{"id":13,"date":"2023-06-22T23:48:44","date_gmt":"2023-06-22T21:48:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/celiaisabelbipeb\/?p=13"},"modified":"2023-06-22T23:48:44","modified_gmt":"2023-06-22T21:48:44","slug":"schriftspracherwerb-elementare-schriftkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/celiaisabelbipeb\/2023\/06\/22\/schriftspracherwerb-elementare-schriftkultur\/","title":{"rendered":"Schriftspracherwerb \u2013 elementare Schriftkultur"},"content":{"rendered":"<h2><\/h2>\n<p>W\u00e4hlen Sie ein \u201eleeres Blatt\u201c oder die \u201eMemory mit Schrift\u201c-Szene von Mia und Anastasia und beschreiben Sie m\u00f6glichst genau an Beispielen aus dem Material, welche Zug\u00e4nge zur Schrift die Kinder bereits gefunden haben (z.B. Was wissen sie \u00fcber Schrift? Wie nutzen sie Schrift?, was bedeutet ihnen Schrift?, worin unterscheiden sich ihre Schrifterfahrungen?)<\/p>\n<p>Es handelt sich in dem Video um eine Situation, in der die Kinder Mia und Anastasia mit schriftlichen Materialien in Ber\u00fchrung kommen. Hier sind einige m\u00f6gliche Zug\u00e4nge zur Schrift, die die Kinder bereits gefunden haben k\u00f6nnten: sie erkennen die Bilder auf den Karten und k\u00f6nnen die Anlaute der Substantive erkennen. Diese sprechen sie beim Suchen der richtigen 2. Karte meist laut mit. Zum Teil gelingt es ihnen nicht, die richtige Karte aufzudecken, weil sie nur den Anlaut lesen (bspw. bei Bus und Buch). zum gro\u00dfen Teil erkennen sie aber schon das ganze Wort richtig und gehen mit dem Finger beim Sprechen nach. (Vgl. Dehn, Mechthild\/H\u00fcttis-Graff, Petra (2000)\u00a0 S. 32-54)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erkl\u00e4ren Sie den Begriff \u201eelementare Schriftkultur\u201c , grenzen Sie ihn von dem Begriff der Kulturtechnik ab. F\u00fchren Sie anschlie\u00dfend drei Beispiele konkret aus, in denen Sie Kindern in Kita oder Unterricht bereits Zug\u00e4nge zur elementaren Schriftkultur erm\u00f6glicht haben bzw. erm\u00f6glichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8222;elementare Schriftkultur&#8220; bezieht sich auf die grundlegenden F\u00e4higkeiten und Kenntnisse, die f\u00fcr den Umgang mit Schriftsprache erforderlich sind. Es umfasst das Erlernen des Alphabets, das Verst\u00e4ndnis von Buchstaben, W\u00f6rtern und S\u00e4tzen sowie das Entwickeln von Lesef\u00e4higkeiten. Die elementare Schriftkultur bildet die Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Schreib- und Leseentwicklung.<br \/>\nDurch regelm\u00e4\u00dfige Bilderbuchbetrachtungen werden den Kindern Geschichten und Texte nahegebracht. Die P\u00e4dagog*innen k\u00f6nnen mit den Kindern \u00fcber die Bilder und die Handlung sprechen, erste W\u00f6rter identifizieren und \u00fcber den Inhalt diskutieren. Dies f\u00f6rdert das Verst\u00e4ndnis von Geschichten und den Aufbau eines Wortschatzes. Die Kinder k\u00f6nnen auch ermutigt werden, ihre eigenen Geschichten oder Zeichnungen zu erstellen, um ihre Kreativit\u00e4t und ihr Interesse an der Schriftsprache zu f\u00f6rdern. (Vgl. Sch\u00fcler, Lis (2021) S. 7-26)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die neuesten Ergebnisse der IGLU Studie zeigen einmal mehr, dass sich die Leistungsheterogenit\u00e4t im Lesen(lernen) weiter versch\u00e4rft. 25% der Kinder erreichen Ende Klasse 4 nur die Kompetenzstufe 1 und 2, k\u00f6nnen also im Grunde nicht lesen; weitere 35% lesen unterdurchschnittlich bis durchschnittlich (Stufe 3). Stellen Sie vor dem Hintergrund des weiten Begriffs von Schriftspracherwerb (Folie 20) und insbesondere des Begriffs der elementaren Schriftkultur \u00dcberlegungen dazu an, wie es zu diesen Ergebnissen kommen konnte und wie sich Leseunterricht ver\u00e4ndern m\u00fcsste, damit viel mehr Kinder zu Leser:innen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kinder bringen unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit in den Leseunterricht. Sie haben verschiedene sprachliche und kognitive F\u00e4higkeiten, die sich auf ihren Schriftspracherwerb auswirken k\u00f6nnen. Ein individualisierter und differenzierter Unterricht, der den Bed\u00fcrfnissen der einzelnen Kinder gerecht wird, ist daher von gro\u00dfer Bedeutung.<\/p>\n<p>Der Leseunterricht sollte auf die individuellen Lernbed\u00fcrfnisse der Kinder abgestimmt sein. Dazu geh\u00f6ren differenzierte Lernangebote, die den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Lerngeschwindigkeiten der Kinder gerecht werden. Kleingruppenarbeit, individuelle F\u00f6rderpl\u00e4ne und intensive F\u00f6rderma\u00dfnahmen k\u00f6nnen hier unterst\u00fctzend wirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literaturverzeichnis:<br \/>\nDehn, Mechthild\/H\u00fcttis-Graff, Petra (2000) (Hrsg.): Zeit f\u00fcr die Schrift II. Beobachtung und Diagnose. Berlin, S. 32-54<br \/>\nSch\u00fcler, Lis (2021) (Hg.): Elementare Schriftkultur in heterogenen Lernkontexten. Zug\u00e4nge zu Schrift und Schriftlichkeit. Seelze: Klett\/Kallmeyer, S. 7-26<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hlen Sie ein \u201eleeres Blatt\u201c oder die \u201eMemory mit Schrift\u201c-Szene von Mia und Anastasia und beschreiben Sie m\u00f6glichst genau an Beispielen aus dem Material, welche Zug\u00e4nge zur Schrift die Kinder bereits gefunden haben (z.B. Was wissen sie \u00fcber Schrift? Wie nutzen sie Schrift?, was bedeutet ihnen Schrift?, worin unterscheiden sich ihre Schrifterfahrungen?) 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