{"id":37,"date":"2021-08-26T14:09:57","date_gmt":"2021-08-26T12:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/?p=37"},"modified":"2021-08-26T14:09:57","modified_gmt":"2021-08-26T12:09:57","slug":"abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/2021\/08\/26\/abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>mein heutiger Blogbeitrag ist ein Rundumblick zum Thema \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t in der Grundschule\u201c. In der Schule ist es h\u00e4ufig so, dass nach einer Homogenisierung gestrebt wird. Doch nicht jede*r Sch\u00fcler*in\u00a0 schafft es, dem Grundanforderungsniveau zu entsprechen. Andersherum gibt es aber auch Sch\u00fcler*innen, die schon zu Beginn eines neuen Themas wesentlich mehr wissen als ben\u00f6tigt wird. Die Homogenisierungstendenz in deutschen Schulen kann somit insgesamt zu ungleichen Bildungschancen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Im mathematischen Anfangsunterricht, ist es erstaunlich, wie unterschiedlich die mathematischen Vorkenntnisse schon zu Beginn des ersten Schuljahres sind. Einige in der Klasse k\u00f6nnen schon problemlos im Zahlenraum bis 20 rechnen und andere k\u00f6nnen noch nicht die Zahlenreihe bis 20 korrekt aufsagen. Dieses Beispiel zeigt, dass es keine Stunde null im mathematischen Anfangsunterricht gibt, sondern \u00a0die mathematischen Vorkenntnisse zum Ausgangspunkt des Anfangsunterrichts gemacht werden sollten und eine Homogenisierung hinderlich w\u00e4re. Wichtig ist hierbei, die Vorkenntnisse mit Hilfe verschiedener Methoden, wie zum Beispiel mit Schachtelaufgaben zu erheben, um daraus im Anschluss angemessene individuelle F\u00f6rderung zu entwickeln. (vgl. Selter, 1995, S. 5 f.)<\/p>\n<p>Auch sprachlich gibt es in der Schule eine sehr gro\u00dfe Vielfalt. Die sprachliche Vielfalt bezieht sich dabei nicht nur auf andere Landessprachen sondern auch auf verschiedene Dialekte. In der Schule besteht oft ein monolingualer Habitus. Es wird viel Wert auf Bildungsinstitutionshochdeutsch gelegt und anderer Dialekte und Landessprache werden selten thematisiert (vgl. Gogolin 1994). Bis Kinder Deutsch als Zweitsprache auf einem bildungssprachlichen Niveau erlernen, vergehen in der Regel jedoch bis zu 5 Jahren. Oft kommen die Kinder aber schon nach einer kurzen Zeit in einer DAZ Klasse\u00a0 in eine \u00a0Regelklasse. Hinzu kommt, dass nicht jedes Kind, das Deutsch als Muttersprache hat, diese auf bildungssprachlichem Niveau sprechen kann. Wird jedoch von den Fachlehrer*innen keine R\u00fccksicht auf einen sprachsensiblen Fachunterricht gelegt, entsteht hierdurch schnell ein Bildungsnachteil. Hier k\u00f6nnen beispielweise Fachw\u00f6rter extra thematisiert werden. Au\u00dferdem kann die Thematisierung anderer Sprachen vor allen Dingen im Deutschunterricht eine Br\u00fccke zur deutschen Sprache schaffen. Auch Kinder mit Deutsch als Muttersprache profitieren von diesem Austausch, da sie lernen sprachliche Besonderheiten fokussiert zu betrachten. Zudem kann ein kultureller Austausch zum Beispiel bei der Behandlung von Sprichw\u00f6rtern in verschiedenen Landessprachen, angeregt werden.<\/p>\n<p>In meiner eigenen Schulzeit musste ich oft erleben, dass trotz einem in der Schule vorhandenen Inklusionsgedanken, es zu Kategorisierungen \u00a0gekommen ist. Wichtig ist, dass die Lehrkr\u00e4fte auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse von Sch\u00fcler*innen eingehen, ohne sie zu separieren. Dabei sollten gemeinsame Lerngegenst\u00e4nde geschaffen werden, bei denen jedes Kind angepasst an seine Vorerfahrungen teilhaben kann und voneinander profitiert werden kann. In meiner Schulzeit wurden wir jedoch oft nach Leistung in verschiedene Kurse eingeteilt. Dies widerspricht jedoch meiner Meinung nach einer gelungenen Inklusion, bei der einer Kategorienbildung, wie in diesem Fall leistungsstark und leistungsschwach entgegengewirkt wird. Dieses Beispiel beinhaltet f\u00fcr mich den in der Vorlesung thematisierten Aspekten des Empowerment, der Normalisierung und der Dekonstruktion.<\/p>\n<p>Besonders Jungen sind in unserem Bildungssystem h\u00e4ufig im Vergleich zu den M\u00e4dchen benachteiligt. Diese Erfahrung habe ich auch in meiner eigenen Schulzeit machen k\u00f6nnen. So haben in meinem Abiturjahrgang die M\u00e4dchen im Schnitt einen besseren Abiturdurchschnitt bekommen als die Jungen. Besonders die Lese \u2013 und Schreibkompetenzen stellen eine grundlegende Voraussetzung f\u00fcr den sp\u00e4teren Bildungserfolg dar. Somit gilt es zu pr\u00fcfen, inwiefern man im Deutschunterricht gendersensibel arbeiten kann. Wichtig ist hier, dass die Lehrkraft schon bei der Auswahl von Literatur f\u00fcr den Deutschunterricht darauf achtet, dass sich beide Geschlechter damit identifizieren k\u00f6nnen. In meiner eigenen Schulzeit habe ich h\u00e4ufig feststellen k\u00f6nnen, das Jungen oft die Lesemuffel und M\u00e4dchen hingegen die Leseratten waren. Um diesem entgegenzuwirken, ist es von besonderer Bedeutung den Jungen dem Spa\u00df am Lesen durch verschiedene Leseanimationsverfahren oder Vielleseverfahren zu vermitteln. Somit k\u00f6nnen sich die literarischen Kompetenzen, die im Vergleich zu den M\u00e4dchen niedriger ausfallen, verbessern.<\/p>\n<p>In meinem weiteren Studium w\u00fcrde ich gerne mehr \u00fcber die Frage \u201eInwiefern in heutigen Schulb\u00fcchern f\u00fcr den Sachunterricht auf eine gendersensible Sprache Gestaltung geachtet wird?\u201c erfahren. Besonders ein gendersensibler Sachunterricht ist wichtig, um langfristig mehr M\u00e4dchen f\u00fcr naturwissenschaftliche Themen zu begeistern. Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrde mich interessieren, inwiefern die Corona Pandemie und der damit verbundene Unterricht von zu Hause aus, die schulischen Leistung von M\u00e4dchen und Jungen ver\u00e4ndert haben. Besonders spannend finde ich dabei den Genderaspekt, sowie die sozio\u00f6konomische Benachteiligung in den Fokus zu nehmen. Diese Frage ist besonders wichtig als Hintergrundwissen, um Folgen der Pandemie\u00a0 auf den Bildungserfolg einer gesamten Generation durch einen angemessenen Umgang m\u00f6glichst gering zu halten. Wenig thematisiert wurde in der Vorlesung der Aspekt der religi\u00f6sen Heterogenit\u00e4t, zu dem ich gerne mehr erfahren h\u00e4tte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eure Caroline<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Selter C. (1995): Zur Fiktivit\u00e4t der \u201eStunde Null\u201c im arithmetischen Anfangsunterricht<\/p>\n<p>Gogolin, I. (1994): Der monolinguale Habitus der multilingualen Schule. M\u00fcnster: Waxmann<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, mein heutiger Blogbeitrag ist ein Rundumblick zum Thema \u201eUmgang mit Heterogenit\u00e4t in der Grundschule\u201c. In der Schule ist es h\u00e4ufig so, dass nach einer Homogenisierung gestrebt wird. Doch nicht jede*r Sch\u00fcler*in\u00a0 schafft es, dem Grundanforderungsniveau zu entsprechen. 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