Die Genderfrage: Schnulze oder Hau-drauf-Film?

Zu Fragestellung Nr. 4:

Genderheterogenität besteht nicht nur im Hinblick auf bevorzugte Lesestoffe. “Sage mir, welche Filme Du liebst und ich sage Dir, welchem Geschlecht Du Dich zugehörig fühlst” – ist eine recht risikoarme Wette. Wie könnte oder sollte schulische Filmbildung darauf reagieren?

(*Anmerkung für den Rezipienten: Die Autorin geht bei der Fragestellung von Stereotypen aus)

Wenn man Schüler nach Geschlechtern einteilt zeigt sich, dass Jungen und Mädchen meist unterschiedliche Interessen haben. Das fällt besonders bei den Lesestoffen im Deutschunterricht auf, die in der Schule angeboten werden. Meistens handeln diese Lesestoffe von sozialen Problemen, wie Liebe oder Freundschaft. Mädchen interessieren sich auch privat sehr für diese Themen, weshalb sie automatisch mehr mit den Lesestoffen anfangen können, als Jungen, die sich mehr für Sport oder Rockbands interessieren. Die Interessensgebiete variieren auch im Filmkonsum. Während Mädchen mehr Liebesfilme sehen, bevorzugen die Jungen Filme aus dem Action-Genre.

Diese Gegensätzlichkeit der Interessensgebiete ist bei genderheterogenen Klassen ein Problem für den Lehrer. Er möchte alle Schüler für seinen Unterricht gleich begeistern und das Interesse an seinen Unterrichtsthemen wecken. Deshalb sollten die Unterrichtsthemen abwechselungsreich und möglichst für beide Geschlechter gleich interessant sein. Das kann im Deutschunterricht beispielsweise ein Film oder Buch des Genres Komödie sein. Man kann die Schüler auch abstimmen lassen, mit welchem Thema sie sich befassen wollen, wenn alle Gegebenheiten stimmen und eine solch freie Entscheidung im Rahmen des Unterrichts zulassen.

 

 

JA zur Inklusion!

Schulische Inklusion bedeutet die Bildung von heterogenen Lerngruppen. In diesen heterogenen Lerngruppen herrscht Gleichberechtigung zwischen den einzelnen Schülern. Die Gleichberechtigung signifiert Toleranz gegenüber Differenziertheit.

Die Menschen/ Schüler sind alle der Sozialethik ihrer Gesellschaft angepasst. Ein Schüler mit kognitiven Defiziten oder mit einem Migrationshintergrund wird mit der Ethik der Gesellschaft konfrontiert und daran gemessen. Dass er „anders“ ist lässt ihn also von der Norm der Gesellschaft abweichen.

Viele Menschen haben Vorbehalte gegenüber „Andersartigkeit“. Sie reagieren verschieden darauf, und oftmals negativ. Die negativen Reaktionen können von Aggression und Mobbing bis Umgehung verlaufen. Dies gilt es mit einer schulischen Inklusion zu vermeiden.

Inklusive Pädagogik sollte idealerweise eine Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber divergenten Schülern sein und es sollte nicht nur eine Integration sondern eben eine Inklusion stattfinden. Durch die stetig wachsende Immigration und die Integration von Menschen mit kognitiven Defiziten ist es als Lehrkraft wichtig, sich auf auftretende Probleme unter den Schülern entsprechend vorzubereiten. Den Schülern sollte man als Lehrkraft zeigen, dass die „Andersartigen“ ebenfalls „nur“ Schüler sind und Toleranz und Gleichberechtigung im Bereich des Machbaren demonstrieren.

Kunst ist Kunst

Ich stimme Herrn Ehmer nicht zu, dass an der Kunst für das Leben nichts zu lernen sei.

Der Begriff Kunst impliziert Kultur. Wenn die Kultur eines Volkes länger besteht, hat sie eine Geschichte. Die Menschheit hat sich über Jahrhunderten weiterentwickelt. Es wurde immer Neues erfunden, was dem Menschen zwangsläufig irgendeinen Nutzen verschafft hat. Die Schaffensprozesse der Menschheit müssen aber nicht nur einen Nutzen haben. Die Schaffensprodukte können auch ohne Ziel gefertigt worden sein. Der Schaffensprozess und das Produkt suggerieren Kultur.

Die Künstler werden von der Kultur in ihrem Schaffensprozess beeinflusst und kreieren Produkte ihrer Kultur. Kunst ist also ein Ausdrucksmittel. Durch seine Kunst kann ein Künstler kommunizieren. Die Adressaten seiner Kunst können versuchen seine Kunst zu verstehen, oder sie nehmen sie einfach ohne persönliche Deutung wahr.

Man kann also davon ausgehen, dass man durch künstlerische Schaffensprozesse für das Leben lernen kann. Kunst wurde über Jahrhunderte weiterentwickelt und ist ein Ausdrucksmittel für Kultur.

Kunst ist schwer zu beurteilen, weil sie keine Grenzen kennt. Das ist auch in der Schule ein Problem. Ab wann ist etwas Kunst und ab wann keine? Wenn ein Schüler einen benutzten Kaugummi auf ein Papier klebt und es als Ready-Made zur Beurteilung beim Lehrer abgibt ist es schon eine berechtigte Frage, wie dieser Schaffensprozess in Noten zu beurteilen ist. Anhand welcher Kriterien sollte man beurteilen? Kreativ war der Schüler ja, aber sein Produkt war nicht arbeitsintensiv wie beispielsweise eine Holzskulptur, die ein anderer Schüler gefertigt hat. Ist Kreativität also beurteilbar? Der Kunstunterricht sollte zum Beurteilen einen Rahmen haben, eine Eingrenzung, die allerdings die Kreativität einschränkt. Der Rahmen kann ein bestimmtes Thema sein, anhand dessen sich die Schüler orientieren sollen. Doch da keine Klasse heterogen ist, bleibt es auch mit einem vorgegebenen Thema schwierig, ein Kunstwerk plausibel zu benoten. Manchen Schülern liegt Malerei beispielsweise, was andere Schüler in die Verzweiflung treibt, weil sie kein Talent haben. Eine (schriftliche) Erklärung zu dem Thema kann Aufschluss darüber geben, inwiefern der Schüler sich Gedanken zu dem Kunstwerk gemacht hat und was es mit dem Thema zu tun hat. Anhand seiner Argumentation und unter der Berücksichtigung des vorgegebenen Themas hätte man zwei Kriterien, die eine Beurteilung ermöglichen würden.

Bildungsgerechtigkeit, nur ein Wunsch?

Bildungsgerechtigkeit bedeutet Chancengleichheit. Alle Schüler sollen gleiche Chancen erhalten.

Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit sind ein hohes Ziel, aber im Schulalltag ein theoretischer, frommer Wunsch. Menschen machen Fehler und genau diese Fehler machen es nahezu unmöglich, gerecht zu agieren. Sowohl Lehrer als auch Schüler sind in ihrem Denken und Tun beeinflussbar.

Unter Chancen kann man die Behandlung des Schülers durch die Lehrkraft verstehen. Als Lehrer hat man die Aufgabe, die Schüler nach ihren Leistungen im Unterricht zu beurteilen. Alle Schüler sollten die gleiche Chancen haben, das heißt, alle Schüler sollten nur nach ihren Leistungen beurteilt werden. Im Prinzip ist dies das Ideal und eine Gerechtigkeit wäre gewährleistet. Leider macht das menschliche Verhalten einen Strich durch die Rechung.

Jeder Mensch hat Vorlieben. Das man etwas oder jemanden bevorzugt passiert entweder bewusst oder unbewusst. Weichen die persönlichen Vorlieben von denen eines anderen ab, gerät man in einen inneren Konflikt. Dies ist der Grundstein für die Unmöglichkeit des Lehrers, Bildungsgerechtigkeit walten zu lassen.

Der Lehrer hat nicht nur mit den Schülern als bloße Lernende zu tun, sondern lernt im Laufe des Unterrichts/ der sozialen Interaktion auch deren Charaktere kennen, wobei auch das Äußere auf den Charakter schließen lassen kann.

Ob er will oder nicht, er bildet sich eine Meinung zu den Schülern.

Ob dies positiv oder negativ verläuft hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie beispielsweise persönlichen Erfahrungen oder auch den Medien.Eine Meinung von etwas oder jemandem zu haben bedeutet gleichzeitig, dass man urteilen kann. Doch soll der Lehrer überhaupt urteilen, ob er jemanden wegen seinem Charakter/Aussehen mag oder nicht mag? Durch seine bewusste oder auch unbewusste Sym- oder Aphatie ist der Lehrer nicht mehr fähig, Bildungsgerechtigkeit walten zu lassen. Er ist befangen und diese Befangenheit zerstört die Chancengleichheit.

Genauso befangen sind übrigens auch die Schüler. Auch sie bilden sich, bewusst oder unbewusst, eine Meinung zum Lehrer und agieren dem zufolge.

Die Unterrichtsfächer eines Lehrers spielen eine untergeordnete Rolle, weil die oben genannte Gerechtigkeitsproblematik im fachspezifischen gleich bleibt. Es kommen bei den Unterrichtsfächern jedoch noch andere Faktoren hinzu, die den Lehrer bei der gerechten Beurteilung der Leistung des Schülers beeinflussen.

Ein Faktor wäre beispielsweise Talent/Genialität. Dazu ein hypothetisches Beispiel:

Ein Schüler kann gut in Kunst sein, weil er wie ein zweiter Michelangelo malt, aber dafür ist seine Leistung in Mathe mangelhaft. Angenommen, der Lehrer unterrichtet den Schüler in beiden Fächern, d.h. er sieht einerseits, dass der Schüler gut in Kunst ist, aber schlecht in Mathe, wie wirkt sich das auf seine Urteilsfähigkeit aus? Es kann womöglich sein, dass der Lehrer dem Schüler aufgrund dessen mangelndem Mathe-Verständnis eine schlechtere Note in Kunst gibt, nur weil er ihn aufgrund des Mathe-Unterrichts nicht leiden kann.

Diese kognitive Dissonanz ist ebenfalls ein Beispiel dafür, dass Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit ein komplexes, schwer rechtschaffendes Unterfangen sind.

Mein Fazit fällt so aus, dass der theoretische Gedanke, Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu gewährleisten, es Wert sind, sich darum zu bemühen diese Ziele zu erreichen!

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