{"id":8,"date":"2025-05-09T13:51:24","date_gmt":"2025-05-09T11:51:24","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/?p=8"},"modified":"2025-05-09T13:51:24","modified_gmt":"2025-05-09T11:51:24","slug":"rv05-englischunterricht-zwischen-selektion-und-inklusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/2025\/05\/09\/rv05-englischunterricht-zwischen-selektion-und-inklusion\/","title":{"rendered":"RV05 Englischunterricht zwischen  Selektion und Inklusion"},"content":{"rendered":"<p>1. Wann haben Sie sich beim schulischen Fremdsprachenlernen in Ihrer Individualit\u00e4t gesehen und ernstgenommen gef\u00fchlt?<\/p>\n<p>Ich f\u00fchlte mich beim schulischen Fremdsprachenlernen kaum in meiner Individualit\u00e4t ernstgenommen, da in meinem Fremdsprachenunterricht keine R\u00fccksicht auf unterschiedliche Lernvoraussetzungen und -geschwindigkeiten genommen wurden. Ich hatte schon immer Probleme mit dem Englisch lernen in der Schule und ab einem gewissen Zeitpunkt bin ich einfach nicht mehr mitgekommen. Dort h\u00e4tte ich mir gew\u00fcnscht, das die Lehrkraft darauf achtet, das alle Sch\u00fcler mitkommen und nicht nur Unterricht mit den f\u00fcnft besten der Klasse macht. Hier h\u00e4tte die Individualisierung mir und auch einigen Mitsch\u00fclern von mir geholfen den Stoff aufzuholen oder mich wenigstens pers\u00f6nlich zu verbessern, als nur im Unterricht zu sitzen und nichts zu verstehen. Ich hatte auch nur noch Angst vor dem Englisch Unterricht, da ich nicht so gut Englisch sprechen konnte und mir das peinlich war.\u00a0 Ich habe mich daher nicht aktiv am Unterricht beteiligt und habe das \u201efehlerfreie Schweigen\u201c bevorzugt (Giesler, T &amp; L. Fischer 2025, Folie 16).<\/p>\n<p>2. Reflektieren Sie die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen eines hochgradig individualisierten Fremdsprachenunterrichts.<\/p>\n<p>Ein hochgradig individualisierter Fremdsprachenunterricht bringt verschiedene St\u00e4rken mit sich. So steigt die Motivation der Lernenden, ebenso wie ihre Eigenverantwortung, da ihre individuellen Interessen und Bed\u00fcrfnisse st\u00e4rker ber\u00fccksichtigt werden. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen und -geschwindigkeiten k\u00f6nnen besser aufgefangen werden, wodurch alle Sch\u00fcler mit dem Lernstoff mitkommen und keiner ausgegrenzt wird. Zudem wird durch offene Aufgabenformate die kreative Ausdrucksf\u00e4higkeit gef\u00f6rdert, ebenso wie interkulturelle Kompetenzen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen auch einige Schw\u00e4chen beachtet werden. Der organisatorische Aufwand f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte nimmt deutlich zu, vor allem bei der Planung und individuellen Betreuung. Au\u00dferdem besteht ohne klare Struktur die Gefahr der \u00dcberforderung \u2013 sowohl f\u00fcr die Lernenden, als auch f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte. Zudem k\u00f6nnen soziale Lernprozesse durch zu starkes Individualisieren vernachl\u00e4ssigt werden, was zu einer Vereinzelung f\u00fchren kann. DEr Austausch zwischen den Sch\u00fclern untereinander ist n\u00e4mlich ein wichtiger Aspekt im Fremdsprachenlernen. Ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen Individualisierung und gemeinschaftlichem Lernen ist daher enorm wichtig.<\/p>\n<p>3. Welche Entwicklungen erwarten Sie bez\u00fcglich der Implementation von k\u00fcnstlicher Intelligenz im Fremdsprachenunterricht?<\/p>\n<p>Ich erwarte, das K\u00fcnstliche Intelligenz k\u00fcnftig eine zunehmend bedeutende Rolle im Fremdsprachenunterricht einnehmen wird. Bereits heute existieren vielf\u00e4ltige Einsatzm\u00f6glichkeiten, von der Erstellung individueller Lernpl\u00e4ne, \u00fcber die Analyse von Lernverhalten, bis hin zur Bereitstellung bestimmter Materialien. KI-gest\u00fctzte Tools k\u00f6nnen bereits heute Lernprozesse personalisieren, indem sie Inhalte an individuelle Bed\u00fcrfnisse und F\u00e4higkeiten der Lernenden anpassen. Zudem erm\u00f6glichen sie die Erstellung von Texten, Zusammenfassungen und anderem Content, wodurch klassische Lernprodukte effizienter gestaltet werden k\u00f6nnen (vgl. Gr\u00fcnewald,A 2019). Weniger wahrscheinlich ist hingegen der fl\u00e4chendeckende Einsatz von KI als Gespr\u00e4chspartner f\u00fcr Sprachpraxis, da dies soziale Lernprozesse schw\u00e4chen k\u00f6nnte, die (wie in Aufgabe 2 schon erw\u00e4hnt) f\u00fcr die pers\u00f6nliche und sprachliche Entwicklung unerl\u00e4sslich sind.<\/p>\n<p>Allerdings sollte man mit K\u00fcnstlicher Intelligenz aufpassen, denn es besteht die Gefahr einer zu starken Abh\u00e4ngigkeit, wenn alles mit KI erledigt wird. Au\u00dferdem ist die Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit von KI-Ergebnissen nicht in immer garantiert, besonders bei komplexeren Inhalten. Daher sollte man immer kritische Pr\u00fcfung und Einordnung von KI-generierten Informationen machen und lehren (vorallem den Sch\u00fclern).<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Giesler, T. &amp; L. Fischer (2025): <i>Englischunterricht zwischen Selektion und Inklusion.<\/i>\u00a0Powerpoint-Pr\u00e4sentation zur Vorlesung \u201eBAUMHET SoSe 2025\u201c, Universit\u00e4t Bremen, gehalten am 06.05.2025.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnewald, A. (2019). Digitaler Wandel \u2013 Warum \u00fcberhaupt noch Fremdsprachen in der Schule lernen? In E. Burwitz-Melzer, F. G. K\u00f6nigs, C. Riemer &amp; L. Schmelter (Hrsg.), <i>Lehrern und Lernen im digitalen Wandel. Arbeitspapiere der 38. Fr\u00fchjahrskonferenz zur Erforschung des Fremdsprachenunterrichts <\/i>(S. 80\u201389).\u00a0 Narr.<br \/>\nhttps:\/\/lernen.digital\/fragen-an-die-zukunft-der-bildung\/wie-gestalten-wir-die-zukunft-des-fremdsprachenunterrichts-angesichts-von-kuenstlicher-intelligenz\/<!--\/data\/user\/0\/com.samsung.android.app.notes\/files\/clipdata\/clipdata_bodytext_250509_134751_835.sdocx--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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