{"id":11,"date":"2018-04-26T16:49:09","date_gmt":"2018-04-26T14:49:09","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/britta\/?p=11"},"modified":"2018-04-26T16:49:09","modified_gmt":"2018-04-26T14:49:09","slug":"umgang-mit-heterogenitaet-sose-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/britta\/2018\/04\/26\/umgang-mit-heterogenitaet-sose-2018\/","title":{"rendered":"Umgang mit Heterogenit\u00e4t SoSe 2018"},"content":{"rendered":"<p>Die vorangegangene Vorlesung behandelte das Thema der Heterogenit\u00e4t in naturwissenschaftlichen F\u00e4chern. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass diese F\u00e4cher eher im Interessenbereich von Jungen liegen und M\u00e4dchen andere F\u00e4cher bevorzugen. Wenn ich an meine Schulzeit zur\u00fcckdenke, kann ich dieser Theorie aus pers\u00f6nlicher Erfahrung entsprechen, auch wenn Ausnahmen nat\u00fcrlich immer die Regel best\u00e4tigen. Laut Voyer und Voyer best\u00e4tigt sich dieses Vorurteil jedoch nicht, ganz im Gegenteil: Sie bewiesen im Jahr 2014 durch den Vergleich von 258 Studien zur Notengebung, dass Sch\u00fclerinnen in allen F\u00e4chern, eingeschlossen den naturwissenschaftlichen, durchschnittlich bessere Noten bekommen. Laut der international vergleichende Schulleistungsuntersuchung TIMSS l\u00e4sst sich jedoch dahingehend unterscheiden, dass M\u00e4dchen eher in Biologie vorne liegen und Jungen hingegen in Chemie und Physik. Es l\u00e4sst sich also nicht sagen, dass M\u00e4dchen generell kein Interesse an Naturwissenschaften haben, sondern dass es hier ganz einfach Interessensunterschiede gibt.<\/p>\n<p>Um f\u00fcr alle SuS gleicherma\u00dfen das Interesse an naturwissenschaftlichen F\u00e4chern zu wecken, sollten die LehrerInnen darauf achten, Sch\u00fclervorstellungen in den Aufgabenstellungen zu ber\u00fccksichtigen und die Aufgaben sollten mehrere L\u00f6sungswege enthalten, sodass die SuS je nach Interesse und St\u00e4rke trotzdem zu einem Ergebnis gelangen (Prinzip der Aufgabenorientierung). Ein weiterer Ansatz w\u00e4re au\u00dferdem, darauf zu achten, vor allem die Kontexte anzusprechen, die M\u00e4dchen interessant finden. Hierdurch entst\u00fcnden den M\u00e4dchen Vor-, den Jungen aber keine Nachteile (Prinzip der Kontextualisierung von Lerninhalten). Generell kommt es hierbei jedoch nicht immer auf das Geschlecht an, sondern viel mehr um den Begriff der Leistungsheterogenit\u00e4t. Es gibt in jedem Fach leistungsst\u00e4rkere und leistungsschw\u00e4chere SuS. Es gibt unter anderem zwei Wege, mit diesen Unterschieden umzugehen: Die \u201a\u00e4u\u00dfere Differenzierung\u2018, in der Kurse nach Leistungsniveau aufgeteilt werden, und die \u201ainnere Differenzierung\u2018, in der die Kurse nicht nach Leistung aufgeteilt werden, aber es unterschiedlich angepasste Lernhilfen gibt.<\/p>\n<p>Nach meiner Erfahrung war es immer am sinnvollsten, die SuS bei Beginn eines Themas in Einzel- oder Partnerarbeit erst zu brainstormen lassen und dann anschlie\u00dfend, z.B. in Form von einer Mindmap, alle Ergebnisse an der Tafel zu sammeln. So konnten unterschiedliche Kenntnisst\u00e4nde miteinander verglichen werden und die LehrerInnen bekamen einen schnellen \u00dcberblick dar\u00fcber, welche Vorstellungen und Kenntnisse wir SuS von einem Thema hatten und schon mit in den Unterricht brachten. Danach wurden wir oft in Gruppen eingeteilt, in denen leistungsstarke und leistungsschwache SuS gleicherma\u00dfen vertreten waren, sodass wir uns gegenseitig bei den Aufgaben helfen konnten. Es wurde oft das Prinzip des Lernens durch Lehren angewendet.<\/p>\n<p>Genau nach diesem Muster w\u00fcrde ich auch in meinem sp\u00e4teren Unterricht vorgehen. Bei Gruppenarbeiten ist es meiner Meinung nach wichtig, dass sich die SuS gegenseitig unterst\u00fctzen. Wenn die Lehrkraft dann bemerkt, dass die Gruppe nicht gut vorankommt, k\u00f6nnte sie einzelne Gruppen unterst\u00fctzen, durch l\u00e4ngere Anwesenheit oder andere Lernhilfen, z.B. in Form von expliziteren Arbeitsanweisungen oder Zusatzinformationen. Den schw\u00e4cheren Gruppen k\u00f6nnte hier mehr Bearbeitungszeit gegeben werden, w\u00e4hrend die st\u00e4rkeren Gruppen Zusatzaufgaben bek\u00e4men (quantitative Differenzierung).<br \/>\nOb Lernhilfen erfolgreich gew\u00e4hlt wurden, kann man meiner Meinung nach daran festmachen, ob die SuS mitarbeiten oder nicht. Denn die meisten SuS wollen etwas lernen. Wenn sie sich jedoch \u00fcberfordert f\u00fchlen und das Gef\u00fchl haben, die Aufgaben eh nicht bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen, schalten sie meistens ab und machen dann gar nicht mehr mit, bzw. starten nicht einmal den Versuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vorangegangene Vorlesung behandelte das Thema der Heterogenit\u00e4t in naturwissenschaftlichen F\u00e4chern. Ein weit verbreitetes Vorurteil ist, dass diese F\u00e4cher eher im Interessenbereich von Jungen liegen und M\u00e4dchen andere F\u00e4cher bevorzugen. 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