Finale Reflexion: Was habe ich gelernt?

In meinem letzten Blogbeitrag für das eSTUDI-Seminar gebe ich euch einen Überblick darüber, was ich in dessen Rahmen geschafft habe und wie mir die Inhalte bei meinem Lernprojekt geholfen haben.

Wie weit bin ich gekommen?

Zur Erinnerung: Mein Lernprojekt war das Erlernen der Programmiersprache Dart. Ich hatte Glück: Die grundlegende Syntax der Sprache ähnelt Programmiersprachen, die ich bereits beherrsche, sodass die Entwicklung einfacher Programme nach etwas Umgewöhnung nicht mehr schwer fällt. Dabei hilft auch der Compiler, der mir Fehler im Code aufzeigt. Zugegeben, mein Dart-Code ist wahrscheinlich nicht besonders idiomatisch, jedoch erfüllt er seinen Zweck. Erweiterte Konzepte wie beispielsweise asynchronen Code habe ich bisher nicht verwendet, die grundlegenden Kenntnisse zum Verständnis dieser sind nun aber vorhanden.

Anzumerken ist des Weiteren, dass das Erlernen einer Programmiersprache sowieso wohl nie ganz abgeschlossen ist: Man lernt immer etwas neues, beispielsweise bezüglich Codestil.

Für mein Lernprojekt habe ich wie geplant Aufgaben des Project Euler gelöst. Zur Entwicklung einer echten App für Android und iOS bin ich nicht gekommen, wobei dies ohnehin nur ein optionales Ziel war, das ich mir gesteckt hatte.

Wie hat das eSTUDI-Seminar mir dabei geholfen?

Nun aber genug der technischen Einzelheiten. Viel interessanter für euch ist wahrscheinlich, inwiefern mir das Seminar dabei geholfen hat, die Ziele zu erreichen.

Das wohl wichtigste Tool für mich war Wunderlist, das ich zur Aufgabenverwaltung genutzt habe und in Modul B vorgestellt wurde. Hier konnte ich hierarchisch Aufgaben hinterlegen und abarbeiten. Weitere, kleinere Unteraufgaben landeten als TODO-Kommentare im Programmcode, dessen Verwaltung von meiner Entwicklungsumgebung übernommen wurde.

Für Notizen habe ich ansonsten OneNote verwendet, beispielsweise für wichtige Tipps aus dem Style-Guide der Sprache. Hilfreich war außerdem die Lesezeichensynchronisierung des Browsers Chrome, durch die ich zuhause und unterwegs Zugriff auf wichtige Unterlagen zum Erlernen der Sprache hatte. Die bisher genannten Tools werde ich im weiteren Verlauf meines Studiums auf jeden Fall weiter einsetzen.

Angeregt durch das Seminar habe ich auch nach Screencasts zu meinem Lernprojekt gesucht und bin fündig geworden, jedoch habe ich schnell herausgefunden, dass die Textform für mich doch geeigneter ist, weil man sie auch überfliegen kann. Gerade wenn man Inhalte teils schon kennt, ist das Überfliegen eines Texts sinnvoller als das Ansehen eines langen Videos.

StackOverflow

In Modul G haben wir uns mit Onlinekommunikation beschäftigt. In dieser Hinsicht habe ich viel vom Entwickler-„Forum“ StackOverflow profitiert, in dem sich viele Fragen und Antworten zu Programmierthemen finden lassen. In meinem letzten Beitrag habe ich bereits die Grenzen der Onlinekommunikation aufgezeigt, aber auch Vorteile wie Nachverfolgbarkeit genannt. Insbesondere dieser Vorteil liegt beim oben genannten Forum vor.

Ebenfalls kennengelernt haben wir unter anderem digitale Karteikartensysteme: Diese sind zum Auswendiglernen von Inhalten gut geeignet, in meine Fall erwies sich Learning by Doing allerdings als sinnvoller. Das Erlernen einer Programmiersprache ist mit dem Erlernen einer normalen Sprache, das beispielsweise das Auswendiglernen von Vokabeln voraussetzt, eben doch nur entfernt verwandt. 😉

Insgesamt konnte ich feststellen, dass ich unbewusst bereits vieles so mache, wie es im eSTUDI-Seminar gezeigt wurde. Einige Beispiele, die nicht auf mein Lernprojekt beschränkt sind:

  • Zum „erfolgreich[en] Studieren“ (Modul B) …
    • … verwende ich Wunderlist zur Organisation.
    • … lerne ich das, was ich interessant finde. Möglich wird das durch individuelle Studienplanung.
  • Zum „Infos sammeln“ (Modul C) …
    • … nutze ich Spezialsuchmaschinen wie WolframAlpha.
    • … greife ich von zuhause aus per VPN auf die Unibibliothek zu.
    • … verwende ich zum kollaborativen Erstellen von Mitschriften das Tool OneNote.
  • Zum „Wissen verarbeiten“ (Modul D) …
    • … verwende ich zwar kein Social Bookmarking, jedoch immerhin hierarchische, synchronisierte Lesezeichen.
  • Zum Erstellen von Artefakten (Modul E) …
    • … verwende ich ebenfalls OneNote, beispielsweise zum gemeinsamen Erstellen von Zusammenfassungen.
  • Zur Darstellung von Ergebnissen (Modul F) …
    • … nutze ich mit Kommilitonen Microsoft PowerPoint – in semi-Echtzeit über OneDrive.

Muss ein Seminar wirklich immer mit Anwesenheit verbunden sein?

Im Laufe meines Studiums habe ich mich schon in einigen Veranstaltungen gefragt, ob diese nicht auch online zu bewältigen gewesen wären. Meiner Ansicht nach war es eine gute Idee, das eSTUDI-Seminar online zu veranstalten.

Dafür spricht, dass jeder Studierende seine Zeit so frei einteilen kann. Diese Flexibilität sorgt dafür, dass das Seminar so in die Zeitplanung eingearbeitet werden kann, dass nicht zu viel auf einmal gelernt werden muss und das Wissen auch lange im Kopf bleibt. Des Weiteren gab es den Vorteil, dass ich Inhalte zu Tools und Methoden, die ich bereits kannte, einfach überspringen oder mit 1,5-facher Geschwindigkeit wiedergeben konnte, um mehr Zeit in neue Themen investieren zu können. Nicht zuletzt bot das Online-Seminar auch die Möglichkeit, Feedback zu geben und zu erhalten. Auch dadurch kam es zu neuen Denkanstößen, mit der ich meine unwissentlich bereits bestehende PLE verbessern konnte.

Natürlich gibt es auch einige Nachteile von Online-Veranstaltungen. So braucht es ein wenig Selbstdisziplin, die Webseite zu besuchen und etwas neues zu lernen, wobei allerdings auch die „Abgabefristen“ geholfen haben. Prokrastination wurde dadurch effektiv verhindert.

Speziell zum eSTUDI-Seminar kann ich noch anmerken, dass die Screencasts teils unnötig lang waren: Manchmal genügt auch ein kurzer Überblick und das anschließende Ausprobieren des Tools oder der Methode, getreu dem Prinzip: Probieren geht über Studieren. Gut fande ich, dass es eine zusammenfassende Liste aller Werkzeuge gibt, die vorgestellt wurden.

Motivation bis zum Ende bestand einerseits natürlich durch die Credits bei erfolgreicher Teilnahme, andererseits aber auch durch Interesse daran, welche Werkzeuge denn noch kommen – schließlich könnte man sie auch nicht schon kennen.

Empfehlen würde ich das Seminar allen, die größtenteils noch „analog“ lernen. Wer bereits viele Programme und Webtools nutzt, um sein Studium zu organisieren, profitiert vom eSTUDI-Seminar offensichtlich weniger. Das Selbstlernangebot war hier sinnvoll, da die Themen an sich nicht besonders komplex und damit keine tiefergehenden Erklärungen notwendig waren. Lineare Algebra hätte ich eher nicht als Online-Veranstaltung belegt. 😉

2 Gedanken zu „Finale Reflexion: Was habe ich gelernt?“

  1. Hallo Christian,

    danke für deine umfassende Abschlussreflexion. An einem Beitrag wie deinem merkt man schnell, wie angenehm ein Wechsel von Strukturen, Bildern und Textblöcken das Lesen gestaltet. Außerdem hast du deine Reflexion sinnvoll mit deinem Lernprojekt und den Modulen verknüpft.

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg im Studium
    Hendrik

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