7. Reflexion und mein Fazit

Bevor das Experiment gestartet hab, war ich mehr als motiviert. Ich habe mir in meinem Kopf ausgemalt, wie ich die Rituale und Routinen in meinen Alltag einbette und mich in dieser Zeit körperlich und mental „optimiere“.

Ich kann zunächst sagen, dass eine Umstellung von 0 auf 100 nicht geklappt hat. Wie in meinem Kapitel zum Thema „Ehrlichkeit“ erklärt, habe ich lange mit einem inneren Druck gekämpft, der mich psychisch etwas aus der Bahn geworfen hat. Ich habe erst dann verstanden, dass ich oft zu „naiv“ an gewisse Dinge rangehe beziehungsweise mir zu hohe Ziele setze und letzendlich durch den Druck gar keine Freude oder Durchhaltevermögen aufweisen kann.

Das Selbstexperiment hat mich sehr lange begleitet, da ich über eine längere Zeit erstmal rausfinden musste, was es für mich eigentlich bedeutet mich zu optimieren. Nun weiß ich schon mehr als vorher:
Mich selbst zu optimieren heißt mich selbst lernen so zu akzeptieren wie ich bin! Klingt banal, ich versuche es mal genauer zu erklären.

Die Optimierung, die oft als kritisch betrachtet wird, da sie schnell extreme Muster mit sich bringen kann, hab ich für ein paar Tage verspürt. Es hatte nichts mit Spaß, Freude oder Zufriedenheit zu tun. Ich verspürte eher Stress, Umzufriedenheit und Druck.

Ich denke daraus ist etwas ganz wichtiges entstanden, nämlich der Wunsch nach Achtsamkeit und Entschleunigung. Ich habe gemerkt, dass die anfangs von mir festgelegten Vorraussetzungen mich stressen. Mit der Zeit probierte ich immer mehr Wege aus, welche mir Raum geben eine gewisse Ruhe und Harmonie zu spüren. Wie im Kapitel „Bewegung und Rituale“ erklärt, hat mich der Weg sehr oft in die Natur verschlagen und dort konnte ich etwas für meinen Geist, meine Seele und meinen Körper tun. Dieser Ausgleich hat mir meinen Alltag und mein Selbstwertgefühl um einiges verbessert, was für mich im Endeffekt eine durchaus schöne Erfahrung war/ist. Das Wort „Optimierung“ kann ich nicht mehr mit gutem Gefühl benutzen, da es mich schon beim Lesen nervt. Was genau soll dieses Optimum sein? Ich denke wenn man versucht sich selbst ständig zu optimieren, wird man viele enttäuschende Momente erleben. Ich denke es ist viel wichtiger auf sich zu achten und das zu tun, was einem gut tut! Und nicht das, was die Gesellschaft uns präsentiert.

Manchmal kann es sogar ein Heulausbruch sein, der einem gut tut. Ein Anruf von einer Person, die man gerne hat. Diese kleinen Dinge werden uns sehr selten auf beispielsweise sozialen Medien präsentiert.

Was ich vor allem mitgenommen habe aus dem Selbstexperiment ist es, mir Zeit für Dinge zu nehmen, die mir gut tun und das ist ein Spaziergang im Wald oder sportliche Betätigung. Ich habe nach dem Experiment einen Sportkurs besucht und werde ihn wahrscheinlich weiterhin fortführen. Mir hat das Kapitel und das Dokumentieren der Natur im Kapitel „Bewegung und Rituale“ super viel Spaß und Freude bereitet. Ich hoffe es wird deutlich, dass dieser Ort mir viel bedeutet. Das Experiment hat mir geholfen mir die Wichtigkeit der Natur nochmal erneut zu beleuchten und dafür bin ich sehr dankbar.

 

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