4. Bewegung und Rituale

Ein Vorsatz für mein Selbstexperiment sind nicht nur gesunde Routinen und Rituale in meinem Alltag, sondern auch die Einbindung von sportlicher Betätigung in meinem Alltag. Hierzu nehme ich mir vor mich mehrfach die Woche sportlich zu betätigen, in Form von Workouts, Zumba oder Joggen gehen.

Ich habe am 07. Januar begonnen in meinem Zimmer auf einer Sportmatte zu beginnen, eigentlich war es geplant ab dem 01. Januar zu beginnen, doch dies konnte ich aufgrund meines Kurzurlaubs in Brüssel über Silvester vergessen. Es ist zudem zu erwähnen, dass ich über die Feiertage einen etwas ungesunden Lebensstil genossen habe. Ich habe mir nichts verboten und auch viel gefeiert, also Alkohol getrunken. Auch mein Schlafthytmus hat sehr gelitten, da ich oftmals bis mindestens 3 Uhr nachts wach war und meine Müdigkeit auf sich warten lies.

Am 07. Januar holten mich die Vorsätze für das Selbstexperiment ein. Nicht nur ein Gefühl von Druck zog sich durch die erste Woche des neuen Jahres, mein Gefühl von Freiheit und Spontanität zog sich weiterhin durch meinen Tagesablauf, mein Pflichtbewusstsein blieb irgendwo auf der Strecke.

Nachdem ich einige Tage mühseelig versuchte meinen Schlafrhytmus wieder in den Gang zu bekommen und wieder Kraft tanken konnte, nahm ich mir vor mir etwas Inspiration im Internet zu suchen. Ich erinnerte mich an letztes Jahr zurück, wo ich Anfang des Jahres sehr motiviert war und sehr viel auf meinen Körper geachtet habe, der Auslöser dafür war eine Youtuberin namens Joanna, Youtubechannelname: joannas essentials. (https://www.youtube.com/channel/UCo7CL8VN924VUVSVVhJd54g)

Das Video, welches mich sehr stark fasziniert hat, trägt den Titel „Detox Dezember – 10 Tipps für ein natürlicheres und gesünderes Leben“. Dieses Video regte mich dazu an, meine Ernährung und meine Achtsamkeit zu hinterfragen. Infolgedessen versuchte ich mich zu behandeln, wie ich eine sehr gute Freundin behandeln würde (was zunächst etwas seltsam klingt), aber beispielsweise frage ich meine Freunde immer, ob sie noch etwas brauchen, einen Tee oder sonstiges und sehe es als selbstverständlich ihren Wünschen nachzukommen. Dies geht bei mir selbst oft verloren, da meine Bequemlichkeit meine Bedürfnisse oft übertrifft und ich somit eher aus Faulheit handel anstatt aus Bedürfnissen meines Inneren.

Ich konnte die ersten Tage nicht dokumentieren, da es schon genug mentale Energie gekostet hat, mich überhaupt nach dieser „undisziplinierten“ Zeit aufzuraffen. Mein Einkauf bestand aus einem bunten Gemüsesortiment, ich war überzeugt und voller Tatendrang mir gesunde und leckere Gerichte zu zaubern. Auch für den Sport konnte ich mich motivieren, doch ja. Nach ein paar Minuten lag ich erstmal auf der Sportmatte und bemitleidete mein „Durchhaltevermögen“. Dies wiederholte sich alle paar Minuten und mir wurde bewusst, dass die vorgenommene Zeit von ca. 3 Stunden auf jeden Fall mit entspannten Einheiten kombiniert werden muss.

 

05.02.2020 Ich war heute das erste Mal in diesem Jahr in einem Wald, um joggen und spazieren zu gehen. Nicht lange hat es gedauert, bis ich mir innerlich vorgeworfen habe, so lange nicht mehr hier gewesen zu sein. Der Wald mit dem Namen „Tiergarten“ befindet sich ca. 15 Minuten zu Fuß entfernt von meinem Zuhause und war im Sommer ein sehr wichtiger Ort für mich, da ich meistens einen Tag in der Woche dort für mich selbst Kraft und Energie tankte.

Dies soll ein Teil meines Selbstexperiments werden. Ein regelmäßiger Ausflug in die Natur. Auch das Spazieren gehen, was zunächst sehr „unanspruchsvoll“ klingt, soll ein Bestandteil meines Alltags für die Zeit werden. Oftmals denke ich mir, dass ich keine Zeit dafür habe diese Ausflüge in meinen Alltag zu integrieren, doch dies ist wirklich nur eine Sache der Priorität! Ich habe manchmal das Gefühl mich selbst zu manipulieren mit diesen „Ausreden“. Ich bin sehr sehr froh heute diesen für mich wichtigen Schritt in die Realität umgesetzt zu haben.

 

Update: Mein neues Ziel ist es, mindestens ein Mal in der Woche in dem Wald Zeit alleine zu verbringen. Ich habe gemerkt, wie gut mir die Atmosphäre tut. Ich finde in der Natur und ganz allein, spüre ich alles ganz anders als sonst in der alltagsbekannten „Schnelllebigkeit“. In dem Wald kann ich mich ganz angenehm spüren und merke, wie ich für eine gewisse Zeit dem ganzen Alltagsstress entkommen kann. Ich kann es jedem wirklich nur ans Herz legen: Geht mehr raus!! Es gibt so viele schöne Orte, meist näher als man denkt, welche einem oft verborgen bleiben, weil man sich viel zu sehr in seiner bekannten „Welt“ beziehungsweise seiner Komfortzone aufhält.

Was ich merke ist, dass ich einfach machen muss. Klingt sehr banal, aber ich denke oft viel zu sehr nach, wenn ich beschließe in den Wald zu gehen. „Kannst du dir das gerade leisten?“, „Hast du nicht noch viel zu viel anderes Zeug zu tun?“, „Du kannst doch jetzt nicht einfach vor allem flüchten, du musst doch erreichbar sein“ sind einige der Fragen und Gedanken, die mir sofort in den Kopf schießen, sobald ich über meine kurzen, kostbaren Ausflüge in die Natur nachdenke. Ich ziehe mich einfach an, während mir diese Gedanken im Kopf rumschwirren und gehe los.

Immer schön regenfest und bequem anziehen und los gehts! Ich merke immer wieder wie unbeschwert es ist einfach so natürlich und unkompliziert loszugehen. Damit meine ich, wie wenig Gedanken, im Vergleich zu meinem Alltag, ich mir bezüglich meines Äußeren machen muss. Viele würden jetzt meinen „Ja, die Gedanken und den Stress machst du dir ja sonst nur selbst“, aber aus diesem Muster raus zu kommen ist auf jeden Fall leichter gesagt als getan! Es gibt Phasen, da geht dies besser, an manchen Tagen ziehe ich mich 10 Mal um, bevor ich das Haus verlasse.

Ich bin jedes Mal aufs neue soooo fasziniert, von der Schönheit dieses Waldes. Und er langweilt mich einfach nie! Es sieht immer anders aus gefühlt, aber am liebsten gefällt er mir bei Sonnenschein.

 

Meine Mama geht momentan sehr oft spazieren und so beschließe ich einen Tag mit ihr durch den Tiergarten zu spazieren. Ich habe mittlerweile schon eine Art „Routine“ entwickelt: ich laufe zum Wald hin, renne einmal komplett durch, bis ich nicht mehr kann und spaziere dann eine Runde an meine Lieblingsplätze und schaue mich dort um. Nun war ich mit meiner Mama dort und bemerkte, dass etwas in mir anders war als sonst.

Als ich mit ihr den Wald betrat und wir entspannt durch spazierten, vespürte ich den Wunsch in mir drin, durchzurennen. Klar, ich hätte sagen können „Mama, ich bin gleich wieder da, muss mich mal eben auspowern“, aber ich hatte mir einen Rucksack mitgenommen mit Trinkflasche etc. und war nicht so wie sonst, perfekt fürs „einfach losrennen“ ausgestattet. Der Tag war eh nicht so zufriedenstellend und ich spürte richtig stark, dass ich körperlich unausgelastet bin und eigentlich Bewegung brauche. Ich sprach dies bei meiner Mama an, da ich es auf der anderen Seite sehr genossen habe, mal mit ihr spazieren zu gehen und erklärte ihr meine „Laune“, da ich dies nicht wirklich verstecken kann und will. Danach ging es mir besser und ich nahm mir vor am nächsten Tag wiederzukommen, um mich wieder auszupowern.

 

So geht es nun weiter, ich nehme mir immer mal wieder Zeit und versuche die Ausflüge in den Wald in meinen Wochenablauf zu integrieren, was mir mental sehr viel bringt und mich auch irgendwie stolz macht, da ich teilweise sehr „faul“ bin, was Dinge in die Realität umsetzen angeht, bin.

 

Meine Mama hatte gestern Geburtstag und wir sind nach einem sehr leckeren Essen mit meiner Schwester und ihrem Freund zum Tiergarten gelaufen, um dort noch etwas frische Luft und Natur zu genießen. Das war sehr schön und ich kenne mich mittlerweile schon wirklich gut in der einen Hälfte des Waldes aus! Wir sind dann noch über eine Brücke zur anderen Seite und diese Seite werde ich selbst erforschen, wenn ich irgendwann Lust darauf habe, momentan geht es mir mehr als Gut in meiner bekannten Umgebung dort.

 

 

Hier seht ihr ein Foto, von meinem Lieblingsplatz, wenn die Sonne scheint, da die direkt dort drauf strahlt und man dort einfach perfekt die Ruhe und Sonnenstrahlen im Gesicht genießen kann. Letztens bin ich einfach mit meinem Fahrrad direkt dorthin gefahren. Zuerst habe ich mich auf die Bank gesetzt und versucht zu lesen, doch dies hat nicht so gut geklappt, weil ich dort besser entspannen und die Sonne mit geschlossenen Augen genießen konnte. Irgendwann habe ich mich einfach auf die Bank gelegt und das klingt vielleicht etwas verrückt, aber wahrscheinlich vermisse ich es einfach echt einfach in der Sonne irgendwo auf einer Wiese zu liegen und so tat ich dies einfach auf der Bank. Danach habe ich mich echt erholt gefühlt und bin wieder nachhause, um an Unisachen zu arbeiten.

Auf dieser Bank hat mir übrigens vor ca. 5 Jahren mein Freund seine Liebe gestanden und wir saßen sehr lange dort und haben gesprochen.. Richtig verrückt, aber ich verbinde schon eine Menge mit dem Wald, wenn ich drüber nachdenke.

 

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