{"id":19,"date":"2021-05-18T14:28:58","date_gmt":"2021-05-18T12:28:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/?p=19"},"modified":"2021-05-18T14:28:58","modified_gmt":"2021-05-18T12:28:58","slug":"heterogenitaetsdimensionen-im-naturwissenschaftlich-technischen-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/caroline\/2021\/05\/18\/heterogenitaetsdimensionen-im-naturwissenschaftlich-technischen-unterricht\/","title":{"rendered":"Heterogenit\u00e4tsdimensionen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>in meinem heutigen Blogbeitrag wird es um verschiedene Heterogenit\u00e4tsdimensionen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht gehen.<\/p>\n<p>Sandra, eine Sch\u00fclerin der 3b, w\u00e4hlt bei einem Projekttag im Wald die Aufgabe ein Wald Mandala zu gestalten, obwohl sie lieber die Nistk\u00e4sten repariert h\u00e4tte. Die meisten anderen M\u00e4dchen der Klasse w\u00e4hlen auch die Aufgabe ein Wald Mandala zu gestalten.<br \/>\nF\u00fcr die Interessensgenese nach Deci und Ryan m\u00fcssen grundlegende psychologische Bed\u00fcrfnisse der Selbstbestimmung erf\u00fcllt sein. Diese umfassen das Kompetenzerleben, die Selbstbestimmung\/Autonomie und die soziale Eingebundenheit. Wenn man diese p\u00e4dagogische Interessenstheorie nun auf den vorher geschilderten Fall bezieht, wird deutlich, dass die soziale Eingebundenheit \u00a0bei der Wahl der Aufgabe eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnte. Das M\u00e4dchen hat sich vermutlich so entschieden, weil es dasselbe machen wollte wie die anderen M\u00e4dchen. So f\u00fchlt sie sich in ihrer Umgebung akzeptiert und anerkannt. Au\u00dferdem k\u00f6nnte es sein, dass sich das Kind gegen die Nistk\u00e4stenaufgabe entschieden hat, weil es selbst noch nicht so viele Erfahrungen mit Reparaturarbeiten gemacht hat und somit noch kein Kompetenzerleben hatte. Im Vergleich dazu hat sie wom\u00f6glich schon einige Erfahrungen mit Mandalas gemacht.<\/p>\n<p>Die Lehrkraft hat hier die Aufgaben stark an vorhandenen Geschlechterklischees ausgerichtet. Dies ist f\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Interessensbildung eher hinderlich. So konnte von vornhinein vermutet werden, dass es zu einer Trennung der Geschlechter kommen w\u00fcrde. Als Lehrkraft h\u00e4tte man die Aufgabenstellung sinnvollerweise anders gew\u00e4hlt und in beiden Gruppen sowohl Aspekte, die M\u00e4dchen als auch Aspekte die Jungen mehrheitlich interessieren mit eingebaut. So h\u00e4tten sich die Kinder in vielf\u00e4ltigen Gebieten erproben k\u00f6nnen und durch diese pers\u00f6nlichen Erfahrungen individuelle Interessen herausfinden k\u00f6nnen. Auch Sandra aus unserem Fallbeispiel w\u00e4re dann nicht dem Gruppenzwang ausgesetzt und k\u00f6nnte sich freier entfalten.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht sollte im Werkunterricht nicht ausschlie\u00dflich in Zweierteams kombiniert aus M\u00e4dchen und Jungen gearbeitet werden. So bek\u00e4men die M\u00e4dchen den Eindruck, dass sie in technischen Dingen die Unterst\u00fctzung der Jungen ben\u00f6tigen w\u00fcrden. Dies w\u00e4re f\u00fcr den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes eher hinderlich. Des Weiteren h\u00e4ngen die Interessen stark von dem sozialen Umfeld der Kinder ab. Folglich gibt es auch Jungen, die sich wenig oder gar nicht f\u00fcr Technik interessieren und M\u00e4dchen, die in ihrem Alltag schon vielf\u00e4ltige Erfahrungen mit technischen Themen gemacht haben und sich daf\u00fcr interessieren. Im Mittel ist das Interesse an technischen Themen bei M\u00e4dchen im Grundschulalter zwar geringer, jedoch sollte immer auf die individuelle Lerngruppe geschaut werden, um Gruppen einzuteilen. Bei der Einteilung von Gruppen im Technikunterricht gibt es deutlich mehr Kriterien wie zum Beispiel der Umgang mit Werkzeugen, Feinmotorik, Genauigkeit, Kreativit\u00e4t, die eine Rolle spielen sollten.<\/p>\n<p>W\u00fcrde ich eine Bachelorarbeit zum Thema gendersensiblen Sachunterricht schreiben, w\u00fcrde ich mich mit gendersensibler Sprache im Sachunterricht auseinandersetzen. Eine m\u00f6gliche Forschungsfrage k\u00f6nnte sein: \u201eInwiefern wird in heutigen Schulb\u00fcchern f\u00fcr den Sachunterricht auf eine gendersensible Sprache und Gestaltung geachtet?\u201c Hierzu k\u00f6nnte man sich Schulb\u00fccher von verschiedenen Schulbuchverlagen ansehen und die Sprache sowie Bilder und Themen analysieren. \u00a0Bei der Sprache sollte zum Beispiel immer von Wissenschaftler*innen und Forscher*innen die Rede sein und bei Bildergestaltung sollte nicht nur das m\u00e4nnliche Geschlecht abgebildet werden. Au\u00dferdem sollte darauf geachtet werden, dass sowohl Themen die M\u00e4dchen mehrheitlich interessieren als auch Themen die Jungen mehrheitlich interessieren in einem ausgewogenen Verh\u00e4ltnis in den Schulb\u00fcchern auftauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Lesen<\/p>\n<p>Eure Caroline<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deci, Edward; Ryan, Richard 1993: Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation und die Bedeutung f\u00fcr die P\u00e4dagogik. In: Zeitschrift f\u00fcr P\u00e4dagogik 39, S. 223-238.<\/p>\n<p>Maltzahn, Katharina von 2014: M\u00e4dchen und Naturwissenschaften. Zur Entwicklung von Interessen nach der Grundschule. Weinheim und Basel: Beltz Juventa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser*innen, in meinem heutigen Blogbeitrag wird es um verschiedene Heterogenit\u00e4tsdimensionen im naturwissenschaftlich-technischen Unterricht gehen. Sandra, eine Sch\u00fclerin der 3b, w\u00e4hlt bei einem Projekttag im Wald die Aufgabe ein Wald Mandala zu gestalten, obwohl sie lieber die Nistk\u00e4sten repariert h\u00e4tte. 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