{"id":30,"date":"2025-08-31T22:20:29","date_gmt":"2025-08-31T20:20:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/cathrinbaumhet\/?p=30"},"modified":"2025-08-31T22:20:29","modified_gmt":"2025-08-31T20:20:29","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/cathrinbaumhet\/2025\/08\/31\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s2\">1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. Nehmen Sie dabei Bezug auf:<br \/>\na.) unterschiedliche fachdidaktische Aspekte. \u00dcbertragen Sie, wenn m\u00f6glich, die in der Ringvorlesung gewonnenen Erkenntnisse auf die Didaktiken der von Ihnen studierten F\u00e4cher.<br \/>\nb.) generelle Erkenntnisse zur Beziehungsarbeit in Schule und Unterricht.<br \/>\nBitte benennen Sie f\u00fcr Aufgabenteil 1 konkret mindestens zwei relevante Literaturquellen\u00a0 (Namen, Jahr, Titel). Hinweis:Die Vorlesungsfolien stellen keine Literaturquellen dar. Sie k\u00f6nnen jedoch gerne auf die Literatur zur\u00fcckgreifen, auf die auf den Folien verwiesen wird.<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ein zentrales Konzept, welches ich aus der Ringvorlesung mitgenommen habe, ist der Beutelsbacher Konsens. Der Konsens gilt als Orientierungsrahmen und basiert auf drei Prinzipien: dem \u00dcberw\u00e4ltigungsverbot, dem Kontroversit\u00e4tsgebot und der Sch\u00fclerorientierung (vgl. Wehling 1977).<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Das <\/span><strong><span class=\"s3\">\u00dcberw\u00e4ltigungsverbot<\/span><\/strong><span class=\"s1\"> bedeutet, dass Lehrkr\u00e4fte ihre Sch\u00fcler*innen nicht im Sinne einer bestimmten Meinung indoktrinieren d\u00fcrfen (vgl. Gessner et al. 2016, S 34). Das <\/span><strong><span class=\"s3\">Kontroversit\u00e4tsgebot <\/span><\/strong><span class=\"s1\">besagt, dass politische Fragen, die in Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit kontrovers diskutiert werden, auch im Unterricht kontrovers dargestellt werden m\u00fcssen (vgl. Wehling 1977). Schlie\u00dflich fordert die <\/span><strong><span class=\"s3\">Sch\u00fclerorientierung<\/span><\/strong><span class=\"s1\">, dass Sch\u00fcler*innen erlernen, ihre eigenen Interessen und Perspektiven in politische Kontexte einzubringen (vgl. Gessner et al. 2026, S. 145). Da ich Politik studiere, ist der Beutelsbacher Konsens von zentraler Bedeutung, weil er einen Rahmen vorgibt, wie politisches Wissen zu vermitteln ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Eine weitere Erkenntnis, die ich aus dem Seminar mitnehmen konnte, war die Auseinandersetzung mit Intelligenz und Vorwissen. Gruber und Stamouli (2020) zeigen, dass vorhandenes Wissen entscheidend f\u00fcr den Lernerfolg ist:<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>\u201eden gr\u00f6\u00dften Einfluss auf den Lernfortschritt [besitzt] das zu Beginn eines Schuljahres verf\u00fcgbare Wissen\u201c (Gruber\/Stamouli 2020, S. 36).<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Deutlich wird dadurch, dass bereits bestehende Unterschiede zwischen Sch\u00fcler*innen noch verst\u00e4rkt werden. Sch\u00fcler*innen, die bereits von zu Hause aus \u00fcber das n\u00f6tige Wissen verf\u00fcgen, haben also wesentlich bessere Chancen auf Lernerfolg. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s2\">2. Welche Faktoren zum schulischen <\/span><span class=\"s4\">Umgang mit Heterogenit\u00e4t<\/span><span class=\"s2\"> (z.B. Unterrichtsformen, Schulformen\/-strukturen, schulkulturelle Aspekte, Handeln von Lehrkr\u00e4ften), die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, pr\u00e4gen im R\u00fcckblick auf ihre eigenen Praxiserfahrungen (eigene Schulzeit, Berichte aus der Praxis, ggf. auch schon eigene Praxiserfahrungen) den Schulalltag besonders stark \u2013 und warum? Hier k\u00f6nnen Sie aus Ihrer Sicht besonders gelungene oder auch weniger gelungene Beispiele reflektieren. Inwiefern helfen Ihnen die Inhalte der Vorlesung, eine solche Einsch\u00e4tzung vorzunehmen? Nehmen Sie konkret Bezug auf entsprechende Begriffe, Theorien, Konzepte, die Sie jetzt kennengelernt haben.<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Erkenntnis der Heterogenit\u00e4t von Sch\u00fclerschaften war eine der wichtigsten Erkenntnisse f\u00fcr mich aus der Ringvorlesung. Mir ist dabei bewusst geworden, dass eine Sch\u00fclerschaft wirklich niemals homogen ist &#8211; selbst wenn die einzelnen Sch\u00fcler*innen im gleichen Jahrgang, derselben Stadt und innerhalb Deutschlands zur Schule gehen. In meinem Orientierungspraktikum durfte ich diese Vielfalt dann aus erster Hand beobachten. Unterschiede zeigten sich in verschiedensten Dimensionen, wie sie auch im Allgemeinen Gleichstellungsgesetzt (AGG) festgehalten sind: etwa in ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, Alter oder Behinderung (vgl. Bundesministerium der Justiz und f\u00fcr Verbraucherschutz 2006). Dies hat meinen Blick auf den Unterricht stark ver\u00e4ndert und mein Verst\u00e4ndnis weiter vertieft, dass Vielfalt nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Besonders pr\u00e4gend war in diesem Kontext eine meiner eigenen Erfahrungen aus meiner Schulzeit, die ich inzwischen mit einer Beobachtung aus dem Orientierungspraktikum verbinden kann. Ein Fach, welches mir damals sehr schwer fiel, war das Fach Chemie. Das Lernen fiel mir in diesem Fach immer ganz besonders schwer, da ich weder Vorwissen mitbrachte, noch die Motivation, dieses aus meiner Perspektive so unfassbar schwierige Fach, selbstst\u00e4ndig zuhause zu lernen. Im Nachhinein verstehe ich diese Schwierigkeit auch im Zusammenhang mit meinem Habitus. Pierre Bourdieu betont, dass der Habitus mit der Position im sozialen Raum und der Verf\u00fcgbarkeit von \u00f6konomischem, sozialem, kulturellem und symbolischem Kapital verkn\u00fcpft ist (vgl. Bourdieu 1987, S. 24-25). Da ich aus keinem akademischen Elternhaus stamme und naturwissenschaftliche Inhalte kaum eine Rolle spielten, fehlte mir der nat\u00fcrliche Zugang zu diesem Fach sowie das Wissen \u00fcber unterschiedlichen Lernstrategien. Dazu kam, dass im Unterricht \u00fcberwiegend einseitige Methoden, wie Textlekt\u00fcren und anschlie\u00dfende m\u00fcndliche Abfrage als Lernmethode genutzt wurden. Diese Form des Unterrichtens sprach jedoch nicht alle Sch\u00fcler*innen an, wodurch ich bereits nach kurzer Zeit einen Unterschied zwischen den unterschiedlichen Wissensst\u00e4nden der Sch\u00fclerschaft erkennen lie\u00df. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Im Nachhinein wurde mir bewusst, dass es mir und auch anderen Sch\u00fcler*innen an vielf\u00e4ltigeren Lernmaterialien gefehlt hat. Durch die Ringvorlesung 12, hatte ich die M\u00f6glichkeit mich intensiv mit dem Konzept des Multimedia Learning von Richard E. Mayer, auseinanderzusetzen. Dieser spricht in seinem Konzept von Kombinationen des Lernens wie z.B. der Kombination von visuellen und sprachlichen Elementen (vgl. Mayer 2009, S. 1 ff.).<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">In meinem Orientierungspraktikum durfte ich mein angeeignetes Wissen direkt anwenden. Im Chemieunterricht der zehnten Klasse sollte die Sch\u00fclerschaft in Kleingruppen, Mindmaps zu Fachbegriffen erstellen. In einer der Gruppen unterst\u00fctzte ich die Lernenden, indem ich sie dazu anregte, sich die Begriffe gegenseitig zu erkl\u00e4ren, passende Lernvideos zu nutzen und eigene Eselsbr\u00fccken zu entwickeln. Die Sch\u00fclerschaft gab mir positives Feedback zu den Lernans\u00e4tzen, und die Aufgabenstellung konnte erfolgreich erf\u00fcllt werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s2\">3. Zu welchen, mindestens zwei, Fragestellungen, die Sie in der Vorlesung kennengelernt haben, w\u00fcrden Sie gerne mehr erfahren im weiteren Studium in Bezug auf das Modulthema BAUMHET? Welche haben Sie vermisst? Bitte begr\u00fcnden Sie Ihre Wahl.<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Eine der Fragen die im im Rahmen der Ringvorlesung besonders besch\u00e4ftigt haben, betrifft die Bedeutung von Vorwissen f\u00fcr den Lernerfolg von Sch\u00fcler*innen. Mich interessiert wie Schulen und Lehrkr\u00e4fte praktisch damit umgehen k\u00f6nnen, dass Lernende mit ungleichen Voraussetzungen in der Klasse starten. Ich w\u00fcrde gerne mehr \u00fcber konkrete Methoden erfahren, um die Leistungsheterogenit\u00e4t fr\u00fchzeitig auszugleichen. Ebenfalls hat mich die Vorlesung zu dem Thema, Umgang mit Diversit\u00e4t und Diskriminierung an der Schule, interessiert. Besonders in Bezug auf Bildungsklassismus und institutionelle Diskriminierung fand ich dieses Thema sehr spannend.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Dar\u00fcber hinaus habe ich das Thema digitale Medien im Umgang mit Heterogenit\u00e4t etwas vermisst. Zwar wurde mehrfach auf methodische Vielfalt hingewiesen, aber die Rolle digitaler Werkzeuge bei der individuellen F\u00f6rderung kam meiner Meinung nach etwas zu kurz. Ich beobachte in meinem Orientierungspraktikum derzeit, dass digitale Medien eine zentrale Rolle im Unterricht spielen und f\u00e4nde aus diesem Grund eine intensivere <\/span><span class=\"s1\">Auseinandersetzung mit diesem Thema besonders hilfreich.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Quellen:<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bourdieu, Pierre (1992): Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, S. 34-35.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Bundesministerium der Justiz und f\u00fcr Verbraucherschutz (2006): Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG). https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/agg\/BJNR189710006.html, Zugriff: 31.08.2025.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Gessner, Rebekka; Hoffmann, Kora; Lotz, Mathias; Wohning, Alexander (2016): Brauchen wir den Beutelsbacher Konsens? Bericht \u00fcber eine Fachtagung. In: Benedikt Widmaier und Peter Zorn (Hg.): Brauchen wir den Beutelsbacher Konsens? Eine Debatte der politischen Bildung. Frankfurt a.M.: bpb, S. 28-36.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Gruber, Hans\/ Stamouli, Eleni (2020). Intelligenz und Vorwissen. In Wild, Elke; M\u00f6ller, Jens (Hg.): P\u00e4dagogische Psychologie. 3. Auflage. Heidelberg: Springer, S. 25\u201344.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Mayer, Richard E. (2009): Multimedia Learning. 2nd ed. Cambridge: Cambridge University Press. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wehling, Hans-Georg (1977): Konsens \u00e0 la Beutelsbach? Nachlese zu einem Expertengespr\u00e4ch. In: Siegfried Schiele und Herbert Schneider (Hg.): Das Konsensproblem in der politischen Bildung. Stuttgart, S. 173-184. (Zitiert in: Bundeszentrale f\u00fcr Politische Bildung (2011): Beutelsbacher Konsens. https:\/\/www.bpb.de\/die-bpb\/ueber-uns\/auftrag\/51310\/beutelsbacher-konsens\/, Zugriff: 31.08.2025).<\/span><!--more--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Benennen Sie die f\u00fcr Sie zentralsten (mindestens zwei verschiedene, gerne auch mehr) theoretischen Erkenntnisse (auf allgemeine Konzepte oder empirische Studien aufbauend), die Sie aus den Vortr\u00e4gen der Ringvorlesung mitgenommen haben. 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