{"id":21,"date":"2020-06-28T11:04:57","date_gmt":"2020-06-28T09:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bipepblog\/?p=21"},"modified":"2020-06-28T11:04:57","modified_gmt":"2020-06-28T09:04:57","slug":"rv-09-leistungsheterogenitaet-n","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.uni-bremen.de\/bipepblog\/2020\/06\/28\/rv-09-leistungsheterogenitaet-n\/","title":{"rendered":"RV 09 Leistungsheterogenit\u00e4t n"},"content":{"rendered":"<p><em><strong><span style=\"font-size: 12pt;font-family: georgia, palatino, serif\">1. Welche Zusammenh\u00e4nge zwischen der Leistungsheterogenit\u00e4t der Kinder und dem Einfluss von Lehrerinnen und Lehrern auf den Bildungserfolg unter Ber\u00fccksichtigung der p\u00e4dagogischen Forderungen sind f\u00fcr sie heute deutlich geworden?<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Zu Wissen, dass ich als Person gar nicht so viel Einfluss auf den Lehrerfolg habe (nach <span class=\"hiddenSpellError\">Hattie<\/span> 2009 21 %), wobei die Einstellung und Haltung wichtig ist, sondern viel mehr das Milieu und die Schule mit ihren Strukturen an sich, finde ich spannend. Kinder aus <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span>bildungsfernen<span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> Familien, wom\u00f6glich mit Migrationshintergrund und aus einem <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span><span class=\"hiddenSpellError\">sozialschwachen<\/span><span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> Stadtteil, werden statistisch immer schlechtere Chancen haben auf ein Bildungserfolg, als Kinder, die aus einer Akademiker- Familie aus einem <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span>guten<span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> Stadtteil. Dabei spielen auch die Vorerfahrungen, die aus dem Elternhaus mitgegeben werden, eine gro\u00dfe Rolle. Eine weitere S\u00e4ule, die den Erfolg beeinflusst, ist die Schule und ihre Gegebenheiten. Starrheit und Zw\u00e4nge der Schule und der Curricula machen es Kindern aus unteren Statusgruppen schwieriger.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Wichtig f\u00fcr Kinder in Unterricht in Bezug auf die Leistung, ist die Wahrnehmung, R\u00fcckmeldung und Beurteilung der Lehrkraft. Ich pers\u00f6nlich finde daran das R\u00fcckmelden (Feedback) sehr spannend. Zu meiner Schulzeit (gerade im sp\u00e4teren Verlauf) hat das nicht so stattgefunden, jedoch ist das Feedback ein wichtiges Instrument, auch f\u00fcr das Kind, um sich zu verbessern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif\"><em><strong><span style=\"font-size: 12pt\">2. Welche Herausforderungen im Bereich Leistungswahrnehmung, -r\u00fcckmeldung und -beurteilung haben Sie in Ihren bisherigen Praxisphasen kennengelernt und wie haben Sie oder die Lehrperson in der schulischen Praxis darauf reagiert?<\/span><\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Herausforderungen, die ich im Praktikum in Bezug auf die drei Bereiche wahrgenommen habe, sind die individuellen und somit verschiedenen R\u00fcckmeldungen. Zudem habe ich auch im Praktikum schon erlebt, das mache Kinder etwas <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span>untergehen<span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> bei der Lehrkraft und somit <span class=\"hiddenGrammarError\">ihre<\/span> Leistung gar nicht richtig wahrgenommen werden und somit auch kein Feedback erfolgte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Ein sch\u00f6nes Beispiel, welches ich im Praktikum erleben durfte, war bei einer Lehrerin, die jeden Donnerstag (weil sie da die Klasse fast den ganzen begleitet) einen Namen (aus der Klasse) gezogen hat und dieses Kind dann den ganzen Tag besonders beobachtet hat und diesem Kind dann eine R\u00fcckmeldung zum Arbeiten und Verhalten eine R\u00fcckmeldung gegeben hat. Das ausgew\u00e4hlte Kind wurde dann aus dem Topf genommen, sodass jedes Kind einmal in der Klasse drankam. Durch dieses systematische Vorgehen konnte die Lehrkraft sicher sein, dass sie keinen \u00fcbersieht und jeder eine individuelle R\u00fcckmeldung bekommt.<\/span><\/p>\n<p><em><strong><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">3. Wie positionieren Sie sich zu der Aussage von Hiller selbst als angehende Lehrer*in und welche m\u00f6glichen Forschungsfragen w\u00e4ren f\u00fcr Sie relevant, um die getroffene Aussage empirisch weiterzuverfolgen?<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<blockquote><p><em><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 10pt\">\u201eKinder und Jugendliche aus den unteren Statusgruppen scheitern in den Schulen an der Starrheit institutioneller Gegebenheiten und Zw\u00e4nge, der Borniertheit vieler Curricula sowie an gedankenloser Routine und der Arroganz eines Personals gegen\u00fcber <span class=\"hiddenSpellError\">nichtb\u00fcrgerlichen<\/span>, bildungsfernen Milieus, dessen Attit\u00fcden Pierre Bourdieu als <span class=\"hiddenGrammarError\">\u201eRassismus der Intelligenz\u201c<\/span> (1993) bezeichnet hat\u201c (Hiller 2019, S. 148).<\/span><\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Auch wenn die Aussage von Hiller wenig schmeichelhaft f\u00fcr Schule und angehende Lehrkr\u00e4fte ist, stimme ich zu. Verschiedenste Studien belegen, dass Kinder aus unteren Statusgruppen immer noch <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span>Verlierer<span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> in Bezug auf Bildung sind, auch wenn uns dieser Umstand bewusst ist. Wer in der Schule nicht gut ist, ist einfach nicht intelligent genug (so die allgemeine Aussage). Dass das an Umst\u00e4nden und an Strukturen liegt, wissen viele, jedoch \u00e4ndert sich das auch nicht wirklich.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Jedoch tut sich das Bildungssystem auch schwer mit \u00c4nderungen. Ich empfinde Schule immer noch als starres Konstrukt, welches \u00fcberall etwas anders umgesetzt wird. Ob eine Schule inklusiv ist und somit auch vermehrt auf die Umst\u00e4nde und Bedingungen der Sch\u00fclerschaft eingeht, ist ihnen (mehr oder weniger) selbst \u00fcberlassen und h\u00e4ngt an der Administration der Schule.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Wenn ein\/e Sch\u00fclerIn in der Grundschule (nach 4 Jahren Schule!) nicht entsprechende Noten hat, kriegt er\/ sie keine Gymnasium-Empfehlung. Zwar kann man sp\u00e4ter noch wechseln, jedoch sind das Weichen schon sehr fr\u00fch gestellt und f\u00fcr Teile der Gesellschaft h\u00f6her als f\u00fcr andere. Schule richtet sich nach dem Konstrukt der Norm, wo alles was als <span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span>schlechter<span class=\"hiddenGrammarError\">&#8218;<\/span> erscheint\/beurteilt wird nichts ausreicht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: georgia, palatino, serif;font-size: 12pt\">Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich nicht sagen, dass Schule schlecht ist oder dass Lehrkr\u00e4fte sich keine M\u00fche geben. Ganz im Gegenteil. Ich unterstelle jeder Lehrkraft, dass sie an die Sch\u00fclerInnen glaubt und das Beste f\u00fcr sie m\u00f6chte. Aber ich glaube, dass Schule sich auch noch mehr ver\u00e4ndern muss um endlich nicht mehr (so) ungerecht zu sein (gemeint ist hier Bildungsungleichheit).<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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