{"id":26,"date":"2023-05-26T17:08:08","date_gmt":"2023-05-26T15:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/?p=26"},"modified":"2023-05-26T17:08:08","modified_gmt":"2023-05-26T15:08:08","slug":"chemie-kein-fach-fuer-alle-gesellschaftskritische-ansaetze-aus-der-chemiedidaktik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/2023\/05\/26\/chemie-kein-fach-fuer-alle-gesellschaftskritische-ansaetze-aus-der-chemiedidaktik\/","title":{"rendered":"Chemie \u2013 Kein Fach f\u00fcr alle? Gesellschaftskritische Ans\u00e4tze aus der Chemiedidaktik"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li><strong>Formulieren Sie basierend auf den Vorlesungsinhalten drei Thesen, die f\u00fcr Sie (!) einen modernen Chemieunterricht f\u00fcr alle ausmachen. Orientieren Sie sich gerne an den Grundannahmen von STL (Scientific and Technological Literacy for All), setzen Sie jedoch eigene Schwerpunkte.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li>Eine These w\u00e4re, den Chemieunterricht verschieden zu gestalten, hei\u00dft ein neues Konzept entwickeln. Dabei konnte der Fokus auf zum Beispiel methodischen Aspekten gesetzt werden. \u201eUnser Ziel ist es, entsprechende Konzepte auch f\u00fcr den bundesdeutschen Chemieunterricht zu entwickeln, wobei neben Ver\u00e4nderungen der inhaltlichen Gewichtung auch die methodische Komponente im Vordergrund steht.\u201c (Heike Huntemann, Antje Paschmann, Ilka Parchmann und Bernd Ralle, 1999)<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Eine weitere These w\u00e4re, den Chemieunterricht durch das Verwenden verschiedener Medien spannender zu gestalten. Der Einbezug von neuester Technologie, wie Filmen, Videos, Bilder, Social-Media oder Lernplattformen k\u00f6nnte Interesse bei den Sch\u00fclern wecken.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Anschlie\u00dfend w\u00e4re eine dritte These, dass der Chemieunterricht basierend auf praktische Einheiten aufgebaut wird, zum Beispiel viele Experimente ausf\u00fchren, vor allem auch vielleicht au\u00dferhalb der Schule. So kommen die Sch\u00fcler selbst mit Chemie in Verbindung\/Ber\u00fchrung und haben auch eventuell Spa\u00df am Unterricht.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Reflektieren Sie auf Basis der Vorlesungsinhalte und des Grundlagentextes, inwieweit chemisches Wissen im Allgemeinen und naturwissenschaftliches Wissen im Speziellen aus Ihrer Sicht als Teil des Allgemeinwissens (im Sinne einer \u201eScientific Literacy for All\u201c) angesehen werden kann. Beziehen Sie hier auch ihre eigenen Erfahrungen aus dem schulischen Chemieunterricht\/Ihrem Alltag ein.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Frage ob Chemisches Wissen im Allgemeinen und das naturwissenschaftliche Wissen als ein Teil des Allgemeinwissens gesehen wird ist diskutabel. Meiner Meinung nach hat dies eine Grenze bzw. sollte es eine Grenze vom Lehrenden gesetzt werden. Nat\u00fcrlich haben Sch\u00fcler verschiedene Interessen, St\u00e4rken oder sogenannte Lieblingsunterrichtsf\u00e4cher, in der sie besser sind \u2013 meist z\u00e4hlt der Chemieunterricht nicht dazu, auf dies sollte R\u00fccksicht genommen werden. Das hei\u00dft, der Chemieunterricht ist ein Schulfach, welches wichtige, fast lebenswichtige Inhalte wiedergibt, diese Inhalte sollten auch schon im jungen Alter (ab der f\u00fcnften Klasse) den Sch\u00fclern beigebracht werden. Die Grenze der Lehrenden sollte dabei, meiner Meinung nach beim Inhalt gesetzt werden, die Themen im Chemieunterricht sollten \u201eoberfl\u00e4chlich\u201c, ausreichend aber genug vermittelt werden \u2013 sodass, das vermittelte Wissen als Allgemeinwissen angesehen werden kann. Eine \u00dcberschreitung bei Vermittlung der relevanten Themen, k\u00f6nnte bei den Sch\u00fclern zu mehr Desinteresse f\u00fchren. Aus meinen eigenen Erfahrungen gesprochen, bekam ich von der f\u00fcnften bis zur zehnten Klasse einen recht interessant gestalteten Chemieunterricht von meinem damaligen Lehrer vermittelt, wir f\u00fchrten viele Experimente zusammen aus, wobei man als Sch\u00fcler direkt was zum Sehen bekam \u2013 diese Einheiten weckten sofort Interesse bei mir. Dies f\u00fchrte dazu, dass ich beim Abitur ich f\u00fcr Chemie als Naturwissenschaftliches Fach entschied, statt Physik. Beim Abitur machte ich \u00e4hnliche Erfahrungen, meine Lehrerin versuchte den Unterricht interessant gegen\u00fcber uns Sch\u00fclern zu gestalten, dies \u00e4nderte sich jedoch gegen Ende des Abiturs. Man merkte, dass die Inhalte immer komplexer und weitausgehend vom Allgemeinwissen wurden. Zudem zeigte unsere Lehrerin auch kein Aufwand mehr, dass wir Sch\u00fcler es verstehen, meine meisten Kameraden und ich konnten somit inhaltlich nicht mehr mithalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>In einem Interview zur Sinnhaftigkeit des Hinterfragens naturwissenschaftlicher Informationen in sozialen Medien (zum Beispiel naturwissenschaftsbasierter \u201eFakenews\u201c) sagte eine Lehrkraft: \u201eEs ist bl\u00f6d zu sagen, aber es ist im Endeffekt eine intellektuelle Grenze f\u00fcr mich; also auch-\u2026 oder Lebensumstandsgrenze, wenn die [Anm.: Die Sch\u00fcler*Innen] einfach in ihrem Lebensumfeld so anders damit umgehen und nur plakative \u00c4u\u00dferungen sozusagen verbreiten und nutzen und das auch v\u00f6llig in Ordnung ist in deren Umfeld, so\u2026, dann werden die da nicht rauskommen. Also das schaffen die dann alle nicht, das geht dann nicht, das ist dann so Kampf gegen Windm\u00fchlen.\u201c. Verfassen Sie eine Antwort darauf.<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Aussage sollte man kritisch betrachten, denn es ist selbstverst\u00e4ndlich, dass Sch\u00fcler viel einfacher und schneller an plakative Informationen, vor allem aus dem Internet, zugreifen k\u00f6nnen und diese auch weiterverbreiten. Lehrende sollten bei solchen \u201eFehlern\u201c reagieren und dementsprechend handeln. Die Aussage \u201e[\u2026] gegen Windm\u00fchlen. [\u2026]\u201c (vgl. Aufgabenstellung) ist somit falsch, eine solche Aussage sollte den Sch\u00fclern nicht verankert werden, sondern es sollte zu Verbesserungsmethoden zugegriffen werden. Insbesondere sollten Lehrende gegen\u00fcber den Sch\u00fclern unterst\u00fctzend handeln und sie f\u00f6rdern, gegeben, falls M\u00fche zeigen und mehr Hilfestellung bieten \u2013 und somit fehlerhafte Vorgehensweisen verhindern. Der Unterricht k\u00f6nnte auch dementsprechend gestaltet werden, zum Beispiel durch das gemeinsame Erarbeiten wissenschaftlicher Texte. \u201eTeachers in this study strongly endorsed the idea of students reading a variety of popularand professional science texts in the classroom.\u201c (M. R. Kachan, S. M. Guilbert, G. L. Bisanz, 2006, S.513)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p>Kachan, M.R., Guilbert, S.M., &amp; Bisanz, G.L. (2006). Do teachers ask students to read news in secondary science? Evidence from the Canadian context Science Education, 90(3), 496\u2013521<\/p>\n<p>Huntemann, H., Paschmann, A., Parchmann, I., &amp; Ralle, B. (1999). Chemie im Kontext\u2010ein neues Konzept f\u00fcr den Chemieunterricht? Darstellung einer kontextorientierten Konzeption f\u00fcr den 11. Jahrgang. Chemkon, 6(4), 191-196<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Formulieren Sie basierend auf den Vorlesungsinhalten drei Thesen, die f\u00fcr Sie (!) einen modernen Chemieunterricht f\u00fcr alle ausmachen. Orientieren Sie sich gerne an den Grundannahmen von STL (Scientific and Technological Literacy for All), setzen Sie jedoch eigene Schwerpunkte. Eine These w\u00e4re, den Chemieunterricht verschieden zu gestalten, hei\u00dft ein neues Konzept entwickeln. 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