{"id":92,"date":"2020-03-23T15:26:32","date_gmt":"2020-03-23T14:26:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/?page_id=92"},"modified":"2020-06-11T14:50:24","modified_gmt":"2020-06-11T12:50:24","slug":"die-bewerbung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/das-projekt\/die-bewerbung\/","title":{"rendered":"Eine Uni &#8211; Ein Buch: Die Bewerbung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/Bewerbung-zur-Ausschreibung-Eine-Uni-Ein-Buch-2020_Universita\u0308t-Bremen.pdf\">Bewerbung zur Ausschreibung Eine Uni Ein Buch 2020_Universita\u0308t Bremen (PDF)<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div style=\"margin-left: auto;margin-right: auto;width: 60%\">\n<div class=\"lyte-wrapper fourthree\" style=\"width:420px;max-width:100%;margin:5px;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_RLwTd88bf8g\"><div id=\"lyte_RLwTd88bf8g\" data-src=\"\/\/i.ytimg.com\/vi\/RLwTd88bf8g\/hqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\"><\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/RLwTd88bf8g\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/RLwTd88bf8g\/0.jpg\" alt=\"YouTube-Video-Vorschaubild\" width=\"420\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:420px;margin:5px;\"><\/div><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Projektidee f\u00fcr die Ausschreibung des Stifterverbands f\u00fcr die deutsche Wissenschaft und<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\u201eEine Uni Ein Buch\u201c: Vorschlag der Universit\u00e4t Bremen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Solidarit\u00e4t neu befragen. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Die Universit\u00e4t Bremen liest Albert Camus: Die Pest (1947) <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong><em>Ein philosophischer Roman \u00fcber Solidarit\u00e4t in schwierigen Zeiten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Universit\u00e4t Bremen beteiligt sich an der Ausschreibung \u201eEine Uni Ein Buch\u201c 2020 mit dem Vorhaben, den Roman Die Pest von Albert Camus zu lesen. Wir wollen sowohl universit\u00e4tsintern als auch in Diskussionen mit der Bremer \u00d6ffentlichkeit die reichhaltigen Denkanst\u00f6\u00dfe Camus\u2018 aufnehmen, um Solidarit\u00e4t neu zu denken.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung der Projektidee <\/strong><\/p>\n<p>In seinem Roman <em>Die Pest<\/em> stellt sich Camus die Frage, was <strong>Solidarit\u00e4t<\/strong>, <strong>Freundschaft<\/strong> und <strong>Menschenliebe<\/strong> bedeuten k\u00f6nnen in einer Zeit, in der die Menschen mit einem gro\u00dfen \u00dcbel umgehen m\u00fcssen. Welche M\u00f6glichkeiten und Wege gibt es, menschlich zu bleiben angesichts von \u00dcbeln und sich sowohl gegen die Katastrophe selbst als auch gegen eine damit oftmals einhergehende Verrohung zu wehren? Wie kann es uns gelingen, angesichts von Ungerechtigkeit und schleichender Verschlechterung gesellschaftlicher oder klimatischer Zust\u00e4nde realistisch und klar zu sehen \u2013 und dabei hoffnungsvoll, tatkr\u00e4ftig und solidarisch zu sein? Welches sind Katastrophen unserer Zeit, die wir versucht sein k\u00f6nnten, unter den Begriff der Pest zu fassen? Im Rahmen der Auseinandersetzung mit Camus\u2018 Roman wird es darum gehen, aus verschiedenen Blickwinkeln und aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen Zusammenh\u00e4nge zwischen dem Werk und aktuellen Fragen rund um Solidarit\u00e4t und andere Themen, die Camus uns in diesem Werk anbietet, zu beleuchten und zu diskutieren. In Podiumsdiskussionen, Lehrveranstaltungen, Fachvortr\u00e4gen, Workshops, einer Ausstellung und in weiteren Formaten wird das Werk in seinem Facettenreichtum diskutiert. Manches wird aus einer fachspezifischen Perspektive heraus vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden, andere Fragen zu aktuellen Forschungen und Feldern von Solidarit\u00e4t werden interdisziplin\u00e4r diskutiert \u2013 beispielsweise zwischen Biologie und Kulturwissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Philosophie, Geographie und Rechtswissenschaft. Was bedeutet digitale Solidarit\u00e4t in der Gegenwart?\u00a0 L\u00e4sst sich die solidarische Stadt wissenschaftlich planen oder begleiten? Wie funktioniert Solidarit\u00e4t <em>inter species<\/em>? Und wie h\u00e4ngen Umweltgerechtigkeit und Solidarit\u00e4t zusammen? Spezifisch lokale Br\u00fccken lassen sich von Camus\u2019 Roman zur Bremer Landesverfassung schlagen, in welcher der Idee der Solidarit\u00e4t ungew\u00f6hnlich breit Raum gegeben wird.<\/p>\n<p>Im Jahr 1957 erhielt Albert Camus den Literaturnobelpreis. Das Nobelpreiskomitee begr\u00fcndete seine Auszeichnung damit, dass Camus mit scharfsichtigem Ernst menschliche Gewissensprobleme seiner Zeit beleuchte. In seinem 1947 ver\u00f6ffentlichten Roman, der bis heute als ein Klassiker der Weltliteratur gilt, beschreibt Camus, wie eine kleine, gew\u00f6hnliche Stadt von der Pestseuche heimgesucht wird. Unterschiedliche Protagonisten leben und reflektieren Solidarit\u00e4t, Freundschaft und Revolte gegen das \u00dcbel. So werden M\u00f6glichkeiten der N\u00e4chstenliebe und Zivilcourage gegen physische und moralische Zerst\u00f6rung gesetzt, literarisch illustriert und reflektiert. Dabei begegnen wir an keiner Stelle einem erhobenen Zeigefinger, sondern vielmehr einer <strong>Einladung, respektvoll, realistisch und konkret M\u00f6glichkeiten und Wege menschlichen Umgangs mit \u00dcbeln zu suchen<\/strong>. Camus verarbeitet in seinem Buch Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs, Faschismus und Totalitarismus, pers\u00f6nliche Erfahrungen der Belagerung; doch die Pest kann f\u00fcr Vieles stehen. Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart hat Camus&#8216; Werk neue Aktualit\u00e4t und Bedeutung gewonnen. Vor dem Hintergrund der gegenw\u00e4rtig verst\u00e4rkt gef\u00fchrten Auseinandersetzungen \u00fcber gesellschaftliche, klimatische und globale Herausforderungen kann <em>Die Pest<\/em> von Albert Camus als ber\u00fchrendes und mitrei\u00dfendes Instrument dienen, um gemeinsam neu zu denken, auf welche Weise heute Solidarit\u00e4t erforscht, gelehrt und gelernt werden kann. Camus\u2018 Werk hat das Potential, dabei zugleich herauszufordern und zu ermutigen:<\/p>\n<p><strong>\u00abWelch ein Stil! Welche Pr\u00e4zision und Eleganz, Sparsamkeit und vision\u00e4re Plastizit\u00e4t! Dass es auch in unserem Jahrhundert noch m\u00f6glich ist, Wahrheit und Sch\u00f6nheit, Ma\u00df und Vision, Eleganz und Unbestechlichkeit zu vereinigen, schenkt uns Vertrauen zum Gewesenen, tr\u00f6stet uns in der Dunkelheit des Tages und l\u00e4sst uns hoffen f\u00fcr morgen.\u00bb<\/strong> (Walter Jens)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Warum \u201eDie Pest\u201c? Ein Roman der Verbindungen schafft<\/span> <\/strong><\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, mit diesem Werk werde ein pessimistisches, negatives Bild in den Vordergrund einer Auseinandersetzung ger\u00fcckt. Doch Camus gelingt ein Kunstst\u00fcck: Sein Roman zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass er Klarsicht und Realismus mit Hoffnung, Menschenliebe und Solidarit\u00e4t verbindet. Denn letztlich ist Solidarit\u00e4t gerade dann relevant und wichtig, wenn eine Situation aussichtslos erscheint.<\/p>\n<p><strong>Ein Klassiker mit starkem Aktualit\u00e4ts- und Ortsbezug <\/strong><\/p>\n<p>Vielerorts sehen wir die Menschenrechte und die Umwelt in Gefahr. Wann gilt es, Position zu beziehen f\u00fcr Freiheit, Gerechtigkeit, W\u00fcrde und Respekt? Wie k\u00f6nnen Positionierungen im universit\u00e4ren Raum und im Wissenschaftskontext aussehen? Camus gibt uns in Form unterschiedlicher Romanfiguren Beispiele f\u00fcr ein Wirken gegen Schranken, Mauern und Ausgrenzungen, trotz und gegen Ersch\u00f6pfung und Resignation, und f\u00fcr das Menschen-M\u00f6gliche. Eine klarsichtige, unaufgeregte Auseinandersetzung mit Grundlagen und M\u00f6glichkeiten von Solidarit\u00e4t ist insbesondere in einer Zeit wichtig, in der Dinge, die gesichert erschienen, ins Wanken geraten, und gemeinsame Errungenschaften, die lange f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich gehalten wurden, Anfechtungen erfahren. Deshalb und da dieser literarische Klassiker nichts von seiner Aktualit\u00e4t verloren hat, eignet er sich besonders gut f\u00fcr das Vorhaben. Die Pest steht f\u00fcr drohende \u00dcbel, die grunds\u00e4tzlich in jeder Gesellschaft zu jeder Zeit verh\u00e4ngnisvoll werden und den Menschen mit der Frage nach seiner Menschlichkeit konfrontieren k\u00f6nnen. \u201e[E]r wusste [&#8230;], dass n\u00e4mlich der Pestbazillus nie stirbt und nie verschwindet, dass er jahrzehntelang [&#8230;] geduldig wartet und dass vielleicht der Tag kommen w\u00fcrde, an dem die Pest zum Ungl\u00fcck und zur Belehrung der Menschen ihre Ratten wecken und zum Sterben in eine gl\u00fcckliche Stadt schicken w\u00fcrde\u201c (Camus 1947<sup>1<\/sup>: 350).<\/p>\n<p>Der Blick auf eine Verbindung zwischen der Stadt Bremen und der Auseinandersetzung mit Solidarit\u00e4t offenbart Bemerkenswertes. So stellt der Bremer Jura-Professor Andreas Fischer-Lescano fest, dass das Prinzip der Solidarit\u00e4t, das sich \u00fcbrigens an sehr prominenter Stelle in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland wiederfindet, in der Bremer Landesverfassung besonders pointiert ausbuchstabiert sei. In ihrer Pr\u00e4ambel beinhalte diese ein antiautorit\u00e4res Credo, welches auf Solidarit\u00e4t, Menschlichkeit und Frieden ausgerichtet ist und in hohem Ma\u00dfe auf einem gemeinschaftlichen Miteinander aufbaue (vgl. Fischer-Lescano et al. 2016: 148 und 213). So werde dem konstitutionellen Solidarit\u00e4tsprinzip als Regulierungsinstrument hinsichtlich verschiedenster verfassungsrechtlicher Kontexte in besonderer Weise Beachtung geschenkt. Dar\u00fcber hinaus wird seit 1988 alle zwei Jahre der Bremer Solidarit\u00e4tspreis vom Senat der Freien Hansestadt Bremen verliehen. Mit dem Preis will die Stadt ein Zeichen setzen f\u00fcr die Hochhaltung von Menschenrechten und Demokratie und insbesondere das Engagement f\u00fcr die Aufarbeitung und \u00dcberwindung Postkolonialer Strukturen und Rassismus (vgl. Freie Hansestadt Bremen 2017: 3). Und wer hat noch nicht von den Bremer Stadtmusikanten geh\u00f6rt? Als Wahrzeichen der Stadt erinnert die Statue an das M\u00e4rchen der Gebr\u00fcder Grimm, in dem sich vier Tiere aus individuellen Notsituationen heraus zusammentun und durch Solidarit\u00e4t im wahrsten Sinne des Wortes \u00fcber sich hinauswachsen.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtige gesellschaftliche Problematiken wie Radikalisierung und Verrohung im gesamtgesellschaftlichen Miteinander ebenso wie in den sozialen Netzwerken, der Klimawandel im Zusammenhang mit dem Aufbegehren junger Menschen und der Forderung nach Solidarit\u00e4t \u00fcber Generationen hinweg sowie das Auseinanderdriften zwischen gesellschaftlichen Gruppen (und damit auch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft) stellen uns vor Herausforderungen, die ein Neu-Denken von Solidarit\u00e4t nahelegen. \u00dcber die Initiative \u201eEine Uni \u2013 ein Buch\u201c in Verbindung mit einem Themensemester zu Solidarit\u00e4t will die Universit\u00e4t Bremen die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Diskurses um Solidarit\u00e4t aufgreifen und in Auseinandersetzung mit Camus weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verbindungen schaffen\u2026 <\/strong><\/p>\n<p>Die gemeinsame Lekt\u00fcre kann als Ausgangspunkt f\u00fcr sowohl wissenschaftliche als auch lebensnahe Auseinandersetzung mit dem Thema Solidarit\u00e4t dienen. Sie eignet sich als Ansatz zu akademisch theoretischen Auseinandersetzungen innerhalb verschiedener Kontexte und bietet Material f\u00fcr sowohl literarisches als auch lebensweltliches Reflektieren von Gemeinschaftlichkeit. So eignet sich <em>Die Pest<\/em> von Albert Camus hervorragend als Verbindungsstelle innerhalb der Universit\u00e4t, aber auch zwischen Theorie und Praxis, zwischen Gesellschaft und Wissenschaft, sowie zwischen Institutionen, Statusgruppen und Einzelpersonen.<\/p>\n<p><strong>\u2026 innerhalb der Universit\u00e4t <\/strong><\/p>\n<p>Geplant sind sowohl fachbereichs\u00fcbergreifende Veranstaltungen, als auch solche innerhalb einzelner Disziplinen. So wird es in der Philosophie innerhalb des universit\u00e4ren Kontextes und auch in der Bremer \u00d6ffentlichkeit um eine vertiefte Begriffskl\u00e4rung und Auseinandersetzung mit Camus\u2018 Ideen zu Revolte und Solidarit\u00e4t gehen. In Zusammenarbeit mit der Linguistik sind Diskussionen \u00fcber sprachliche Gebr\u00e4uche und Konnotationen bei der Benennung von \u00dcbeln, insbesondere \u00fcber den Begriff der Pest, interessant. Wof\u00fcr k\u00f6nnte die Pest heute stehen \u2013 und was bedeutet es, eine solche Terminologie zu gebrauchen? Inwiefern sind Marginalisierung und Ausgrenzung hier schon im Begriff impliziert? Bez\u00fcglich einer Bestimmung von Katastrophen und deren Ausweitung werden in einer Podiumsdiskussion statistische, epidemiologische und philosophische \u00dcberlegungen zusammengebracht. F\u00fcr die Kultur- und Sozialwissenschaften gilt es u.a. das Schreiben nicht mehr nur als prop\u00e4deutische Angelegenheit im Sinne des herk\u00f6mmlichen knowledge-telling-Modells zu begreifen, sondern als writing-in-the-disciplines in der Lehre zu adressieren. Das Schreiben soll in seiner wissenstransformierenden Funktion (M. Scardamalia, C. Bereiter 2006) in das Projekt integriert werden, indem wir uns auch schreibend mit dem Buch und dem Thema Solidarit\u00e4t auseinandersetzen, z.B. in Form von Schreibworkshops, Schreibspazierg\u00e4ngen, etc. Der Blick \u00fcber den eigenen Tellerrand hinaus ist des Weiteren auch dort interessant, wo untersucht wird, wie sich Akte der Solidarit\u00e4t au\u00dferhalb unserer eigenen Kulturen zeigen. Ein historischer Blick in die Vergangenheit gibt Aufschluss \u00fcber die Entwicklung des Begriffes und der Praxis von Solidarit\u00e4t, z.B. als wiederkehrendes Motiv in Literatur und Kunst (Hoffmann 2007; dazu die von Prof. Febel angebotene Lehrveranstaltung \u201eSolidarisches Handeln oder Strategien des \u00dcberlebens? Eine kleine Literaturgeschichte der Pest in Europa\u201c sowie eine der Podiumsdiskussionen). F\u00fcr die Sozial- und Politikwissenschaften ist Solidarit\u00e4t eine soziale Praxis und ein vieldiskutiertes theoretisches Konzept (zu dem in Bremen am 5. Mai 2020 eine \u201eKontrapunkte \u2013 Wissenschaft im Widerspruch\u201c-Veranstaltung mit Heinz Bude zu seinem neuen Buch \u201eSolidarit\u00e4t \u2013 Die Zukunft einer gro\u00dfen Idee\u201c (2019) stattfinden wird). Zu einer religionswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Werk l\u00e4dt Camus ein, nicht zuletzt indem er \u00fcber die Figur des Pater Paneloux Fragen nach dem religi\u00f6sen Glauben und seiner Erkl\u00e4rungspotentiale stellt. Zahlreiche weitere Zug\u00e4nge zum Buch ergeben sich aus der Lekt\u00fcre, denn Camus fordert zu einer konkreten, lebensnahen Auseinandersetzung auf. Wie beispielsweise k\u00f6nnte man aus der Perspektive der Informatik \u201edigitale Solidarit\u00e4t in der Gegenwart\u201c denken, wie im Kontext von Nachhaltigkeits- und Klimaforschung Formen der Umwelt-Solidarit\u00e4t konkretisieren? Was bedeutet solidarisches Wirtschaften in der Gegenwart? Welche \u00dcberlegungen und Aspekte sind von Relevanz, wenn es aus statistischer oder auch epidemiologischer Sicht darum geht zu bestimmen, ob ein tragischer Einzelfall, ein grunds\u00e4tzliches Problem oder eine alarmierende Ausbreitung vorliegt? Welche Rolle spielt Solidarit\u00e4t in Kinderg\u00e4rten und Schulen und welchen Beitrag k\u00f6nnen hier die Erziehungswissenschaften leisten? Wie kann sie vermittelt und weitergetragen werden? Und was genau hat es mit der Rolle der Solidarit\u00e4t in der Verfassung und speziell im Bremer Landesrecht auf sich? Wichtig ist, dass sich die Auseinandersetzung mit dem Werk nicht allein an die Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universit\u00e4t richtet, sondern dass m\u00f6glichst viele Angeh\u00f6rige der Universit\u00e4t und auch die Bremer \u00d6ffentlichkeit angesprochen werden. So wird eine Ausstellung illustrieren, wie engagiert und verschiedenartig Solidarit\u00e4t an der Universit\u00e4t und in der Stadt Bremen bereits gelebt wird, mit dem Ziel, auf diese Weise einen vielseitigen und offenen Ort f\u00fcr weitere Diskussionen zu schaffen, ganz im Einklang mit der Wertsch\u00e4tzung und Vielstimmigkeit in Camus\u2018 Werk. Eine szenische Umsetzung auf der B\u00fchne sowie ein Filmnachmittag (mit der Verfilmung von Luis Puenzo(GB\/F\/ARG 1992), eingef\u00fchrt und umrahmt von Frau Dr. Urania Milevski) sind ebenfalls Teil des Projekts.<\/p>\n<p><strong>\u2026 zwischen Theorie und Praxis <\/strong><\/p>\n<p>Wenn der Begriff der Solidarit\u00e4t nicht nur wohlt\u00f6nend, aber leer, wenn er nicht nur suggestive Rhetorik, sondern ein inhaltlich bestimmter Begriff sein soll, ist eine theoretische Er\u00f6rterung unerl\u00e4sslich. Neben einer Kl\u00e4rung des Begriffs, in Abgrenzung zu solchen wie Loyalit\u00e4t, N\u00e4chstenliebe, Br\u00fcderlichkeit, aber auch zu Paternalismus, Vetternwirtschaft und Bevormundung, gilt es, die relevanten Zusammenh\u00e4nge auch wissenschaftlich zu reflektieren. Wir m\u00fcssen uns fragen: Worin zeigt sie sich, was unterscheidet hilfreiche Solidarit\u00e4t von Paternalismus, wie l\u00e4sst sie sich abgrenzen von Loyalit\u00e4t, auf welcher Grundlage l\u00e4sst sie sich begr\u00fcnden? Was ist von Camus\u2018 Position zu halten, Solidarit\u00e4t gr\u00fcnde in dem Wert eines jeden Einzelnen, der sich als Individuum gemeinsam mit anderen in einer absurden, manchmal erschreckenden Welt wiederfindet? In der Auseinandersetzung kann und muss sich der Begriff an der Lebenswirklichkeit messen lassen: Der Roman als Schnittstelle zwischen Forschung und Lebenswelt er\u00f6ffnet Chancen, einen \u00dcbergang zu schaffen und Verkn\u00fcpfungen zwischen praktischem und theoretischem Denken und Wirken auszuloten.<\/p>\n<p><strong>\u2026 zwischen Wissenschaft und Gesellschaft <\/strong><\/p>\n<p>Im Gegensatz zu einem fachwissenschaftlichen Werk hat dieser literarische Roman das Potential, unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Kontexten auf vielf\u00e4ltige Weise anzusprechen. Sowohl die Textgattung des vorgeschlagenen Werks als auch seine inhaltliche Ausrichtung er\u00f6ffnen besondere Chancen. So zeigt sich z.B., dass die Studierenden, die bislang bei der Mitarbeit an dem Projekt mit Camus\u2018 Werk in Ber\u00fchrung gekommen sind, u.a. deshalb mit besonderer Motivation und Einsatzbereitschaft arbeiten, weil es ein Roman ist, der ein sehr grundlegendes, dieser Tage wichtiges Thema auf eine mitrei\u00dfende, zug\u00e4ngliche und lebensnahe Weise aufarbeitet, ohne zu vereinfachen. Die Formate der Auseinandersetzung mit dem Werk sind so konzipiert, dass auch Interessierte au\u00dferhalb der Universit\u00e4t eingeladen und einbezogen werden. Einige Veranstaltungen werden an der Universit\u00e4t, andere an verschiedenen Orten in der Innenstadt stattfinden, wie etwa dem Bremer Presse-Club, dem Haus der Wissenschaft, dem Institut Fran\u00e7ais. Es geht darum, Hemmschwellen abzubauen und auch Menschen anzusprechen, die keine direkte Verbindung (mehr) zur Universit\u00e4t haben. In diesem Geiste geplant ist beispielsweise eine von Studierenden organisierte \u201esolidarische Stadtf\u00fchrung\u201c durch die Innenstadt Bremens, in der unter anderem Denkm\u00e4ler, Symbole und Wohnprojekte in Bezug auf Solidarit\u00e4t vorgestellt werden. Auch Institutionen au\u00dferhalb der Universit\u00e4t werden in die Ausrichtung des Projekts einbezogen, wie etwa die \u201eSuppenengel\u201c in Bremen, die \u201eZeitschrift der Stra\u00dfe\u201c sowie Bremer Schulen. Camus\u2018 Verzicht auf Moralisierung und eine den Zeigefinger hebende Hauptfigur, die ihren Weg als den einzig richtigen darstellt, ist einer offenen, produktiven Auseinandersetzung mit der Problematik f\u00f6rderlich. Es wird nicht darum gehen, einen allgemeing\u00fcltigen oder gar den einzig wahren Weg hin zu solidarischem Handeln aufzuzeigen, sondern eine Plattform des Reflektierens zu schaffen und Camus\u2018 Denkanst\u00f6\u00dfe zu durchdenken und vielstimmig zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p><strong>&#8230; zwischen Institutionen, Gruppen und Individuen <\/strong><\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t wird gemeinhin vornehmlich im Kontext von Gruppen gedacht. Im Kollektiv k\u00f6nnen Zusammenhalt und Unterst\u00fctzung gelebt und nach au\u00dfen getragen werden. Doch ist sie immer an Personengruppen gebunden? Der Keim jedes solidarischen Handelns kann, wie auch von Camus angenommen, im Individuum selbst vermutet werden. Denn der bzw. dem Einzelnen stellen sich auf pers\u00f6nlicher Ebene Fragen danach, ob, wie und in welchem Ma\u00dfe solidarisch gehandelt werden soll. Mit unserem geplanten Themensemester und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit Camus&#8216; <em>Die Pest<\/em> wollen wir bei jedem selbst, d.h. beim Individuum, ansetzen und zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Ansichten und Vorstellungen von Solidarit\u00e4t anregen. Durch ein buntes Programm an unterschiedlichen Veranstaltungen wollen wir erreichen, dass m\u00f6glichst viele angesprochen sind und einen Bezug zu Camus\u2018 Werk und dem Thema \u201eSolidarit\u00e4t\u201c finden. Camus gelingt es in seinem stark philosophisch unterlegten literarischen Roman, die Leserinnen und Leser mitzunehmen auf eine Reise, in der emotionale und pers\u00f6nliche Zug\u00e4nge geschaffen werden, aus denen jede und jeder f\u00fcr die eigene Reflexion sch\u00f6pfen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungen und Formate <\/strong><\/p>\n<p>Die aus Studierenden und Lehrenden bestehende Vorbereitungsgruppe des Wettbewerbsbeitrages hat in Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen unterschiedlicher Fachbereiche bereits ein Spektrum von Veranstaltungen geplant, weitere sind in der Entwicklung. Im Mittelpunkt stehen die multiperspektivische Lekt\u00fcre und Diskussion des Werks. Es wird einen regelm\u00e4\u00dfig tagenden Lesekreis und Leseperformances geben sowie Schreibworkshops, Lehrveranstaltungen, eine Vortragsreihe, Podiumsdiskussionen, eine Filmvorf\u00fchrung, eine Diskussion in der WoC-Reihe \u201eKontrapunkte: Wissenschaft im Widerspruch\u201c sowie weitere Veranstaltungen an der Universit\u00e4t und in der Stadt. Die folgende Auswahl geplanter Veranstaltungen mag einen Einblick vermitteln.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungen in der regul\u00e4ren Lehre:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Solidarisches Handeln oder Strategien des \u00dcberlebens? Eine kleine Literaturgeschichte der Pest in Europa. W\u00f6chentliche VA. Lehrende: Prof. Dr. Gisela Febel (Romanistik).<\/li>\n<li>\u00dcber die Anthropologie der Unsolidarit\u00e4t. W\u00f6chentliche VA. Lehrender: Prof. Dr. Ehler Voss (Ethnologie).<\/li>\n<li>Lesekreis zu Albert Camus: \u00dcber Solidarit\u00e4t, Revolte und Hoffnung. Ausgew\u00e4hlte Textausz\u00fcge, gelesen und kommentiert von Dr. Svantje Guinebert (Philosophie). W\u00f6chentliche VA.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Unsere Vortragsreihe:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>WoC: Kontrapunkte &#8211; Wissenschaft im Widerspruch, 5. Mai 2020: Prof. Dr. Heinz Bude (Universit\u00e4t Kassel) \u00fcber sein Buch (2019): Solidarit\u00e4t &#8211; die Zukunft einer gro\u00dfen Idee.<\/li>\n<li>Dr. Rudolf L\u00fcthe: &#8222;Solidarit\u00e4t mit Augenma\u00df. Eine pragmatische Sicht auf Camus&#8216; Lehre vom &#8218;mittelmeerischen Denken'&#8220;, 14.5.2020.<\/li>\n<li>Dr. Heith Cabot (University of Pittsburgh): &#8222;Contagious Solidarity:\u2019 Reconfiguring Care and Citizenship in Greece&#8217;s Social Clinics\u201c.<\/li>\n<li>Christoph Lubberich: \u00dcber die Frage nach der Ursache des \u00dcbels (Streitgespr\u00e4ch zwischen Pater Paneloux und Rieux). Oder: Warum es nicht der Religion bedarf, um solidarisch zu sein. (Arbeitstitel).<\/li>\n<li>In Zusammenarbeit mit der Camus-Gesellschaft: Ein Vortrag von Sebastian Ybbs.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00d6ffentliche Podiumsdiskussionen und Lesungen in der Innenstadt:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Dr. Dr. Norman Sieroka (Philosophie), Prof. Dr. Werner Brannath (Angewandte Statistik und Biometrie) und Prof. Dr. Vanessa Didelez (Leibniz-Institut f\u00fcr Pr\u00e4ventionsforschung und Epidemiologie PIBS): Von Daten zu Ursachen. Statistische und philosophische \u00dcberlegungen zu Gesundheit und Solidarit\u00e4t.<\/li>\n<li>\u201eDie Pest lesen\u201c. Bj\u00f6rn Haferkamp und Dr. Svantje Guinebert diskutieren Camus\u2018 Die Pest. 18. Juni 2020, Kulturzentrum Lagerhaus.<\/li>\n<li>Veranstaltung in Kooperation mit dem Institut Fran\u00e7ais: Prof. Dr. Gisela Febel (Romanistik), Dr. Svantje Guinebert (Philosophie), Prof. Dr. Frank Nullmeier (Politikwissenschaften) und Prof. Dr. Cornelius Torp (Geschichtswissenschaften) im Publikumsgespr\u00e4ch \u00fcber Aktualit\u00e4tsbez\u00fcge und politisches Engagement in Deutschland und Frankreich.<\/li>\n<li>Dr. Lars Hornuf (Wirtschaftswissenschaft) sowie drei weitere Gespr\u00e4chspartnerInnen (angefragt werden WissenschaftlerInnen aus den Bereichen \u00d6ffentliches Recht und Politikwissenschaften sowie ein Akteur aus der Finanzpolitik) zum Thema &#8222;Solidarit\u00e4t in Europa? Die Haltung von Regierungen, internationaler Organisationen (EZB, IWF) und der Zivilgesellschaft w\u00e4hrend der Finanzkrise in Griechenland.&#8220; (Arbeitstitel).<\/li>\n<li>Deutsch-Franz\u00f6sische Lesung von Camus\u2018 Roman \u201eDie Pest\u201c. Eine Veranstaltung des Fremdsprachenzentrums (FZH) und des Institut Fran\u00e7ais Bremen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Workshops:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Schreibworkshop von Dr. Silke Betscher: &#8222;Solidarit\u00e4t dr\u00fcberschreiben&#8220;. VA f\u00fcr Studierende an der Universit\u00e4t Bremen.<\/li>\n<li>Workshop und Vortrag: \u00dcber Solidarit\u00e4t im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendbildung \u2013 von der Praxis zur Theorie und wieder zur\u00fcck. Von Nele Fuchs. Anfang Juli 2020. Vortrag: \u201eWas ist Solidarit\u00e4t? Ein Blick aus der au\u00dferschulischen p\u00e4dagogischen Praxis auf die Theorie eines Begriffs.\u201c Workshop: \u201eWas ist Solidarit\u00e4t? Grundlagen eines diffusen Begriffs\u201c.<\/li>\n<li>In Planung: Veranstaltung in Kooperation mit dem Gymnasium Horn: Prof. Dr. Georg Mohr, Anna Driver und Alina Schwennen: Die Pest im Schulunterricht.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Theater, Film und Ausstellung:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Filmvorstellung und anschlie\u00dfende Diskussion, geleitet und wissenschaftlich umrahmt durch Dr. Urania Milevski: Die Pest von Luis Puenzo(GB\/F\/ARG 1992). Im Kino City 46.<\/li>\n<li>Theaterauff\u00fchrung und anschlie\u00dfendes Expertengespr\u00e4ch in Kooperation mit dem Theater InCognito (TiC), dem Zentrum f\u00fcr Performance Studies der Universit\u00e4t Bremen (ZPS) und dem Theater der Versammlung zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst (TdV)<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4t an der Uni und in Bremen sichtbar machen: Pr\u00e4sentation und Ausstellung zu bereits bestehenden Projekten und M\u00f6glichkeiten solidarischen Handelns.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Universit\u00e4re Einbettung <\/strong><\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfig im Sommersemester werden im Institut f\u00fcr Ethnologie und Kulturwissenschaft seit einigen Jahren sogenannte \u201eSemesterthemenschwerpunkte\u201c entwickelt, durch die nicht nur das Institut innerhalb der Universit\u00e4t sichtbarer gemacht werden soll, sondern auch in der ganzen Stadt. Nach \u201eGegen Grenzen denken\u201c (2015), \u201ePublic Anthropology\u201c (2016), \u201eDekolonisierung der Stadt- Dekolonisierung des Wissens\u201c (2017) und \u201eGlobal Cotton\u201c (2018), wird sich das n\u00e4chste Themensemester rund um die Thematik der Solidarit\u00e4t drehen. Wie auch schon im Jahr 2018 zum Themenschwerpunkt \u201eGlobal Cotton\u201c und dem damit verbundenen Lesen von Sven Beckerts \u201eKing Cotton. Eine Geschichte des globalen Kapitalismus\u201c wird das Projekt \u201eEine Uni Ein Buch\u201c im Sommersemester 2020 in den Kontext des Themensemesters eingebunden, geht aber \u00fcber dessen normalen Umfang hinaus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kooperationspartner sind folgende Institute und Einrichtungen: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Philosophie (FB 9)<\/li>\n<li>Ethnologie und Kulturwissenschaft (FB 9)<\/li>\n<li>Romanistik (FB 10)<\/li>\n<li>Institut f\u00fcr Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS, FB 8)<\/li>\n<li>Politikwissenschaften (FB 8)<\/li>\n<li>Angewandte Statistik und Biometrie (FB 3)<\/li>\n<li>Wirtschaftswissenschaften (FB 7)<\/li>\n<li>Informatik (FB 3)<\/li>\n<li>Rechtswissenschaften (FB 6)<\/li>\n<li>Geschichtswissenschaften (FB 8)<\/li>\n<li>Erziehungs- und Bildungswissenschaften (FB 12)<\/li>\n<li>Sprach- und Literaturwissenschaften (FB 10)<\/li>\n<li>Das Philosophische Atelier (Institut f\u00fcr Philosophie, FB 9)<\/li>\n<li>Kompetenzzentrum f\u00fcr Klinische Studien Bremen<\/li>\n<li>Leibniz-Institut f\u00fcr Pr\u00e4ventionsforschung und Epidemiologie \u2013 BIPS Bremen<\/li>\n<li><span class=\"\">Interdisziplin\u00e4re Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WoC)<\/span><\/li>\n<li>Zentrum f\u00fcr Performance Studies der Universit\u00e4t Bremen (ZPS)<\/li>\n<li>Theater der Versammlung zwischen Bildung, Wissenschaft und Kunst (TdV)<\/li>\n<li>Theater InCognito (TiC)<\/li>\n<li>Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Land Bremen<\/li>\n<li>Philosophische Gesellschaft Bremen<\/li>\n<li>Institut Fran\u00e7ais de Br\u00eame<\/li>\n<li>Albert Camus Gesellschaft<\/li>\n<li>Grundschule Oderstra\u00dfe Bremen<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassend: <\/strong><\/p>\n<p>Eine Einladung zu gemeinsamem Reflektieren und Erfahren von Solidarit\u00e4t Der Vorschlag, universit\u00e4tsweit den Roman Die Pest zu lesen und zu diskutieren, ist als eine Einladung zu verstehen, jenseits von Expertise und fachwissenschaftlicher Exzellenz aber unter Einbezug derselben, einen gemeinsamen Blick \u00fcber den jeweils eigenen Tellerrand zu wagen. Camus\u2018 literarische Kraft rei\u00dft mit, ber\u00fchrt, spricht den Einzelnen an in seiner universit\u00e4ren und gesellschaftlichen Rolle, aber auch als Mensch. Sollte das Projekt Erfolg haben, w\u00fcrde die Grundausrichtung der Ausschreibung auf zwei Ebenen erf\u00fcllt werden \u2013 Solidarit\u00e4t w\u00fcrde kritisch diskutiert und dabei ganz praktisch im Vollzug gelebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*******************************************************************************************************************<\/p>\n<p><strong>Literatur <\/strong><\/p>\n<p>Camus, Albert (19471): Die Pest. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 201279 [Original: Paris: \u00c9ditions Gallimards, 1947].<\/p>\n<p>Bude, Heinz (2019): Solidarit\u00e4t. Die Zukunft einer gro\u00dfen Idee. M\u00fcnchen: Carl Hanser Verlag.<\/p>\n<p>Cabot, Heith (o.D.): The\u00a0 banality of solidarity. Occasional paper, <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/25419638\/Cabot_Banality_of_Solidarity\">https:\/\/www.academia.edu\/25419638\/Cabot_Banality_of_Solidarity<\/a>.<\/p>\n<p>Fischer-Lescano, Andreas. Rinken, Alfred. Buse, Karen. Meyer, Ilsemarie. Stauch, Matthias und Christian Weber (2016): Verfassung der Freien Hansestadt Bremen: Handkommentar. Baden-Baden: Nomos.<\/p>\n<p>Hoffmann, Bj\u00f6rn (2007): Die Pest in der Literatur. Eine Untersuchung von Boccaccio bis Camus. Aachen: Shaker-Verlag.<\/p>\n<p>I.L.A. \u2013Kollektiv (Hg.) (2019): Das Gute Leben f\u00fcr Alle: Wege in die solidarische Lebensweise. M\u00fcnchen: Oekom.<\/p>\n<p>S\u00e4ndig, Brigitte (2004): Albert Camus. Autonomie und Solidarit\u00e4t. W\u00fcrzburg: K\u00f6nigshausen &amp; Neumann.<\/p>\n<p>Scardamalia, M., Bereiter, C. (2006): Knowledge building: Theory, pedagogy, and technology. In: K. Sawyer (Hrsg.): The Cambridge handbook of the learning sciences. Cambridge University Press, New York 2006, S. 97\u2013115.<\/p>\n<p>Stromberg, David (2014): Moral Reserve: Narrative Ethics and Aesthetic Principles in Camus\u2019s La Peste. French Form, vol. 39 no. 1, 2014, 81-94, Project MUSE, doi:10.1353\/frf.2014.0011.<\/p>\n<p>Strunz, Franz (1997): Camus\u2018 Philosophie in seinen Werken La Peste und L\u2019\u00c9tat de Si\u00e8ge. In: Anregung, Heft 4\/1997, 241-249.<\/p>\n<p>Theodorus, Dimitrios (2016): Philanthropy or Solidarity? Ethical Dilemmas about Humanitarianism in Crisis-Afflicted Greece. In: Social Anthropology 24 82), 167-184.<\/p>\n<p>Tranow, Ulf (2007): Solidarit\u00e4t. Soziologische Perspektiven und Konzepte. Saarbr\u00fccken: VDM.<\/p>\n<p>Internetquellen:<\/p>\n<p>Freie Hansestadt Bremen. 2017. Der Bremer Solidarit\u00e4tspreis 1988 \u2013 2017. https:\/\/www.derbevollmaechtigte.bremen.de\/ez\/bremer_solidaritaetspreis-12344. Letzter Zugriff 28.12.2019.<\/p>\n<p>Haunhorst, R., Z\u00fcndorf, I.: Biografie Albert Camus, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, URL: http:\/\/www.hdg.de\/lemo\/biografie\/albert-camus.html. Letzter Zugriff 28.12.2019.<\/p>\n<p>Theorieblog.de: Politische Theorie, Philosophie und Ideengeschichte. URL: https:\/\/www.theorieblog.de\/<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewerbung zur Ausschreibung Eine Uni Ein Buch 2020_Universita\u0308t Bremen (PDF) &nbsp; &nbsp; Projektidee f\u00fcr die Ausschreibung des Stifterverbands f\u00fcr die deutsche Wissenschaft und der Klaus Tschira Stiftung in Kooperation mit dem ZEIT Verlag \u201eEine Uni Ein Buch\u201c: Vorschlag der Universit\u00e4t Bremen &nbsp; Solidarit\u00e4t neu befragen. 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