{"id":692,"date":"2021-11-18T13:25:32","date_gmt":"2021-11-18T12:25:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/?page_id=692"},"modified":"2022-01-13T12:27:55","modified_gmt":"2022-01-13T11:27:55","slug":"abschlussveranstaltung-am-04-11-2021-im-kukoon","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/termine\/abschlussveranstaltung-am-04-11-2021-im-kukoon\/","title":{"rendered":"Abschlussveranstaltung am 04.11.2021 im Kukoon"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Von den Gefahren und Potenzialen der Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><em>Janna Weseloh<\/em><\/p>\n<p>Ohne von der nahenden Pandemie wissen zu k\u00f6nnen, entschied das Institut f\u00fcr Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK) mit seinen Kooperationspartner:innen, dass das Stichwort des Themensemesters 2020 \u201eSolidarit\u00e4t\u201c hei\u00dfen soll. Damit reiht das IfEK sich neben Romanautor:innen und Filmemacher:innen ein, die ein \u00e4hnliches Geschick daf\u00fcr haben m\u00fcssen, den aktuellen Zeitgeist wahrzunehmen, da sie schon vor dem weltweiten Ausbruch des Corona-Virus Szenarien entwarfen, die nun der Pandemie gleichen. Sp\u00e4testens mit dem Aufkommen von Corona-Ma\u00dfnahmen wurde \u201eSolidarit\u00e4t\u201c zum gefl\u00fcgelten Wort.\u00a0 Die im Kulturzentrum Kukoon stattfindende Abschlussveranstaltung des Themensemesters \u201eSolidarit\u00e4t neu befragen \u2013 Widerspr\u00fcche und M\u00f6glichkeiten\u201c stellt die leitenden Fragen aus der Auseinandersetzung mit dem Begriff, der Lekt\u00fcre von Albert Camus\u2018 \u201eDie Pest\u201c und aktivistischer Arbeit zusammen.<\/p>\n<p>Nach einf\u00fchrenden Worten der Projektverantwortlichen Martina Grimmig und Michi Knecht lie\u00dfen die beiden Studentinnen Franzina Braje und Gina Franke die Besucher:innen der Veranstaltung in Camus\u2018 Welt eintauchen, indem sie Passagen aus \u201eDie Pest\u201c, gespickt mit eigenen kritischen Fragen, die den Roman in die Pandemiegegenwart holen, vorlasen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-698 aligncenter\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G-676x451.jpg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/F-G.jpg 1385w\" sizes=\"auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Die Studentinnen Franzina Braje und Gina Franke (von links) geben einen Eindruck aus Camus&#8216; &#8222;Die Pest&#8220;.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Der gekonnt gelesene Beitrag verbreitete die dem Thema innewohnende D\u00fcsternis und griff zugleich auf die eigenen Wissensbest\u00e4nde der Besucher:innen zur\u00fcck, die sie in den noch aktuellen Pandemiezeiten erlangen mussten. So herrscht nach den letzten Fragen von Gina Franke zun\u00e4chst bed\u00e4chtige Stille, dann Klatschen f\u00fcr den m\u00e4chtigen Beitrag. Die beiden Studentinnen gliedern daraufhin Vorgetragenes im Zusammenhang des Seminars ein, das sie im Rahmen des Themensemesters besuchten. Gemeinsam mit ihrer Dozentin, Svantje Guinebert, entwarfen die Seminarteilnehmenden eine Vielzahl an Aktionen, die von der Lekt\u00fcre von \u201eDie Pest\u201c inspiriert waren. Teil davon waren viele kreative Auseinandersetzungen mit dem \u00f6ffentlichen Raum, in die die beiden Studentinnen visuelle Eindr\u00fccke \u00fcber die gro\u00dfe Leinwand hinter sich gaben: Plakatieraktionen, Streetart oder eine Intervention in der social-media-Welt durch das Hashtag #campus4solidarity. Damit gaben die Studentinnen an diesem Abend ein erstes Beispiel daf\u00fcr, wie Solidarit\u00e4t weitergedacht und in kritisch in die \u00d6ffentlichkeit getragen werden kann.<\/p>\n<p>Die B\u00fchnenbesetzung wechselte und nun s\u00e4umten die beiden Moderator:innen Anja Binkofski und G\u00f6tz Bachmann drei, der zur Podiumsdiskussion eingeladenen, G\u00e4st:innen: den Gr\u00fcnder des Bremen Solidarity Centre (BreSoC) e.V. Sunny Omwenyeke, den Ethnologen und Medienwissenschaftler Ehler Voss und die Jugendbildungsreferentin der Falken Bremen Miriam B\u00e4hr. Auf der gro\u00dfen Leinwand \u00fcber ihnen wurde eine vierte Teilnehmerin \u00fcbertragen, die Sozialanthropologin Julia Eckert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-697\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-300x200.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-768x512.jpg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/camus4solidarity\/files\/alle-676x451.jpg 676w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><em><span style=\"font-size: 10pt\">G\u00f6tz Bachmann, Sunny Omwenyeke, Ehler Voss, Miriam B\u00e4hr, Anja Binkofski und Julia Eckert (nicht im Bild; von links) w\u00e4hrend der Podiumsdiskussion.<\/span><\/em><\/p>\n<p>Solidarit\u00e4t spielt f\u00fcr die Arbeit aller G\u00e4st:innen eine Rolle, wie sie in einer Vorstellungsrunde anhand einzelner Fragmente und Anekdoten daraus erl\u00e4uterten. Flie\u00dfend und geleitet durch zielgesetzte Moderation ging die Vorstellungsrunde in die Diskussion \u00fcber. Schnell sch\u00e4lte sich heraus, dass Solidarit\u00e4t vielschichtig ist und dadurch zumal ambivalent oder gef\u00e4hrlich. Sunny Omwenyeke er\u00f6ffnete dem Publikum beispielsweise die Perspektive eines Fluchterfahrenen, der sich mehr Solidarit\u00e4t in Deutschland w\u00fcnscht und gleichzeitig vor aktivistischer Arbeit warnt die eine scheinbare Solidarit\u00e4t zur Selbstinszenierung nutzt. Widerspr\u00fcchlichkeit scheint st\u00e4ndige Begleiterin von Solidarit\u00e4t zu sein. In Hinblick auf die Pandemie taucht diese Kombination geh\u00e4uft auf und generiert Fragen, die den Umgang jedes einzelnen Menschen mit dem Thema betreffen.<\/p>\n<p>Auch wenn alle Diskutierenden f\u00fcr mehr und vor allem eine kritische Solidarit\u00e4t pl\u00e4dieren, unterscheiden sich ihre Herangehensweisen an das Konzept durch die interdisziplin\u00e4re Vielfalt, die sie auf der B\u00fchne zusammenbringen. Die von Erfahrungsaustausch gespickte Diskussion h\u00e4tte an diesem Abend noch viel l\u00e4nger gehen k\u00f6nnen, wenn das Ende der Veranstaltung nicht langsam genaht h\u00e4tte. An den einzelnen Tischen im Saal des Kukoons h\u00f6rte man jedoch Satzfetzen, die vermuten lie\u00dfen, dass ebenfalls das Publikum gefangen von der spannenden Diskussion war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Von den Gefahren und Potenzialen der Solidarit\u00e4t Janna Weseloh Ohne von der nahenden Pandemie wissen zu k\u00f6nnen, entschied das Institut f\u00fcr Ethnologie und Kulturwissenschaft (IfEK) mit seinen Kooperationspartner:innen, dass das Stichwort des Themensemesters 2020 \u201eSolidarit\u00e4t\u201c hei\u00dfen soll. 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