{"id":21,"date":"2025-06-17T13:38:04","date_gmt":"2025-06-17T11:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/cathrinbaumhet\/?p=21"},"modified":"2025-06-17T13:38:04","modified_gmt":"2025-06-17T11:38:04","slug":"vielfalt-rv10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/cathrinbaumhet\/2025\/06\/17\/vielfalt-rv10\/","title":{"rendered":"Vielfalt &#8211; rv10"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Wie kann der p\u00e4dagogische Dreischritt aus Dramatisierung, Differenzierung und Entdramatisierung im Kontext der Geschlechterkompetenzlosigkeitskompetenz konkret gestaltet werden?<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ich war diesen Dienstag krankheitsbedingt leider nicht bei der Vorlesung anwesend. Um mich dennoch mit dem Thema vertraut zu machen, habe ich mich mit dem Text von Katharina Debus auseinandergesetzt: \u201eDramatisierung, Entdramatisierung und Nicht-Dramatisierung in der geschlechterreflektierten Bildung\u201c. Darin beschreibt sie das Konzept der Dramatisierung (das Geschlecht explizit zu thematisieren) und das der Entdramatisierung (das Geschlecht zu dezentralisieren und als eines von vielen Merkmalen anzuerkennen). <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Nehmen wir an, in einer Unterrichtssituation \u00e4u\u00dfert ein Sch\u00fcler die Bemerkung, \u201eM\u00e4dchen sind eh schlechter in Mathe\u201c. In diesem Fall w\u00fcrde ich nicht versuchen, das Thema direkt abzuwiegeln, sondern die Aussage zum Anlass nehmen, Geschlecht und Geschlechterbilder explizit zum Thema zu machen. Gemeinsam mit der Klasse w\u00fcrde ich Hintergr\u00fcnde zu Rollenbildern, Sozialisation und strukturellen Benachteiligungen im Bildungssystem erarbeiten.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Je nach Gruppendynamik k\u00f6nnte es hilfreich sein, im n\u00e4chsten Schritt eine geschlechtergetrennte Arbeitsphase einzubauen, um innerhalb der jeweiligen Gruppe einen gesch\u00fctzten Austausch zu erm\u00f6glichen \u2013 etwa \u00fcber eigene Erfahrungen mit Erwartungen an das eigene Geschlecht in schulischen Leistungssituationen. (Debus, 2012)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Welchen Rahmen k\u00f6nnen cis-\/endogeschlechtliche und heterosexuell lebende Lehrkr\u00e4fte ihren queer lebenden Kolleg*innen bieten, um auch f\u00fcr diese einen sicheren Arbeitsort zu schaffen, in dem sie m\u00f6glichst keine Diskriminierung erfahren?<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Aktives, solidarisches Handeln, w\u00e4re eine Vorraussetzung. Nur wenn Diskriminierung klar benannt wird, kann dagegen vorgegangen werden und aus dieses Grund bedarf nicht zu schweigen sondern aktiv Stellung zu beziehen. Zudem k\u00f6nnte eine reflexiv Handlung gegen\u00fcber den eigenen Privilegien von Vorteil sein, um ein tiefgehendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr quer feindliche Diskriminierung zu entwickeln.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Zudem wird basierend auf einer Online-Befragung von 835 LSBTIQ*-Lehrkr\u00e4ften aus dem Jahr 2016 deutlich, dass Diskriminierung aufgrund von sexuelle Orientierung und Identit\u00e4t h\u00e4ufig vorkommt. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Fast die H\u00e4lfte der Lehrkr\u00e4fte (47,3 Prozent) gab damals an, dass die Sch\u00fcler:innen nichts von ihrer LSBTIQ*-Identit\u00e4t wissen w\u00fcrden (Antidiskriminierungsstelle des Bundes, 2017, S. 15)<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Allein diese Zahlen, auch wenn sie nicht die aktuellsten sind, machen sichtbar wie Unsicherheit und Schweigen pr\u00e4sent ist. Wie unglaublich ist es, dass viele Lehrkr\u00e4fte nicht das Gef\u00fchl haben, sie k\u00f6nnten sich mitteilen? Genau deshalb braucht es gesch\u00fctzte und st\u00e4rkende R\u00e4ume, sowie aktives und solidarisches Handeln, in denen offen gesprochen wird und Diskriminierung abgeschafft.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><strong><span class=\"s1\">Welche Aspekte von geschlechtlicher und sexueller Bildung verunsichern Sie gegenw\u00e4rtig am meisten? Welche Informationen und Kenntnisse ben\u00f6tigen Sie, um sich sicherer zu f\u00fchlen?<\/span><\/strong><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Micha verunsichert die Angst, unbeabsichtigt zu diskriminieren indem ich unbeabsichtigt ausschlie\u00dfende Sprache verwende. Um mich sicherer zu f\u00fchlen w\u00fcrden konkrete Formulierungs- oder Sprachhilfen helfen. Zudem w\u00e4re mir in der Zukunft der Austausch mit anderen Lehrkr\u00e4ften sehr wichtig. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Quelle: <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Debus, K. (2012) Dramatisierung, Entdramatisierung und Nicht-Dramatisierung in der geschlechterreflektierten Bildung. Oder: (Wie) Kann ich geschlechterreflektiert arbeiten, ohne geschlechtsbezogene Stereotype zu verst\u00e4rken?.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Antidiskriminierungsstelle des Bundes. (2017).<br \/>\nLSBTIQ-Lehrkr\u00e4fte in Deutschland:<br \/>\nDiskriminierungserfahrungen und Umgang mit der eigenen sexuellen und geschlechtlichen Identit\u00e4t im Schulalltag. Antidiskriminierungsstelle des Bundes.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann der p\u00e4dagogische Dreischritt aus Dramatisierung, Differenzierung und Entdramatisierung im Kontext der Geschlechterkompetenzlosigkeitskompetenz konkret gestaltet werden? Ich war diesen Dienstag krankheitsbedingt leider nicht bei der Vorlesung anwesend. 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