{"id":28,"date":"2021-06-17T11:33:29","date_gmt":"2021-06-17T09:33:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/?p=28"},"modified":"2021-06-17T11:33:29","modified_gmt":"2021-06-17T09:33:29","slug":"inklusion-in-der-grundschule-zusammenhaenge-und-gestaltungsmoeglichkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/2021\/06\/17\/inklusion-in-der-grundschule-zusammenhaenge-und-gestaltungsmoeglichkeiten\/","title":{"rendered":"Inklusion in der Grundschule &#8211; Zusammenh\u00e4nge und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>in meinem heutigen Blogbeitrag greife ich das Thema Inklusion an Grundschulen auf und thematisiere dabei m\u00f6gliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Der Lehrer Pineda reflektiert in einem Textausschnitt seine eigenen bildungsbiographischen Erfahrungen. Diese Erfahrungen lassen sich hervorragend mit den Aspekten Empowerment, Normalisierung und Dekonstruktion verkn\u00fcpfen. Unter Empowerment versteht man, dass strukturelle Gewalt Menschen daran hindern kann sich weiter zu entwickeln. Pineda kritisiert den starren Lehrplan, der den Lehrkr\u00e4ften wenige Spielr\u00e4ume gibt \u201ebesondere Kinder\u201c zu ber\u00fccksichtigen. In der Schule w\u00fcrden die Inhalte des Lehrplans haupts\u00e4chlich reduziert und wenig differenziert angepasst, behauptet Pineda. So k\u00f6nnen Kinder keinen Lernfortschritt machen und f\u00fchlen sich schnell diskriminiert. Durch die strukturelle Gewalt kann es also dazu kommen, dass \u00a0\u201eDas Recht auf Teilhabe an der \u201eNormalit\u00e4t\u201c \u201cverwehrt bleibt.<\/p>\n<p>Alle Menschen sind Menschen und gleichen sich darin, weshalb jeder in der Gesellschaft wie ein normaler Mensch behandelt werden sollte. Kommt es zum Beispiel wie durch Pineda beschrieben zu einer Reduzierung der Lerninhalte und einhergehend zur Verwendung von extra Arbeitsbl\u00e4ttern, klassifiziert man die Lerngruppe in die \u201enormalen\u201c und die \u201ebesondern\u201c Kinder. Somit werden die \u201ebesonderen\u201c Kinder weniger integriert und es kommt schnell zu einer zweigeteilten Klasse. Die Verschiedenheit innerhalb einer Klasse sollte als Bereicherung gesehen werden und nicht zur Spaltung der Klassengemeinschaft f\u00fchren. Unter dem Aspekt der Normalisierung w\u00fcrde eine wie von Pineda angef\u00fchrte flexible Ausgestaltung des Lehrplanes z\u00e4hlen, bei dem Interaktionen und R\u00e4ume eine Gleichbehandlung aller erm\u00f6glicht. Das Statement \u201eDas Recht nicht zu einem \u201eAnderen\u201c gemacht zu werden\u201c, verdeutlicht den Aspekt der Normalisierung.<\/p>\n<p>Wenn man \u00fcber Inklusion spricht, geht es immer darum Kategorisierungen wie behindert-nichtbehindert aufzul\u00f6sen. Daf\u00fcr pl\u00e4diert auch Pindea. Er betont, dass Lehrkr\u00e4fte auf die individuellen Bed\u00fcrfnisse eingehen sollten, ohne die Lerngruppe dabei zu separieren. Als Lehrkraft ist es wichtig zu versuchen der Stigmatisierung von bestimmten Kindern entgegenzuwirken. Dies beinhaltet auch der der Begriff der Dekonstruktion. Allerdings sollten Differenzen zwischen den Kindern nicht aus dem Blick verloren werden, sondern durch geeignete Aufgabenstellungen, in denen sich alle Kinder wiederfinden, aufgefangen werden. Es existiert also eine Koexistenz von Besonderheit und Normalit\u00e4t. Ben\u00f6tigt ein Kind dennoch eine komplett andere Aufgabenstellung, um Lernen zu erm\u00f6glichen, sollte ihm das Recht gegeben werden Normalisierung zu verweigern. Dies kann zum Beispiel bei starken entwicklungsbedingten Unterschieden der Fall sein.\u00a0 Nur wenn Kinder selber ein f\u00fcr sich selbst anschlussf\u00e4higes Konzept in ihrem Kopf entwickeln k\u00f6nnen, ist Lernen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wenn ich eine Unterrichtseinheit als Lehrkraft plane, sollte ich zun\u00e4chst das Vorwissen erheben. Dies hilft mir dabei einen gemeinsamen Zugang zu einem Thema zu finden. Hierzu kann man beispielweise ein Mindmap zu einem Oberthema gestalten lassen, ein Bild malen, oder ein Unterrichtsgespr\u00e4ch durchf\u00fchren. Wichtig ist nat\u00fcrlich zu beachten, dass man verschiedene methodische M\u00f6glichkeiten anbietet, um der Heterogenit\u00e4t der Klasse gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Besonders offene Aufgabenformate wie etwa, den Schluss einer Geschichte finden, lassen sich gut in einen Unterricht mit heterogenen Klassen einbinden. Der Vorteil von offenen Aufgabenstellungen im Vergleich zu geschlossenen ist, dass unterschiedliche L\u00f6sungen gewollt sind und jedes Kind seinen eigenen Weg, angepasst an seine F\u00e4higkeiten, gehen kann. Trotzdem k\u00f6nnen alle Kinder an einem gemeinsamen Gegenstand arbeiten und dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch kommen. Alle L\u00f6sungen sind anerkannt keine L\u00f6sung wird als falsch angesehen. So k\u00f6nnen z.B. auch leistungsschw\u00e4chere Kinder an derselben Aufgabe teilhaben wie leistungsst\u00e4rker. Geschlossene Aufgaben geben immer eine L\u00f6sung vor. Hier eignet sich besonders die Arbeit mit Tandems, bei denen ein Kind dem anderen helfen kann.<\/p>\n<p>In Gruppenarbeiten kristallisieren sich immer wieder bestimmte Rollen heraus. Als Lehrkraft erkenne ich dies daran, dass die Kinder bei jeder Gruppenarbeit immer \u00e4hnliche Rollen w\u00e4hlen. So gibt es oft jemanden, der ben\u00f6tigt wird zum Mangen der Gruppe oder jemanden zum Dokumentieren der Arbeitsergebnisse. Bei der Planung einer Gruppenarbeit sollte deswegen darauf geachtet werden, dass sich nicht immer wieder die gleichen Gruppenkonstellationen bilden, sondern auch mal der Zufall entscheidet oder die Lehrperson selbst, wie die Gruppe zusammengesetzt ist. Dies erm\u00f6glicht den Kindern in neue Rollen zu schl\u00fcpfen und sich neu auszuprobieren. Au\u00dferdem ist dadurch gew\u00e4hrleistet, dass jedes Kind gleichm\u00e4\u00dfig an der Gruppenarbeit teilnehmen kann und dadurch lernt Verantwortung in einer Gruppe zu tragen. Auch Methoden wie das Gruppenpuzzle f\u00fchren zu einer gr\u00f6\u00dferen Flexibilit\u00e4t der Rolle.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcrs Lesen meines Beitrags!<\/p>\n<p>Eure Caroline<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Quelle: Folien: Heidrun Demo &amp; Simone Seitz:\u00a0 Inklusion in der Grundschule in S\u00fcdtirol \/ Italien- Zusammenh\u00e4nge und<br \/>\nGestaltungsm\u00f6glichkeiten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, in meinem heutigen Blogbeitrag greife ich das Thema Inklusion an Grundschulen auf und thematisiere dabei m\u00f6gliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und Zusammenh\u00e4nge. Der Lehrer Pineda reflektiert in einem Textausschnitt seine eigenen bildungsbiographischen Erfahrungen. Diese Erfahrungen lassen sich hervorragend mit den Aspekten Empowerment, Normalisierung und Dekonstruktion verkn\u00fcpfen. 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