{"id":14,"date":"2025-05-30T13:57:48","date_gmt":"2025-05-30T11:57:48","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/?p=14"},"modified":"2025-05-30T13:57:48","modified_gmt":"2025-05-30T11:57:48","slug":"rv08-vorwissen-vs-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bockau\/2025\/05\/30\/rv08-vorwissen-vs-intelligenz\/","title":{"rendered":"RV08 &#8222;Vorwissen vs. Intelligenz&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Aufgabe 1)<\/p>\n<p>Vorwissen und Intelligenz spielen in der Schule eine gro\u00dfe und zentrale Rolle und haben unterschiedliche und gemeinsame Auswirkungen auf die Sch\u00fcler und das Lernen von Inhalten. Die Intelligenz beeinflusst vor allem das Lernen von unbekannten und neuen Inhalten. Sie kommt zum Vorscheinen bei Probleml\u00f6sungen oder Inhalten mit hoher Komplexit\u00e4t. Vorwissen hingegen ist ein sehr starker Faktor f\u00fcr den Lernerfolg, da es Verstehen, Einordnen und Behalten neuer Informationen f\u00fcr den Sch\u00fcler deutlich vereinfacht. Au\u00dferdem erleichtert Vorwissen dem Sch\u00fcler neue Informationen effizienter verarbeiten zu k\u00f6nnen. Im Verh\u00e4ltnis gesehen ist Vorwissen etwas wichtiger als Intelligenz. Schw\u00e4chen in der Intelligenz k\u00f6nnen durch gutes Vorwissen teilweise kompensiert werden. Allerdings ist dies andersherum eher selten der Fall. Zudem wird mit wachsendem Vorwissen der Einfluss von Intelligenz auf den Lernerfolg geringer. Die Sch\u00fcler lernen somit viel schneller neue Inhalte und k\u00f6nnen den Stoff viel besser und schneller verstehen (Vgl. Schneider, K\u00f6rkel &amp; Weinert, (1989); Vorlesungspr\u00e4sentation S.24; Ausubel (1968)).<br \/>\nDies sagen auch verschiedene Professoren (wie Andreas Gold, Uni Frankfurt), dass fachspezifisches Vorwissen (vorallem in F\u00e4chern wie Mathematik) den Lernerfolg viel mehr und positiver beeinflusst als die allgemeine Intelligenz.<br \/>\nF\u00fcr die Schule und f\u00fcr die Lehrer hei\u00dft dies,\u00a0 dass die Aktivierung des Vorwissens elementar wichtig ist und die Lehrer neue Inhalte immer mit dem Vorwissen der Sch\u00fcler verkn\u00fcpfen sollte. Der Unterricht sollte an das Vorwissen der Schule angepasst werden und optimal vorbereitet werden.<\/p>\n<p>Aufgabe 2)<\/p>\n<p>Ich habe mein Orientierungspraktikum schon absolviert und habe mir vor diesem allerdings auch einige Fragen gestellt, zum Thema unterschiedliche Lernniveaus innerhalb der Klassen.<br \/>\nZum einen wie unterschiedlich das Vorwissen der Sch\u00fcler innerhalb einer Klasse bzw. eines Leistungsniveaus ausf\u00e4llt?<br \/>\nWie gehen die Lehrkr\u00e4fte mit unterschiedlichem Vorwissen und unterschiedlicher Intelligenz um? Wie passen sie die Unterricht an?<br \/>\nWie bringen sie unterschiedliche Vorwissenstufen der Sch\u00fcler in Erfahrung?<\/p>\n<p>In meinem Praktikum konnte ich auch einige Punkte zu den Fragen beobachten. Die Lehrer f\u00fchren oft Vorwissenchecks in Klassen vor einem neuen Thema durch, um sich ein Bild zu machen, was die Sch\u00fcler schon zu dem Thema wissen. Au\u00dferdem habe ich mit einigen Lehrern gesprochen und Interviews mit ihnen gef\u00fchrt, wie sie ihren Unterricht vorbereiten und an die verschiedenen Vorwissens und Intelligenzstufen anpassen. Auch eine Analyse von Lehrpl\u00e4nen und Materialien ist im Orientierungspraktikum m\u00f6glich, um in Erfahrung zu bringen, ob und wie sie auf Vorwissen aufbauen.<\/p>\n<p>Aufgabe 3)<\/p>\n<p>Es gibt zwei unterschiedliche Ans\u00e4tze f\u00fcr den Umgang mit heterogenen kognitiven Lernvorraussetzungen. Weinert (1997) unterscheidet hierbei in vier sogenannte \u201eReaktionsformen\u201c. Er unterscheidet in passiv (Ausrichtung am Durchschnitssch\u00fcler), substitutiv (Homogenisierung der Lerngruppe), aktiv (Hilfestellung) und proaktiv (F\u00f6rderplanung) unterschieden.<\/p>\n<p>Beispiele f\u00fcr die Formen von Weinert w\u00e4ren:<br \/>\n&#8211; passiv: Alle Sch\u00fcler bekommen das gleiche Arbeitsblatt, unabh\u00e4ngig vom Leistungsstand<br \/>\n&#8211; substitutiv: Einteilung in z.B. F\u00f6rder oder Erweiterungskurse<br \/>\n&#8211; aktiv: Zus\u00e4tzliche Hilfe f\u00fcr einzelne Sch\u00fcler, mit z.B. Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che oder Recehnsch\u00e4che<br \/>\n&#8211; proaktiv: Leistungsstarke Sch\u00fcler erhalten zus\u00e4tzliche und vertiefende Aufgaben oder nehmen an einem F\u00f6rderkurs teil<\/p>\n<p>Nach Leutner (1992) lassen sich drei Formen der Anpassung an unterschiedliche Lernvoraussetzungen unterscheiden: F\u00f6rderung, Kompensation und Pr\u00e4ferenz.<br \/>\n&#8211; Ein Beispiel f\u00fcr F\u00f6rderung w\u00e4re das Angebot von Zusatzaufgaben auf Arbeitsbl\u00e4ttern, um leistungsstarke Sch\u00fcler gezielt weiterzufordern.<br \/>\n&#8211; Kompensation zeigt sich etwa darin, dass Sch\u00fcler mit Lese-Rechtschreib-Schw\u00e4che bei Klausuren mehr Zeit zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen.<br \/>\n&#8211; Die Kategorie Pr\u00e4ferenz kann beispielsweise durch die M\u00f6glichkeit zur Wahl von Wahlf\u00e4chern umgesetzt werden, wodurch individuelle Interessen und St\u00e4rken der Sch\u00fcler ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Weinert, F. E. (1997). Notwendige Methodenvielfalt: Unterschiedliche Lernf\u00e4higkeiten der Sch\u00fcler erfordern variable Unterrichtsmethoden des Lehrers. Friedrich\u2010Jahresheft (1997): Lernmethoden \u2013 Lehrmethoden \u2013 Wege zur Selbst\u00e4ndigkeit, 50\u201052. Seelze: Friedrich\u2010Verlag<\/p>\n<p>Leutner, D. (1992). Adaptive Lehrsysteme. Instruktionspsychologische Grundlagen und experimentelle Analysen. Weinheim: Beltz.<\/p>\n<p>Schneider, W., K\u00f6rkel, J., &amp; Weinert, F. E. (1989). Domain\u2010specific knowledge and memory performance: A comparison of high\u2010 and low\u2010aptitude children. Journal of Educational Psychology, 81, 306\u2013312.<\/p>\n<p>Gold, A. (2019). Vorwissen toppt Intelligenz. https:\/\/www.fr.de\/wissen\/vorwissen-toppt-intelligenz-11706524.html<!--\/data\/user\/0\/com.samsung.android.app.notes\/files\/clipdata\/clipdata_bodytext_250530_135356_641.sdocx--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aufgabe 1) Vorwissen und Intelligenz spielen in der Schule eine gro\u00dfe und zentrale Rolle und haben unterschiedliche und gemeinsame Auswirkungen auf die Sch\u00fcler und das Lernen von Inhalten. Die Intelligenz beeinflusst vor allem das Lernen von unbekannten und neuen Inhalten. Sie kommt zum Vorscheinen bei Probleml\u00f6sungen oder Inhalten mit hoher Komplexit\u00e4t. 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