{"id":41,"date":"2023-06-08T22:04:27","date_gmt":"2023-06-08T20:04:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogselyavuz\/?p=41"},"modified":"2023-06-11T21:16:39","modified_gmt":"2023-06-11T19:16:39","slug":"41","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blogselyavuz\/2023\/06\/08\/41\/","title":{"rendered":"Mehrsprachigkeit als Ausgangspunkt und Ziel schulischer Bildung in der Gymnasialen Oberstufe   RV09"},"content":{"rendered":"<ol>\n<li><strong>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013\u00a0Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf\u00a0die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. F\u00fcr einige wird nun der\u00a0endg\u00fcltige \u00dcbergang in die Regelklasse diskutiert. Ein Gro\u00dfteil der Lehrpersonen\u00a0pl\u00e4diert \u2013 mit Verweis auf die noch nicht vollst\u00e4ndig ausreichenden\u00a0(bildungssprachlichen) Deutschkenntnisse \u2013 die Sch\u00fcler*innen an eine Oberschule\u00a0zu \u00fcberweisen, obwohl die Sch\u00fcler*innen hinsichtlich ihrer Lernf\u00e4higkeit und ihrer\u00a0Vorbildung eigentlich die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium mitbringen und\u00a0gerne an der Schule bleiben w\u00fcrden, da sie dort durch die Teilintegration in die\u00a0Regelklassen auch schon Kontakte zu anderem Sch\u00fcler*innen gekn\u00fcpft haben.\u00a0Nehmen Sie auf Basis der Vorlesung Stellung dazu.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Zun\u00e4chst k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass dieselbe Situation bzw. Vorfall am Gymnasium, um der es in der Fragestellung handelt, auch an einer Oberschule vorkommen k\u00f6nnte. Ich denke, dass so eine Auseinandersetzung nicht abh\u00e4ngig an einem Gymnasium ist. Au\u00dferdem w\u00fcrde es f\u00fcr den betroffenen Sch\u00fcler\/in keinen Unterschied bringen, wenn er\/sie auf eine Oberschule verwiesen wird. Auch bei einer Oberschule gibt es einen Vorkurs f\u00fcr Seiteneinsteiger\/innen, wo sie Deutsch lernen und auf den Regelunterricht vorbereitet werden. In dem Fall spielt deshalb der Aspekt eine wichtige Rolle, dass die betroffenen Sch\u00fcler\/innen die Voraussetzungen f\u00fcr das Gymnasium besitzen und sich auch daf\u00fcr entschieden haben sie zu besuchen, zu dem auch Freundschaften geschlossen haben. Dies sollte man in dem Fall in Acht nehmen und den Sch\u00fcler\/innen die weitere Schulbildung am Gymnasium erm\u00f6glichen. \u201eDie Inter- kulturelle Erziehungswissenschaft betrachtet sprachliche Heterogenit\u00e4t als eine Ausgangsbedingung unter vielen anderen, die dazu beitr\u00e4gt, dass Kinder und Jugendliche grunds\u00e4tzlich unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen; die Unterschiedlichkeit so eine normative Pr\u00e4misse der Interkulturellen Er- ziehungswissenschaft &#8211; ist in der Schule vor allem dahingehend zu ber\u00fccksich- tigen, dass allen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern Wertsch\u00e4tzung entgegengebracht wird und vor allem, unabh\u00e4ngig von den unterschiedlichen Voraussetzungen, gleiche Bildungschancen er\u00f6ffnet werden\u201c (F\u00fcrstenau 2011, S.25).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>Welche Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit \u2013 in der hier verstandenen breiten\u00a0Sicht \u2013 in Schule und Unterricht (selbst als Sch\u00fcler*in und\/oder\u00a0Praxiserfahrungen als unterrichtende Person) haben Sie bislang gemacht?\u00a0Reflektieren Sie diese Erfahrungen vor dem Hintergrund dieser Vorlesung.<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Erfahrungen, die ich w\u00e4hrend meiner Schulzeit sammelte im Zusammenhang zu Mehrsprachigkeit sind folgende. Erstens kann ich sagen, dass in meinen Klassen \u00fcberwiegend Sch\u00fcler\/innen waren, die eine andere Sprache au\u00dfer Deutsch als Muttersprache besa\u00dfen, sowie es bei mir auch der Fall war. Jedoch f\u00e4llt auf, dass einige Klassenkameraden die Sprache Deutsch, als zweit erlernte Sprache besser beherrschten als ihre Muttersprache. Somit hatten sie weniger Schwierigkeiten und es beeintr\u00e4chtigte sie nicht. Hingegen dazu gab es aber auch Klassenkameraden, die auch noch in der Oberstufe Schwierigkeiten hatten, zum Beispiel beim Satzbau, Grammatik oder auch beim Akzent erkannte man dies. Von mir aus kann ich sagen, dass ich meine Muttersprache T\u00fcrkisch genau so gut wie die Sprache Deutsch, die ich ab dem Kindergarten lerne und spreche gleich viel beherrsche. Durch die Mehrsprachigkeit besitze ich in beiden Sprachen einen Akzent, der nicht zu \u00fcberh\u00f6ren ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Was m\u00f6chten Sie nach dem Besuch dieser Vorlesung bei Ihrer zuk\u00fcnftigen\u00a0Unterrichtsgestaltung beachten? Welches Wissen und welche F\u00e4higkeiten fehlen\u00a0Ihnen daf\u00fcr noch? Was wollen Sie daf\u00fcr tun?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Jede anstrebende Lehrkraft sollte zun\u00e4chst im Bewusst sein, dass sie zuk\u00fcnftig mit mehrsprachigen Sch\u00fcler\/innen im Berufsleben begegnen werden. Ich denke jedoch, dass ich \u00f6fters mit Problemen und Hindernissen zu diesem Thema konfrontiert sein werde. Denn sowie es auch Sch\u00fcler\/innen geben wird bei den es nichts ausmacht, dass sie mit einer anderen Muttersprache aufgewachsen sind, sogar bessere Leistungen besitzen als Sch\u00fcler\/innen mit Deutsch als Muttersprache, wird es auch Sch\u00fcler\/innen geben die Schwierigkeiten haben werden und somit beeintr\u00e4chtigt sind. Ich w\u00fcrde mir die M\u00fche geben und die Acht auf die betroffenen Sch\u00fcler\/innen geben und die dementsprechenden Ma\u00dfnahmen vornehmen und den vorhandenen Vorteil aus Mehrsprachigkeit durchsetzen. \u201cMehrsprachige verf\u00fcgen mithin \u00fcber ein weitaus vielf\u00e4ltigeres Potenzial f\u00fcr den \u201eUm- gang\u201c (i.w.S.) mit Fachinhalten als Einsprachige. Dieses Potenzial gilt es, im Unter- richt zu nutzen, ja, nutzbar zu machen\u201d (Redder et. Al 2022, S.315).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>Wie muss Schule unserer mehrsprachigen Gesellschaft gestaltet sein? Welche\u00a0Rahmenbedingungen m\u00fcssen gegeben sein, damit Sie die Mehrsprachigkeit Ihrer\u00a0Sch\u00fcler*innen einbeziehen und einen registersensiblen Fachunterricht gestalten\u00a0k\u00f6nnen?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>In unserer mehrsprachigen Gesellschaft sollte kein Sch\u00fcler\/innen aufgrund ihrer Mehrsprachigkeit beeintr\u00e4chtigt werden, vor allem im Zugang zur Bildung. Daf\u00fcr sind in erster Linie die Senatorin f\u00fcr Bildung und die Lehrkr\u00e4fte zust\u00e4ndig. In zweiter Linie auch die Schulkameraden der Betroffenen, denn h\u00e4ufig kommt es zu Diskriminierungen aufgrund mangelnder Grammatikwissen oder aufgrund des Akzentes. \u201cSchulisch vermitteltes Wissen ist gr\u00f6\u00dftenteils sprachlich vermitteltes und also an Sprache oder Sprachen gebundenes, erinnertes Wissen\u201d<\/p>\n<p>(Redder et. Al 2022, S.319)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literaturverzeichnis:<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcrstenau, Sara (2011): Mehrsprachigkeit als Voraussetzung und Ziel schulischer Bildung. In: F\u00fcrstenau, Sara; Gomolla, Mechthild (Hrsg.) Migration und schulischer Wandel: Mehrsprachigkeit. Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften, 25\u201350.<\/p>\n<p>Redder, Angelika, Arne Krause, Susanne Prediger, Angela Uribe und Jonas Wagner. \u201eMehrsprachige Ressourcen im Unterricht nutzen \u2013 worin bestehen die ,Ressourcen`?\u201c DDS \u2013 Die Deutsche Schule 2022, Nr. 03 (5.September 2022): 312-26.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An Ihrem Gymnasium gibt es einen \u2013 wie \u00fcblich sehr heterogen besetzte \u2013\u00a0Vorkurs, in welchem sogenannte Seiteneinsteiger*innen Deutsch lernen und auf\u00a0die Teilnahme am Regelunterricht vorbereitet werden. 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