{"id":13,"date":"2021-04-28T17:53:13","date_gmt":"2021-04-28T15:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonelmira\/?p=13"},"modified":"2021-04-28T17:53:13","modified_gmt":"2021-04-28T15:53:13","slug":"mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-primarstufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogvonelmira\/2021\/04\/28\/mehrsprachigkeit-als-ausgangspunkt-und-ziel-schulischer-bildung-in-der-primarstufe\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Primarstufe"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Leser und Liebe Leser*innen,<\/p>\n<p>in meinem heutigen Blogeintrag werde ich das Thema \u201eMehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Primarstufe\u201c behandeln. Ich finde es ist sehr wichtig das Thema aufzugreifen, da es ein Teil unserer heutigen Gesellschaft ist.<\/p>\n<p>Im Folgenden handelt es sich um einen Sch\u00fcler, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse keine Empfehlung f\u00fcr das Gymnasium bekommen soll. Bei den Deutschkenntnissen des Sch\u00fclers\u00a0handelt es sich um ein sukzessiven Zweitspracherwerb, dessen Erwerbsbeginn in der Kindheit begonnen hat und dessen Modalit\u00e4t sowohl gesteuert als auch ungesteuert erworben wird. Hierbei wird von ausgegangen, dass der Sch\u00fcler das Gymnasium nicht erfolgreich absolvieren kann, da es zu wenig Kenntnisse \u00fcber die hier gesprochene Sprache beherrscht, was jedoch v\u00f6lliger Quatsch ist, denn die Intelligenz ist nicht durch die Sprachkompetenzen gekennzeichnet. Wichtig ist es, dass der Sch\u00fcler viel Zeit und intensiven Sprachkontakt erlebt und Zugang zu sprachlichen Praktiken hat, und dies hat er auf einem Gymnasium! Kinder lernen innerhalb von einem kurzen Zeitraum unglaublich viel dazu und besitzen ein hohes Ma\u00df an Wissensneugierde, unter anderem auch f\u00fcr Sprache. Wenn ihm die Chance auf ein Gymnasium nur aufgrund seiner Deutschkenntnisse genommen wird und er ansonsten in anderen Bereichen dieselbe Leistung erbracht hat wie jemand, der eine Gymnasialempfehlung bekommen hat, dann grenzt dies meines Erachtens schon an Diskriminierung und w\u00e4re nicht fair.<\/p>\n<p>Ich selbst bin mit Deutsch als Zweitsprache aufgewachsen und konnte bis zur Einf\u00fchrung in den Kindergarten kein Deutsch sprechen. Erst im Kindergarten hatte ich Kontakt zur deutschen Sprache und Zuhause wurde ausschlie\u00dflich meine Muttersprache gesprochen. In der Grundschule konnte ich somit schon flie\u00dfend Deutsch sprechen, zwar nicht perfekt und durchaus mit Fehler, jedoch gut genug, um im Unterricht mitzukommen. Nach der Grundschule habe ich das Gymnasium besucht, mein Abitur erfolgreich absolviert und nun sitze ich hier im Studium und studiere unter anderem das Fach Deutsch.\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0In der 7. Klasse bekamen wir einen neuen Sch\u00fcler, der vor kurzem aus Syrien nach Deutschland kam und zu Beginn kaum bis gar kein Deutsch sprechen konnte. Anfangs hatte er Probleme damit im Unterricht mitzukommen und brauchte viel Unterst\u00fctzung, die er vor allem von uns Mitsch\u00fcler*innen bekam. Nach einer Zeit hatte er besser Noten erzielt als manch andere in der Klasse. Besonders gut lag ihm Mathematik, dort schrieb er so gut wie immer eine Eins.<\/p>\n<p>Mir ist es wichtig f\u00fcr meine sp\u00e4teren Klassen den Unterricht so zu gestalten, dass jeder Sch\u00fcler und jede Sch\u00fcler*innen im Unterricht folgen kann und nicht hinterherh\u00e4ngt, dies soll bspw. durch angepasste Arbeitsbl\u00e4tter (mit eingef\u00fcgten Bildern) o.\u00e4. geschehen. Au\u00dferdem m\u00f6chte ich, dass sich meine Sch\u00fcler*innen mit ihrer eigenen Erstsprache und den Erstsprachen der anderen Kinder in der Klasse besch\u00e4ftigen, z. B. indem man Gemeinsamkeiten und Unterschiede der gesprochenen Sprachen sammelt. F\u00fcr die Umsetzung dieser genannten Unterrichtsgestaltungen ben\u00f6tige ich noch viel mehr Wissen \u00fcber den Umgang mit mehrsprachigen Kindern in der Schule und entsprechende Methoden f\u00fcr den Unterricht.<\/p>\n<p>Der Unterricht sollte sich dessen anpassen und nicht nur der Unterricht, sondern auch die Einstellung der Lehrkr\u00e4fte! Die Mehrsprachigkeit wird in Schulen oft als eine Barriere dargestellt, statt aus der Vielf\u00e4ltigkeit der unterschiedlichen Sprachen und Kulturen Vorteile zuziehen, wie etwa f\u00fcr die Entwicklung von sozialen F\u00e4higkeiten. Hier spielt das Verst\u00e4ndnis gegen\u00fcber Sch\u00fcler*innen mit Deutsch als Zweitsprache eine gro\u00dfe Rolle und sollte unbedingt ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr das Lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser und Liebe Leser*innen, in meinem heutigen Blogeintrag werde ich das Thema \u201eMehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Primarstufe\u201c behandeln. Ich finde es ist sehr wichtig das Thema aufzugreifen, da es ein Teil unserer heutigen Gesellschaft ist. 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