{"id":115,"date":"2021-06-06T23:07:28","date_gmt":"2021-06-06T21:07:28","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/?page_id=115"},"modified":"2021-06-15T16:12:26","modified_gmt":"2021-06-15T14:12:26","slug":"das-projekt-spurensuche","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/das-projekt-spurensuche\/","title":{"rendered":"Das Projekt Spurensuche"},"content":{"rendered":"<div class=\"et_d4_element et_pb_section et_pb_section_0 et_pb_with_background  et_pb_css_mix_blend_mode et_section_regular et_block_section\" >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_0  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_0  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_post_title et_pb_post_title_0 et_pb_bg_layout_light  et_pb_text_align_center\"   >\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_title_container\">\n\t\t\t\t\t<h1 class=\"entry-title\"><\/h1>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_1  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_1  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_image et_pb_image_0\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<span class=\"et_pb_image_wrap \"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1536\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/imm003_4.jpg\" alt=\"\" title=\"imm003_4\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/imm003_4.jpg 1536w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/imm003_4-1280x853.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/imm003_4-980x653.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/imm003_4-480x320.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1536px, 100vw\" class=\"wp-image-147\" \/><\/span>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_2  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_4_4 et_pb_column et_pb_column_2  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_0  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>Das Projekt Spurensuche<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Wir sind eine Gruppe aus Studis, Profs und Menschen aus der Univerwaltung, die sich zusammengefunden hat, um die Spuren des Bremer Modells nachzuzeichnen. Dabei hatten und haben wir sehr unterschiedliche Motivationen und Beweggr\u00fcnde, mit denen wir in dieses Projekt gegangen sind. Als Konsequenz daraus haben wir uns zusammengesetzt, um \u00fcber diese miteinander zu sprechen und sind in einen gemeinsamen Aushandlungsprozess gegangen, aus dem nun dieses Selbstverst\u00e4ndnis entsteht.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Grunds\u00e4tzlich verstehen wir uns als ein kritisches, linkes Projekt, was sich auf der einen Seite in unseren politischen Einstellungen ausdr\u00fcckt und auf der anderen Seite in der Form, in der wir versucht haben, zusammenzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit hat sich aus einem (Selbst-)Verst\u00e4ndnis gegr\u00fcndet, dass gerade in Bezug auf das Bremer Modell als Grundlage hatte, dass wir alle gleichberechtigt unsere Meinungen und Ansichten in den Prozess einbringen konnten - unabh\u00e4ngig vom formellen Status in der Uni. Auch die verschiedenen Elemente dieser Ausstellung sind nach diesem Prinzip entstanden. Wir haben alleine, zu zweit oder als Gruppe autonom Texte geschrieben und Interviews gef\u00fchrt und dann gemeinsam \u00fcber diese diskutiert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Parallel dazu haben wir uns kritisch mit der Uni von damals und von heute auseinandergesetzt und sind zu verschiedenen Meinungen gekommen, wie die Rolle der Uni, der Studis, der Bremischen B\u00fcrgerschaft und der Presse zu bewerten sind. Daraus ist ein Mosaik von \u2018Ausstellungsst\u00fccken\u2019 entstanden, das unsere Heterogenit\u00e4t sehr gut zum Ausdruck bringt.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Die zentralen Fragen, die uns bei unserer Arbeit besch\u00e4ftigt haben, waren zum Beispiel, warum die Hauptelemente des Bremer Modells zerschlagen wurden, welche Vor- und Nachteile die Reformans\u00e4tze mit sich brachten und welche Schl\u00fcsse wir aus den K\u00e4mpfen um das Bremer Modell f\u00fcr unsere K\u00e4mpfe heute ziehen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"font-size: 12pt\">Wir wollen mit unserer Ausstellung auch gerade die Menschen erreichen, denen das Gestaltungspotential und die vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten, um die Universit\u00e4t zu ver\u00e4ndern und auf diese einzuwirken, noch nicht sichtbar sind. Und wir wollen mit dieser Ausstellung auch dazu ermutigen, dass ihr euch mit den K\u00e4mpfen von damals und heute auseinandersetzt! Denn gerade anhand des Bremer Modells wird noch einmal deutlich, dass schon immer politische K\u00e4mpfe darum, was die Uni sein kann, ausgetragen wurden und auch in Zukunft werden.<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_row et_pb_row_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_row\">\n\t\t\t\t<div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_3  et_pb_css_mix_blend_mode et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_team_member et_pb_team_member_0 clearfix  et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_image et-waypoint et_pb_animation_off  et_pb_css_mix_blend_mode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"640\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/4ce27aa4-0133-4410-bfa5-c7e411e22fd5.jpg\" alt=\"Spurensucher*in Gerrit\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/4ce27aa4-0133-4410-bfa5-c7e411e22fd5.jpg 640w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/4ce27aa4-0133-4410-bfa5-c7e411e22fd5-480x480.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) 640px, 100vw\" class=\"wp-image-491\" \/><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_description\">\n\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\">Spurensucher*in Gerrit<\/h4>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div><p><strong>Der Blick aufs Studium, das Bremer Modell &amp; ich<\/strong><\/p>\n<p>Mir wurde zu Beginn meines Studiums gesagt, das Wort \u201estudieren\u201c w\u00fcrde bedeuten, sich einer Sache voll und ganz zu widmen. Das mag zwar nicht ganz korrekt sein (eine wenige Sekunden in Anspruch nehmende Suche im Internet sorgte in der Hinsicht f\u00fcr Ern\u00fcchterung), kann aber meine anf\u00e4ngliche Motivation im Studium gut zusammenfassen. Mir ging es im Jahr 2018, als ich an die Universit\u00e4t Bremen kam, darum, den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, zu verstehen und mich f\u00fcr Inhalte zu begeistern. Eigentlich ein guter Start? Die ersten Wochen waren dann (je nach Veranstaltung) auch mit kleinen \u201eAha\u201c-Momenten gef\u00fcllt: als w\u00fcrden sich kleine Knoten im Gehirn aufl\u00f6sen konnte ich f\u00fchlen, wie meine Gedanken immer klarer wurden. Studium, das wurde mir und meinen Kommiliton*innen recht schnell bewusst, hei\u00dft aber eben auch <i>durchkommen, irgendwie durchwurschteln. <\/i>Das gilt einerseits f\u00fcr die Inhalte, manches ist nun eben spannender als anderes, kann aber auch gut den Zustand beschreiben, in dem sich viele Kommiliton*innen befinden. Es scheint mir, als w\u00e4re der Blick hier eher auf das <i>irgendwie mit passablen Noten durchkommen<\/i>, als auf die Inhalte oder die Botschaft dahinter gerichtet. Ich kann es ihnen \u00a0nicht ver\u00fcbeln. Einerseits befinde auch ich mich oft in diesem Zustand, st\u00e4ndiges<i> Brennen<\/i> kann von niemandem erwartet werden und f\u00fchrt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter vermutlich zum <i>burn out. <\/i>Andererseits korrespondiert das <i>irgendwie durchkommen<\/i> mit dem oft auftretenden Gef\u00fchl, dass es im Studium gar nicht um die Studierenden geht und damit, dass es sowieso kaum Mitspracherechte seitens der Studierendenschaft gibt.<\/p>\n<p>Ein*e Professor*in benimmt sich daneben? In der Studierendenvertretung meines Studiengangs ist die Antwort darauf dann meistens <i>Hmm, wir k\u00f6nnten ja eine kritische Email schreiben (und nur hoffen, dass die Person \u00fcberhaupt antwortet).<\/i> Eine interessante Diskussionsveranstaltung wird organisiert und breit beworben? <i>Nachher sehe ich dort wieder die gleichen 10-12 Gesichter wie jedes Mal<\/i>. Beides ist auf sehr unterschiedliche Art \u00e4hnlicher Qualit\u00e4t demotivierend. <i>Vielleicht ein Grund, einfach irgendwie durchzukommen?<\/i><\/p>\n<p>Nur um Missverst\u00e4ndnisse sofort aus dem Weg zu r\u00e4umen: Ich mag mein Studium sehr. Gleichwohl fehlt mir oft die kollektive oben beschriebene Begeisterung, das <i>Brennen<\/i> und zeitweise f\u00fchlt es sich f\u00fcr mich so an, als w\u00e4re ich kein vollwertiges Mitglied der Universit\u00e4t, sondern eines, das von oben regiert wird. Vielleicht wird auch hier deutlich, dass (bzw. warum) mir das Bremer Modell in den ersten Jahren meines Studiums kein Begriff war (diese Universit\u00e4tskonzeption findet keine Anwendung \u00a0mehr und ist weitestgehend in Vergessenheit geraten). Lustiger Weise war das beim Begriff \u201elinke Kaderschmiede\u201c, die meine Universit\u00e4t meinem Vater (halb ironisch, halb ernst) nach zu sein schien, ganz anders. In dem Kontext \u00fcbt das Bremer Modell eine interessante Faszination auf mich aus. W\u00e4hrend die Darstellungen aus der Gr\u00fcndungszeit der Universit\u00e4t teils vermutlich romantisiert sind und \u00fcber starke Uni-interne Konflikte hinwegsehen, atmen die Schriftst\u00fccke und Filme aus der Zeit dennoch einen besonderen Geist. Dieser l\u00e4sst sich auf der formellen Ebene fassen: ganz anders als heute kann die Universit\u00e4t von damals eben auch als Raum angesehen werden, der durch die Studierenden geformt werden konnte, was wiederum einen Einfluss auf das Bed\u00fcrfnis der Studierenden gehabt haben d\u00fcrfte, sich einzubringen. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich viel inspirierender ist aber die damalige Sicht auf das Studium selbst: keine Massenabfertigung in gro\u00dfen Vorlesungen, Seminare \u00fcber deren Ende durch den Inhalt und nicht die Uhr entschieden wurde und schlie\u00dflich der explizite Wille, Forschung f\u00fcr die am schlechtesten Gestellten zu betreiben. Es ist, als ob es damals kein <i>einfach so durchkommen<\/i> gegeben h\u00e4tte, sondern Studieren tats\u00e4chlich als sich einer Sache <i>voll und ganz widmen<\/i> verstanden wurde. Das Bremer Modell bietet mir also, auch wenn es heute offensichtlich keine Anwendung mehr findet, einen Gegenentwurf zu heutigen Universit\u00e4tskonzeptionen (auch in Bremen). Es gibt mir die Best\u00e4tigung, dass \u201eUniversit\u00e4t\u201c nicht zwangsweise auch <i>einfach irgendwie durchkommen<\/i> bedeuten muss, sondern als gestaltbarer Raum betrachtet werden kann - das wiederum w\u00fcrde ich gerne im Rahmen dieses Blogs auch meinen Kommiliton*innen weitergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_team_member et_pb_team_member_1 clearfix  et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_image et-waypoint et_pb_animation_off  et_pb_css_mix_blend_mode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"2560\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/photo5325917467932996505.jpg\" alt=\"Spurensucher*in Leonie\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/photo5325917467932996505.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/photo5325917467932996505-1280x1707.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/photo5325917467932996505-980x1307.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/photo5325917467932996505-480x640.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 1920px, 100vw\" class=\"wp-image-477\" \/><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_description\">\n\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\">Spurensucher*in Leonie<\/h4>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div><p><strong>Wir m\u00fcssen reden.<\/strong><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Ich komme aus Dorsten, einer eher konservativen Mittelstadt an der Lippe. Nach dem Abitur konnte ich es nicht erwarten mal rauszukommen und nachdem ich einmal drau\u00dfen war, hatte ich Probleme mich wieder einzuf\u00fcgen. Vielen meiner Freund*innen ging das ganz anders. Dorsten ist auch ein kleines Gravitationszentrum. Und dank Menschen wie ihnen, die bleiben oder zur\u00fcckkommen, hat sich in der Stadt in den letzten Jahren hier und da etwas ver\u00e4ndert. Mir reicht es f\u00fcr den Moment, das aus der Ferne zu betrachten. 230 km sind eine gute Entfernung. <\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">F\u00fcr Bremen habe ich mich spontan entschieden. Ich habe die klassische Touri Runde gemacht, die wir unseren Eltern zeigen, wenn sie das erste Mal hier sind (Altstadt, Schnoor, Weser, Viertel), habe den Stern unfallfrei passiert, aber fluchend, mich dann auf dem Campus umgesehen und meine erste Umfrage gestartet \u2013 \u201eHallo, studiert ihr hier? Und macht es dir Spa\u00df?\u201c. R\u00fcckblickend gesehen etwas unangenehm, heute verstehe ich die verwirrten Gesichter. Ein Student hat mich tats\u00e4chlich beim AStA abgeliefert und die habe ich dann auch mal gefragt, was sie so machen. Ja, ich wusste nicht so wirklich, wie Uni funktioniert. Aber alle waren nett, \u00fcberall hingen Sticker und Tags und Plakate, der Betonklotz kam mir bunt und dynamisch vor und das hat mir gereicht.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">In der Ersti-Woche kam ich etwas in Schwitzen. Unendlich viele neue Themen, Fragen und Meinungen prasselten auf mich ein und ich hatte den Eindruck, ich sollte die Antworten besser schnell parat haben \u2013 alle anderen hatten sie anscheinend schon. In Dorsten war Politisierung etwas Unbequemes gewesen. Hier war sie ein Zugangscode. Und ein bisschen vielleicht auch ein Statussymbol. Aber sicherlich gibt es ungeeignetere Dinge als Meinungen, Werte und Handeln, um sich und das Gegen\u00fcber zu identifizieren. Doch kann man in Bremen nur etwas werden, wenn man Veganerin ist <\/span><i><span data-contrast=\"auto\">und<\/span><\/i><span data-contrast=\"auto\"> Doc Martens tr\u00e4gt <\/span><i><span data-contrast=\"auto\">und<\/span><\/i><span data-contrast=\"auto\"> das Konzept Staat ablehnt? Nein. Aber man wird immer wieder dazu angeregt und aufgefordert weiterzudenken, sich weiterzubilden. Je nachdem, in welcher Blase man sich bewegt.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Aber das passiert nicht immer an der Uni und nicht in jedem Seminar. Gesellschaftstransformation, obwohl sie bitter n\u00f6tig ist, steht nicht an erster Stelle, oftmals gar nicht auf dem Plan. Sicherlich gibt es viele Studierende wie auch Lehrende, die diesen Anspruch verfolgen (m\u00f6chten). Aber vision\u00e4r, radikal (im Sinne von \u201egr\u00fcndlich, an der Wurzel ansetzend\u201c, entspannt euch) und mobilisierend sind nur wenige Veranstaltungen. Eine Idee, die an der Bequemlichkeit der B\u00fcrger*innen oder \u201edem System\u201c zu scheitern droht, wird meist als naiv abgetan, ohne dass wir uns zusammen ernsthaft die Frage stellen: M\u00fcssen wir das System, das wir geschaffen haben, vielleicht grundlegend ver\u00e4ndern? Und wie? - Manchmal habe ich den Eindruck, Wissensvermittlung, ein relativer Begriff in den Sozialwissenschaften, st\u00fcnde \u00fcber dem Diskurs und man verwechselt 24 CP in Statistik und Methoden mit praxisnaher, praktischer Lehre. Die Arsch-hoch-Mentalit\u00e4t der Anfangsjahre der Uni sehe ich heute nicht mehr.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Vielleicht ist es an anderen Uni kaum anders. Aber gerade dann sollten wir uns die Frage stellen, wie Uni eigentlich sein sollte, um das Beste aus uns rauszuholen. Sicherlich wird diese Frage durch das Projekt viel mehr angesto\u00dfen, als beantwortet. Aber es ist wirklich an der Zeit.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Deshalb bin ich ins Projekt gekommen. Verschiedenen Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rquellen aus und zu den Anfangsjahren der Uni stecken voller Dynamik und Vision. Sicherlich ist viel Energie aufgrund \u00fcberzogener Streitereien zwischen Linken verpufft. Vielleicht sind wertvolle Ideen durch mangelnde Kompromissbereitschaft ganz unter den Tisch gefallen. Und vielleicht war tats\u00e4chlich nicht alles gut und praktisch, was man sich da ausgedacht hat. Aber vielleicht mehr, als dann geblieben ist. Das wollte ich beleuchten. Um zu schauen: was sollten wir wieder ausgraben? Was k\u00f6nnen wir daraus lernen?\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span data-contrast=\"auto\">Wenn man sich einmal mit dem Thema besch\u00e4ftigt, kann man sich bald vor Fragen nicht mehr retten. Und deshalb bin ich froh, dass diese Arbeit im Diskurs mit so vielen Menschen entstanden ist und dass wir uns entschieden haben, die Texte nicht zu streamlinen und nicht als Team eine einheitliche Position zu vertreten. Diskurs findet und fand auf verschiedenen Ebenen des Projekts statt und geht jetzt hoffentlich mit euch und Ihnen weiter.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;201341983&quot;:0,&quot;335559739&quot;:160,&quot;335559740&quot;:259}\">\u00a0<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_d4_element et_pb_column_1_2 et_pb_column et_pb_column_4  et_pb_css_mix_blend_mode et-last-child et_block_column\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_team_member et_pb_team_member_2 clearfix  et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_image et-waypoint et_pb_animation_off  et_pb_css_mix_blend_mode\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"2199\" src=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/IMG_3642-2-scaled.jpg\" alt=\"Spurensucher*in Sebastian\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/IMG_3642-2-scaled.jpg 2560w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/IMG_3642-2-1280x1100.jpg 1280w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/IMG_3642-2-980x842.jpg 980w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/files\/IMG_3642-2-480x412.jpg 480w\" sizes=\"(min-width: 0px) and (max-width: 480px) 480px, (min-width: 481px) and (max-width: 980px) 980px, (min-width: 981px) and (max-width: 1280px) 1280px, (min-width: 1281px) 2560px, 100vw\" class=\"wp-image-161\" \/><\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_team_member_description\">\n\t\t\t\t\t<h4 class=\"et_pb_module_header\">Spurensucher*in Sebastian<\/h4>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t\t<div><p><strong>Auf dem Weg zur Hochschul-Gestaltung<\/strong><\/p>\n<p><em>Eine sehr pers\u00f6nliche Vorstellung eines unseres Spurensuchers Sebastian, der das Projekt \u00fcber die politischen K\u00e4mpfe ums Bremer Modell 2020 erfolgreich eingeworben hat<\/em><\/p>\n<p>Was eine Universit\u00e4t ist und wer sie gestaltet war mir lange v\u00f6llig unklar, denn die akademische Welt schien in meiner Jugend in Schweriner und Neubrandenburger Plattenbau-Vierteln doch sehr fern und fremd (denn weder wuchs in einer Unistadt auf noch hatte irgendwer aus meiner Familie schon mal eine Uni von innen gesehen). Mit lediglich den letzten beiden Schuljahren auf einem Gymnasium und ohne b\u00fcrgerliche Sozialisation im Gep\u00e4ck war dann auch meine erste Erfahrung mit einer Universit\u00e4t eher ern\u00fcchternd: Nach meinen einigen Semestern in Berlin standen lediglich ein Studienabbruch (ich hatte aus Angst vor der unklaren Berufsperspektive eines sozialwissenschaftlichen Studiums ein Fach gew\u00e4hlt, das im Grunde nicht meinen Interessen und Begabungen entsprach), viel Frust und ein verwirkter Baf\u00f6g-Anspruch zu Buche. Zum Gl\u00fcck wagte ich mit einem Studienkredit (den ich sp\u00e4ter mit einem Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung ersetzen konnte) und in einer kleineren Stadt dann doch noch einen zweiten Anlauf, und zwar in den F\u00e4chern, die mich wirklich interessierten: Geschichte und Politikwissenschaft.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich fand ich mich an einer ehemaligen Reformuniversit\u00e4t wieder, ohne zu diesem Zeitpunkt zu wissen, was das eigentlich bedeuten soll. Die Rede ist hier noch nicht von Bremen, sondern von Wuppertal, wo 1972 eine neue Gesamthochschule ihren Lehrbetrieb aufnahm, die heutige Bergische Universit\u00e4t Wuppertal. Ohne die Traditionen einer klassischen Ordinarienuniversit\u00e4t (auch worum es sich dabei handelt musste ich aber erst noch lernen) und mit einer starken Orientierung auf das Lehramtsstudium war diese Hochschule f\u00fcr mich ein einfacher zug\u00e4ngliches Eintrittstor in die akademische Welt. Mitten in der gro\u00dfen Finanzkrise h\u00f6rte ich eine recht konventionelle makro\u00f6konomische Einf\u00fchrungsvorlesung im gr\u00f6\u00dften Kinosaal der Stadt (denn die Uni platze aus allen sehr engen N\u00e4hten). Im Grunde bin ich dem Professor dankbar, dass er seine marktliberalen politischen Ansichten nur sehr plump hinter den neoklassischen Modellen versteckte, die wir f\u00fcr die Klausuren pauken mussten. Das hat mich provoziert und mir (sicherlich ungewollt) schon fr\u00fch ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Notwendigkeit einer pluralen \u00d6konomik und Politischen \u00d6konomie vermittelt.<\/p>\n<p>An der Bergischen Uni entdeckte ich als Tutor meine Leidenschaft f\u00fcr Lehre, begann mich f\u00fcr polit\u00f6konomische Forschung zu interessieren und habe als Bildungsstreik-Aktivist und Pr\u00e4sident des Studierendenparlamentes erfahren, dass Universit\u00e4t ein politischer Raum ist, den andere f\u00fcr einen gestalten, wenn man sich nicht selbst einbringt. Der Druck vieler bewegter Studierender hat dazu beigetragen, die Studiengeb\u00fchren in NRW (und andernorts) wieder abzuschaffen, f\u00fcr deren Begleichung ich zwischenzeitlich einen weiteren Kredit aufnehmen musste (mit dessen Zinsen ich zynischerweise mehr bezahlen musste, als Studierende, die die Geb\u00fchren direkt begleichen konnten).<\/p>\n<p>Die Tradition der Kritischen Theorie lockte mich dann f\u00fcr mein Master-Studium an die Goethe Universit\u00e4t nach Frankfurt am Main, wo ich aber schnell feststellen musste, dass zwar viele Studierenden sehr politisch und kritisch sind (ein gewisser Unterschied zu Wuppertal), die Kritische Theorie in den Lehrveranstaltungen am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften (ein Name, der zwischenzeitlich auch mal zur Disposition stand) aber nicht gerade \u00fcberrepr\u00e4sentiert war. F\u00fcr meine akademische und hochschulpolitische Sozialisation war Frankfurt aber dennoch ein echter Gl\u00fccksgriff. Ich studierte im ber\u00fcchtigten AfE-Turm, der an dem Tag zugunsten von Kapitalinteressen planm\u00e4\u00dfig in die Luft gesprengt wurde, an dem ich das Expos\u00e9 meiner Master-Arbeit endlich fertigbekam. Ich erlebte auch wie die als ungesittet verschrienen Sozialwissenschaftler:innen den IG-Farben-Campus (den die Uni-Leitung nie so nennen wollte) bezogen und sich dabei wohl st\u00e4rker dem Campus anpassten als umgekehrt. Ich wurde in den Fachbereichsrat gew\u00e4hlt und bekam einen Einblick in die Verteilungsk\u00e4mpfe und politischen Kontroversen auf der Hinterb\u00fchne einer Fakult\u00e4t.<\/p>\n<p>Ironischerweise blieb ich dann aber f\u00fcr die Erforschung von Finanzmarktdynamiken, deren Bedeutung mir in Frankfurt u.a. durch die Adorno-Vorlesungen von Wolfgang Streeck und die politischen Bewegungen in der Stadt klar wurden, nicht am Main, sondern trat meine erste Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universit\u00e4t Bremen an. Andere kamen gerade wegen des Rufs der linken Reformuni nach Bremen, ich war eigentlich nur dem Ruf eines interessanten Stellenangebots gefolgt und hatte keine Ahnung vom Bremer Modell. Zun\u00e4chst war ich auch genug mit dem \u00dcbergang von Studi zu WiMi und dem Kennenlernen des Wissenschaftsbetriebs von innen besch\u00e4ftigt. Erstmals konfrontiert mit dem Ruf der Uni Bremen als einer \u201eroten Kaderschmiede\u201c wurde ich dann nicht auf dem Campus, sondern bei einem der ersten Experteninterviews f\u00fcr mein Promotionsprojekt in einer gro\u00dfen Bank in D\u00fcsseldorf (mit meinem heutigen Wissensstand aus der gemeinsamen Spurensuche zum Bremer Modell erscheint mir das viel weniger paradox als damals in der Situation selbst). Bevor ich meinen Gespr\u00e4chspartner zur Finanzialisierung der kommunalen Schuldenverwaltung in NRW befragen durfte, sollte ich erst die politische Unbedenklichkeit meines Forschungsvorhabens, meines Betreuers und der Bremer Universit\u00e4t beschw\u00f6ren. Sowas kann einen ganz sch\u00f6n aus dem Konzept bringen!<\/p>\n<p>Es dauerte trotzdem noch eine Weile, bis es die Gr\u00fcndungsgeschichte der Bremer Reformuni wieder auf meinen Radar schaffte und zwar durch eine beeindruckende Campus- und Archivf\u00fchrung der Kolleg:innen des Bremer Universit\u00e4tsarchiv. Mir wurde klar, welche Sch\u00e4tze (Plakate, Flyer, Zeitungen, Dokumente) im Archiv schlummerten und wieviel Spa\u00df es machen k\u00f6nnten, diese mit Studierenden zu heben und in die politischen Debatten innerhalb der Uni einzubringen. Die Uni musste aber erst 50 werden und Projektmittel ausschreiben, bevor ich diese Idee in die Tat umsetzen konnte. Zwischendurch arbeitete ich als Studiengangskoordinator und Dozent in einem Kooperationsstudiengang mit der Jacobs University Bremen, deren Gr\u00fcndung 1999 (damals noch als International University Bremen) u.a. von dem Uni-Rektor als bewusster Erneuerungs-Impuls vorangetrieben wurden, mit dessen Amtsantritt 1982 das Bremer Modell nach g\u00e4ngiger Lesart endg\u00fcltig beendet war und der Begriff Reformuni eine ganz neue (\u00f6konomisierte und auf die Akquise von Drittmitteln hin orientierte) Sto\u00dfrichtung bekam. Auch dieser Zusammenhang wurde mir aber erst im Laufe unserer Arbeit im Projekt Spurensuche klar.<\/p>\n<p>Am Bremer Modell faszinieren mich besonders seine bef\u00e4higende und problemorientierte Didaktik, die etwa im integrierten sozialwissenschaftlichen Eingangsstudium und den Ans\u00e4tzen des Projektstudium sichtbar wurden, aber auch seine besondere politische Mobilisierungskraft und sein an gesellschaftlichem Fortschritt und Gerechtigkeit orientiert Wissenschaftsverst\u00e4ndnis. Schade, dass ich in meinem Hafenseminar vor einem Jahr noch nicht an die Forschung des Arbeiterkammerbereichs zur Hafenarbeit im Wandel ankn\u00fcpfen konnte, weil ich sie damals schlicht noch nicht kannte. Den Berninghausenpreis f\u00fcr hervorragende Lehre, den wir f\u00fcr das Hafenseminar bekamen, hat der langj\u00e4hrige Pr\u00e4ses der Bremer Handelskammer \u00fcbrigens nicht aus besonderer Verbundenheit mit dem Bremer Modell gestiftet. Die Aufmerksamkeit und Anerkennung f\u00fcr gute und innovative Lehre, die mit so einem Preis einhergeht, reiht sich aber in meinem Verst\u00e4ndnis durchaus in die Tradition des Bremer Modells ein.<\/p>\n<p>Noch bevor dieses Projekt zu den politischen K\u00e4mpfen um das Bremer Modell aber begann, setzte ich meine Reise durch die deutsche Hochschullandschaft mit einem wohl ungew\u00f6hnlichen Schritt fort. Seit Oktober 2020 arbeite ich an einer kleinen Hochschule an der Mosel, die sich, wie einst die Bremer Reformuni, als Neugr\u00fcndungsprojekt auf dem Weg macht, die Hochschullandschaft zu ver\u00e4ndern, allerdings unter sehr anderen Vorzeichen. Die Cusanus Hochschule f\u00fcr Gesellschaftsgestaltung ist eine private Hochschule mit engen Beziehungen in die nachhaltig und solidarisch orientierte Wirtschaft. Das wirft, gerade vor dem Hintergrund des Bremer Modells, nat\u00fcrlich Fragen auf: Widersprechen sich Wirtschaftsn\u00e4he und ein an gesellschaftlichem Fortschritt orientiertes Wissenschaftsverst\u00e4ndnis? Kann von einer Hochschule in freier Tr\u00e4gerschaft ein progressiver Reformimpuls f\u00fcr die staatlich getragene Hochschullandschaft ausgehen?<\/p>\n<p>Diese Spannungen und Ambivalenzen offen anzugehen und bei einem neuen Aufbruch dabei zu sein, empfinde ich als sehr bereichernd und sinnstiftend. Noch an keiner meiner vielen Hochschulstationen habe ich eine so stark ausgepr\u00e4gte Partizipation der Studierenden an der Gestaltung ihrer Hochschule erlebt, wie an der Cusanus Hochschule. Und so schlie\u00dft sich auch wieder der Kreis zu den Anf\u00e4ngen der Bremer Uni. Schlie\u00dflich interessiert mich das Bremer Modell nicht vorwiegend aus einer historischen Perspektive, sondern weil es uns die Gestaltbarkeit der Hochschule in Gegenwart und Zukunft und ihr Potential als Ausgangspunkt gesellschaftlicher Transformationsprozesse vor Augen f\u00fchrt.\u00a0 Ich hoffe unser Projekt tr\u00e4gt dazu bei, beides auch in Bremen wieder ins Gespr\u00e4ch und in die Gedanken zu bringen.<\/p><\/div>\n\t\t\t\t\t\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div><div class=\"et_pb_module et_d4_element et_pb_text et_pb_text_1  et_pb_text_align_justified et_pb_bg_layout_light\">\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t<div class=\"et_pb_text_inner\"><p style=\"text-align: right\"><span style=\"font-size: 14pt\"><strong>Weitere Spurensucher*innen:<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><span style=\"font-size: 14pt\">Roberta Bachteler<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Greta Blotevogel<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Nicolas Haslbeck<br \/>Mareike Hoeck<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Selma Hornbacher-Sch\u00f6nleber<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Lila Horstmann<br \/><\/span><span style=\"font-size: 14pt\">Paul Lutz<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Martin Nonhoff<\/span><br \/><span style=\"font-size: 14pt\">Alena Trapp<\/span><\/p><\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\n\t\t\t\t\n\t\t\t<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":8721,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-115","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8721"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=115"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2162,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/115\/revisions\/2162"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bremermodell\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}