{"id":18,"date":"2025-07-04T14:42:33","date_gmt":"2025-07-04T12:42:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/?p=18"},"modified":"2025-07-04T14:44:31","modified_gmt":"2025-07-04T12:44:31","slug":"rv-13-lehren-und-lernen-in-der-digitalen-welt-chancen-zur-konstruktiven-nutzung-von-heterogenitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/2025\/07\/04\/rv-13-lehren-und-lernen-in-der-digitalen-welt-chancen-zur-konstruktiven-nutzung-von-heterogenitaet\/","title":{"rendered":"RV 13 Lehren und Lernen in der Digitalen Welt: Chancen zur konstruktiven Nutzung von Heterogenit\u00e4t?"},"content":{"rendered":"<p><b><u>1.<\/u><\/b><br \/>\nIm Fach Sport kann durch digitale Medien der Umgang mit heterogenen Lerngruppen gezielt gest\u00e4rkt werden. Im Sportunterricht k\u00f6nnen Sch\u00fcler z.B. nach Leistungsstand, Interesse und Erfahrungen verschiedene Lernzug\u00e4nge erhalten. Dies w\u00e4re die Differenzierung. Sie erfolgt beispielsweise durch Videoanalyse-Apps wie z.B. VisualEyes , die Bewegungen individuell bewerten lassen. So erhalten die Sch\u00fcler differenziertes Feedback entsprechend ihres Leistungsniveaus.<\/p>\n<p>Die Individualisierung kann durch Apps wie Polar Team umgesetzt werden. Bei dieser App werden Herzfrequenz und Aktivit\u00e4t erfasst und erm\u00f6glicht, das eigene Tempo zu bestimmen und das Training an sein Leistungsniveau anzupassen.<\/p>\n<p>Die Personalisierung gelingt \u00fcber Tools wie Edkimo oder Padlet, mit denen die pers\u00f6nliche Ziele und Interessen der Sch\u00fcler abgefragt und dokumentiert werden k\u00f6nnen. So k\u00f6nnen die Sch\u00fcler ein eigenes digitales Lernbuch erstellen.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung kann durch interaktive Lernvideos oder QR-Codes an verschiedenen Stationen gegeben werden, die abgestufte Hilfen zur Bewegungsausf\u00fchrung bereitstellen.<\/p>\n<p>Kooperatives Lernen kann mithilfe von Plattformen wie Padlet, TaskCards oder Microsoft Teams gef\u00f6rdert werden, etwa zur gemeinsamen Planung von Choreografien oder zur gegenseitigen Videoanalyse mit Feedback.<\/p>\n<p>Kommunikative KI-Tools wie ChatGPT, Khanmigo oder Anwendungen von fobizz bieten zahlreiche Chancen f\u00fcr einen differenzierten Sportunterricht:<\/p>\n<p>&#8211; Feedback und genaue Erkl\u00e4rungen (z.\u202fB. zu Trainingspl\u00e4nen)<\/p>\n<p>&#8211; Sprachliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr Sch\u00fcler mit Sprachschwierigkeiten<\/p>\n<p>&#8211; Wissensvermittlung im Bereich Trainingslehre<\/p>\n<p>&#8211; Motivation durch personalisierte Ziele, die die Sch\u00fcler verfolgen k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Trotz dieser Potenziale zeigen sich auch klare Grenzen der KI:<\/p>\n<p>&#8211; Erkennung motorischer Feinheiten<\/p>\n<p>&#8211; fehlende Sensorik (kann keine R\u00fcckmeldung geben wie z.B. &#8222;Spann den Bauch an&#8220;)<\/p>\n<p>&#8211; Soziale und emotionale Aspekte der Sportp\u00e4dagogik bleiben den Lehrkr\u00e4ften vorbehalten<\/p>\n<p>&#8211; Abh\u00e4ngigkeit von Datenqualit\u00e4t<\/p>\n<p><b><u>2.<\/u><\/b><br \/>\nEin zentrales Problem beim Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz besteht darin, dass Algorithmen Inhalte filtern und personalisieren. Nutzer bekommen h\u00e4ufig nur Informationen angezeigt, die ihren bisherigen Interessen entsprechen. Dieser Effekt wird als \u201eFilterblase\u201c bezeichnet. Dadurch wird der Blick auf die Welt eingeschr\u00e4nkt, da alternative Perspektiven oder widerspr\u00fcchliche Informationen oft ausgeblendet werden.<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndig et al. (2016) spricht in diesem Zusammenhang auch vom sogenannten Zero-Level Divide. Damit ist gemeint, das nicht alle Menschen den gleichen Zugang zu digitalen Inhalten haben. Manche sehen bestimmte Informationen gar nicht, weil Programme (Algorithmen) vorher ausw\u00e4hlen, was gezeigt wird. Besonders benachteiligt sind dabei Sch\u00fcler aus Familien mit wenig Geld oder Bildung.<\/p>\n<p>Schulen sollten diesem Problem aktiv begegnen. Den Sch\u00fclern sollte gelehrt werden, wie sie einen kritischen Umgang mit digitalen Informationen entwickeln k\u00f6nnen. Gerade heute mit k\u00fcnstlicher Intelligenz werden so viele Fake News und Fake Videos verbreitet, welche die Sch\u00fcler dann f\u00fcr echt halten.\u00a0 Ein erster Schritt ist, mit Sch\u00fclern zu thematisieren, wie k\u00fcnstliche Intelligenz funktioniert und wie Algorithmen funktionieren und welche Auswirkungen diese auf die Informationswahrnehmung haben. Es ist wichtig, dass Lernende verstehen, warum sie bestimmte Inhalte sehen und andere nicht. Zudem sollte das Vergleichen und Bewerten unterschiedlicher Informationsquellen gezielt im Unterricht ge\u00fcbt werden. Nur so k\u00f6nnen Sch\u00fcler vor Fake News besch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p><b><u>3. <\/u><\/b><br \/>\na)\u00a0 Ich halte das Szenario 2.3 von Wolf und Kulgemeyer f\u00fcr sehr hilfreich. Es zeigt, wie Sch\u00fcler durch das Erstellen eigener Erkl\u00e4rvideos ihr Wissen vertiefen und gleichzeitig anderen beim Verstehen helfen k\u00f6nnen. Wer etwas so erkl\u00e4rt, dass andere es verstehen, setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander und das f\u00f6rdert das eigene Lernen. Dies ist\u00a0 mir auch besonders in meiner Schulzeit aufgefallen.<\/p>\n<p>Gerade in heterogenen Klassen ist diese Methode sinnvoll, da sie unterschiedliche Lernwege anspricht. Sch\u00fcler k\u00f6nnen individuell arbeiten und ihre St\u00e4rken einbringen, sei es im Erkl\u00e4ren, Visualisieren oder Pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Ein Beispiel aus dem Sportunterricht: Eine Gruppe erstellt ein Video zu einer Aufw\u00e4rm\u00fcbung oder zu einer Technik wie z.B. beim Hochsprung. Dabei lernen sie nicht nur die Bewegung korrekt auszuf\u00fchren, sondern auch, sie verst\u00e4ndlich darzustellen. So werden sowohl fachliche, als auch kommunikative Kompetenzen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>b) Bei den Videobeispielen habe ich mich auf mein anderes Fach Biologie konzentriert und habe diese 2 Videos herausgesucht, die sich gut f\u00fcr den Unterricht in heterogenen Klassen eignen:<\/p>\n<p>&#8211; 1.Video: Evolutionstherie von Charles Darwin &#8211; Biologie Simple Club<br \/>\n&#8211; 2.Video: Evolutionstheorie von Lamarck &#8211; Biologie Simple Club<\/p>\n<p>Die Biologie SimpleClub-Videos eignen sich hervorragend f\u00fcr heterogen strukturierten Biologieunterricht:<br \/>\n&#8211; Formate (kurz, visuell) bieten flexible Differenzierung<br \/>\n&#8211; zu jeden Unterthemen gibt es einzelne Videos<br \/>\n&#8211; Vielfalt der Sprecher st\u00e4rkt Identifikation und Inklusion<br \/>\n&#8211; Medienkompetenz wird gef\u00f6rdert, weil Sch\u00fcler lernen, selbstst\u00e4ndig mit digitalen Ressourcen umzugehen<\/p>\n<p>Diese Impulse unterst\u00fctzen einen modernen, differenzierenden, sowie inklusiven Unterricht und ist ideal f\u00fcr Klassen mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Verst\u00e4ndig, D., Klein, A. &amp; Iske, S. (2016). Zero-Level Digital Divide: Neues Netz und neue Ungleichheiten. https:\/\/dspace.ub.uni-siegen.de\/handle\/ubsi\/119<\/p>\n<p>Wolf, Karsten D. &amp; Kulgemeyer, Christoph (o.D.): Lehren und Lernen mit Erkl\u00e4rvideos im Fachunterricht<\/p>\n<p>Youtube:<br \/>\nBiologie-SimpleClub. Evolutionstheorien von Charles Darwin und Lamarck<br \/>\nhttps:\/\/www.youtube.com\/watch v=mxHu6sEHOVQ&amp;list=PLtB1MJSQL5hR34KdiZjKjpIKE4ymuOGTY<!--\/data\/user\/0\/com.samsung.android.app.notes\/files\/clipdata\/clipdata_bodytext_250704_143436_383.sdocx--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Im Fach Sport kann durch digitale Medien der Umgang mit heterogenen Lerngruppen gezielt gest\u00e4rkt werden. Im Sportunterricht k\u00f6nnen Sch\u00fcler z.B. nach Leistungsstand, Interesse und Erfahrungen verschiedene Lernzug\u00e4nge erhalten. Dies w\u00e4re die Differenzierung. Sie erfolgt beispielsweise durch Videoanalyse-Apps wie z.B. 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