{"id":24,"date":"2021-06-02T19:48:32","date_gmt":"2021-06-02T17:48:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/?p=24"},"modified":"2021-06-02T19:48:32","modified_gmt":"2021-06-02T17:48:32","slug":"genderkompetenzen-im-literaturunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/2021\/06\/02\/genderkompetenzen-im-literaturunterricht\/","title":{"rendered":"Genderkompetenzen im Literaturunterricht"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>in meinem heutigen Blogbeitrag wird es um Genderkompetenzen im Literaturunterricht gehen. Auch die Auswahl von Lekt\u00fcren im Deutschunterricht sollte gendersensibel gestaltet sein. Schon das Vorlesen im Kleinkindalter durch weibliche Vorbilder kann dazu f\u00fchren, dass Kinder den Eindruck haben, dass Lesen als eine weibliche Kulturpraxis anzusehen ist. Jungen identifizieren sich mit andere Themen als M\u00e4dchen. Aus diesem Grund sollte man bei der Auswahl eines Buches sowohl m\u00e4nnliche als auch weibliche Kollegen, V\u00e4ter oder Autoren mit einzubeziehen. Wichtig ist, dass man zus\u00e4tzlich die thematischen Vorlieben der Kinder miteinbezieht. K\u00f6nnen die Kinder zwischen meheren B\u00fcchern w\u00e4hlen ist es wichtig, dass die Kinder eine m\u00f6glichst vielf\u00e4ltige Auswahl von B\u00fcchern bekommen, um eine Einteilung der Klasse nach dem Geschlecht zu vermeiden. Dabei kann man auch B\u00fccher ausw\u00e4hlen, die der typischen Genderordnung widersprechen, um bewusst dieses Thema als Lerngegenstand zu machen. Vergleicht man die Leseleistung von Jungen und M\u00e4dchen, so f\u00e4llt auf, dass M\u00e4dchen h\u00f6here Kompetenzen im Bereich des literarischen Lesens haben, wohingegen beim informellen Lesen beide Geschlechter gleich abschneiden. F\u00fcr die Unterrichtspraxis ergibt sich daher die Konsequenz, dass unterschiedliche Textsorten im Unterricht zu behandeln sind . Jedoch ist anzumerken, dass sich die literarische Kompetenz wom\u00f6glich bei Jungen und M\u00e4dchen je nach Medium unterscheidet, weshalb ein Einsatz verschiedener Medien entscheidend f\u00fcr eine F\u00f6rderung dieser Kompetenz ist.<\/p>\n<p>In meiner eigenen Schulzeit haben in der Regel alle Sch\u00fcler*innen dasselbe Buch im Unterricht gelesen. Die B\u00fccher wurden oft von unserer Lehrkraft ausgew\u00e4hlt, ohne dass wir nach unseren Interessen gefragt wurden. Das finde ich im Nachhinein sehr schade. Bei der Auswahl der B\u00fccher haben die Lehrkr\u00e4fte dennoch darauf geachtet, dass sich beide Geschlechter damit identifizieren k\u00f6nnen. In der Mittelstufe konnten wir uns einmal aus einer vorgegebenen Auswahl an B\u00fcchern eines aussuchen, zu dem wir ein Lesetagebuch gestalten sollten. Diese Aufgabe habe ich als sehr positiv in Erinnerung, da jeder sich\u00a0 frei f\u00fcr ein Buch entscheiden konnte und auch die Aufgaben selber w\u00e4hlen konnte. In meiner Schulzeit konnte ich beobachten, dass die M\u00e4dchen lieber B\u00fccher gelesen haben als die Jungen, wobei die Jungen h\u00e4ufiger zu Sachb\u00fcchern griffen. Somit best\u00e4tigen sich die Studien zu den Kompetenzunterschieden in meinen Erfahrungsbericht.<\/p>\n<p>Implizite und explizite Genderkonstruktionen bieten ein besonderes Potential f\u00fcr den Unterricht. In dem Buch \u201eAlles rosa\u201c wird Gender explizit konstruiert. Es eignet sich hervorragend die vorgegeben Genderordnung zu thematisieren und mit den Kinder \u00fcber Genderabweichungen ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Das Buch Tomatenrot hingegen thematisiert Gender eher auf eine implizite Art und Weise. Es kann dazu dienen vorhandene Klischees zu durchbrechen und die Vielfalt von Identit\u00e4ten aufzuzeigen. Somit leisten diese Art von Genderkonstruktionen einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz von Andersartigkeit. Beim Einsatz dieser B\u00fccher im Unterricht w\u00fcrde mich besonders interessieren, welche in unserer Gesellschaft vorhandenen\u00a0 Genderklischees Grundsch\u00fcler*innen bereits verinnerlicht haben.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig h\u00f6rt man, dass Jungen \u00a0Lesemuffel und M\u00e4dchen Leseratten seien. In der Praxis sollte man deswegen versuchen dieser Annahme entgegen zu wirken, indem man versucht besonders die Jungen mehr f\u00fcrs Lesen zu begeistern. Dies k\u00f6nnte durch Vielleseverfahren, Leseanimationsverfahren, die Bereitstellung von interessanter Literatur f\u00fcr Jungen oder Autorenlesungen gelingen. Wichtig ist auch das die Jungen auch m\u00e4nnliche Lesevorbilder haben. So k\u00f6nnten zum Beispiel bewusst M\u00e4nner zum Vorlesen eingeladen werden.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcrs Lesen meines Beitrags!<\/p>\n<p>Eure<\/p>\n<p>Caroline<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, in meinem heutigen Blogbeitrag wird es um Genderkompetenzen im Literaturunterricht gehen. Auch die Auswahl von Lekt\u00fcren im Deutschunterricht sollte gendersensibel gestaltet sein. Schon das Vorlesen im Kleinkindalter durch weibliche Vorbilder kann dazu f\u00fchren, dass Kinder den Eindruck haben, dass Lesen als eine weibliche Kulturpraxis anzusehen ist. 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