{"id":406,"date":"2021-06-08T15:49:19","date_gmt":"2021-06-08T13:49:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/campusgoesbiodiverse\/?page_id=406"},"modified":"2022-10-16T19:53:09","modified_gmt":"2022-10-16T17:53:09","slug":"die-resilienz-von-oekosystemen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/campusgoesbiodiverse\/hintergrund\/die-resilienz-von-oekosystemen\/","title":{"rendered":"Die Resilienz von \u00d6kosystemen"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif\">von Thies Loose<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;color: #000000\">Biodiversit\u00e4t ist ein entscheidender Faktor daf\u00fcr, wie gut \u00d6kosysteme mit St\u00f6rungen von au\u00dfen \u201eumgehen\u201c k\u00f6nnen. Die F\u00e4higkeit hierzu wird Resilienz\u00a0genannt und ist von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr die Zukunft: Diverseren \u00d6kosystemen f\u00e4llt es leichter, sich an Ver\u00e4nderung im Klima und an suboptimale Umweltbedingungen anzupassen. Aber warum f\u00fchrt mehr Diversit\u00e4t zu einer h\u00f6heren Resilienz?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;color: #000000\">Zwei Faktoren sind hier wichtig: Der erste wird \u201cResponse Diversity\u201c, also <strong>Reaktionsdiversit\u00e4t<\/strong>, genannt. Hiermit ist die <strong>Bandbreite an Reaktionen<\/strong> auf Ver\u00e4nderungen von Umweltfaktoren innerhalb einer funktionellen Gruppe gemeint. Ein Beispiel: In einem Wald, in dem die meisten Baumarten sich den gleichen optimalen Temperaturbereich teilen, w\u00fcrden Schwankungen, die von diesem Bereich abweichen, die Prim\u00e4rproduktion des Waldes signifikant beeintr\u00e4chtigen. Wenn im Gegenzug viele verschiedene Prim\u00e4rproduzenten mit verschiedenen Temperatur-Optima vorkommen, wird das<strong> \u00d6kosystem als Ganzes von Ver\u00e4nderungen weniger beeintr\u00e4chtigt. <\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;color: #000000\">Neben der Reaktionsdiversit\u00e4t ist auch die <strong>funktionale Redundanz<\/strong> entscheidend. Wenn die Populationsgr\u00f6\u00dfe einer Spezies in einem \u00d6kosystem fluktuiert, gilt dies auch f\u00fcr die \u00d6kosystemfunktionen, zu denen die Spezies etwas beitr\u00e4gt. Dieser Effekt ist weniger ausgepr\u00e4gt, wenn <strong>mehrere Spezies \u00e4hnliche \u00d6kosystemfunktionen erf\u00fcllen<\/strong>. Ein weiteres Beispiel: In einem Wald, in dem eine einzige Vogelart f\u00fcr die Samenverbreitung einer Reihe von B\u00e4umen verantwortlich ist, w\u00fcrde das lokale Aussterben dieser Art dramatische Effekte auf die Lebensgemeinschaft des Waldes haben. Mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl an Vogelspezies, die \u00e4hnliche \u00d6kosystemfunktionen erf\u00fcllen (also \u201eredundant\u201c sind), w\u00e4re die Samenverbreitung weniger bedroht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: helvetica, arial, sans-serif;color: #000000\">In \u201enat\u00fcrlichen\u201c \u00d6kosystemen l\u00e4sst sich das Resilienz-Konzept zwar gut anwenden, <strong>in St\u00e4dten wird es jedoch etwas komplizierter<\/strong>: St\u00e4ndiger menschlicher Einfluss f\u00fchrt dazu, dass nat\u00fcrliche Prozesse ver\u00e4ndert werden und nat\u00fcrliche Resilienz oft durch anthropogene Aktivit\u00e4ten \u00fcberschattet wird. Dar\u00fcber hinaus gibt es<strong> untere Schwellenwerte der Biodiversit\u00e4t<\/strong>, unter denen Resilienz nicht \u201ein Kraft tritt\u201c. Dies ist in Habitaten mit einer kleinen Fl\u00e4che (Zum Beispiel die Wiesen von Campus goes Biodiverse) oft der Fall. Allerdings kommt es darauf an, auf welcher Ebene man Diversit\u00e4t untersucht: W\u00e4hrend eine kleine st\u00e4dtische Wiese keine nennenswerte Resilienz aufbauen kann, kann sie trotzdem wertvoll f\u00fcr die <strong>Gesamtresilienz der Gegend<\/strong>. Das passt zum Ziel von Campus goes Biodiverse: Als Teil eines Netzwerkes aus biodiversen Habitaten einen Beitrag zu einer diverseren (und damit resilienteren) Stadtnatur zu leisten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\"><strong>\u00a0<\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Thies Loose Biodiversit\u00e4t ist ein entscheidender Faktor daf\u00fcr, wie gut \u00d6kosysteme mit St\u00f6rungen von au\u00dfen \u201eumgehen\u201c k\u00f6nnen. 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