{"id":305,"date":"2024-09-30T19:05:17","date_gmt":"2024-09-30T17:05:17","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/?p=305"},"modified":"2024-10-15T09:21:29","modified_gmt":"2024-10-15T07:21:29","slug":"stadtbaeume-und-klimawandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel\/","title":{"rendered":"Stadtb\u00e4ume und Klimawandel"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 10pt\"><em>Autorinnen: Jin Liao, Jasmin Stelter und Marianne Tensing<\/em> <\/span><\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Beschreibung und AkteurInnen<\/b><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Klimawandel stellt alle Lebensformen auf der Erde vor immer neue Herausforderungen, da sich durch steigende Temperaturen und ver\u00e4nderte Wetterbedingungen zunehmend Lebensr\u00e4ume verschieben oder sich grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndern. Diese Ver\u00e4nderungen beziehen sich nicht nur auf den l\u00e4ndlichen Raum, sondern ganz besonders auch auf das Klima in den St\u00e4dten. Das Stadtklima ist besonders durch h\u00f6here Temperaturen, geringere Niederschl\u00e4ge, andere Windverh\u00e4ltnisse und durch eine schlechtere Luftqualit\u00e4t gekennzeichnet (Essl\/Rabitsch 2013: 256). Durch den Klimawandel werden diese Trends weiter verst\u00e4rkt und wirken sich auf alle in der Stadt lebenden Lebewesen aus. Besonders f\u00fcr B\u00e4ume sind die ver\u00e4nderten Bedingungen ein gro\u00dfes Problem, da sie nicht mobil sind und eine hohe Lebenserwartung haben. Zudem sind Stadtb\u00e4ume, also alle B\u00e4ume die innerhalb einer Stadt wachsen, ein wichtiger Helfer bei der Regulierung und Stabilisierung des st\u00e4dtischen Klimas (Miller 2023). Auch der Umweltbetrieb Bremen (2024) stellt fest, dass<\/p>\n<blockquote><p>\u201cjeder Baum [&#8230;] wertvoll [ist]. Er wirkt sich k\u00fchlend in hei\u00dfen Sommern aus und tr\u00e4gt somit zu einem ertr\u00e4glichen lokalen Klima bei. Er hilft, Schadstoffe aus der Luft zu filtern und verbessert ma\u00dfgeblich die Luftqualit\u00e4t. Er d\u00e4mpft mit seinem Blattwerk die L\u00e4rmemissionen der Stadt und f\u00f6rdert den Erhalt der Biodiversit\u00e4t.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more-->Aus diesem Grund besch\u00e4ftigt sich unser Beitrag mit der Sorge-Praktik der Pflege an den Stadtb\u00e4umen, die dabei helfen sollen, dass die B\u00e4ume Wetterextremen wie Starkregen, Hitze und Trockenheit standhalten und ihre Klimaresilienz erh\u00f6hen. So sollen sie mit den raschen Auswirkungen der Klimakrise zurechtkommen, w\u00e4hrend sie gleichzeitig ihre eigene Rolle bei der Regulierung des Stadtklimas behalten.<\/p>\n<div id=\"attachment_335\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-335\" class=\"size-medium wp-image-335\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte-769x1024.jpeg 769w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte-768x1023.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte-676x900.jpeg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumschutzmatte.jpeg 961w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-335\" class=\"wp-caption-text\">Baum mit Schutzmatte aus Bambus und Draht im B\u00fcrgerpark (eigene Aufnahme)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Sorge-Praktiken beinhalten den Baumschnitt, die Bew\u00e4sserung, die Erh\u00f6hung der Widerstandsf\u00e4higkeit der B\u00e4ume gegen Sch\u00e4dlinge, die Bepflanzung der Beete um die B\u00e4ume und auch die Auswahl und Erneuerung der Baumarten. Durch den\u00a0 Klimawandel gibt es neue Anforderungen f\u00fcr die Arbeit an den B\u00e4umen und sie muss entsprechend ver\u00e4ndert werden. Das Ziel unserer Untersuchung ist zu analysieren, welche Ver\u00e4nderungen in der Sorge-Praktik in Bremen vorgenommen werden, um den Stadtb\u00e4umen zu helfen, die Klimakrise zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als Standorte f\u00fcr die Forschung wurden der Bremer B\u00fcrgerpark und die \u00f6ffentlichen Parks in Bremen ausgew\u00e4hlt. Der B\u00fcrgerpark wurde 1866 angelegt und liegt in der Bremer Innenstadt (Der B\u00fcrgerpark Bremen o. J.). Heute ist der Park ein Gartendenkmal und seine B\u00e4ume machen einen wichtigen Teil der Stadtb\u00e4ume Bremens aus. Neben ihrer Bedeutung f\u00fcr die Regulierung des Stadtklimas spielen viele B\u00e4ume auch eine emotionale Rolle im Leben der BremerInnen. Im Bremer Stadtgebiet gibt es neben dem B\u00fcrgerpark noch eine Vielzahl anderer \u00f6ffentlicher und privater Parkanlagen. F\u00fcr die Pflege der B\u00e4ume in den \u00f6ffentlichen Parkanlagen ist der Umweltbetrieb Bremen zust\u00e4ndig. Auch wenn der B\u00fcrgerpark der fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfte Park Bremen ist, spielen auch die anderen Parks f\u00fcr die Menschen und das Stadtklima eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">F\u00fcr unsere Untersuchung haben wir drei AkteurInnen ausgew\u00e4hlt. Entsprechend ihren Zust\u00e4ndigkeiten sind das die Stadt Bremen, der Umweltbetrieb Bremen und der B\u00fcrgerparkverein. Die Stadt Bremen stellt das Handlungskonzept <i>Stadtb\u00e4ume<\/i> zur Verf\u00fcgung, das unter anderem Leitlinien zur Auswahl und Erneuerung der Baumarten sowie ein Bew\u00e4sserungsmanagement f\u00fcr Stadtb\u00e4ume enth\u00e4lt. Es bezieht sich auf das gesamte Stadtgebiet Bremen und bietet eine Makrosicht auf die Pflege von B\u00e4umen in Bremen im Kontext des Klimawandels. Mit dem Umweltbetrieb Bremen haben wir ein schriftliches Interview per E-Mail gef\u00fchrt, um die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die von ihnen betreuten Stadtb\u00e4ume zu erfahren. Au\u00dferdem haben wir ein Interview mit dem B\u00fcrgerparkverein \u00fcber ihre Ver\u00e4nderungen bei der Baumpflege gef\u00fchrt.<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Arten und Formen der Care-Arbeit<\/b><\/span><\/h2>\n<div id=\"attachment_334\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-334\" class=\"size-medium wp-image-334\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl-769x1024.jpeg 769w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl-768x1023.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl-676x900.jpeg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Baumpfahl.jpeg 961w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-334\" class=\"wp-caption-text\">Jungbaum mit Baumpfahl aus Holz als St\u00fctze im B\u00fcrgerpark (eigene Aufnahme)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die \u00f6ffentlichen Parks in Bremen und der B\u00fcrgerpark haben mit \u00e4hnlichen Herausforderungen durch den Klimawandel zu k\u00e4mpfen. Dadurch ergeben sich auch \u00e4hnliche Schwierigkeiten bei der Pflege der Parkb\u00e4ume. So geben beide Interviewpartner (Umweltbetrieb Bremen und B\u00fcrgerpark) an, dass sich die gr\u00f6\u00dfte Problematik durch die zunehmende und l\u00e4nger anhaltende Trockenheit ergeben. Dies betrifft sowohl neu gepflanzte Jungb\u00e4ume als auch den Altbaumbestand, wobei beide Gruppen unterschiedliche Pflege ben\u00f6tigen. Bei der Pflanzung von Jungb\u00e4umen geben beide Parteien an, dass vor allem der Gie\u00dfaufwand f\u00fcr die B\u00e4ume erheblich gestiegen ist. Durch zunehmend l\u00e4ngere Trockenheitsphasen m\u00fcssen die B\u00e4ume intensiver gegossen werden und somit statt bisher anderthalb bis zu f\u00fcnf Jahre intensiv betreut und \u00fcberwacht werden. Au\u00dferdem wird der Fokus auf wassersparendes Vorgehen gelegt und daf\u00fcr zum Beispiel <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-giessring\/\">Gie\u00dfringe<\/a> genutzt. Im B\u00fcrgerpark wird zum Gie\u00dfen ausschlie\u00dflich das Wasser der parkinternen Gew\u00e4sser verwendet. Zus\u00e4tzlich wird im Hollersee das <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-interview-buergerpark-bremen\/\">Regenwasser vom Dach der \u00d6VB-Arena<\/a> gespeichert und verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Des Weiteren sorgt der Klimawandel auch f\u00fcr steigende Sonneneinstrahlung und Hitze (Loz\u00e1n et al. 2019), weshalb die Rinde der B\u00e4ume gesch\u00fctzt werden muss. Dies kann mit Hilfe von sogenannter <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-baumschutzfarbe\/\">Baumschutzfarbe<\/a> stattfinden oder durch die Verwendung von Baumschutzmatten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Neben einer Ver\u00e4nderung der Pflegearbeiten ist auch eine ver\u00e4nderte Artenauswahl notwendig. So m\u00fcssen Arten gew\u00e4hlt werden, die resistenter gegen Trockenheit sind oder auch mit den Belastungen durch ein ver\u00e4ndertes Vorkommen von Sch\u00e4dlingen und Pilzen zurechtkommen.<\/p>\n<blockquote><p>\u201cAlso ein klassisches Beispiel ist natu\u0308rlich die einheimische Rotfichte, die natu\u0308rlich bei Trockenstress ganz wunderbar vom Borkenka\u0308fer befallen wird. Und der bringt die dann ja auch zum Absterben\u201d (Interview B\u00fcrgerpark 2024).<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_332\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-332\" class=\"size-medium wp-image-332\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum-769x1024.jpeg 769w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum-768x1023.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum-676x900.jpeg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/abgestuetzer-Baum.jpeg 961w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-332\" class=\"wp-caption-text\">Baum im B\u00fcrgerpark mit St\u00fctzen aus Metall (eigene Aufnahme)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4hrend sich der Umweltbetrieb bei der Auswahl neuer Baumarten vor allem auf die <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-handlungskonzept-stadtbaeume-der-stadt-bremen\/\">Klimabaumliste<\/a> der Stadt bezieht, nutzt der B\u00fcrgerpark Erfahrungen der Mitarbeiter und testet viele neue Arten direkt im B\u00fcrgerpark, was jedoch Zeitspannen von 20-40 Jahren in Anspruch nehmen kann. Der Umweltbetrieb setzt au\u00dferdem auf eine gemischte Pflanzung von B\u00e4umen, um die Ausbreitung von Sch\u00e4dlingen zu erschweren. Obwohl nicht alle Baumarten den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen sind, versuchen B\u00fcrgerpark und Umweltbetrieb den Altbaumbestand zu sch\u00fctzen und B\u00e4ume nur dann auszutauschen, wenn eine F\u00e4llung alternativlos ist. Bei Neupflanzungen wird neben den <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-interview-umweltbetrieb-bremen\/\">Arten<\/a> auch auf eine gute Vorbereitung geachtet. So ist eine Vergr\u00f6\u00dferung der Pflanzgruben sinnvoll sowie die Verwendung spezieller Substrate, die das Anwachsen verbessern. Durch die Ver\u00e4nderungen des Wetters leidet auch die allgemeine Vitalit\u00e4t der B\u00e4ume. Besonders beim Altbaumbestand kann es so zu einem erh\u00f6hten Vorkommen von Totholz kommen. Um die Sicherheit der ParkbesucherInnen zu gew\u00e4hrleisten und auch den st\u00e4dtischen Verkehr nicht zu gef\u00e4hrden, m\u00fcssen die B\u00e4ume regelm\u00e4\u00dfig gepflegt werden, was neben dem <a href=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/2024\/09\/30\/stadtbaeume-und-klimawandel-saege\/\">Entfernen von Totholz<\/a> auch ein Abst\u00fctzen von \u00c4sten beinhaltet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Arten der zu leistenden Pflegema\u00dfnahmen ver\u00e4ndern sich durch den Klimawandel kaum, wohingegen der Umfang stark zunimmt. Neben dem eigenen Personal werden auch Fremdfirmen f\u00fcr die Pflegearbeiten eingesetzt. F\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung der Pflegequalit\u00e4t suchen beide Parteien den Austausch mit Fachkreisen und erm\u00f6glichen ihren MitarbeiterInnen Fortbildungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Probleme durch zunehmende Starkregenereignisse spielen bei der Baumpflege in Bremen eine untergeordnete Rolle, da der B\u00fcrgerpark gut entw\u00e4ssert wird. Nur bei lang anhaltenden Regenperioden haben die Parks in Bremen Probleme mit abweichendem Boden, welcher\u00a0 die Standfestigkeit vor allem alter B\u00e4ume gef\u00e4hrdet. Ein stark aufgeweichter Boden erschwert au\u00dferdem die Neupflanzung von B\u00e4umen.<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 14pt\"><b>Theorie und Bedeutung f\u00fcr die Stadt Bremen<\/b><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\">St\u00e4dte sind aufgrund ihres verdichteten Siedlungsraum und der biologischen Vielfalt als<\/p>\n<blockquote><p>\u201e&#8217;Habitat&#8216; zahlreicher nicht-menschlicher Organismen\u201c (Hauck\/Weisser 2018)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Um eine Stadt klimaresilienter (Schramm, Matzinger &amp; Libbe 2020) zu gestalten, gibt es verschiedene Handlungsoptionen. Unter anderem k\u00f6nnen Stadtb\u00e4ume eine wichtige Bedeutung einnehmen. Auch einzelne B\u00e4ume k\u00f6nnen dazu beitragen, denn<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[s]elbst kleinste Gr\u00fcnfl\u00e4chen [&#8230;] und die Verminderung des Versiegelungsgrades tragen zur Verbesserung des Lokalklimas bei\u201c (Herberg\/Kube 2013: 260).<\/p><\/blockquote>\n<div id=\"attachment_336\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-336\" class=\"size-medium wp-image-336\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark-769x1024.jpeg 769w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark-768x1023.jpeg 768w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark-676x900.jpeg 676w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremerstadtnaturen\/files\/Buergerpark.jpeg 961w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-336\" class=\"wp-caption-text\">Gr\u00fcnfl\u00e4che im B\u00fcrgerpark mit B\u00e4umen und Str\u00e4uchern (eigene Aufnahme)<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stadt Bremen versucht mit ihrem Handlungskonzept <i>Stadtb\u00e4ume<\/i> die Stadt\u00a0 klimaresilienter zu machen. Ein Handlungsfeld befasst sich speziell mit <i>B\u00e4umen im Klimawandel<\/i>. Hier ist das Ziel, den Baumanteil mittel- bis langfristig zu erh\u00f6hen. Dabei hilft eine Klimabaumliste, an der sich der Umweltbetrieb beim Pflanzen neuer B\u00e4ume orientiert und diese auch im Austausch mit der Stadt Bremen erg\u00e4nzt (Interview Umweltbetrieb Bremen 2024).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Des Weiteren beinhaltet das Handlungsfeld ein Konzept f\u00fcr das Bew\u00e4sserungsmanagement der Stadtb\u00e4ume, denn<\/p>\n<blockquote><p>\u201ewichtige Altb\u00e4ume sollen vor dem Absterben aufgrund von Trockenheit bewahrt und es sollen Strategien erarbeitet werden, wie mit der Ressource Wasser in Bezug auf Stadtb\u00e4ume umgegangen werden soll\u201c (Die Senatorin f\u00fcr Umwelt, Klima und Wissenschaft 2024).<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Dieses Ziel ist sehr ambitioniert, da durch den Klimawandel vermehrte D\u00fcrreperioden die Stadtb\u00e4ume schw\u00e4chen. Totholz und Sch\u00e4dlinge sowie vermehrte St\u00fcrme und zunehmende Starkregenereignisse f\u00fchren zu einem gr\u00f6\u00dferen Sicherheitsrisiko f\u00fcr Verkehr und f\u00fcr die BewohnerInnen Bremens.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[W]ir [merken] eben bei den Altba\u0308umen, dass wir da auch einen erheblich ho\u0308heren Pflegeaufwand haben. Durch die Entstehung von Totholz und dann entsprechend Gewa\u0308hrleistung von Verkehrssicherheit und a\u0308hnlichen Sachen. Das [\u2026] [d]ort der Aufwand erheblich gro\u0308\u00dfer geworden ist\u201c (Interview B\u00fcrgerpark 2024).<\/p><\/blockquote>\n<p>Au\u00dferdem best\u00e4tigt der Umweltbetrieb, dass<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[d]er Fokus bei der Bew\u00e4sserung [&#8230;] sich auf die Jungb\u00e4ume\u201c (Interview Umweltbetrieb Bremen 2024)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">richtet. Somit kann der Eindruck entstehen, dass Altb\u00e4ume zwar in der Theorie eine wichtige Rolle einnehmen, es in der Realit\u00e4t aber schwierig ist, den Bestand zu erhalten \u2013 zumal ein erh\u00f6hter Pflegebedarf<\/p>\n<blockquote><p>\u201edurch das vermehrte Totholz in den B\u00e4umen und [durch] die Beseitigung der Sturmsch\u00e4den durch F\u00e4llungen und Pflegema\u00dfnahmen f\u00fcr gesch\u00e4digte B\u00e4ume [besteht]. [Zudem bedeuten] [h]\u00e4ufigere F\u00e4llungen [\u2026] das entsprechend h\u00e4ufigere Planen von Neupflanzungen\u201c (Interview Umweltbetrieb Bremen 2024).<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Dennoch ist mit dem Handlungskonzept <i>Stadtb\u00e4ume<\/i> ein erster und wichtiger Schritt in Richtung einer Politik der F\u00fcrsorge (Puig de la Bellacasa 2017) gegangen. Unter F\u00fcrsorge verstehen Fisher und Tronto (1990)<\/p>\n<blockquote><p>\u201ea species activity that includes everything that we do to maintain, continue, and repair our world so that we can live in it as well as possible. That world includes our bodies, our selves, and our environment, all of which we seek to interweave in a complex, life-sustaining web\u201c (S. 40).<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Begriff der F\u00fcrsorge tritt in Studien zu <i>Caring Cities<\/i> auf und eine klare Trennung zwischen F\u00fcrsorge und Pflege ist schwer zu definieren. Care kann sowohl mit F\u00fcrsorge als auch mit Pflege \u00fcbersetzt werden. Davis (2022) merkt an, dass Care sowohl beinhaltet, sich um andere zu k\u00fcmmern als auch anderen keinen Schaden zuzuf\u00fcgen. In dem Beispiel der Stadtb\u00e4ume bedeutet dies, sie zu pflegen und sich um sie zu k\u00fcmmern, damit sie sowohl mit Trockenheitsstress als auch mit Starkregenereignissen zurechtkommen. Hierzu stellt Ameli (2022) fest, dass in einer mehr-als-menschlichen Welt Menschen, Tiere, Naturen und Kulturen in einer wechselseitigen Beziehung stehen und somit eine Pflege der Stadtb\u00e4ume, nicht nur eine Ma\u00dfnahme im Umgang mit den Folgen des Klimawandels ist, sondern auch eine F\u00fcrsorge der BewohnerInnen der Stadt Bremen beinhaltet.<\/p>\n<h2><span style=\"font-size: 8pt\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/span><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Ameli, Katharina (2022): Multispezies-Ethnographie. In: Poferl, Angelika &amp; Schr\u00f6er, Norbert (Hrsg.) Handbuch Soziologische Ethnographie. Springer VS, Wiesbaden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Davis, Juliet (2022): The caring city. Ethics of Urban Design. Bristol: Bristol University Press.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Der B\u00fcrgerpark Bremen (o. J.): Willkommen im B\u00fcrgerpark Bremen. Text abrufbar unter: https:\/\/www.buergerpark.de\/index.php (Zugriff am 29.05.2024).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Die Senatorin f\u00fcr Umwelt, Klima und Wissenschaft (2024): Handlungskonzept Stadtb\u00e4ume. \u00dcbersicht \u00fcber die Handlungsfelder. Bremen: Freie Hansestadt Bremen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Essl, Franz\/Rabitsch, Wolfgang (Hrsg.) (2013): Biodiversit\u00e4t und Klimawandel. Auswirkungen und Handlungsoptionen f\u00fcr den Naturschutz in Mitteleuropa. Berlin Heidelberg: Springer.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Fisher, Berenice\/Tronto, Joan (1990): Toward a feminist theory of caring. In:\u00a0 Abel, Emily E.\/Nelson, Margaret (Hrsg.) Circules of care. Albany: SUNY Press.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Hauck, Thomas E.\/Weisser, Wolfgang W. (2018): Biodiversit\u00e4t der St\u00e4dte. Die Ber\u00fccksichtigung der Biodiversit\u00e4t in der Stadtplanung. Text abrufbar unter: https:\/\/www.bpb.de\/themen\/stadt-land\/stadt-und-gesellschaft\/216882\/biodiversitaet-der-staedte\/ (Zugriff am 08.08.2024).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Herberg, Alfred\/Kube, Alice (2013): Klimawandel und St\u00e4dte. Naturschutz und Lebensqualit\u00e4t. In: Essl, Franz\/Rabitsch, Wolfgang (Hrsg.) Biodiversit\u00e4t und Klimawandel. Auswirkungen und Handlungsoptionen f\u00fcr den Naturschutz in Mitteleuropa. Berlin Heidelberg: Springer, 254-262.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Loz\u00e1n, Jos\u00e9 L.\/Breckle, Sigmar-W.\/Gra\u00dfl, Hartmut\/Kasang, Dieter\/Matzarakis, Andreas (2019): St\u00e4dte im Klimawandel. In: Loz\u00e1n, Jos\u00e9. L.\/Breckle, Siegmar-W.\/Gra\u00dfl, Hartmut\/Kuttler, Wilhelm\/Matzarakis, Andreas (Hrsg.). Warnsignal Klima: Die St\u00e4dte. Text abrufbar unter: www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de (Zugriff am 28.05.2024).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Miller, Leif (2023): Innerst\u00e4dtisches Gr\u00fcn ist nat\u00fcrliche Klimaanlage. Text abrufbar unter: https:\/\/www.nabu.de\/presse\/pressemitteilungen\/http\/index.php?popup=true&amp;show=37972&amp;db=presseservice (Zugriff am 31.07.2024).<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Puig de la Bellacasa, Maria (2017): Matters of care: Speculative ethics in more than human worlds. Minneapolis: University of Minnesota Press.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 8pt\">Schramm, Engelbert\/Matzinger, Andreas\/Libbe, Jens (2020): Resilienz. In: Trapp, Jan Hendrik\/Winker, Martina (Hrsg.). Blau-gr\u00fcn-graue Infrastruktur vernetzt planen und umsetzen. Ein Beitrag zur Klimaanpassung in Kommunen. Berlin: Difu, 21-23.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autorinnen: Jin Liao, Jasmin Stelter und Marianne Tensing Beschreibung und AkteurInnen Der Klimawandel stellt alle Lebensformen auf der Erde vor immer neue Herausforderungen, da sich durch steigende Temperaturen und ver\u00e4nderte Wetterbedingungen zunehmend Lebensr\u00e4ume verschieben oder sich grunds\u00e4tzlich ver\u00e4ndern. 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