{"id":27,"date":"2020-08-01T11:51:49","date_gmt":"2020-08-01T09:51:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bipepblog\/?p=27"},"modified":"2020-08-01T11:51:49","modified_gmt":"2020-08-01T09:51:49","slug":"rv12-abschlussreflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bipepblog\/2020\/08\/01\/rv12-abschlussreflexion\/","title":{"rendered":"RV12 Abschlussreflexion"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Theoretische Erkenntnisse<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Vortrag \u201aEnglischunterricht \u2013 Zwischen Selektion und Integration\u2018. Besonders das Ideal des Native Speaker und der damit Verbunden \u201aFetisch Sprachrichtigkeit\u2018 habe ich selbst als Kind erlebt. In Verbindung mit meinen F\u00e4chern (Germanistik und Inklusive P\u00e4dagogik) fallen mir mehrere Dinge dabei auf.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Zum Einen, dass diese gew\u00fcnschte Sprachrichtigkeit gerade in der Grundschule oft ein Konstrukt ist, welches Beinah utopisch ist, denn oft fehlen Fachkr\u00e4fte, die auf Native Speaker-niveau sprechen k\u00f6nnen. Auch ist dieser Wunsch nach der einen Sprachrichtigkeit ausschlie\u00dfend und l\u00e4sst sich nicht mit der Vorstellung des Mehrsprachigen Klassenzimmers vereinbaren. Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen oder auch Kinder, die k\u00f6rperlich oder kognitiv nicht in der Lage dazu sind, werden wom\u00f6glich ausgeschlossen. In fast allen F\u00e4chern wird auf die Heterogenit\u00e4t der Klasse eingegangen, jedoch im Englischunterricht herrscht noch immer \u00fcberwiegend diese Starrheit. \u00a0Wenn man sich dazu die Standards der Inklusion anschaut, insbesondere Punkt 1) Ethnokulturelle Gerechtigkeit aus\u00fcben und Antirassismus st\u00e4rken (Reich 2014: Inklusive Didaktik \u2013 Bausteine f\u00fcr eine inklusive Schule, S. 32), so steht der starre Englischunterricht dem entgegen, denn jemand, der beispielweise amerikanisches Englisch oder australisches Englisch spricht, wird in diesem Setting diskriminiert und seine\/ihre Sprache wird als \u201afalsch\u2018 deklariert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Des Weiteren ist mir dazu eingefallen, dass es eine gesellschaftliche Wertigkeit der Sprachen gibt. Sprachen wie T\u00fcrkisch oder Arabisch gelten oft als Hindernis bei Kindern, die diese Sprache mit in die Grundschule bringen. W\u00fcrde ein Kind hingegen Englisch als Erstsprache mitbringen, w\u00fcrde das vermutlich als etwas Positives angesehen werden. Dabei ist auch die Erstsprache T\u00fcrkisch oder Arabisch etwas Positives und sollte von Lehrkr\u00e4ften auch als sowas angesehen werden. Anforderungen an Lehrkr\u00e4fte sollten also sein:<\/span><\/p>\n<ul style=\"list-style-type: circle\">\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">eine Gleichwertigkeit der Sprachgewohnheiten vermitteln<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Wertsch\u00e4tzung sprachlicher Vielfalt vermitteln<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">kulturelle Stereotypisierung vermeiden (Wiese et al., 2014: Deutsch ist vielseitig: Aus\u2010 und Fortbildungsmodule zur Sprachvariation im urbanen Raum).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Jedoch wurden uns auch in der Veranstaltung didaktische Ans\u00e4tze gezeigt, wobei ich ein Ansatz besonders interessant fand. Der Ansatz der die kulturelle Heterogenit\u00e4t ber\u00fccksichtigt und zwar das Konzept der Transkulturalit\u00e4t.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">Faktoren zum Umgang mit Heterogenit\u00e4t<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Ein Faktor, den ich besonders spannend finde, ist die Leistungsheterogenit\u00e4t. Das gleichzeitige Ausgleichen und F\u00f6rdern aller Sch\u00fclerInnen ist f\u00fcr die Schule ein interessantes Spannungsfeld. Der sozio-\u00f6konomische Status der Kinder und ihrer Familien spielt bei der Leistung eine gro\u00dfe Rolle. In meinem ersten Praktikum, durfte ich eine Schule in Osterholz-Tenever besuchen und konnte beobachten, wie unterschiedlich die Leistungen innerhalb einer Klasse waren. Auch in den darauffolgenden Praktika verfestigte sich dieser Eindruck. Wie also mit dieser Heterogenit\u00e4t umgehen? In den verschiedenen Praktika d\u00fcrfte ich auch unterschiedliche Umgangsformen kennenlernen. In Osterholz-Tenever ist man besonders auf \u201aau\u00dferschule Bed\u00fcrfnisse\u2018 der Kinder eingegangen. Beispielweise hat die Klassenlehrkraft engen Kontakt zu den Eltern gehabt, gerade bei Familien, die vom Jugendamt begleitet wurden und viele \u201aP\u00e4ckchen\u2018 zutragen hatten. Dadurch entstand vertrauen, was auch die Kinder gesp\u00fcrt haben. Durch einen sicheren Ort in der Schule, haben sich auch Raum gehabt, vielleicht erstmal ihre Gef\u00fchle zu verarbeiten (wenn Beispielsweise nachts die Polizei in die Familie eingreifen musste). Diesen Raum finde ich wichtig, denn ein Kind kann nicht lernen, wenn es sowas in der Nacht zuvor erlebt hat. Durch Verst\u00e4ndnis der Lehrkraft waren sie aber stets bem\u00fcht zu lernen, weil sie auch keinen negativen Bezug zum Lernort Schule hatten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Ein weiterer Punkt, den ich im Praktikum erleben durfte, war eine inklusive Klasse mit f\u00fcnf Kindern mit F\u00f6rderbedarf. Dort konnte ich beobachten, dass Leistungsstarke Kinder mit Leistungsschwachen zusammengearbeitet haben, beispielweise in Gruppenarbeiten. Das Konzept der integrativen Beschulung finde ich wichtig und richtig. Denn dort konnte ich auch beobachten, wie ein sehr leistungsstarker Sch\u00fcler Probleme hatte mit Leistungsschw\u00e4cheren zu arbeiten. Dieser Sch\u00fcler hatte auch noch zu lernen und zwar im Bereich soziale Kompetenz. Ich finde, dass zeigt, dass auch ein leistungsstarkes Kind noch Dinge zu lernen hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt\"><strong><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif\">W\u00fcnsche<\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">In der Veranstaltung h\u00e4tte ich mir noch das Spannungsfeld Religion und Curricula gew\u00fcnscht, Beispiel daf\u00fcr w\u00e4re der Sexualunterricht, der von manchen Eltern abgelehnt wird, aufgrund ihrer Religion. Wie geht man damit um, auch gerade in Bezug auf den Respekt an die Religion der Eltern. Aber auch die Pflicht als Lehrkraft, seine Klasse mach curricularen Vorgaben zu unterrichten.\u00a0<\/span><span style=\"font-family: 'times new roman', times, serif;font-size: 12pt\">Ein weiter Punkt den ich gerne Vertieft h\u00e4tte ist das Spannungsfeld inklusive P\u00e4dagogik und Erziehungswissenschaft. F\u00fcr mich stellt sich bei dieser Veranstaltung (Umgang mit Heterogenit\u00e4t) die Frage, warum die Erziehungswissenschaft keine Inklusive P\u00e4dagogik ist.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theoretische Erkenntnisse Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Vortrag \u201aEnglischunterricht \u2013 Zwischen Selektion und Integration\u2018. Besonders das Ideal des Native Speaker und der damit Verbunden \u201aFetisch Sprachrichtigkeit\u2018 habe ich selbst als Kind erlebt. In Verbindung mit meinen F\u00e4chern (Germanistik und Inklusive P\u00e4dagogik) fallen mir mehrere Dinge dabei auf. 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