abu-lughod-1996-studienleistung\/","title":{"rendered":"Exzerpt zum Text &#8222;Gegen Kultur schreiben&#8220; von Lila Abu-Lughod (1996) (Studienleistung)"},"content":{"rendered":"<p>Fachbereich 09 \u2013 Kulturwissenschaften<br \/>\nWiSe 2021\/22<br \/>\nTutorin: Hannah-Sophie Eylers<br \/>\nHybrid Tutorium zu \u201eEinf\u00fchrung in die Ethnologie\u201c (Oberg)<br \/>\n09-50-M1-T1<br \/>\nMeyer, Jessica<br \/>\nMatrikelnummer: 4458439<br \/>\nE-Mail: <a href=\"m&#97;&#x69;&#x6c;t&#111;&#58;&#x6d;&#x65;y&#101;&#x72;&#x6a;e&#64;&#117;&#x6e;&#x69;-&#98;&#x72;&#x65;m&#101;&#110;&#x2e;&#x64;e\">&#x6d;e&#x79;&#101;&#x72;&#106;&#x65;&#x40;u&#x6e;&#105;&#x2d;&#98;&#x72;&#101;m&#x65;&#110;&#x2e;&#100;&#x65;<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Exzerpt zum Text \u201eGegen Kultur schreiben\u201c &#8211; von Lila Abu-Lughod:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel von Lila Abu-Lughod \u201eGegen Kultur schreiben\u201c erschien 1996 im Sammelband \u201eWechselnde Blicke. Frauenforschung in internationaler Perspektive. Opladen, S. 14-46.\u201c (In: Ilse Lentz\/Herausgeberin Andrea Germer).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zur Autorin: <\/strong>Lila Abu-Lughod ist eine pal\u00e4stinensisch-amerikanische Anthropologin. Momentan ist sie Professorin f\u00fcr Sozialwissenschaften am Institut f\u00fcr Anthropologie der Columbia University in New York City und ist spezialisiert auf ethnografische Forschung in der arabischen Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lila Abu Lughod kritisiert den bisherigen\u00a0 Kulturbegriff in der Kulturanthropologie in ihrem Beitrag, da er so wie ihn James Clifford und George E. Marcus in ihrem 1986 ver\u00f6ffentlichtem Sammelband \u201eKultur schreiben\u201c beschreiben ihrer Ansicht nach die Personengruppen der FeministInnen und der \u201ehalfies\u201c ausgegrenzt werden. Als \u201ehalfies\u201c definiert sie \u201ePersonen, deren nationale oder kulturelle Identit\u00e4t aufgrund von Migration, Erziehung im Ausland oder ihrer Abstammung gemischt ist\u201c (S. 14).<\/p>\n<p>Abu-Lughod schreibt, dass sie zeigen m\u00f6chte das Kultur im bisherigen anthropologischen Diskurs zu Abgrenzungen f\u00fchrt und hierarchischen Strukturen herbeif\u00fchrt. Deshalb ruft sie AnthropologInnen jetzt dazu auf, \u00a0gegen Kultur zu schreiben (S. 14-15).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Selbst und andere\/Kultur und Differenz:<\/strong><\/p>\n<p>Abu-Lughod geht in diesen Abschnitten auf die Schwierigkeiten und Probleme ein die das bisherige Verst\u00e4ndnis des Kulturbegriffs ihrer Meinung nach mit sich bringen, \u201ek\u00f6nnte er jetzt zu etwas geworden sein, dem AnthropologInnen in ihren Theorien, ihrer ethnografischen Praxis und in ihrem ethnografischen Schreiben entgegen arbeiten sollten\u201c (S. 15).<\/p>\n<p>Ein Beispiel das Abu-Lughod nutzt um diese Problematik zu beschreiben ist die<\/p>\n<p>Beziehung die FeministInnen und \u201ehalfies\u201c AnthropologInnen zu sich selbst haben, so schreibt sie zum Beispiel: \u201eDer interessantere Aspekt der Lage der Feministin ist freilich, was sie mit dem <em>halfie<\/em> gemeinsam hat: ihre F\u00e4higkeit, das Selbst der Anthropologie in aller Ruhe anzunehmen ist blockiert. F\u00fcr beide ist, wenn auch auf unterschiedliche Weise, das Selbst gespalten, gefangen an der Schnittstelle zwischen Systemen der Differenz\u201c (S.18).<\/p>\n<p>Das beschreibt f\u00fcr sie das Problem der Macht der Unterscheidung zwischen Selbst und dem anderen.<\/p>\n<p>Weiter schreibt sie, dass die Dilemmata der \u201ehalfies\u201c noch gravierender sind, da sie meist f\u00fcr die anthropologische Fachwelt schreiben w\u00fcrden, da sie aber nicht westlichen Gemeinschaften in Verbindung gebracht w\u00fcrden sie auch von Mitgliedern dieser Gemeinschaften kritisiert.<\/p>\n<p>Weiter schreibt sie das sie sich beim Sprechen ihrer Aussagen sehr bewusst seien, da sie immer auch automatisch das andere darstellen, deshalb seien sie immer gezwungen sich besonders gr\u00fcndlich mit Ethik und Politik auseinanderzusetzen, weil sie immer zwischen der Rolle des \u201eSprechers als\u201c und des \u201eSprechers \u00fcber\u201c wechseln w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem zieht sie einen Vergleich zwischen Kultur und \u201eRasse\u201c (die \u201eRasse\u201c sei ein Vorg\u00e4nger des Konzepts der Kultur) (S. 22).<\/p>\n<p>Man k\u00f6nne laut Abu-Lughod auch behaupten Kultur sei f\u00fcr die Anthropologie wichtig, da die anthropologische Unterscheidung zwischen Selbst und Anderem darauf beruhe. Kultur sei das entscheidende Instrument zur Herstellung des anderen (S.21). Auch schreibt sie, viele w\u00fcrden jetzt die Sorge \u00e4u\u00dfern, dass der Kulturbegriff dazu tendieren w\u00fcrde Differenzen festzuschreiben (S. 24).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Diskurs und Praxis\/Verbindungen\/Ethnografien des Partikularen:<\/strong><\/p>\n<p>In diesen Abschnitten beschreibt Abu Lughod drei Strategien, die in ihren Augen geeignet sind um gegen Kultur zu schreiben.<\/p>\n<p>Die erste Strategie besch\u00e4ftigt sich mit dem Diskurs und der Praxis.<\/p>\n<p>Die Herkunft und Bedeutung des Begriffs des Diskurses beruht auf Vorstellungen von Foucault und Bourdieu. Er soll den Unterschied zwischen<\/p>\n<p>Theorie und Praxis verdeutlichen.<\/p>\n<p>Die Begriffe der Praxis und des Diskurses seien n\u00fctzlich, weil sie der Annahme der Gebundenheit entgegenwirken (S.26-27).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verbindungen:<\/strong><\/p>\n<p>Diese zweite Strategie besteht darin, neue Ansatzpunkte f\u00fcr die Gebiete und<\/p>\n<p>die Problemfelder zu finden mit denen sich die Anthropologie befasse (S.27).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist laut Abu-Lughod das Einbeziehen des Zusammenspiels zwischen<\/p>\n<p>Gegenwart und Vergangenheit wichtig, da dies wichtig f\u00fcr einige Entwicklungen sei (S.28).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ethnografien des Partikularen:<\/strong><\/p>\n<p>Bei ihrer dritten Strategie beschreibt Abu-Lughod wie wichtig es ist, Generalisierungen kritisch zu betrachten, da diese Teil einer Sprache der Macht seien, aber gleichzeitig nicht wirklich auf das eingehen was sie beschreiben (S.30).Da der bisherige benutzte Diskurs ihrer Meinung nach hierarchische Unterscheidungen zwischen \u201eihnen und den Anthropologischen Anderen\u201c noch verst\u00e4rkt (S.S. 32), schl\u00e4gt Abu-Lughod vor, \u201emit narrativen Ethnografien des Partikularen zu experimentieren, die auf der Feldforschung aufbauen\u201c (S.33).<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Taktischer Humanismus?<\/strong><\/p>\n<p>Im letzten Abschnitt ihres Artikels schreibt sie, dass die Strategie der Ethnografien des Partikularen f\u00fcr sie am besten geeignet ist um gegen Kultur zu<\/p>\n<p>Schreiben, da sie die \u00c4hnlichkeiten in unser aller Lebensumst\u00e4nden zum Vorschein bringt (S. 38).<\/p>\n<p>Sie will mit ihrer Kritik an der Anthropologie auch dazu anregen zu hinterfragen<\/p>\n<p>Wor\u00fcber und f\u00fcr wen wir schreiben (S.38).<\/p>\n<p>Auch schreibt sie, dass es gute Gr\u00fcnde gibt um den Humanismus zu hinterfragen, stellt aber fest das der \u201eHumanismus im Westen weiterhin die<\/p>\n<p>Sprache der menschlichen Gleichheit mit der gr\u00f6\u00dften moralischen Kraft ist\u201c<\/p>\n<p>K\u00f6nne man ihn noch nicht aufgeben (S.39).<\/p>\n<p>Das bezeichnet sie als \u201etaktischen Humanismus\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Diskussionsfragen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>1: Inwiefern ist Abu-Lughods Kritik an der Anthropologie 30 Jahre nach dem erstmaligem Erscheinen des Artikels heutzutage noch relevant? Wurden ihre L\u00f6sungsvorschlage in der Forschung angewandt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Wie lassen sich Hierarchien und Machtstrukturen zwischen den Personengruppen verringern oder ganz aufl\u00f6sen und wie kann in Zukunft<\/li>\n<\/ol>\n<p>vielleicht sogar ihre Entstehung verhindert werden?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>3: Inwieweit ist es hinnehmbar, dass Studien \u00fcber Personengruppen wie die<\/p>\n<p>\u201ehalfies\u201c von Personengruppen durchgef\u00fchrt werden, die deren kulturelle Hintergr\u00fcnde und Perspektiven gar nicht nachvollziehen k\u00f6nnen, da sie einen<\/p>\n<p>Ganz anderen Hintergrund\/Herkunft haben?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachbereich 09 \u2013 Kulturwissenschaften WiSe 2021\/22 Tutorin: Hannah-Sophie Eylers Hybrid Tutorium zu \u201eEinf\u00fchrung in die Ethnologie\u201c (Oberg) 09-50-M1-T1 Meyer, Jessica Matrikelnummer: 4458439 E-Mail: &#109;&#x65;y&#101;&#x72;j&#101;&#x40;u&#110;&#x69;-&#98;&#x72;&#101;&#x6d;&#x65;&#110;&#x2e;&#x64;&#101; &nbsp; &nbsp; Exzerpt zum Text \u201eGegen Kultur schreiben\u201c &#8211; von Lila Abu-Lughod: \u00a0 Der Artikel von &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/2022\/01\/14\/exzerpt-zum-text-gegen-kultur-schreiben-von-lila-abu-lughod-1996-studienleistung\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":13228,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[207],"tags":[],"class_list":["post-66","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13228"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":67,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66\/revisions\/67"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/derkuwiblogbuster\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}