{"id":17,"date":"2015-01-26T20:31:57","date_gmt":"2015-01-26T18:31:57","guid":{"rendered":"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/?page_id=17"},"modified":"2015-04-12T12:00:36","modified_gmt":"2015-04-12T10:00:36","slug":"downloads","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/downloads\/","title":{"rendered":"Die Akteure"},"content":{"rendered":"<p><strong>Blattl\u00e4use<\/strong> vermehren sich schnell und brauchen dazu nicht einmal einen Geschlechtspartner. Bei den meisten Arten wechselt sich eine geschlechtliche Generation (mit M\u00e4nnchen und Weibchen) ab mit mehreren aufeinanderfolgenden Generationen mittels Jungfernzeugung (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parthenogenese\">Parthenogenese<\/a>). M\u00e4nnchen und gefl\u00fcgelte Weibchen werden unter widrigen Umst\u00e4nden gezeugt, z.B. im Herbst. Nach erfolgreicher Begattung legen die Weibchen widerstandf\u00e4hige Eier ab, die den Winter \u00fcberstehen. Im Fr\u00fchjahr schl\u00fcpfen dann wieder parthenogenetische Weibchen, die lebende L\u00e4use geb\u00e4ren (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Viviparie\">Viviparie<\/a>). Die winzigen Insekten k\u00f6nnen aufgrund der hohen Vermehrungsrate einen betr\u00e4chtlichen Schaden anrichten, denn sie ern\u00e4hren sich von Pflanzensaft, den sie mit einem Stechr\u00fcssel aus dem Phloem saugen. Beim Saugakt k\u00f6nnen sie zudem sch\u00e4dliche Viren auf die Wirtspflanzen \u00fcbertragen. Blattl\u00e4use sind oft spezialisiert auf bestimmte Arten von Wirtspflanzen. Im Unterglas-Abbau findet man z.B. Baumwollblattl\u00e4use, <em>Aphis gossypii, die mit Vorliebe auch an <\/em>Bl\u00e4ttern und Trieben von <em>Gurkenpflanzen saugen. <\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_47\" aria-describedby=\"caption-attachment-47\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Geburt-1e.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-0\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-47\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Geburt-1e.jpg\" alt=\"Eine Blattlaus wird geboren. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm\" width=\"1920\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Geburt-1e.jpg 1920w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Geburt-1e-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Geburt-1e-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-47\" class=\"wp-caption-text\">Eine Blattlaus wird geboren. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der<strong> Siebenpunkt-Marienk\u00e4fer (<\/strong><em>Coccinella septempunctata)<\/em> besitzt stets drei Punkte auf jedem Deckfl\u00fcgel und einen schwarzer Punkt mittig hinter dem Halsschild, mit zwei wei\u00dfen Flecken rechts und links daneben. Siebenpunkte werden ca. 1 Jahr alt, in der Regel \u00fcberwintern sie einmal an gesch\u00fctzten Orten (z. B. Baumrindenspalten). Nach dem Winter legen die begatteten Weibchen ca. 400 Eier in kleineren Eipaketen auf Bl\u00e4ttern ab. Daraus schl\u00fcpfen im April\/Mai die K\u00e4ferlarven, die sofort auf L\u00e4usejagd gehen. In 30-60 Tagen h\u00e4utet sich die Larve 4x. In dieser Zeit kann sie bis zu 600 L\u00e4use vertilgen, die sie mittels Tast- und Geruchssinn findet. Dann folgt ein Puppenstadium von 6 bis 9 Tagen, bis der K\u00e4fer schl\u00fcpft. Im Sommer folgt eine zweite Generation. Marienk\u00e4fer fressen aber nicht nur Blattl\u00e4use. Als Generalisten vertilgen sie auch andere Insekten und sogar Larven und Eigelege anderer Marienk\u00e4fer. Neben dem Siebenpunkt-Marienk\u00e4fer wird vor allem auch der Zweipunkt-Marienk\u00e4fer (<em>Adalia bipunctata<\/em>) in der Blattlausbek\u00e4mpfung eingesetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_44\" aria-describedby=\"caption-attachment-44\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/7-Punkt-4.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-1\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-44 size-full\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/7-Punkt-4.jpg\" alt=\"7-Punkt 4\" width=\"720\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/7-Punkt-4.jpg 720w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/7-Punkt-4-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-44\" class=\"wp-caption-text\">Eine junge Marienk\u00e4ferlarve frisst eine junge Blattlaus. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den <strong>Asiatische<\/strong> <strong>Marienk\u00e4fer <\/strong>(<em>Harmonia axyridis<\/em>) kann man gut von den heimischen Marienk\u00e4fern unterscheiden: er tr\u00e4gt unter anderem zus\u00e4tzliche wei\u00dfe Flecken auf dem Halsschild. Es gibt den K\u00e4fer in verschiedenen Farbvarianten und unterschiedlicher Punktzahl. Ihm wird nachgesagt, dass er die f\u00fcnffache Menge an Blattl\u00e4usen im Vergleich zum Siebenpunkt fressen kann. Blattl\u00e4use sind seine Vorliebe. Finden sich keine, frisst er aber auch Insekteneier, Blattsauger, K\u00e4ferlarven der eigenen oder anderer Arten, Schmetterlingsraupen, Pollen oder Nektar. Der asiatischen Marienk\u00e4fer wurde Ende des 20.Jahrundert in Deutschland vermutlich in botanischen G\u00e4rten eingef\u00fchrt und ist mittlerweile in ganz Deutschland verbreitet. Seine Larven sind mit Mikrosporidien, winzigen, pilz\u00e4hnlichen Einzellern, befallen, nehmen daran aber keinen Schaden. Injiziert man dem Siebenpunkt die Parasiten des Asiatischen Marienk\u00e4fers, sterben diese daran. Somit sind einheimische Marienk\u00e4fer vom Tod bedroht, wenn sie die infizierten Eigelege oder Larven der asiatischen Art fressen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45\" aria-describedby=\"caption-attachment-45\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Harmonia-2.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-2\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-45\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Harmonia-2.jpg\" alt=\"Ein asiatischer Marienk\u00e4fer frisst eine Blattlaus. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm\" width=\"720\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Harmonia-2.jpg 720w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Harmonia-2-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-45\" class=\"wp-caption-text\">Ein asiatischer Marienk\u00e4fer frisst eine Blattlaus. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Blattlaus-Schlupfwespe (<\/strong><em>Aphidius colemani)<\/em> ist ausgewachsen nur 2-3 mm gro\u00df. In ihrem etwa einw\u00f6chigen Leben kann ein Weibchen ca. 200 Blattl\u00e4use parasitieren. Dazu sticht sie die Laus mit einem Legestachel an und legt ein Ei hinein. Die Schlupfwespenlarve im Inneren der Blattlaus schl\u00fcpft nach 1-2 Tagen und f\u00e4ngt sofort an, die Blattlaus von innen heraus aufzufressen. Diese stirbt und es bleibt eine Blattlaush\u00fclle zur\u00fcck, die sogenannte Mumie. Ist diese nach etwa 10 Tagen komplett leer gefressen, verpuppt sich die Schlupfwespe in der H\u00fclle. Mumifizierte Blattl\u00e4use sind gut an ihrer aufgeblasenen, kugelf\u00f6rmigen Gestalt und der br\u00e4unlich-gl\u00e4nzenden F\u00e4rbung zu erkennen. F\u00fcnf Tage nach der Verpuppung schl\u00fcpft die adulte Schlupfwespe durch ein selbst gebissenes, kreisrundes Loch aus der Mumie heraus und kann unmittelbar damit beginnen, selbst Blattl\u00e4use zu parasitieren. W\u00e4hrend Marienk\u00e4fer relativ generalistische Beutegreifer sind, d.h. neben Blattl\u00e4usen auch andere Insekten fressen, sind die Schlupfwespen je nach Art auf bestimmte Blattlausarten spezialisiert und beeinflussen andere Insektenarten nicht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_46\" aria-describedby=\"caption-attachment-46\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Aphidius-1.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-3\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-46 size-full\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Aphidius-1.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Aphidius-1.jpg 720w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/Aphidius-1-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-46\" class=\"wp-caption-text\">Das Aphidius-Weichen visiert die Blattlaus an &#8211; gleich wird sie den Hinterleib weiter vorstrecken und mittels Legebohrer ein Ei in die Laus hinein legen. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u00a0Die Florfliege<\/strong> (<em>Chrysoperla carnea<\/em>) ist als erwachsenes Insekt wundersch\u00f6n anzusehen, sie wird im Volksmund auch &#8222;Goldauge&#8220; genannt. Ihre Larven jedoch sind \u00e4u\u00dferst gefr\u00e4\u00dfige R\u00e4uber, die Dutzende von Blattl\u00e4usen pro Tag vertilgen k\u00f6nnen. Hierzu packt die Larve eine Blattlaus mit ihren vorstehenden, spitzen Mandibeln\u00a0 und saugt sie einfach aus. Das dauert insbesondere bei gro\u00dfen Florfliegenlarven und jungen Blattl\u00e4usen nur Sekunden, dann wird die ausgesaugte H\u00fclle der Laus mit einem Kopfschnicken weggeschleudert und das n\u00e4chste Opfer ergriffen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_48\" aria-describedby=\"caption-attachment-48\" style=\"width: 720px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/C.-carnea-3-.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-4\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-48\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/C.-carnea-3-.jpg\" alt=\"Diese Florfliegenlarve h\u00e4lt eine fast vollst\u00e4ndig ausgesaugte Blattlaus zwischen den Mandibeln. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm\" width=\"720\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/C.-carnea-3-.jpg 720w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/01\/C.-carnea-3--300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-48\" class=\"wp-caption-text\">Diese Florfliegenlarve h\u00e4lt eine fast vollst\u00e4ndig ausgesaugte Blattlaus zwischen den Mandibeln. \u00a9 Urs Wyss, Entofilm<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Schwarze Gartenameisen<\/strong> (<em>Lasius niger<\/em>) k\u00f6nnen Blattlauskolonien behandeln wie ein Landwirt seine K\u00fche: Sie melken die Tiere (nehmen den abgegebenen Honigtau auf) und verteidigen sie gegen Feinde. Unter Umst\u00e4nden ziehen sie sogar eine ganze Kolonie um, indem sie die Tiere einzeln auf eine neue Futterpflanze tragen. Damit die Blattlaus der Ameise den Honigtau auch &#8222;auf Kommando&#8220; gibt, betrillert diese zart den Hinterleib der Laus mit den Antennen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_51\" aria-describedby=\"caption-attachment-51\" style=\"width: 1397px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/04\/Melkende_ameise_honigtauCropped.jpg\" data-rel=\"lightbox-image-5\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\" title=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-51\" src=\"http:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/04\/Melkende_ameise_honigtauCropped.jpg\" alt=\"Eine Ameise nimmt von einer Blattlaus einen Tropfen Honigtau auf. \u00a9 Friedrich Boehringer, Wikimedia Commons\" width=\"1397\" height=\"1163\" srcset=\"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/04\/Melkende_ameise_honigtauCropped.jpg 1397w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/04\/Melkende_ameise_honigtauCropped-300x250.jpg 300w, https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/blattlausspiel\/files\/2015\/04\/Melkende_ameise_honigtauCropped-1024x852.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1397px) 100vw, 1397px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-51\" class=\"wp-caption-text\">Eine Ameise nimmt von einer Blattlaus einen Tropfen Honigtau auf. \u00a9 Friedrich Boehringer, Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Blattl\u00e4use vermehren sich schnell und brauchen dazu nicht einmal einen Geschlechtspartner. 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