Zu Fragestellung Nr. 4:
Genderheterogenität besteht nicht nur im Hinblick auf bevorzugte Lesestoffe. “Sage mir, welche Filme Du liebst und ich sage Dir, welchem Geschlecht Du Dich zugehörig fühlst” – ist eine recht risikoarme Wette. Wie könnte oder sollte schulische Filmbildung darauf reagieren?
(*Anmerkung für den Rezipienten: Die Autorin geht bei der Fragestellung von Stereotypen aus)
Wenn man Schüler nach Geschlechtern einteilt zeigt sich, dass Jungen und Mädchen meist unterschiedliche Interessen haben. Das fällt besonders bei den Lesestoffen im Deutschunterricht auf, die in der Schule angeboten werden. Meistens handeln diese Lesestoffe von sozialen Problemen, wie Liebe oder Freundschaft. Mädchen interessieren sich auch privat sehr für diese Themen, weshalb sie automatisch mehr mit den Lesestoffen anfangen können, als Jungen, die sich mehr für Sport oder Rockbands interessieren. Die Interessensgebiete variieren auch im Filmkonsum. Während Mädchen mehr Liebesfilme sehen, bevorzugen die Jungen Filme aus dem Action-Genre.
Diese Gegensätzlichkeit der Interessensgebiete ist bei genderheterogenen Klassen ein Problem für den Lehrer. Er möchte alle Schüler für seinen Unterricht gleich begeistern und das Interesse an seinen Unterrichtsthemen wecken. Deshalb sollten die Unterrichtsthemen abwechselungsreich und möglichst für beide Geschlechter gleich interessant sein. Das kann im Deutschunterricht beispielsweise ein Film oder Buch des Genres Komödie sein. Man kann die Schüler auch abstimmen lassen, mit welchem Thema sie sich befassen wollen, wenn alle Gegebenheiten stimmen und eine solch freie Entscheidung im Rahmen des Unterrichts zulassen.