{"id":23,"date":"2023-05-12T23:53:32","date_gmt":"2023-05-12T21:53:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/?p=23"},"modified":"2023-05-12T23:57:24","modified_gmt":"2023-05-12T21:57:24","slug":"rv05-prof-dr-florian-schmidt-borcherding-die-kognitiven-dimensionen-von-lernerfolg-intelligenz-vs-vorwissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/2023\/05\/12\/rv05-prof-dr-florian-schmidt-borcherding-die-kognitiven-dimensionen-von-lernerfolg-intelligenz-vs-vorwissen\/","title":{"rendered":"Die kognitiven Dimensionen von Lernerfolg: Intelligenz vs. Vorwissen"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>Welche Rolle spielen Intelligenz und Vorwissen f\u00fcr erfolgreiches Lernen? In\u00a0welchem Verh\u00e4ltnis stehen diese beiden Heterogenit\u00e4tsdimensionen zueinander?\u00a0Wie hat man ihren jeweiligen Einfluss auf Lernerfolg empirisch untersucht? Und\u00a0was bedeuten die Befunde f\u00fcr Schule und Unterricht?\u00a0<\/strong><strong>\u200b<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8222;Lernen [ist ein] Proze\u00df(&#8230;), der zu relativ stabilen Ver\u00e4nderungen im Verhalten oder im Verhaltenspotential f\u00fchrt und auf Erfahrung aufbaut.&#8220; (Zimbardo (1992). Die Intelligenz bezeichnet Begabung(en), die ein Lebewesen in h\u00f6herem oder geringerem Ma\u00dfe besitztenkann, meint eine F\u00e4higkeit zur L\u00f6sung konkreter und\/oder abstrakter Probleme und damit die Bew\u00e4ltigung neuartiger Situationen, er\u00fcbrigt das \u201eHerumprobieren\u201c und Lernen aus zuf\u00e4llig auftretenden Erfolgen (trial-and-error) und \u00e4u\u00dfert sich in der Erfassung, Anwendung, Deutung und Herstellung von Beziehungen und Sinnzusammenh\u00e4ngen. (Hofst\u00e4tter, 1957, Vgl. Ingenkamp, 2008).<\/p>\n<p>Intelligenz und Vorwissen sind die haupts\u00e4chlichen Faktoren f\u00fcr ein erfolgreiches Lernen. Doch die bestehende Intelligenz n\u00fctzt nicht viel, wenn das Kind (Sch\u00fcler) kein Wissen dar\u00fcber verf\u00fcgt, wie es die Intelligenz einsetzen soll. Doch im Gegensatz ist auch das erlernte Wissen abh\u00e4ngig von m\u00f6glicher Intelligenz. Im Beschluss funktioniert ein \u201eerfolgreiches Lernen\u201c nur dann, wenn Intelligenz und Vorwissen abh\u00e4ngig voneinander eingesetzt werden. Die Schule gilt als eines der wichtigen Faktoren f\u00fcr eine Intelligenzf\u00f6rderung, dies sollte in Betracht genommen werden. Dabei kann die Intelligenz eines Kindes (Sch\u00fclers) auch viel \u00fcber dem Schulerfolg vieles vorhersagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Einige Befunde zur Rolle von Intelligenz und Vorwissen beim Lernen waren f\u00fcr Sie\u00a0m\u00f6glicherweise \u00fcberraschend. Oder Sie sehen einige der Forschungsergebnisse\u00a0kritisch in Bezug auf Schule und Unterricht. Welche (Forschungs-)Fragen ergeben\u00a0sich daraus (z.B. f\u00fcr Ihr Orientierungspraktikum)? Und wie k\u00f6nnten Sie diese\u00a0Fragen beantworten?\u00a0<\/strong><strong>\u200b<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie auch schon bei der ersten Frage erl\u00e4utert, sind Intelligenz und Vorwissen Faktoren die ein Kind (Sch\u00fcler) besitzt und diese solle es f\u00fcr ein erfolgreiches Lernen einsetzen. Jedoch unterscheiden sich Kinder deutlich voneinander, somit kann auch die Intelligenz der jeweiligen Kinder unterschiedlich sein, wobei welche eine hohe Intelligenz besitzen, k\u00f6nnen auch welche eine niedrigere besitzen. Auch kann sich das Vorwissen der Kinder variieren, wobei die Erziehung ein gro\u00dfer Einfluss hat, oder das erlernte im fr\u00fchen Alter. Hierbei ist es wissenswert, dass das Vorwissen noch st\u00e4rker das Lernen f\u00f6rdern kann als die Intelligenz. \u201e<em>Es geh\u00f6rt n\u00e4mlich heute zum gesicherten Bestand p\u00e4dagogisch-psychologischen Wissens, dass fachspezifisches Vorwissen das Lernen am st\u00e4rksten f\u00f6rdert, noch st\u00e4rker als die allgemeine Intelligenz.<\/em>\u201c (Klauer, K.J.&amp;Leutner, D., 2007, S.16) Als Entschluss stelle ich fest, dass Lehrer\/innen sich indem bewusst sein sollten und auch dementsprechend handeln sollten. Als Forschungsfrage ergibt sich somit bei mir folgendes: K\u00f6nnen Lehrer\/innen oder ich als angehende Lehrerinnen herausfinden wie hoch die Intelligenz eines Kindes\/Sch\u00fclers ist, oder herausfinden, ob es genug Vorwissen zum erfolgreichen Lernen besitzt. Infolgedessen, welche M\u00f6glichkeiten haben Lehrer\/innen die fehlende Intelligenz oder Vorwissen zu f\u00f6rdern?<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Am Ende des Vortrags wurden zwei verschiedene Adaptionsmodelle dargestellt.\u00a0Finden Sie Praxisbeispiele zu jeder der in den Modellen genannten\u00a0Reaktionsformen (Weinert, 1997) bzw. Adaptionsm\u00f6glichkeiten (Leutner, 1992).\u00a0<\/strong><strong>\u200b<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es gibt zwei verschiedene Adaptionsmodelle; das Adaptionsmodell von Weinert (1997) und das Adaptionsmodell von Leutner (1992).\u00a0 Folgernd befassen sich diese Adaptionsmodellen die vorhandenen Leistungsunterschiede der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Weinert umfasst vier Reaktionsformen; die passive, die subsitutive, die aktive und die provokative Reaktionsform (Weinert, 1997) Ein ausf\u00fchrlicher Beispiel zur der passiven Reaktionform w\u00e4re, d.h. die Leistungsunterschiede werden ignoriert und der\/ die Lehrer\/in richtet sich am Durchschnittssch\u00fcler, dass bei der Unterrichtsgestaltung die unterschiedlichen Lernvoraussetzung ignoriert werden,\u00a0 in dem die Lehrkraft das Lernangebot an einem fiktiven Durchschnittssch\u00fclers anpasst und sich an seinen Lern- und Leistungsfortschritte orientiert beziehungswiese die zum Ma\u00dfstab annimmt. (Vgl. Lehrerfortbildung-bw, Heterogenit\u00e4t und Differenzierung). Leutner hingegen betrachtet in seinem Adaptionsmodell zwei Aspekte, n\u00e4mlich \u201eZweck\u201c und \u201eUmsetzung\u201c. Als Zweck wird die F\u00f6rderung, die Kompensation und die Pr\u00e4ferenz genannt (Leutner, 1992). Diese werden folgernd durch Anpassungen des Lernziels, der Lehrmethode oder der Lernzeit umgesetzt. Diese Aspekte sollten beachtet werden. Beispiele dazu w\u00e4re eine Gruppen-, sowie Partnerarbeiten, welche einen gro\u00dfen Einfluss bei der Lernmethode tragen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis:<\/strong><\/p>\n<p>Ingenkamp, K. &amp; LissmannU. (2008). Lehrbuch der P\u00e4dagogischen Diagnostik (6., neu ausgestattete Aufl.) Weinheim: Beltz. (Kapitel 4.3)<\/p>\n<p>Klauer, K.J.&amp;Leutner, D. (2007). LehrenundLernen. Einfu\u0308hrungindieInstruktionspsychologie.Weinheim: Beltz PVU.<\/p>\n<p>Leutner, D. (1992). Adaptive Lehrsysteme. Instruktionspsychologische Grundlagen und experimentelle Analysen. Weinheim: Beltz.<\/p>\n<p>Lehrerfortbildung-Badenw\u00fcrttenberg, Heterogenit\u00e4t und Differenzierung <a href=\"https:\/\/lehrerfortbildung-bw.de\/u_sprachlit\/englisch\/gym\/bp2004\/fb1\/einf\/heterogen\/\">https:\/\/lehrerfortbildung-bw.de\/u_sprachlit\/englisch\/gym\/bp2004\/fb1\/einf\/heterogen\/<\/a> (Zuletzt aufgerufen: 12.05.2023)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welche Rolle spielen Intelligenz und Vorwissen f\u00fcr erfolgreiches Lernen? In\u00a0welchem Verh\u00e4ltnis stehen diese beiden Heterogenit\u00e4tsdimensionen zueinander?\u00a0Wie hat man ihren jeweiligen Einfluss auf Lernerfolg empirisch untersucht? Und\u00a0was bedeuten die Befunde f\u00fcr Schule und Unterricht?\u00a0\u200b &#8222;Lernen [ist ein] Proze\u00df(&#8230;), der zu relativ stabilen Ver\u00e4nderungen im Verhalten oder im Verhaltenspotential f\u00fchrt und auf Erfahrung aufbaut.&#8220; (Zimbardo (1992). Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":14805,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5],"class_list":["post-23","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-rv05"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14805"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23\/revisions\/25"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonsude\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}