{"id":402,"date":"2021-06-06T18:41:36","date_gmt":"2021-06-06T16:41:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/?page_id=402"},"modified":"2021-06-10T13:05:17","modified_gmt":"2021-06-10T11:05:17","slug":"interview-mit-prof-dr-wehkamp","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/perspektiven\/interview-mit-prof-dr-wehkamp\/","title":{"rendered":"Interview mit Karl-Heinz Wehkamp"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0 et_pb_with_background  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_5 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column et_pb_column_empty\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_3_5 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_title et_pb_post_title_0 et_pb_bg_layout_light  et_pb_text_align_center\"   >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_title_container\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"entry-title\"><\/h1>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_5 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column et_pb_column_empty\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_2_3 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Greta Blotevogel und Nicolas Haslbeck: Wie sind Sie von Frankfurt nach Bremen gekommen?<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b>Prof. Dr. Dr. med. Karl-Heinz Wehkamp:<\/b> Ich habe schlicht und einfach aus der Zeitung erfahren, dass hier ein Hochschulreform Modell geplant ist, dass sich von der traditionellen Universit\u00e4t unterschied, aber auch von den Kernelementen des geplanten Hochschulrahmengesetzes. Und nat\u00fcrlich war auch schon damals bekannt, dass die Universit\u00e4t Bremen ein Magnet f\u00fcr die sogenannten linken Intellektuellen war und das fand ich einfach interessant. Ich habe mich auf eine der 15 Tutorenstellen beworben, die ich dann auch bekommen habe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Au\u00dferdem war mir Frankfurt auch teilweise zu stressig geworden, weil einfach zu viel Blut geflossen ist. Es war ja jedes Wochenende irgendwo eine hektische Demo, eine Besetzung oder ein Polizeieinsatz auf dem Campus. Auch haben einige der Menschen aus meinem Bekanntenkreis sich in politische Richtungen entwickelt, die ich nicht unterst\u00fctzen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Als Sie dann 1971 anfingen in Bremen zu studieren, sind Sie auch direkt in den ASTA gegangen, richtig?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich wollte da gar nicht rein (lacht). Als Frankfurter Soziologe mit meiner kritischen Theorie war ich \u00fcberhaupt nicht kompatibel mit den sogenannten ML Gruppen: Marx ja, Lenin nein und [Deutsche Kommunistische] Partei auch nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich kam durch Zufall in eine Wahlkampfveranstaltung, wo sich die Leute vom [Marxistischen Studenten Bund] Spartakus mit den Leuten von den ML Gruppen stritten. Ich fand irgendwie, dass die das nicht gut genug gemacht haben und habe mich dann dazu gemischt. Nachdem ich dann aus dieser Veranstaltung raus gegangen bin, hat mich die Planerin Anke Nevermann gefragt, ob sie mich nicht auf die Liste der Wahlen zum Studentenparlament setzen k\u00f6nne. Als ich drei Tage sp\u00e4ter wiederkam war ich pl\u00f6tzlich AStA-Vorsitzender geworden und Teil einer Hochschulgruppe, die ich weitgehend, aber nie zu 100% unterst\u00fctzen konnte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Auf den Flugbl\u00e4ttern aus den 70er Jahren kann man h\u00e4ufig \u00fcber die herrschende Klasse und die kapitalistische Produktionsweise lesen. Wie viel Marx wurde damals denn tats\u00e4chlich gelesen?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Es wurde schon viel Marx gelesen. Vor allem hat es die Diskurssprache gepr\u00e4gt. Es ging immer um Klassenkampf, um Genossen und den Imperialismus. Wir waren damals der \u00dcberzeugung, dass wir damit die Welt verstehen und zum Guten ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Es war die Idee des \u201eKampfes zweier Linien\u201c. Also die Marxsche Theorie erg\u00e4nzt mit Lenin und Mao.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Wie haben Sie die Atmosph\u00e4re zwischen den Hochschulgruppen wahrgenommen? Sie waren ja selbst Mitglied des KSB.\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Es war eine starke emotionale Verbundenheit untereinander. Die Leute der jeweiligen Lager hatten dort ihre Heimat. Wir haben morgens um sechs Uhr Flugbl\u00e4tter verteilt, nachts Plakate geklebt und immer viel diskutiert. Es war ja immer was los.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Dazu kommt die internationale Solidarit\u00e4t dazu. Man war immer zum Beispiel \u00fcber Mosambik, Angola und Pal\u00e4stina informiert, oder glaubte informiert zu sein. Hat dabei aber immer nur oberfl\u00e4chliches Wissen gehabt, aber man wollte und musste solidarisch sein, mit den sogenannten Befreiungsbewegungen oder gegen bestimmte Projekte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich habe auch Grausamkeiten erlebt. Ein Kommilitone von mir, den ich sehr sch\u00e4tze, meinte, die PLO (Pal\u00e4stinensische Befreiungsorganisation) unterst\u00fctzen zu m\u00fcssen und ist dann nach Pal\u00e4stina. Er ist ein viertel Jahr sp\u00e4ter erschossen worden, weil er angeblich ein Spion w\u00e4re. Das war er mit Sicherheit nicht. Danach habe ich mir langsam Gedanken \u00fcber den fatalen Moralismus dieser Bewegung gemacht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Es wurden auch keine Kontakte zwischen den Gruppen gepflegt. Das waren verschiedene Welten. Die Debatten waren politisch polarisiert und teilweise unangenehm und feindselig. In meiner Truppe wurde gesagt: Wenn die vom Spartakus mal an der Macht w\u00e4ren, w\u00fcrden die uns an die Wand stellen. Das war so ein Gef\u00fchl in den Hochschulgruppen, obwohl wir gemeinsam auch manche Aktionen gemacht haben. Zum Beispiel gegen die Berufsverbote wurde gemeinsam demonstriert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Eine Liberale Atmosph\u00e4re war es jedoch nicht, eine tolerante auch nicht unbedingt. Also bestimmte Werte wurden nicht akzeptiert. Die kommunistischen Gruppen hatten viel repressives Potenzial nach Innen. Das hatte sich hier in Bremen auch entwickelt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Konnten Sie die Entwicklungen der zwei Lager nur zwischen den Hochschulgruppen wahrnehmen?<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Die Entwicklungen haben sich dann doch sehr zugespitzt, sodass die ersten Jahre von den zwei politischen Lagern gepr\u00e4gt waren. Und das nicht nur in der Studentenschaft, sondern auch in der Hochschullehrerschaft und im Dienstleistungssektor. Dieser ewige Konflikt zwischen den \u201eOstblock-Kommunisten\u201c und denen die sich mit Mao sympathisierten und teilweise anarchistische Z\u00fcge hatten, hat sich lange gehalten. Auch der SPD nahe Studentenbund (SHB) hat sich aufgespalten. Einmal in die sozialistische Fraktion (SHB\/SF), die mit den Maoisten gingen, oder den \u201eChaoten\u201c, wie sie uns immer genannt haben und der gr\u00f6\u00dfere Teil, der mit dem Spartakus und der DKP ging. Auch die Hochschullehrer hatten die Spaltungen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Es gab nat\u00fcrlich auch Menschen, die sich nicht richtig zuordnen konnten. Denen ging es zum Teil sehr schlecht. Es gab dann auch einen Selbstmord eines Hochschullehrers, der sich verbrannt hatte. Das war ganz furchtbar. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span class=\"\" style=\"font-size: 12pt\">Und sp\u00e4ter, das war auch ein Grund weshalb ich nochmal Medizin studiert habe, ist bekannt geworden, dass die Uni von der Stasi gut kontrolliert worden ist. Das selbst Hochschullehrer dabei waren uns zu melden und die auff\u00e4lligen Leute von der nicht-DKP-Seite, sp\u00e4testens wenn sie nach Berlin fuhren, erfahren haben, dass sie nicht reinkommen und auf der Liste standen. Ich habe mein Examen gemacht und ein Promotionsstipendium bekommen, das war alles von den Noten her sehr gut. Dann wurde ich aber in einigen Gremien, die DDR-nahe waren, schon als wissenschaftlicher Arbeiter wegen mangelnder Qualifikationen abgelehnt. Dann habe ich mich an zwei neuen Unis beworben und bin beide Male in der letzen Runde rausgeflogen.\u00a0<\/span><\/p>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\"><span class=\"\" style=\"font-size: 12pt\">Erst sp\u00e4ter, als dann ein betrunkener Spartakus-Chef auf der AStA-Fete freundlich mir auf die Schulter klopfte und meinte, ich solle doch jetzt endlich in die richtige Partei gehen, hat er mir dann sehr detailliert erz\u00e4hlt, mit wem ich in Frankfurt gelebt habe und was ich da gemacht habe. Das war dann irgendwann ein Grund, dass ich gemerkt habe: ok, in der Szene wird es ein ewiges Theater werden.<\/span><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Damals hatte die Universit\u00e4t Bremen als Reformuniversit\u00e4t den Plan eines Projektstudiums? Wie haben Sie damals gelernt und diskutiert?<\/i><\/b><\/span><\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<div class=\"ace-line\" style=\"text-align: justify\">\u00a0<\/div>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Man hat diskutiert und gestritten auf unendlich vielen Versammlungen: auf Vollversammlungen, akademischer Senat, Studiengangsausschuss oder Berufungskommission. Ich habe mein Tutorium zwar durchgezogen, aber ich kann mich -\u00a0 das mag vielleicht peinlich sein - an keine einzige Lehrveranstaltung erinnern, wo ich mehr als zweimal gewesen bin. Es ist auch immer viel ausgefallen. Ich kann mich auch an kein Projekt erinnern, was wir ja so offiziell verteidigt haben. Das Projekt[studium] war eigentlich das Ganze. Die Uni war das Projekt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Waren die Studierenden damals politischer als die Studierenden heute? Was ist Ihr Eindruck?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Ich war vor ein paar Jahren auf dem Unicampus und habe mitbekommen, wie zwei Studenten vor mir ein Gespr\u00e4ch \u00fcber die diversen Arten Kaffee zu Kochen f\u00fchrten. Da musste ich ein wenig schmunzeln, denn solche Diskussionen h\u00e4tten wir damals bestimmt nicht gef\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Als sie damals die Kaffeepreise um 15 Pfennig erh\u00f6hten, wurde eine riesige Demo gegen den b\u00f6sen Kapitalismus gemacht, gegen den b\u00f6sen Charakter des Klassenfeindes. Daran das fest zu machen, war im Grunde total idiotisch. Es wurde zum Teil mit einem ungeheuren Ernst und mit wenig Humor ausgetragen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Humorlos war es. Trotzdem hatte es ja was. Es war ein gemeinsames Bem\u00fchen irgendwo die Welt politisch zu verstehen und es gab gen\u00fcgend inakzeptable politische Verh\u00e4ltnisse auf der Welt, wo es sich lohnte sie zu kritisieren. Nur haben wir niemals unsere Wissensgrundlage infrage gestellt. Ich habe dann sp\u00e4ter gelesen, dass in Maos Kampagnen Millionen Menschen verhungert sind, das wusste ja keiner. Viele die beim Spartakus waren haben auch gedacht, es sei in Russland besser oder in der DDR.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Warum ist das Bremer Modell gescheitert?\u00a0<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Schwierige Frage... Viele haben sich damit begn\u00fcgt \u201elinks\u201c oder \u201ekritisch\u201c zu sein, aber nicht \u00fcber die M\u00f6glichkeiten weder materiell, noch intellektuell wirklich die Zusammenh\u00e4nge zwischen der Gesellschaftsstruktur und Wissensstruktur zu erforschen und einzugreifen. Man h\u00e4tte dazu vielleicht mehr philosophische Basis und Wissenssoziologie gebraucht. Doch auf die Ebene ist es erst gar nicht gekommen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><b><i>Wie blicken sie auf Ihre Zeit an der Universit\u00e4t Bremen zur\u00fcck?<\/i><\/b><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Die Bremer Uni war schon interessant damals, ich m\u00f6chte die Zeit auch nicht missen. Ich habe mich oft gefragt, was ich an der Universit\u00e4t gelernt habe. Ich w\u00fcrde heute sagen, dass ich gelernt habe strukturiert zu Diskutieren, Protokolle zu schreiben und Tagesordnungen durchzuziehen. Von dem wissenschaftlichen Stoff habe ich \u00fcberwiegend von Frankfurt gezehrt, au\u00dfer, dass ich noch mehr Marx gelesen habe.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Peinlich ist mir im Nachhinein, wie wir in politischer Hinsicht oft waren. Zum Beispiel in Bezug auf Mao oder die sogenannten Befreiungsbewegungen in der Welt. Liberalit\u00e4t stand nicht hoch im Kurs. Moralismus war nicht nur in meiner Truppe weit verbreitet. Das betrifft freilich nicht nur die Situation an der jungen Bremer Uni, das war ja ein allgemeines Ph\u00e4nomen der Studentenbewegung. \u00dcber Vieles andere bin ich aber auch froh. Dazu geh\u00f6rt insbesondere eine kritische Haltung gegen\u00fcber den Wissenschaften, die sich auch auf die Methodologie und auf die Felder ihrer Verwertung bezogen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\"><strong><em>Herr Wehkamp, wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/em><\/strong><\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_3 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 18pt\"><em>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><span style=\"font-size: 18pt\"><em>\u00a0 \u201eDas Projekt war eigentlich das Ganze. Die Uni war das Projekt\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\"><\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"213\" height=\"320\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/MG_9535.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/MG_9535.jpeg 213w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/MG_9535-200x300.jpeg 200w\" sizes=\"(max-width: 213px) 100vw, 213px\" class=\"wp-image-1157\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_blurb et_pb_blurb_0  et_pb_text_align_left  et_pb_blurb_position_left et_block_module et_pb_bg_layout_dark\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_content\">\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_container\">\n\t\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"et_pb_blurb_description\"><p><strong><span style=\"font-size: 14pt\">Karl-Heinz Wehkamp<\/span><br \/><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Prof. Dr. Dr. med. Karl-Heinz Wehkamp spricht mit uns \u00fcber seine Zeit an der Universit\u00e4t Bremen, \u00fcber die politische Polarisierung in den Statusgruppen und wie er r\u00fcckblickend die Stimmung zwischen den Hochschulgruppen als Sprecher des ersten AStA (\u201cRote Liste\u201d) wahrgenommen hat.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Wehkamp studierte zun\u00e4chst Soziologie und Philosophie in Frankfurt\/Main und ist dann 1971 durch eine Tutorenstelle an die Universit\u00e4t Bremen gekommen, an der er Sozialwissenschaften studierte. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Er ist Diplom-Soziologe, Facharzt f\u00fcr Frauenheilkunde und seit Jahren als Ethikberater im Gesundheitswesen t\u00e4tig.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":8721,"featured_media":0,"parent":506,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-402","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/402","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8721"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=402"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/402\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1986,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/402\/revisions\/1986"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/506"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=402"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}